Wärmedämmung von Dachboden -Holzbalkendecke mit Blindboden

13.10.2005



Hallo und guten Tag.
Es soll die oberste Geschossdecke von oben - also der Dachboden gedämmt werden. Das Dachgeschoss ist nicht ausgebaut, und nicht beheizt und das Dach ist auch nicht isoliert. Der Dachboden ist eine Holzbalkendecke mit Blindboden und Zement/Schlacke Füllung und nicht "überdiehlt" Auf der Unterseite des Dachbodens (also die Decke im Wohnbereich) ist eine Art Strohmattenputzträger mit Putz aufgebracht.
Jetzt die Frage: Mit was kann ich den Dachboden wärmedämmen ? Wie steht es mit Dampfdiffusion / Dampsperre / feuchten Holzträgern / feuchtes Isoliermaterial ?

Es wäre schön wenn mir jemand einen Tip geben könnte.
MfG A.Zeilinger



Suche..



Hallo !

Das hatten wir vor ein paar Wochen schonmal, blätter mal ein wenig im Forum.


Karsten



Ich weis ...



Zum Themea Dachboden gibt es einige Beiträge.
Nur geht daraus nicht hevor was mich am meisten interessiert:
Wenn ich den Dachboden dämme und ich benutze eine Dampfsperre zwischen Boden und isolationsmaterial, dann wird es unter der Folie feucht und das Gebälk gammelt ...
Benutze ich keine Folie gammelt der Dämmstoff ...



Diffusionsoffen



Hallo !

Wenn Du keine Sperren verwendest, oben auf die Dämmung keinen dampfdichten Boden aufbringst und der Dachboden durchlüftet ist, gibt es kein Problem, da die Feuchtigkeit entweichen kann.

Viele Grüße,
Karsten



So hatte ich mir das auch vorgestellt ...



nur war ich bis jetzt der Meinung dass das Dämmmaterial (z.B. Mineralfasermatten) die Feuchtigkeit nicht wieder abgeben. Wenn ich diese dann nur mit Spanplatten zum Begehen abdecke dann ist es also diffusionsoffen ?
Dankeschön für die Informationen.



Spanplatten



Hallo !

Also soll doch ein Boden oben drauf ? Du schriebst "Dachgeschoss nicht ausgebaut...nicht überdielt". Spanplatten sind auf jeden Fall dampfbremsend und wenn der Boden damit komplett bedeckt ist, wird es wohl so nicht funktionieren.


Karsten





Ich habe exakt das gleiche Problem. Ich habe vor Jahren die Spalierleistendecke kpl. abgerissen und die Balken freigelegt. Sieht saustark aus. Jetzt bei den Ölpreisen habe ich mich überall kundig gemacht was ich am besten nehme um den BODEN auf dem Dachboden zu isolieren. Sodas keine Wärme flöten geht. Der Boden hängt zwischen den Hauptbalken durch (war ein Bauernhaus und die haben Tonnen von Getreide dort gelagert). Ich habe mir Kanthölzer (Balken) 6 x 10 cm im Abstand von ca. 50 cm (mitte) augeschraubt und 140 er Steinwolle dazwischen eingebracht.
Als Belag habe ich 19er V100 Spanplatten aufgeschraubt.
22mm wäre zwar noch besser, aber lt. allen Fachprofies tun es 19 er auch. Weil ich den Dachboden nie ausbauen werde, sondern als "Lagerplatz" für so viele Sachen die man nicht wegschmeisen will nutzen will. Sowie für meine Waffeleisensammlung. (ganz alte schwere Eisenteile) mit viel Gewicht. ca. 160 Stück. Das Dach ansich wurde letztes Jahr neu eingedeckt. Isoliert wurde nichts. Nur die Staubbahn wurde aufgebracht. Soviel von meiner Einschätzung und Erfahrung. Sicher gibt es noch viele andere Methoden um sein Dach, Boden, oder,oder zu isolieren.
Aber.... Man muss es auch bezahlen können. Bei den Preisen muss man schon alle Firmen abklappern und Handeln. Es geht. 2 Minuten handeln, erspart einen Haufen Geld.
Solltest du Interesse an an einem weiteren Kontakt haben, so lass es mich wissen. Ich wohne in Hessen. 35083 Wetter.
Kannst mir auch mailen ab Mo. eucker@freenet.de.



Ist nicht überdiehlt



Hallo Karsten,

danke für Deine Antwort. Ja - der Dachboden so wie er jetzt ist - ist nicht überdiehlt und nicht audgebaut und nicht beheizt.
Also eigendlich dürfte man ja gar nicht zwischen den Balken auftreten .. (Hat aber schon 40 Jahre gehalten).
Der Dachboden soll auch weiterhin nicht ausgebaut/beheizt werden. Ich hatte halt an so Steinwollematten gedacht und darauf Spanplatten - oder irgendetwas anderes - daß man darauf gehen kann - oder etwas abstellen kann. Wenn ich das nur "partiell" mache dürfte es doch ok sein?

schöne Grüße - Andreas



Kurt - und was ist mit Dampf ?



So wie Du das gemacht hast und wie ich es verstehe schließt Du die Feuchte Luft doch zwischen Dachboden und den Spanplatten ein. Was passiert dann ... ?



Vorschlag mit Dämmblockelementen und Dampfsperre!



Hallo! Darf ich dir einen Vorschlag machen, wie ich es machen würde! Ist meiner Meinung nach die einfachste und kostengünstigste Lösung und du kannst den Dachboden auch für normale Lagerzwecke nutzen.

Gleiche den Dielenboden mit einer leichten Schüttung aus, damit eine ebene Oberfläche entsteht. Wichtig ist nun unbedingt eine gute Dampfsperre aufzubringen (z.B. Isover Flammex), damit die Wärmedämmung nicht durchfeuchtet wird. Danach verlege darauf Dämmblockelemente (das sind Mineralwolle oder EPS-Dämmplatten mit integrierter Gipsfaserplatte darauf.) z.B. Isover Dämmblock. Fertig!

Mehr ist nicht notwendig. Die Balken darunter werden nicht in Mitleidenschaft gezogen, wenn du die Dampfsperre ordnungsgemäß anbringst. Bei normalem Lüftungsverhalten kann den Balken nichts passieren. Warum auch? Die Feuchtigkeit aus der Raumluft wird ja daran gehindert, in die Wärmedämmung einzudringen, wo sie kondensieren könnte und damit in das Balkenholz sickern würde, wo dieses dann vermorschen könnte.

Links: Produktbesipiel von der Firma ISOVER (ist in Österreich größter Anbieter von Wärmedämmungen, kennt ihr das in Deutschland auch? Selbstverständlich gibt es sowas auch von anderen Anbietern z.B. Rockwool,..)

www.isover.at
www.isover.at/pdf/geschossdecke.pdf



Achtung Brandschutzvorschriften beachten!



Aja, was ich noch vergessen habe! Bitte beachte auch die regionalen Bauvorschriften bezüglich Brandschutz! Die Dämmblockelemente weisen eine Brandbeständigkeit von F30-F60 je nach Dicke auf! Musst du abklären, welchen Brandwiderstand du benötigst!



ich hab es so gemacht :



bodenbretter runter , wegen bockbefall.
nach Behandlung 200er Glaswolle eingebracht und ein paar bretter rauf um zum Schornstein zu gelangen . sicher kannst du auch zum ablagern einige groessere flachen belegen , wuerde aber drauf achten , dass du ich sage mal spalten laesst . aber achte darauf , dass wenn du den boden nicht kompl mit bodenbrettern auslegst du deinen boden diagonal verstreben musst . da reichen ein paar bretter fuer lagerplaetze nicht aus , weil du dadurch keine saubere scheibe erzeugst.
einfach diagonal lochband , oder latten setzen , und ordentlich verschrauben .
hoffe geholfen zu haben.
mfg
brueggemann



Wo geht die feuchte Raumluft hin ?



Hallo ThomasU,
Dein Vorschlag liest sich ganz gut und ich verstehe das auch soweit. Die feuchte Raumluft dringt wegen der Dampfsperre nicht in das Dämmmaterial ein - ok. Aber wo geht sie denn nun hin ? Sammelt sie sich etwa in der Schüttung ? Und dann ?

Grüße
A. Zeilinger



Dampfbremse



Nein so war das nicht gemeint :) Die Feuchtigkeit sammelt sich natürlich nicht nur in der Schüttung. Sie verteilt sich logischerweise über den ganzen Raum und wird von den Baustoffen aufgenommen und wieder abgegeben. Das ist ein ganz normales Prozess, den du durch Lüften des Zimmers unter Kontrolle hast.
Das Problem ist aber, sobald die Raumluft zur Dämmung gelangt, wo auch der Taupunkt liegt, so kondensiert die Raumluft und die Dämmung wird durchnässt und verliert ihre Dämmwirkung und beginnt zu schimmeln. Das soll eben durch die Dampfbremse verhindert werden.



Ich möchte wirklich nicht nerven, ...



...aber die feuchte Raumluft befindet sich doch nun zwischen dem Dachboden und der Dampsperre, also in der Schüttung - diese liegt ja nicht lose auf dem Dachboden, sondern quasi in Kammern, die ich durch Kanthölzer gebildet habe.
Wo kann die feuchte Raumluft jetzt hin ? Ich verstehe das nicht. Die kann doch dann nur an den ringsum an den Seiten durch's Holz und dann raus.

Bitte nicht aufgeben - ich hab's bestimmt bald begriffen.

mfG
A.Zeilinger



Nochmal



Die feuchte Raumluft soll ja auch nirgends hin. Durch die Dampfbremse soll ja sichergestellt sein, das kein Luftaustausch zwischen Zimmer und Dachboden stattfindet.

Die feuchte Raumluft soll durch Lüften ausgetauscht werden. Zu verhindern ist lediglich, dass die feuchte Raumluft mit dem Taupunkt in Kontakt gerät (welcher genau in der Wärmedämmung liegt): Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit speichern, wodurch diese dann in der Dämmung kondensiert und Schäden anrichtet. Aus diesem Grund nimmt man Dampfbremsen, die eben dies verhindern sollen.



Ich trau mich nochmal



Hallo und Danke für Deine ausdauernden Erläuterungen .
Aber ich glaube allmählich wir reden bzw. scheiben aneinander vorbei. Es ist mir vollkommen klar dass das Dämmmaterial mit einer Dampfbremse geschützt werden muß.
Feuchte Luft - Taupunkt - Kondensation - Feuchtigkeitsaufnahme ... das ist mir alles klar.
Aber mir geht es um den DachBODEN; genauer gesagt um die Holzbalken - die sollen doch auch nicht feucht werden.
Wenn ich auf die Decke in der darunterliegenden Wohnung eine Dampfsperre aufbringe, dann unterbinde ich den Luftaustausch zwischen Wohnung und Speicher - dann hätte ich auch keine Fragen mehr, dann wäre der Fall klar. Aber da ist keine Dampsperre. Also geht die Raumluft doch durch die Decke, dann in's Schüttmaterial, das auf den Holzbalken liegt und dann aber nicht in die Dämmung, weil ja nun eine Dampfsperre kommt. Also ist doch jetzt in dem Raum, den die Schüttung einnimmt (zwischen Oberkante Dachboden und Dampfsperre) die feuchte Luft aus der Wohnung. Nach oben kann sie nicht weg - weil ja da die Folie ist - wo geht sie hin? Wenn sie nirgendwo hingeht, dann bleibt sie wo sie ist, nämlich: In der Shüttung auf den Holzbalken. Und da es dort wärmer ist als in der Dämmung (Taupunkt) kann auch nichts kondensieren und damit macht es der Decke auch nichts aus.
Hab ich's jetzt ? Ist das so ? Und ist das ok so?
Oder doch nicht ?

Viele Grüße
A:Zeilinger





es entsteht aber keine feuchte luft , weil deine warme luft nicht auf kalte trifft.
verstanden???



Falsche Annahme



Hallo!
Du nimmst an, dass die Luft immer nur aufsteigt und das Bestreben hat, durch den Balken in die Schüttung zu wandern. Dem ist ja nicht so. Die Raumluft wird ja durch Lüften ständig ausgetauscht, wodurch ja auch die vom Menschen abgegebene Feuchtigkeit wieder den Raum verlässt. Als Beispiel möchte ich dir hier mal ein Bad nach einer heißen Dusche nennen. Wenn du ordentlich lüftest, wird die Feuchtigkeit die durch den kondensierenden Dampf entstanden ist, wieder von der Luft aufgenommen und durchs Lüften abgegeben.

Feuchtigkeit wird ja auch vom Holz aufgenommen. Selbst das kammergetrocknete Holz verfügt immer noch über einen gewissen Anteil Feuchtigkeit. Gerade Holz ist ein Baustoff, der sehr leicht Feuchtigkeit aufnimmt und seine Form verändert (Bsp. Aufschüsseln von Bodendielen). Einen normalen Feuchteanfall kann Holz ohne Probleme verkraften, da Feuchtigkeit ja auch wieder abgegeben werden kann. In Wohnbereich ist bei normalem Feuchteanfall kein Problem zu erwarten.
Mach dir keine Sorgen um normal feuchte Raumluft, die stellt kein Problem dar.



Lehrgang abgeschlossen



Ja, ich denke ich habe das jetzt alles verstanden.
Ihr habt Euch wirklich alle sehr viel Mühe gegeben und
ich habe aus den Wirren der Informationsvielfalt mit Hilfe eurer ausführlichen Erklärungen auch noch einiges lernen können. Vielen Dank dafür - Danke

A.Zeilinger