Dachboden / decke begradigen für Dachnutzung

13.01.2016 mittich



Hallo,
ich möchte meinen Dachboden als Wohnraum nutzen.(keine Feuchträume /Bad etc.)
Im Sommer hat mein Fachwerkhaus einen neuen Dachstuhl bekommen und das Dach wurde gedämmt (Zwischensparrendämmung). Eine Dampfbremse wurde angebracht, sauber verarbeitet und mit Folienkleber + Zubehör befestigt.
Nun möchte ich meinen Dachboden begradigen da sich erhebliche Höhenunterschiede vorhanden sind.
Die Decke besteht aus Staketen mit Lehmwickelumschlag die auf den Deckenbalken aufliegen. Darauf hat man dann früher eine Lehmdecke ( Schicht ) aufgetragen.Der Abstand der Deckenbalken beträgt ca. 1,00 - 1,05 m. Die Staketen liegen halb auf und sind kernig und trocken . ( durch damalige Bodenlucke und durch die neue Fußpfette wurden Staketen entfernt, deshalb weiß ich das)

Ich hatte den Gedanken mit einer Schüttung von Fermacell und Fermacellplatten zu arbeiten.Eventuell noch mit einer 2cm Holzfaserdämmplatte unter dem Fermacell. Das gibt es ja fertig.

Meine Bedenken sind nun folgende.

Muß ich unter der Schüttung noch ein Vlies / Folie legen.
Geht das überhaupt wegen der Lastverteilung. Da ja auch die Platten dann im Verband liegen und z.b. die Auflage im Deckenfeld liegen wird.

Ich möchte meine Lehmdecke erhalten und nicht die Staketen rausnehmen um auf dem Deckenbalken mit einer Schalung aufzubauen. Welche ja eigentlich schon die Stakete ( Schalung) ist.Es soll also ein Trockenestrich schwimmend verlegt werden. Die Aufbauhöhe ist auch entscheidend da wir eine Treppe bekommen um das Dachgeschoss zu erschließen sollte die Höhe so gering wie möglich sein das die Treppe nicht viel Platz hat und somit jeder cm an Geschosshöhe wertvoll ist. ( soviel zum Thema Holzbalkendecke als Ausgleich drüber legen, ist fast unmöglich , zwecks Höhenverlust und geringer Dachneigung.


Nun bin ich über Ideen und Anregungen gespannt, entschuldige mich für den Fall das es mein Problem schon beschrieben gibt und ich es nicht wirklich gefunden habe.
Danke.
mittich





Guten Tag Herr Mittich,
wo ist der gravierendste Höhenunterschied(Fußpfettenseitig,Mittig,Giebelseitig)..?
Wie Hoch sind Ihre Deckenbalken?
Welches Maß überspannen ihre Deckenbalken?
Sie haben eine (wahrscheilich)intakte Lehmdecke,Dämmung,Feuchtigkeitsregulierung usw.,was eine weitere Dämmung (theoretisch)überflüssig macht..natürlich kann man...und vorallem gut auf Dampfbremsen verzichten,sollten sie nicht wirklich notwendig sein..
Ein ausgleich der Höhen sollte kaum Probleme darstellen,dass Problem liegt eher in der Frage warum alles unterschiedlich hoch ist,dies Lag sicher nicht im Sinne des Erfinders...daran könnte man anknüpfen.

mit besten Grüßen Harry

Ps.: vlt mal ein Bild der Decke reinstellen...





Hallo "Harry"

danke für die schnelle Antwort.
Ich habe eine Skizze angefertig.


Die Deckenbalken überspannen frei eine Länge von ca. 3,80m . Es ist ein Satteldach und in der Mitte / First befindet sich die tragende Wand auf allen Etagen.
Ja ich habe eine intakte Lehmdecke. Diese will ich ja nur ausgleichen.
Die Höhenunterschiede sind auf der ganzen Fläche verteilt, wurde damals halt denke ich so abgezogen, max. 2 Stellen wo alte Schornsteindurchbrüche sind wurden nachträglich geglättet.
Ein bisschen Gefälle hat man zur Nordseite da dort die Fußfette durchgekammelt war und somit das Haus auf der Seite tiefer gesackt ist.
Das wurde aber nach meinem Hauskauf behoben und eine neue Pfette eingebaut.

Die Dampfbremse habe ich ja unter den Sparren. Ich wollte keine Sperrschicht unter der Schüttung machen sondern halt eher ein Vlies.
Die Dämmung sollte eher für Schallschutz( Kinder) sein und damit ich nicht unbedingt denn Boden mitheizen muß. Klar wird der Dachboden dann beheizt aber nur gedrosselt, da er nicht so oft genutzt wird ( Gästezimmer z.b. )

Aber möglich ist es generell das ich mit Schüttung arbeite und dann eine z.b. Fermacellplatte drauf lege und verklebe ??? , oder gibts da Probleme wegen der Diffusion. oder z.b. Feuchtigkeit die aus dem Haus nach oben steigt also auch durch die Decke.





Soweit so gut,also ist es kein Konstruktionsproblem,eher das die Lehmbauexperten beim abziehen der Fläche schon das ein oder ander Bier weg hatten..was nicht geht ist die Unterleghözer(Kanthölzer/Ausgleichsölzer)auf die Lehmwickel zu legen.
Sie sollen ja möglichst Lastenübertragend und fest liegen,also an der Stelle wo der Verlauf der Kanthölzer ist,Lehmwickel wegnehmen oder abziehen bis Ok-Deckenbalken,danach Kraftschlüssig miteinander verschrauben..auf 3m möglichst alle 50 cm Auflagehölzer/Kanthölzer legen,zumindest bei 28mm Dielungsstärke..

..da die tragene Wand quasi die Deckenbalken abfängt,wäre zu überlegen ob man in dem genutzen Bereich nicht weiter mit Lehmschüttung arbeitet,anstelle von andere Schüttung.
Möglichkeiten gibt es da einige..Blähtonkügelchen,Schaumglasschotter,und co..wobei ich letzteres eher bevorzuge..jedoch für Schallschutz die schwerere Variante der Lehmschüttung optimaler wäre...dann eine hübsche Dielung(vlt Schlossdielen Kiefer 200/28)montiert und gut...

gruß H.





Hm....
Also die Kanthölzer im Trempelbereich wollte ich nur auf den Lehmdecke legen dann verschrauben durch die Staketen in die Deckenbalken.
Die Kanthölzer haben nicht wirklich eine Statik. Sie dienen nur als Begrenzung für die Schüttung und als Befestigung für den Randdämmstreifen und als Begrenzung für den Trockenestrich.

Wie kann ich den eine Verlegung von Dielen auf Schüttung verstehen. Kenne ich nur mit Holzunterkonstruktion welche ich ausgleichen müsste , dann die Zwischenräume auffüllen z.b. Schüttung dann die Dielen verschrauben.

Beim Ausgleichen mit der Holzkonstruktion verliere ich zuviel cm. Deshalb ja nur der Gedanke 2-5cm Schüttung und darauf Fermacellplatten.



Bodenaufbau Dachgeschoß



Einfacher wäre es, nur einen Höhenausgleich der Unebeneheiten vorzunehmen, entweder Lehm oder Schüttungen.

Wenn jetzt alles dicht ist sind Folien etc unnötig.

Darauf eine dünne flexible Holzfaser-, Hanfplatte oä auflegen,
darauf können lange Dreischichtplatten in 19 mm Dicke verlegt werden, Fugen zB mit Lammellos verbinden-Größe der Platten ist davon abhängig was transportiert werden kann, max Masse ca 210 x 500 cm, vorher beim Holzhändler zuschneiden lassen oder mit Kreissäge und SFührungsschiene selber machen.
Die Patten haben einen geringeren Sd-Wert als OSB-Platten und sind stabil mit weniger Leim- die Oberfläche ist glatt und kann auch als Nutzoberfläche bleiben.

besser die gesamte Dachbodenfläche inkl Drempel mit Bodenplatten belegen, ggf können dort Einbauschränke verbaut werden.

Die Wände dabei nicht in den Boden schrauben, da hierdurch Schallübertragung stattfindet.

Andreas Teich



2-5cm



*Also die Kanthölzer im Trempelbereich wollte ich nur auf den Lehmdecke legen dann verschrauben durch die Staketen in die Deckenbalken.*

Auf längere Sicht gesehen,wird das wahrscheinlich zu schwammig(das Dach ist umerklich aber dennoch ständig in Bewegung),besser wäre wie schon geschrieben,bis auf die Deckenbalken zu gehen.
Statisch sollte es eigendlich keine Bewandniss haben,dennoch ist der Trempel unweigerlich mit den Sparren verbunden und nimmt somit,wenn auch geringe Lasten auf, früher oder später..


**Wie kann ich den eine Verlegung von Dielen auf Schüttung verstehen. Kenne ich nur mit Holzunterkonstruktion welche ich ausgleichen müsste , dann die Zwischenräume auffüllen z.b. Schüttung dann die Dielen verschrauben.**

Ja.


***Beim Ausgleichen mit der Holzkonstruktion verliere ich zuviel cm. Deshalb ja nur der Gedanke 2-5cm Schüttung und darauf Fermacellplatten.***

angenommen sie wollen 2-5 cm ausgleichen + die halbe Lehmwickelstärke(ca.6cm angenommendes Maß)und +(5cm a.M.) Lehmdecke,
so ensteht ungefähr ein Kantholzmaß von 13-16 cm

Hört sich doch Stabil an und wenn man dann die Lastenübertragung vom Fußboden damit noch direkt auf die Deckenbalken verteilen kann,ist das doch nicht schlecht..

ps.:wundert mich bischen das die Lehmwickel nur draufliegen sollen und nicht eingelassen sind..





Also erstmal danke für die Anregungen.

Harry, halbe Lehmwickelstärke gibt´s nicht.
Die handgehauenen Staketen umwickelt mit Stroh um Lehm haben Stärken von 8-10 cm. Man könnte sagen es sind Viertelstäbe, zumindest von der Spaltung her.

Sicher könnte ich diese abtragen, ebenso die Lehmschicht die sich über den Lehmwickel liegt, um die nötige Höhe zu bekommen. Dann könnte man mit einer Holzkonstruktion einen neuen Boden aufbauen.

Wie aber schon beschrieben möchte ich nicht meine intakte/ funktioniere Decke ausbauen, ich möchte Sie erhalten und nach Möglichkeit drauf aufbauen. Ebenso kann ich Sie gern mal meiner Frau vorstellen, die wird Ihnen dann erzählen was Lehmwände / Sanierung / Abriß etc.für Dreck machen. ..lach

Die Unebenheiten auffüllen mit Lehm / Schüttung wäre eine Alternative. Dreischichtplatten habe ich gegoogelt klinkt interessant, mache ich mich weiter schlau.

Was ist aber mit Feuchtigkeit, aus dem Haus. Der Boden wird vermutlich nicht unter 20 Grad Raumtemperatur sinken.( Heizung wird verbaut) Sollte also keine Schwitzwasserprobleme von unten her aus der Decke kommen, und z.b. an den Dreischichtplatten / Fermacell / oder was auch immer ich mache kondensieren. Nicht das mir der Boden unter den Füßen weggammelt.

Ansonsten danke für alle Anregungen und Wortmeldungen.

PS. Harry..Die Staketen liegen auch nur im Dachgeschoss auf den Deckenbalken (mittig). In der anderen Geschossdecke sind Sie eingelassen und liegen auf einem Kantholz was seitlich am Deckenbalken befestigt wurde auf.

Gruß Mittich



Dachbodenausbau- Dampfdiffusion



Bei den geringen Temperatur- und Feuchteunterschieden ist Kondensation praktisch ausgeschlossen.
Zudem sind alle Baustoffe in diesem Bereich-Fußboden-diffusionsfähig und kapillar, sodass zeitweise höhere Feuchtigkeit zwischengespeichert und wieder abgegeben werden kann.
Zudem verhalten sich Dreischichtplatten wie Massivholz:
bei höherer Feuchtigkeit sinkt der Sd-Wert, bei niedrigerer steigt er.
Dreischichtplatten als Fußboden können meistens in Raumlänge verlegt werden- Stöße bei Türschwellen.
In der Breite Stöße entweder mit Lamellos verbinden oder wechselseitig einen Falz in halber Plattenstärke Fräsen und verleimen oder nur eine Nut mit loser Feder fräsen.

Andreas Teich



es geht voran...



Ob Ihre Frau dabei anders reagiert als meine?Ich musste dort schlafen,was ich jedoch nur empfehlen kann,endlich mal wieder quer und ausgestreckt liegen:D..

ok,dann haben sie 15-18 cm zur Verfügung,damit lässt sich doch bestens ausgleichen..

Nein ich meinte nicht die ganze Decke zurückbauen,nur dort wo die Kanthölzer(Fußbodenunterkonstruktion)verlaufen..also 4-5 ca.8-14cm breite Streifen ziehen,Kantholz auslegen und dann mit Lehmschüttung/Stampflehm bis Ok auffüllen..

alle anderen Bedenken,hat Herr Teich doch relativ akzeptabel beantwortet..kann man so stehen lasen..
(Ich würde es eben nur mit Dielung(Nut Feder) und Lehmschüttung machen.Spart man sich die Arbeit der Lamellos,die ein Laie,,vorsichtig formuliert,,meistens nicht so genau plaziert bekommt,das Fläche auf Fläche läuft(selbst mit einer Lamellofräse).Naja wie schon gesagt,Möglichkeiten gibt es ja einige.....) im Grunde haben wir hier schon fast länger geschrieben,als wie ich/wir/Sie für den Fußbodeneinbau benötigt hätten:D

Sie machen das schon Herr Mittich,ist ja auch für einen guten Zweck,ach und grüße an Ihre Frau;)

Harry



Fußbodendielen



Statt der etwas komplizierten Dreischichtplattenverlegung könnten auch auf den vorher stabil nivellierten Boden Befestigungslatten (ca 40/60 mm) flach auf die Balken gelegt werden, darunter Kokosfaserdämmstreifen als Trittschalldämpfung, und dann Nut und Feder Dielen verschraubt werden.

Zwischenräume mit Dämmstoff ausfüllen gegen trommelgeräusche durch den Hohlraum.

Die Dreischichtplattenvariante wäre überwiegend für geringe Aufbauhöhe sinnvoll.
Die Ausführbarkeit hängt vom handwerklichen Geschick ab

Andreas Teich