Gebrochener Fußboden im Dachgeschoß

26.08.2010



Hallo,

wie dramatisch ist soetwas in einem Fachwerkhaus?
Kann man die gebrochenen Schollen (geht über den gesamten Dachboden) rausnehmen und einen neuen Aufbau machen?
Oder wie geht man am besten vor?



Um



das Raunehmen werdet Ihr nicht rumkommen. Ich drücke Euch die Daumen das die Balken noch heile sind.

Am besten dann nochmals Fotos einstellen.

Grüße Gerd



Was ist das



… für ein Material?

Wissen Sie da was näheres?

FK



Gebrochener Dachboden



Ich vermute einen alten Gips- oder Kalkestrich. So was wurde eingebaut, um u.a. die Decke luftdicht zu bekommen, die Deckenfüllung vor Treibschnee zu schützen und Mäuse, Wespen usw. von der Füllung fernzuhalten.

Viele Grüße



Nun,



bei Bauernhäusern wurde der Dachboden zur Lagerung von Heu und Stroh genutzt, um die Reste vom Vohrjahr sauber zusammenfegen zu können, worde oftmals ein dünner Zementestrich anstelle von Dielen eingebaut, der zwar schon recht bald in viele Schollen zerbrochen war, aber den Zweck noch lange erfüllt hat. Durch die Risse gabs auch keine Probleme mit Feuchtigkeit. Als Nutzboden für Wohnzwecke taugt der Boden nicht. Da muss ein anderer Aufbau gewählt werden.
MfG
dasMaurer



Gebrochener Dachboden



Ich habe mir gerade die restlichen Bilder vom Dachboden angesehen. Ich vermute Schwindrisse und einen geölten Gips- bzw. Anhydrit- oder Steinholzestrich.

Was mich viel mehr geschockt hat als diese Nebensächlichkeit ist ein Foto von einer Zimmerdecke.
Dort wurde ein Unterzug einfach zur Hälfte weggeschnitten, zwei Deckenbalken haben jetzt doppelte Spannweite.
Und damit das noch nicht reicht- der Unterzug ist ein Gerberträger, das Gelenk mit dem Momentennullpunkt befindet sich jetzt in einem Träger auf zwei Stützen, das Einspannmoment über der Stütze ist futsch.
Da kommt das kalte Grausen.

Viele Grüße



Hallo,



der weggenommene "Unterzug" (ich verstehe leider nur die Hälfte :o( ), bzw. die ganze Wand ist schon in den 70er oder 80er Jahren rausgenommen worden. Das ist eine der guten Taten die mein Opa mit seinen fachkundigen guten Freunden gemacht hat...
Die Balken ohne Stütze fingen daraufhin wohl wirklich an sich zu senken, woraufhin auf dem Dachboden eine sehr gewagte Konstruktion mit Drahtseilen als Aufhängung gebastelt wurde.
Es hält also schon sehr lange so, aber ich kann vollkommen verstehen, das es einem dabei gruselt.

Der gebrochene Fußboden ist wohl so ein Gipsestrich. Kann ich aus euren Antworten entnehmen, dass man soetwas öfter sieht und es nicht so dramatisch ist?
Meine große Sorge ist ja, dass man diese Gipsstücke rausnimmt und anschließend von oben in das Wohnzimmer gucken kann...



Gebrochener Dachboden



Opa, Opa, mir grausts vor dir!

Unter dem Estrich befindet sich eine Schüttung aus Lehm, Schlacke o.ä., dann kommen Bretter oder gespaltene Holzstücke, die zwischen den Balken entweder aufliegen oder eingeschoben sind. Dieser Blindboden bzw. Einschub ist stabil genug, einen Menschen auch ohne den Estrich zu tragen.

Nach den letzten Informationen glaube ich das akuter Handlungsbedarf (außer am Estrich!) vorliegt.
Wer weiß, was Opa und seine flotten Kumpels noch so alles angestellt haben.

Viele Grüße



Abtragen



hi,

hab sowas zwar noch nicht gemacht, aber was Dich erwartet, erwartet auch mich:

Die "Scholle" muss raus, Du möchtest sicher einen geraden Fußboden haben. D.h., Drecksarbeit und alles abtragen, bis die darunter liegenden Deckenbalken freiliegen.

Dann wirst Du die Decke von oben sehen, zwischen den Balken ist die eingeklemmt, das Material kann alles Mögliche sein, irgendwelches Kleinholz (auch Stroh) mit Lehm gebunden und ober- wie unterseitig geklemmt. Diese Lage (Fachung) lässt Du drin, tritt jedoch nicht drauf!

Dann wirds sicher kniffelig, es muss auf den Balken eine ausgleichende Lattung aufgebracht werden und darauf kommen dann die Leichtbauplatten oder OSB Platten, je nach gewünschter Tragfähigkeit. Die Platten sind gespundet, also Nut und Feder. In alten Häusern lagen hier die Dielen und damit war der Fußboden fertig.

In unseren Fällen wird je nach Ausbau auf die Leichtbauplatten eine Trittschalldämmung kommen und dann Belag oder Laminat. Das wäre die einfachste Variante.

Im Detail wirds sicher Anders, wir werden sehen ;-)

Horst



Gebrochener Dachboden



Bis jetzt ist noch gar nicht klar, ob der Dachboden ausgebaut wird.
Falls das passiert "muß" erst mal gar nichts raus.
Das hängt von mehreren Faktoren ab; ohne genaue Kenntnis der Gegebenheiten vor Ort ist es unsinnig, solche Sanierungsvorschläge zu machen.
Man kann z.B. auf dem jetzigen Estrich ohne Weiteres auch einen neuen Trockenestrich auf Ausgleichsschüttung aufbauen.

Viele Grüße





Bei mir sieht es ähnlich aus, es sind nur kleinere Stellen mit dem Zement/Kalkestrich teilweise auch Bims verschüttet um die Rattenlöcher zu schließen. Habe eine Lehmwickeldecke die ist schon abenteuerlich dünn, darauf sind Dielen verlegt.

Soll man den Boden so lassen, hat es irgendwelche Auswirkungen? Dach wird nicht ausgebaut, als Dämmung wird eine Holzdielung reichen.



Hallo,



Tja, was mein Großvater hier gemacht hat mußte hauptsächlich billig sein. Man soll ja nicht schlecht reden, aber das ist leider so. Wir sind auf jeden Fall auf einige Überraschungen gefasst ;o)

Den Dachboden werden wir bestimmt angehen, auch unabhängig von der restlichen Entscheidung bzgl. des Hofes. Von daher bin ich für konkrete Erfahrungen und Ratschläge schon dankbar.
Würde auch dazu tendieren, die gebrochenen Platten rauszunehmen, auch wenn es viel Arbeit ist.
Aber es ist doch auch viel Gewicht? Ist es da nicht wirklich besser, alles Gebrochene rauszunehmen und darauf neu aufzubauen?



Deckenaufbau



Liebe Frau Schütte,
solche Entscheidungen sollte man nicht nach Gefühl, sondern anhand der vorhandenen technischen Bedingungen fassen, am besten im Rahmen einer Gesamtkonzeption.
Deshalb verrennen Sie sich bitte nicht am Anfang schon in einen bestimmten Arbeitsschritt. Das kann von den wirklich wichtigen Entscheidungen ablenken.

Viele Grüße