Unterdachbahn ohne Dach abdecken...

20.11.2005



Hallo,

ich plane den Ausbau eines Dachgeschosses.
Derzeitiger Dachaufbau:
Ziegel - Lattung - Dachsparren

Die Dämmung würde ich als Zwischensparrendämmung ausführen.

Wie bekomme ich mit möglichst wenig Aufwand eine GUTE Unterdachbahn hin? Nach Möglichkeit ohne Dach abdecken...

Gibt es überhaupt eine vernüftige und kostengleiche oder günstigere Variante als Abdecken, brettern, Dachpappe, Konterlattung, Lattung, Ziegel überhaupt?

Danke schon mal für eure Tips!



Kompromisse



Hallo Daniel

Zum wiederholten mal die Skizze eines alternativen Aufbaues mit einer ca. 85%-tigen Sicherheit.
Fahre mit der Maus über die Skizze dann kannst du diese auch vergrößern.

Gruß

L. Parisek



… Geiz ist geil …



im Prinzip ist das vom Lutz vorgeschlagene System schon in Ordnung - aber als "Unterdachkonstruktion" nur bedingt einsetzbar!
Das ist halt eine "do ist your self" Variante - schnell und billig!
Nicht berücksichtigt ist da die Dachneigung; die zu gewährleistende Hinderlüftung; die Art der Dämmung; etc.
Ausserdem sind die Balken auf der Obersiete nicht "geschützt und es können sich in den Rand- und Übergangsbereichen Feuchtigkeiten ansammeln!
Ob das dann auf lange Sicht nachhaltig ist - ist zweifelhaft!

das mit der selbstvorgeschlagenen Variante mit der "Dachpappe" ist allerdings auch nicht besser (Teerpappe ist wie der allübliche Zement) kein Allheilmittel!

ein Unterdach sollte eigentlich durchgängig sein
und bei der Dämmerei scheiden sich ja auch einige Geister ....

wenn "Geiz" gei ist - was ist dann erst "Sinnvoll"?

mfG

FK



Schwarz - Weiss



Natürlich wissen wir es alle, Florian

Geiz ist nicht geil
sondern "arm-selig".

Das Nichtvorhandensein von Geld, führt halt oft zu Kompromissen und die Eigenschaft von Kompromissen ist, dass man nicht alles bekommt was man bekommen will.

Deine Mahnrede "Geb mehr Geld aus für eine vernünftige Lösung" ist löblich und entspricht auch meiner Intention.

Das ist aber manchmal so, wie wenn du einem Penner sagst:
"Such dir eine vernünftige Bleibe und ess und trink vernünftig" - Richtig aber doch daneben.
Da sind kleine Lösungen mit kleinen bewussten Mängeln, wie von mir vorgeschlagen, vielleicht mehr Weg als Traum.

Vielleicht findet Daniel aber doch noch ein paar Euro mehr um zu einer runden Lösung zu kommen.

Gruß

L. Parisek





Hallo,

erstmal vielen Dank für die raschen Reaktionen...

Wie ich sehe streiten sich hier die Geister genauso wie ich es bisher von zwei "Fach"-Leuten schon gehört hatte. Der eine wollte gleich das komplette Dach runter reißen (ist erst 23 Jahre alt und hat 48°)und was weiß ich nicht alles drauf tackern, der andere hat gesagt lass es wie es ist und steck Steinwolle rein, fertig...

Wem soll man da noch was glauben, was das richtige ist und was Abzocke und überflüssige Geldmacherei ist...

Selbstverständlich möchte ich nicht als Penner unter der Brücke wohnen, sondern unterm Dach aber auch hier nicht mit einem Klima wie unter der Brücke, das wäre mir schon ein par Euro mehr wert...

Aber überflüssige Dinge möchte ich eben vermeiden! Wer zahlt schon gern mehr als sein muss.

Es gibt auf dem Markt nahezu unzählige Möglichkeiten dieses Problem zu lösen, ebenso viele unterschiedliche Meinungen gibt es aber auch zu den jeweiligen Produkten und genauso viele hohe oder niedrige Preise...

Ich hatte gehofft hier etwas Klarheit in diesen Dschungel zu bekommen...





Hallo Daniel

Ich denke hier liegt ein Mißverständniß vor.
Florian Kurz und meine Wenigkeit sind mitnichten verschiedener Meinung über die Notwendigkeit einer 2. Entwässerungsebene. Hier ging es uns nur darum ob und wie die Ausführung im Notfall für eine gewisse Zeit als Provisorium ausgeführt sein könnte.

Desweiteren ist die Fachwelt keineswegs zerstritten über die Notwendikeit einer zweiten Entwässerungsebene im ausgebauten Dach. Auch die umfangreichen Regeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks sind hier ganz eindeutig.

Zu den dazu verwendeten Produkten mag es unterschiedliche Meinungen geben , meist hängen diese allerdings mit dem geschäftlichen Interesse des Anbieters zusammen.

Aber nachdem Florian Kurz und ich dir nichts verkaufen wollen, halten wir uns an die Bauphysik und die Regeln der Technik.

Gruß

L. Parisek



Lösungsvielfalt oder Augenwischerei



Sie schreiben:

Es gibt auf dem Markt nahezu unzählige Möglichkeiten dieses Problem zu lösen,
+
ebenso viele unterschiedliche Meinungen gibt es aber auch zu den jeweiligen Produkten und genauso viele hohe oder niedrige Preise...

die unzähligen Möglichkeiten sind m.E eher der Grund dass man von den Leuten ans Geld kommen will - deshalb wird 1000erlei erfunden
ob nun eine "Art und Weise" sinnvoller ist oder eine nachhaltige Lösung gewährleistet wird doch bei weitem nie nachgefragt
in der Regel werden die Materialien darauf hin getrimmt, dass die Gewährleistung überlebt wird und kein Vorsatz nachgewiesen werden kann

eine Nachhaltigkeit lebt halt einfach länger, man kann besser überprüfen, usw.
bei den schnellen hauruck Methoden (unter die ich auch die meisten HighTech Sachen am Bau zähle) ghat den meisten Gewinn, der der das Zeug verkaufen kann - die Händler und Hersteller - den Handwerker beissen dann die Bauherren

zum Unterdach:
vom Prinzip her soll das einfach durchgängig sein - wie bei einem Regenmantel: da wäre es auch nicht gerade sinnvoll, wenn die Nähte undicht wären und es dort doch hinenregnen würde ....

die vom Lutz vorgeschlagene Variante ist ein KOMPROMISS also eine Stufe (mindestens) unter der optimalen Lösung - auf Grund der Prämisse: Dach bleibt droben!
Je mehr Kompromisse - desto mehr Risiken

und ob Sie da wie vorgeschlagen eine Folie nehmen oder eine imprägnierte Holzweichfaserplatte (isolair) das ist dann schon wieder eine Variante mehr ...

Sie müssen wissen was Sie wollen: langfristig oder kurzfristig???
wollen Sie lange Ihre Ruhe haben oder immer wieder kontrollieren ...???

Wenn Sie die Deviese haben: nach mir die Sintflut! - dann kann es in Ihrer Lebenszeit noch funktionieren - aber sicher ist das nicht ...

und Dachneigung und Ausrichtung , und wietere Sachen spielen dann bei der Ausführung auch noch ne Rolle ...

mfG

Florian Kurz





Hallo die Herren,

vorab zunächst wieder recht herzlichen Dank für die raschen Reaktionen...

Was wäre ihrer Meinung nach eine gute und fernüftige Lösung, bei der nach Möglichkeit Preis-Leistung stimmen



Das Leben steckt voller Entscheidungen



Hallo Daniel

Ich denke das Für und Wider zwischen einem einstweiligen Unterdachprovisorium und der sofortigen Lösung ist genügend erörtert wurden.

Die Qual der Entscheidung hast leider du selbst, wie überall im Leben. Also rechne oder lass rechnen, sondiere deine Bedürfnisse und vor allem wenn du eine Entschiedung getroffen hast, dann sorge für eine vernünftige Ausführung des gesamten Dachschrägenaufbaues.
Denn hier steckt die wirkliche Tücke im Detail

Gruß

L. Parisek



Vorschlag eines Dachdeckers



Hallo,

ein Dachdecker hat mir vorgeschlagen "Bahnen"-weise die Ziegel abzunehmen auf dem Dach zu versetzen also zwischen zu "lagern" (spart das runter und wieder hoch befördern)Dann über die bestehende Lattung eine Folie zu tackern (muss halt sorgfältig um die Lattung geschlagen werden) und dann die Ziegeln wieder zurück zu decken. So würde ich mir es sparen die Lattung abzunehmen und nach der Folienbespannung wieder neu anzubringen.

Was haltet ihr von dem Vorschlag?



Das deutsche Handwerk



Der Dachdecker ist wohl von allen guten Geistern verlassen !

So einen Unsinn hab ich von einem Handwerker schon lange nicht mehr gehört, er soll einmal die Regeln des deutschen Dachdeckerhandwerks lesen, seine Betriebshaftpflichtversicherung schnellstens erhöhen und dann in aller Ruhe zuschauen wie die Ziegel durch Frostaufsprengungen kaputtgehen.

Bei so einer Konstruktion ist die erste direkte Hinterlüftungsebene unter den Ziegel ganz dahin.
Auch über die kleinen Badewannen in denen die Nasen der Ziegel dann hängen, freuen diese sich bestimmt.

Gruß

L. Parisek



Hallo Lutz!



... sei doch nicht so böse ...
der gute Dachdecker sorgt doch nur für Nachfolgeaufträge
von weiteren Unternehmern ...
die Schäden werden erst so in 7 Jahren sichtbar werden, der Handwerker die 3. Firma gegründet haben und das Dach kann man dann endlich richtig decken und auch die Ziegel muß man wegschmeissen.
Die Anwälte und Gutachter haben auch was zu tun ...

also sei bitte nicht so aufrührerisch und wirtschaftsschädlich - denk doch an die nachfolgenden Generationen von Sanierern - die wollen daoch auch was verdienen ....

vielleicht hat Adli oder Leidl auch schon billig Dienstleistungen zu vergeben ...

frohes Sanieren

FK





Er selbst hätte ja keine Schuld gehabt, er ist ja davon ausgeganen, das ich es selbst mache...

Aber ich bin heute morgen einem gaaaaanz anderen belehrt worden!

Bei uns ist über nacht schön feiner Pulverschnee gefallen und dazu ist starker Wind gegangen, es gab also schöne Schneeverwehungen.
Als ich mich dann nach dem Frühstück auf den Dachboden begeben habe um vom schönen Schnee inspiriert die Weihnachtsdeko vom Dachboden zu holen, hat es auch dort oben auf mich geschneit!!!

Der Wind hat mit den Schnee unter die Firstziegel geweht und er ist auf dem Firstbalken und wo er noch Platz gefunden hat zum erliegen und schmelzen gekommen. Nach dem sauber machen hatte ich an die 20 Liter Tauwasser zusammen.

Das war eine eindrucksvolle Vorstellung! Das Dach wird anständig dicht gemacht, bleibt nur noch die Qual der Wahl mit welchen Materialien...