Dachdämmung

16.11.2014 kleine82



Hallo!
Wir sind seit 2 Jahren Besitzer eines Hauses BJ 1934, das wir vor Bezug schon weitgehend kernsaniert haben. Damals flog die alte giftige Dämmung auf dem Dachboden raus, wir versuchten uns nach zig Beratungen mit Architekten mit Mineralwolle nach Aufdoppeln und variabler Dampfbremse, hatten anschließend alle Unebenheiten des Dachstuhls mühsam ausgeglichen und doppelt mit Rigips beplankt - um dann "Abzusaufen". Problem ist wohl unsere alte Unterspannbahn, die komplett dicht ist. Wir selbst haben sehr sorgfältig gearbeitet beim Verkleben der Dampfbremse.

Unser Dach ist ein Walmdach ohne Drempel, also 2 Vollgeschosse plus Dachboden mit Schrägen an drei Seiten (an einer gerade Wand, da Doppelhaus). Außerdem haben wir mehrere Kehlbalken, die das Verkleben nicht einfacher gemacht haben.

Seitdem haben wir das Dach einfach Dach sein gelassen und der letzte Winter war ja auch nicht so kalt. Irgendwas muss nun aber geschehen. Unser Traum wäre die Aufsparrendämmung, die aber laut Preisvorschlag mit rund 30.000€ für uns momentan nicht realisierbar ist.
Jetzt hatten wir darüber nachgedacht, die alte Unterspannbahn bestmöglich zu entfernen, die Aufdopplung zu belassen und mit flexibler Holzdämmung und dichter Dampfbremse zu arbeiten. Das Dach würden wir dann nächstes oder übernächstes Jahr neu decken lassen, so dass dann auch wieder eine Unterspannbahn Sicherheit vor Flugschnee etc. geben würde.

Wir haben nur solche Angst, wieder solche Feuchtigkeitsprobleme zu bekommen und wissen einfach nicht weiter. Gerne möchten wir hier Tipps von anderen Betroffenen erhalten und freuen uns über jede Meinung. Vielen Dank vorab!



Dachdämmung



Ich habe auch alte Unterspannbahn (Gitterplane) und Mineralwolle, als Dämmung und Gipskartonbeplankung.
Ein "Absaufen" ist bei korrekter Ausführung nicht möglich, selbst OHNE Dampfbremse. Mit korrekter Ausführung meine ich die luft- und winddichte Verlegung der Gipskartonbeplankung.
Ich hatte beim Einbau des Futters für ein Dachflächenfenster einen kleinen Fehler gemacht, eine undichte Stelle.
Warmluft konnte nach oben und hinter die Dämmung gelangen. Als der Reif taute kamen kleine Bäche gelaufen.
Wie äußert sich bei Ihnen das Absaufen?
Was mich noch interessiert: Welche "giftige" Dämmung haben Sie ausgebaut?





Mit giftiger Wolle meine ich die alte Mineralwollgeneration, die wir in speziellen Big Bags zu entsorgen hatten.

Bei uns äußerte sich das Absaufen darin,dass die Unterspannbahn zwischen allen Sparren hinter der Mineralwolle nass war und zwar das Wasser richtig lief. In nur 2 Monaten fingen die Dachbalken an zu schimmeln. Aufgefallen war es uns, da sich an einer Stelle ein kleines Rinnsal seinen Weg über den Fußboden bahnte. Daraufhin schnitten wir überall Rigips weg und schnitten in die darunterliegende Dampfbremse, wo wir hinter der Mineralwolle wie gesagt überall die klitschnasse Unterspannbahn fühlten. Ein sofort herbeigerufener Bausachverständiger konnte in unserem Aufbau keinen Fehler entdecken,riet uns aber zum sofortigen Abriss der Konstruktion.Seitdem schauen wir also die Treppe zum Dachboden hinauf und sehen dort die USB plus Dachziegel auf einfacher Lattung.



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Erst mal zur "giftigen" Wolle:
Wenn die alte Mineralwolle aus der Zeit vor 1995 stammt gilt sie als "möglicherweise krebserregend", und zwar für den Fall der Demontage und der Entsorgung, nicht im verbauten Zustand innerhalb einer Dachdämmung.
Das ist etwas anderes als giftig.
Ich hoffe bei der Demontage wurde die TGRS 521 eingehalten. sonst besteht die Möglichkeit das dabei große Mengen an Fasern freigesetzt wurden die sich im Wohnbereich und im Hausstaub verteilen können.
Zur nassen Dampfbremse:
Solange nicht die Ursache des Feuchteanfalls geklärt ist halte ich einen Neuaufbau für riskant. Es gibt nur zwei relevante Feuchtequellen:
Die Dachhaut samt USB selber, die Treibschnee und Regen durchlassen. Bei Unterspannbahnen der ersten Generation kann es zu regelrechten Auflösungserscheinungen kommen, die Folienbeschichtung zerbröselt.
Die zweite mögliche Ursache ist eine mangelhafte, nicht luftdichte Verarbeitung der Dampfbremse. Um das festzustellen muß man einen blower-door- Test machen lassen. Einfach so mal schauen reicht dafür nicht.
Allenfalls Anzeichen dafür lassen sich im bewohnten Zustand erkennen, feine Risse an Materialübergängen der Bekleidung deren Flanken schwarz verfärbt sind.
Ich bewundere Ihren "Gutachter", der mal so schaut, feststellt das Sie alles richtig gemacht haben und dann trotzdem rät, das "alles richtig gemachte" abzureißen.
Bei mir geht das nicht so schnell da ich erst die Schadensursache suche und dann eine Instandsetzungstechnik plane.

Es besteht noch eine weitere Möglichkeit die sich aus der Nutzung ergibt:
Die Art der Dampfbremse und die Feuchtebelastung. Es gibt drei Arten von Dampfbremsen. Welche mit moderater Bremswirkung, feuchtevariable die ihren Diffusionsbeiwert je nach Feuchtegehalt der Raumluft anpassen und Hygrodioden, die Luftfeuchte nur in einer Richtung durchlassen.
Welche Art wurde bei ihnen eingesetzt?
Die erste Art funktioniert nur bei normaler Feuchtebelastung. Schlecht gelüftete Bäder oder Schlafzimmer mit niedriger Kubatur die nur temporär und zu wenig geheizt werden verkraften solche Dampfbremsen nicht wenn dazu auch noch Verarbeitungsmängel kommen.