Dachboden Dielen versiegeln



Dachboden Dielen versiegeln

Hallo,

nach dem Verlegen neuer Dielen im Dachboden unseres Allgäuer Bauernhauses stellt sich nun die Frage der Versiegelung. In den beiden Stockwerken darunter werden die alten Dielen abgeschliffen und geölt. Der Dachboden soll dagegen auch als großer Allzweck-Arbeitsraum genutzt werden können. Es kann sein, dass hier mal tropfnasse Wäsche steht oder meiner Frau beim Malen ein paar Ölfarben-Kleckse auf den Boden kommen.

Meiner Erfahrung nach ist ein geölter Boden hierfür nicht geeignet. Da der Dielenboden im Dach mechanisch nur selten und schwach belastet wird (keine Straßenschuhe, vermutlich eher selten betreten), stelle ich mir die Frage, ob ich unter Berücksichtigung der Nutzungswünsche nicht doch einem Lack den Vorzug geben sollte.

Die lackierten Flächen der alten Dielen waren nach 40 Jahren noch in tadellosem Zustand, also kann Lack bei einem seltener genutzten Raum nicht so falsch sein. Oder liege ich mit meiner Überlegung falsch, weil Nässe zwar irgendwo durch die Fugen eindringen kann, der Lack aber eine schnelle Trocknung verhindert?





Nach einer Grundierung mit Halböl, kann ein Tungöl-Lack aufgetragen werden.

Der Geruch ist nicht der beste, aber der verfliegt. Ansonsten sehr große Reichweite und Beständigkeit.



Dielen ölen oder lackieren



Hauptnachteil bei lackierten Flächen:
sie können bei Beschädigung kaum partiell nachbehandelt werden, es muß jeweils die gesamte Fläche saniert werden, was besonders in großen Räumen nachteilig ist.
Zudem muß bei neuverlegten Dielenböden durch spezielle Grundierungen die Seiten-/Blockverleimung verhindert werden, die zu Abrißfugen und sehr ungleichmäßiger Fugenbildung führt.
Optisch wirken geölte Flächen wesentlich natürlicher.

Tropfnasse Wäsche sollte nie auf Holzböden getrocknet werden- zumindest nach einem hohen Schleudergang sollte nichts mehr tropfen.

Gibt's eine Außendämmung oder wird der Dachraum später weiter saniert?
Dann sind Beschädigungen nicht völlig ausgeschlossen, was auch für das Ölen spricht.
Sorgfältig aufgebrachte Grundierungen und High-Solid Öle bieten sehr guten Schutz der Holzoberflächen.
Im direkten Spritzbereich der Ölfarben würde ich einen transparenten Schutzbelag auslegen

Andreas Teich



Dachboden-Nutzung



Hallo Herr Teich,

die Nachteile sind mir durchaus bekannt. Allerdings kann man tropfnasse Wäsche nicht immer vermeiden. Meine Frau strickt leidenschaftlich und hochwertige Wollen dürfen oftmals nicht geschleudert werden. Irgendein Raum muss zum Trockenen herhalten können und das war auch damals schon in der Regel der Dachboden.

Das Haus wird nicht gedämmt, es soll weitgehend in historischem Zustand erhalten werden. Dafür nehmen wir einen höheren Brennholzverbrauch in Kauf. Lediglich die einfachen Holzfenster in den beiden Wohn-Stockwerken darunter werden zu Kastenfenstern upgegraded.

Zwischen erstem Stock und Dachboden sind ca. 15cm Blähtonschüttung auf 18mm Einschüben, die unterseitig mit Fermacell verkleidet sind. Im Dachboden ist später nur noch eine leichte Zwischensparrendämmung geplant, um Temperaturextreme etwas zu mildern. Aktuell ist der Dachboden noch sehr zugig. Die größten Öffnungen (z.B. Wellendurchführung der Transmission) werden noch verschlossen, um Mardern den Zutritt zu verhindern, doch ein kuscheliges Wohnraumklima ist dort nicht geplant.



Oberflächenbehandlung für Holzdielen



Hallo Herr Pietzsch

Lackieren würde ich nicht, da bei kleinen Beschädigungen Feuchtigkeitshinterwanderungen möglich sind, die nur sehr schlecht austrocknen können.
Nach sorgfältigem Ölen könnte der Boden bei Bedarf noch gewachst werden - Carnaubawachse sind haltbar, diese mit Tellermaschine und Pads verteilen und polieren.
Manche Wachse werden in breiteren Fugen weiß- vorher nachfragen bzw testen.
Es ließen sich auch Sikaflex oä Fugenmassen aus dem Yachtbau für die Fugenabdichtung verwenden- aber der Aufwand ist beträchtlich.
Dann ist's einfacher, zeitweise eine flache Abtropfwanne aus Folie unter der nassen Wäsche auszulegen.

Andreas Teich





Bei uns sind nach fünf Jahren die geölten Fußböden (Nadelholz) auch im Badezimmer noch völlig in Ordnung, währen die lackierte Eichentreppe schon deutliche Laufstraßen und Kratzer aufweist.

Ich würde Ölen und die Frau bitten, bei tropfnasser Wäsche oder beim Malen eine Folie unterzulegen.

Flecke von Ölfarbe auf einem lackierten Boden zerstörungsfrei wegzubekommen dürfte nahezu unmöglich sein.



Tungöl-Lack



Da ich vor 15 Jahren unsere Massivholz-Arbeitsplatte in der Küche auch zuerst mit einem Halböl grundiert und anschließend mit einem Parkettlack versiegelt habe und dieser Lackaufbau bis heute trotz härtester Beanspruchung in einwandfreiem Zustand ist, finde ich Gefallen an dem Ratschlag mit der Halböl-Grundierung und dem Tungöl-Lack.

Ich werde das allerdings erst an einem Probestück testen, um mir einen Eindruck davon zu verschaffen. Eine Verklebung der Fugen ist nicht zu befürchten, da sie leider alle viel zu breit sind. Mit einer guten Halböl-Grundierung sollte meiner Ansicht nach ein Eindringen von Feuchtigkeit nur bei stärkeren Beschädigungen der Oberfläche möglich sein. Bleibt zu hoffen, dass der Tungöl-Lack eine gute Verbindung mit der grundierten Oberfläche eingeht.

Gibt es bezüglich partieller Nachbearbeitung mit Tungöl-Lack irgendwelche Kenntnisse? Wenn ich den Angaben über die Ergiebigkeit (20qm/l) Glauben schenken darf, dürfte der Lack ja kaum auftragen.





Testanstriche sind immer empfehlenswert.

Tungöl Lack wird wie "le tonkinois" auch als Bootslack eingesetzt, damit dürfte die Haltbarkeit und (Wasser-) Beständigkeit, zumindest bei mehrfach sorgfältig ausgeführten Anstrichen hinreichend indiziert sein.

Ich verwende den Lack auf mineralischen Spachtelböden, alternativ zu PU- und EP-Siegel und es ist ebenbürtig. Wie gesagt, Wasser wird ohne Probleme und leichte bis mäßige, Abrasion wird auch gut vertragen.

Der Lack hat einen gelben Stich, was auf Holz kein Problem sein sollte.

Auf Holz ist eine (Halböl-) Grundierung zur besseren Haftung zwingend vorzusehen.

Der "Seetanggeruch" ist nicht jedermanns Sache, aber von kurzer Dauer. Empfindliche Haut sollte vor längerem Kontakt geschützt werden (Handschuhe).

Die Reichweite muss immer am Objekt beurteilt werden. Ohne Lösemittel ist aber grundsätzlich immer mehr Reichweite gegeben, da sich nichts vom Anstrichfilm verflüchtigt.

Ein zweimaliger Anstrich mit Zwischenschliff sollte auskömmlich sein.





Testanstriche sind immer empfehlenswert.

Tungöl Lack wird wie "le tonkinois" auch als Bootslack eingesetzt, damit dürfte die Haltbarkeit und (Wasser-) Beständigkeit, zumindest bei mehrfach sorgfältig ausgeführten Anstrichen hinreichend indiziert sein.

Ich verwende den Lack auf mineralischen Spachtelböden, alternativ zu PU- und EP-Siegel und es ist ebenbürtig. Wie gesagt, Wasser wird ohne Probleme und leichte bis mäßige Abrasion wird auch gut vertragen.

Der Lack hat einen gelben Stich, was auf Holz kein Problem sein sollte.

Auf Holz ist eine (Halböl-) Grundierung zur besseren Haftung zwingend vorzusehen.

Der "Seetanggeruch" ist nicht jedermanns Sache, aber von kurzer Dauer. Empfindliche Haut sollte vor längerem Kontakt geschützt werden (Handschuhe).

Die Reichweite muss immer am Objekt beurteilt werden. Ohne Lösemittel ist aber grundsätzlich immer mehr Reichweite gegeben, da sich nichts vom Anstrichfilm verflüchtigt.

Ein zweimaliger Anstrich mit Zwischenschliff sollte auskömmlich sein.



Ein Bootslack...



...wird nicht betreten und damit anders belastet. Der Vergleich hinkt.

Mit Sicherheit wird der mit der Lack das Eindringen nicht verhindern können (Fugen), das Austreten aber erschwerden. Ich würde ein gutes Fußbodenhartöl verwenden.

Der strickfreudigen Gattin könnte anempfohlen werden, das tropfende Stadium über der Badewanne vorzusehen. Einmal umhängen ist sicher nicht zuviel verlangt. Alternativ: eine Tropfwanne wurde schon erwähnt.

Grüße

Thomas