Dachboden ausbauen



Dachboden ausbauen

Hallo liebe Community,

wir benötigen einen oder mehrer Ratschläge von Experten oder Leuten mit Erfahrung.
Zuerst einmal zu unserem Haus. Es ist ein Einfamilienhaus aus 1896, dass 1980 umgebaut wurde. Man hat 3/4 des Haus unterkellert, und ein wenig im Erdgeschoss umgebaut. Es ist auch schwer ein zu schätzen wann das Dach gemacht wurde. Der Dachstuhl jedenfalls ist ebenfalls aus 1896, und besteht aus runden, krummen Balken. s. Bild

Wir wollen nun den Dachboden ausbauen und das Dach neu eindecken, aber der Dachstuhl wird nicht erneuert.

Für uns stellt sich jetzt die Frage wie wir den Boden am besten gestalten, da 3/4 der Balkendecke (ca. 65m²) eine andere Höhe hat. Die Balken haben einen Abstand von 80 cm.
Diese 3/4 haben zur Erdgeschossdecke einen Höhenabstand von ca. 70cm (gemessen bis Oberkante Balken).
Die restlichen 1/4 (ca.40 m²) haben einen Höhenabstand von ca. 25cm. Des gleiche Balkenabstand
Verlegt war der ganze Boden mit 21 mm Dielen, die Teilweise morsch waren, ausserdem war die Decke nicht gedämmt, weshalb ich den Boden auch rausgerissen, und die Decke mit Klemmfilz gedämmt habe.

Wir möchten am liebsten alles wieder mit Echtholz Dielen verlegen, damit wir keinen Aufbau haben. Hier Stoße ich nun an meine Grenzen, da ich mit sowas noch nicht so viel zu tun hatte.
Was soll ich am besten machen, damit es gut gedämmt ist, und der Schall nach unten so wenig wie möglich übertragen wird.

Jetzt hab ich mir überlegt, ob ich weitere Balken einbaue um den Abstand von 80 cm. zu verringen, und eine Unterkonstruktion überflüssig wird.Zwischen den Balken mit Klemmfilz dämme, und darauf kommen dann die 28 mm Dielen.

Oder bin ich da komplett auf dem Holzweg?

Vielleicht gibt es hier ja jemand der mir helfen kann.

Ich habe noch ganz viele Bilder zu Veranschaulichung, die ich zusenden kann, oder hier hoch lade sobald ich weiß wo.

Gruß
Stanislaw



Mit...



...raumlangen 28er Dielen, gibt es als nordische Kiefer relativ preiswert, musst Du keine zusätzlichen Balken einbauen.

Der Trittschall wird gelegendlich überschätzt. Was ist wie sollen die Räume in Zukunft genutzt werden, und, was ist denn drunter?

Grüße

Thomas



Dachausbau



Bei einer der beiden Decken muß Masse eingebracht werden,
wobei die Trittschalldämmung aufgrund der beiden getrennten Decken ohnehin gut ist- Luftschalldämmung muß ggf verbessert werden.

Zuerst Belastungsmöglichkeit beider Decken überprüfen.
Danach soweit notwendig Schalldämmung

Wärmedämmung der Decken ist unnötig, wenn oben ausgebaut wird.
Obere Balkenlage ausrichten und mind. 25 mm dicke Dielen jeweils über 2 Balkenfelder verlegen.
Decken im Zusammenhang mit der Dachdämmung planen

Andreas Teich



"Dachboden" ausbauen ..


Dachbodenausbau

..heisst hier auch zunächst -
Baurechtliche Maßnahmen sind enzuleiten , sprich : Ihr müsst ermitteln ob , das gehmigungsfähig ist und wenn dann sollte ein Standsicherheitsnachweis (Ststik )geführt werden zwecks Dimensionierung sowohl von Balken , auch ggfls zusätzlichen und auch der Tragfähigkeit des Sparren/Kehlbalkendaches .

Bei aller Liebe zum Handwerk und Neigung zum Selbermachen - bitte erst planen und rechnen (lassen)- dann klappt's auch mit'm Dachgeschoß !
schönste Grüße



Dachboden ausbau



@ Thomas
wir wollten eigentlich gehobelte, noch unbehandelte Dielen aus Eiche nehmen. Stellt sich dann noch die Frage was man aufträgt. Was genau meinst du, "Was ist darunter?"

@ Andreas

welches Material muss ich benutzen um Masse einzubringen, und wie kann ich die Luftschalldämmung verbessern? Ich habe in den Foren gelesen, dass Klemmfilz den Schall nach unten weiterleitet und deshalb als Schalldämmung nicht geeignet ist.

Wie ist das gemeint ...dicke Dielen jeweils über 2 Balkenfelder Verlegen ... Da die Räume eine breite von 3,80 m haben, wollte ich 4,0 m lange Dielen nehmen, die dann über die vier Balken verlegt werden. Meinst du nicht das die bei dem Balkenabstand von 1 m sich durch biegen?

@ X
also Statisch wir verändern den Dachboden jetzt nicht großartig. Vorher war dort eine ähnliche Zimmer Aufteilung, aber halt alles marode, ausser die den Dachbalken, und nicht gedämmt.

Für mich stellt sich die Frage ... was nehme ich um den Schall nach unten in den Erdgeschoss so gut wie es geht zu verringern, und wie kann ich die Dielen anbringen und dabei möglich wenig aufbauen.



Hallo,



ich fragte zur Nutzung der neuen und der vorhandenen Räume, um die Schalldämmung besser einschätzen zu können.
Als Oberfläche empfehle ich Heißöl auf Leinölbasis. Die aus meiner Sicht dauerhafteste Oberfläche. Dazu informiere ich gern detailliert.

Masse? Jedenfalls nicht auf die Zwischendecke. Die Montage eines Einschubes zur Aufnahme von Masse in der Balkenlage wird durch die runden Balken aufwändig.
Alternative: Durch die Trennung der Ebenen halte ich den massereichen Aufbau hier für verzichtbar. Also: 30mm OSB3 auf die Balken geschraubt (ggf. auf dem Balken nivelliert), in Nut und Feder gut verklebt. Darauf 40mm Holzweichfaserplatte Rohdichte 0,25 (z.B. Steico) und zwischenliegende Lagerhölzer 38 x 60mm. Darauf werden die Dielen geschraubt, die Schrauben (Teilgewinde!) ziehen die Lagerhölzer hoch und es entsteht ein entkoppelter Aufbau. Netter Nebeneffekt: Statt der erforderlichen 32mm starken Dielen reichen 20/22mm, weil die Dielen vollflächig auf der stützenden HWPl aufliegen. Selbst Systemdielen wären so möglich, der Preisunterschied ist enorm.

"dicke Dielen jeweils über 2 Balkenfelder verlegen"

Das schreibt er immer, ist aber Humbug. Freischwebende Querstöße haben ein erhöhtes Fehlerpotential und besonders zwischen den Balken einer alten Balkenlage nichts verloren.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas



Also die Heisölmethode kenne ich garnicht. Würde gerne mehr dazu lesen oder höören.

Du meinst damit, dass Klemmfilz zwischen den Balken Verlegen ziemlich aufwendig wird?

Alternative: Durch die Trennung der Ebenen halte ich den massereichen Aufbau hier für verzichtbar. Also: 30mm OSB3 auf die Balken geschraubt (ggf. auf dem Balken nivelliert), in Nut und Feder gut verklebt.
Du meinst direkt auf den Balken? Ohne Unterkonstkruktion?

Darauf 40mm Holzweichfaserplatte Rohdichte 0,25 (z.B. Steico) und zwischenliegende Lagerhölzer 38 x 60mm.
Was sind Zwischenliegende Lagerhölzer? Du meinst Latten auf die Holzweichfaserplatten, und darauf dann die Dielen verschrauben?
Darauf werden die Dielen geschraubt, die Schrauben (Teilgewinde!) ziehen die Lagerhölzer hoch und es entsteht ein entkoppelter Aufbau. Netter Nebeneffekt:

Wie meinst du das mit dem hochziehen der Lagerhölzer? Das durch das verschrauben der Dielen, die Hölzer hochgezogen werden?


Danke für die Antworten bisher



Fußbodenaufbau und Schalldämmung



Dielen über zwei Felder Verlegen heißt statisch Zweifeldträger im Gegensatz zu Einfeldträger, die statisch deutlich ungünstiger sind und dabei nur über ein Feld gelegt werden.Dielen ab 25 mm Dicke verwenden und direkt auf die Balken schrauben oder den Höhenausgleich, sofern notwendig..

Auch OSB-Plattenhersteller geben bei Zweifeldträgern eine höhere Belastbarkeit an, d.h. es können zB 22 mm Platten verlegt werden-
bei Einfeldträgern müssen 25 mm dicke Platten verwendet werden (bei gleichem Achsabstand).

Wenn du raumlange Dielen verwendest ist dies natürlich noch besser.

Zweifeldträger haben nichts mit Systemdielen oä zu tun, sondern nur, dass jede Diele an mindestens drei Punkten befestigt wird, also dabei zwei Felder überspannt.

Bevor du dir Gedanken zur Verbesserung der Schalldämmung machst würde ich zuerst einmal die Qualität der bestehenden überprüfen.

Also oben Bretter, OSB-Platten oä auflegen.
Die untere Decke muß dabei natürlich geschlossen sein, um direkten Luftschalldurchgang zu vermeiden.

Dann oben verschiedenen Schallquellen einwirken lassen:

Mit Stöckelschuhen oder harten Sohlen darüberlaufen, laut reden, rufen, Musik mit Bässen, mit hohen Tönen etc.

Auf die untere Balkenlage eine durchgehende Lage schwere Holzfaserplatten legen- am besten mit Nut und Feder Verbindung-
und dicht an die Wände anstoßen lassen wird schon eine gute Verbesserung bewirken.

Wenn die untere Decke tragfähig genug ist können auf die Holzfaserplatten zusätzlich einige cm feiner, trockener Sand aufgebracht werden- vorher die Ränder gegen durchrieseln abdichten.
Sand wiegt etwa 16 kg je cm.

Sofern schalltechnisch überhaupt noch notwendig:
direkt unter den Dielen eine Lage 40 mm schwere Holzfaserplatten befestigen.

Andreas Teich





Warum willst du Heizöl aufs Holz tun?



Hallo Andreas



danke für die Erklärung mit den Balken.

Auf die untere Balkenlage eine durchgehende Lage schwere Holzfaserplatten legen- am besten mit Nut und Feder Verbindung-
und dicht an die Wände anstoßen lassen wird schon eine gute Verbesserung bewirken.
Was meinst du mit der unteren Balkenlage? Wenn ich jetzt OSB Platten verlege und darauf dann Holzfaserplatten?
Oder meinst du direkt auf die untere Decke? Zur INfo da sind keine Balken. Die Decke ist quasi abgehängt. Es gibt nur die oberen Balken, wie auf den Bildern zu sehen ist.



Deckenkonstruktion



Rainer@ zum Glück gehts nur um heisses Öl- nicht Heizöl!!!

Das war für mich nicht zu erkennen-vor allem nicht, welche Dimensionen die Hölzer der unteren Decke haben und inwieweit sich die selber trägt.
Ich bin davon ausgegangen, dass die Holzfaserplatten und Schalldämmmaterialien hier aufgebracht werden können.

Zuerst muß ohnehin die Tragfähigkeit ermittelt werden, also Verkehrslast oben 200 kg/qm plus die Eigenlasten der gesamten Konstruktion.

Also lichte Balkenabstände, Balkendimensionen und Länge zwischen den Auflagern angeben.
Wobei alte Rundbalken geschädigt sein können.

Andreas Teich



Die Entkoppelung...



...auf den Balken vorzusehen ist einfacher und wirkungsvoller. Klemmfilz zwischen den Balken bringt nicht viel. Und ist schwierig am Flecke zu halten.

Ich meine tatsächlich die 40mm starken HWPl ZWISCHEN 38mm starken Lagerhölzern. Also: Latte-Platte-Latte usw.

Jetzt stelle ich mir den Rosenmontagsulk vor, wenn der Herr T. mit Stöckelschuhen einen seiner gefürchteten "Tests" macht. Der Forenchef könnte vieleicht 'mal über die Rubrik "Unfreiwillig komisch" nachdenken. Nein, von solchem Klamauk halte ich gar nichts. Besonders, weil für einen realitätsnahen Eindruck der Deckenaufbau ja auch oben geschlossen und quasi fertig sein müsste.

Leute, die von Irgendwas "ausgehen", liegen oft falsch oder gar unter den Resten ihrer Vermutung. Sie beginnen Sätze oft mit "Ich dachte..." und haben ebendiese Tätigkeit erfolgreich vermieden... Den Aufbau der abgehängten Decke kennst nur Du. Vom Bild her sieht das aber eher fragil aus. Anhand dieser Bilder die Belastung der unteren Decke zu empfehlen, könnte ganz schnell Anstiftung zum Abriss werden. Wohl nicht in Deinem Interesse, fremde Fantasien auszubaden.

Die ganze Zwei/Dreifeldträgerfaselei passt überhapt nicht zu Deinem Vorhaben, und nicht zu Dielen. 4m ist ein schöner Abstand für raumlange Dielen, es gibt keinen Grund mit Resten zu arbeiten.

Grüße

Thomas



Heissöl...



...nimmt man nicht zum Heizen.

Ein kaltes, lösemittelarmes, harzarmes, wachsfreies Öl auf Leinölbasis wird auf die Fläche aufgespachtelt, und mittels einer Einscheibenmaschine mit Heißluftgebläse und weißem Pad auf der Fläche erhitzt und in diese eingearbeitet.

Aus meiner Sicht bringt dieses Verfahren die beste Kombination aus Strapazierfähigkeit und Dauerhaftigkeit mit Öl, und ist Ölwachs/Wachs/Lackflächen deutlich überlegen. Allerdings in Erstanwenderhand etwas kompliziert, und, man braucht halt eine spezielle Maschine.

Der Ort Enger ist nun unglücklicherweise etwas weiter weg, mitunter bin ich aber vielleicht auch dort? Oder Du kannst Dir in der Nähe eine Maschine leihen? Typ: Columbus Thermopad E430.

Grüße

Thomas