Dachboden ausbauen

19.03.2014



Hallo zusammen,

ich habe schon ein bisschen gelesen aber da ich mich mit den ganzen Fachbegriffen nicht so gut auskenne hier meine Frage:

Wir haben eine alte Doppelhaushälfte und würden gerne unser Schlafzinner auf den Dachboden verlegen.

Geplant haben wir bisher volgendes:
Dach:
Zwischen die Dachbalken eine schmale Latte nageln und darauf die -Unterspannbahn (hab ich hier schon gelernt!!) Diese sollte diffusionsoffen sein und nach außen über die Wandkonstruktion hängen (?) sodass die Feuchtigkeit abtransportiert werden kann.
Darauf kommt dann die Dämmung evtl Zellulose oder Hanf / Flachs. Was ist hier für den Hobby Handwerker am einfachsten zu verlegen?
Auf die Dämmung Kleben wir dann Luftdichte Folie.
Darauf OSB Platten und Tapete?
Wie befästigen wir die Platten ohne die Folie zu zerstören?

Dann zum Fußboden:
Hier habe ich ein paar bedenken da zur Zeit die Deckenbalken vom Wohnzimmer (was darunter liegt) zu sehen sind und überall Lehm, dreck und Strohreste verteilt sind.
Der Vorbesitzer hat schon angefangen zu arbeiten -zumindest ist genau über einem Balken ein neuer Balken montiert und es liegen noch mehrere Balken herum,die wir benutzen wollten.

Müssen wir die neuen so entstandenen Freiräume zwischen den Balken irgendwie füllen oder reicht es Platten oben drauf zu schrauben und darauf den Fußboden zu verlegen?
Was ist hierbei mit einer "Dampfsperre" Brauchen wir die im Fußboden??? In den anderen Etagen sind die Bereiche zwischen den Balken freigelassen.

Dann die Wand zum Nachbarn sprich unter´m First.
Da unser Haus längst geteilt ist, sind einfach lange "Äste" in der Mitte aufgestellt. Hierauf würden wir einfach Dämmmaterial nageln und darauf eine Luftdichte Folie und Platten? Hierzu habe ich leider noch nichts gelesen. Die Nachbarn haben kein Abgedichtetes Dach und nutzen den Raum ausschließlich als Dachboden für Gerümpel.

Platzmäßig haben wir jeweils 30cm für die komplette Dämmung eingeplant. Reicht das aus?

So fertig!
Über ein paar Antworten und hilfreiche Tipps sind wir sehr Dankbar

Sille & Jan



Doppelhaushälfte - Dachboden ausbauen



Ich fürchte, Ihr braucht eine Baugenehmigung für die Umnutzung. Und die wird es mit Auflagen in sich haben - eben, weil Ihr in dem Haus noch einen Nachbarn habt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Nutzungsänderung



Erkundigen sie sich beim zuständigen Bauaufsichtsamt, ob die beabsichtigte Nutzungsänderung Dachboden/Wohnraum genehmigungspflichtig oder nur anzeigepflichtig ist.

IdR ist eine solche Umnutzung bauantragspflichtig. In ihr müssen z. B. nachgewiesen werden, das die Anforderung der BAuordung NRW an Wohnraum erfüllt sind: ausreichende Belichtung, Stehhöhe, Erschließung (Treppenbreite und -steigung), 2. Fluchtweg (Dachfenster o.v.), außerdem BElange des Brandschutzes (Gauben oder Dachflächenfenster zur Nachbargrenze, nichtbrennbare Dämmung oder Brandwand über Dach etc)), des Schallschutzes (gemeinsame Gebäudetrennwand) und natürlich des Wärmeschutzes nach EnEv.

Ihre Fragen zum Wärmeschutz / Gebäudedämmung können nur im Zusammenhang mit den Anforderungen der EnEv und in Kenntnis der konstruktiven Zusammenhänge im Detail beantwortet werden. Dazu ist eine Bauaufnahme notwendig. Es sollte z.B. geklärt werden, ob Teile der Dach- oder Deckenkonstruktion in die andere DH-Hälfte durchlaufen und den Brandschutz aushebeln.

Grundsätzlich ist eine fachgerechte und schadensfreie Gebäudedämmung im Dachbereich nichts, was der Heimwerker ohne vertiefte Kenntnisse der Baukonstruktion und der Bauphysik selber ausführen sollte.

Wenn die Umnutzung bauantragspflichtig ist, erstellt Ihnen ein Architekt den Bauantrag und übernimmt auch die Detailplanung des Umbaus, den Sie dann ggf. selber mit den vorgegebenen Details und den genannten Materialien durchführen können.

Natürlich geht das auch alles "schwarz", ohne Baugenehmigung, ohne Fachplanung. Solange die Nachbarn mitspielen, die Wärmedämmung nach 2 Heizperioden nicht im Kondensat absäuft und kein Hausbrand ausbricht, bei dem man im DG festsitzt und leider feststellen muss, das man den 2. Fluchtweg jetzt wirklich gut brauchen könnte ...



Baugenehmigung



Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob ich mich falsch ausgedrückt habe aber ich brauche keine Hilfe bei der Baugenehmigung oder bei irgendwelchen Anträgen. Ich wollte wissen, "WIE" man baut und evtl mit welchen Materialien.

Wenn jemand hier Erfahrung mit dem Umbau von Dachböden hat, wäreich sehr Dankbar über einen kurzen Kommentar.



"Wie man baut ...



... und mit welchen Materialien" lernt man in einer handwerklichen Ausbildung oder einem Studium oder in einer langjährigen Praxis auf der Baustelle. Ihre Annahme, einen handwerklich anspruchsvollen Dachausbau schadensfrei mit Halbwissen aus dem Internet oder einem "kurzen Kommentar" vornehmen zu können, geht an der Realität vorbei. Zusammengebastelte, fehlerhafte Sanierungsversuche habe ich bei den Beratungen jedenfalls weitaus häufiger gesehen als stimmige Konstruktionen.

Was es baurechtlich zu beachten gilt, habe ich Ihnen beschrieben. Und ohne detaillierte Kenntnisse der Bausituation lässt sich kein vernünftiger Ratschlag geben.