Dachstuhl / Dach restaurieren (Holzschwamm)

28.04.2013 Herr polarwind



Hallo,

ich habe hier ein großes Walmdach mit Biberschwanzziegeln (Grundfläche 9 m x 10 m, Höhe ca. 5 m, siehe Bild). An den waagerecht liegenden, tragenden Querbalken hat sich an den außen liegenden Enden Schwamm breit gemacht. Das komplette Dachgebälk ist aus Eiche. Es gelten Denkmalschutz Bestimmungen. Meine Fragen:

Muss man das ganze Dach neu aufbauen, oder kann man ggf. die Schadstellen einzeln ausbessern, falls sie nicht zu groß sind?

Was kostet eine einzelne Ausbesserung oder das komplette Dach (nur ein grober Anhaltspunkt). Womit müsste ich maximal an Kosten rechnen, wenn alles gemacht werden muss?

Ist es ratsam die alten Ziegeln zu behalten, oder sollte man neue nehmen? Was wäre günstiger?

Sorry wegen der dummen Fragen, aber ich bin ein Frischling was solche Themen angeht.

Viele Grüße
Polarwind



Das



wird Dir hier aufgrund eines Außenbildes kaum jemand beantworten können und wollen....
Zimmermann und Dachdecker des Vertrauens zur Vorortbesichtigung, dann bekommst auch nen Kostenvoranschlag, bei Schwammbefall ev. noch nen Holzschutzfachmann dazu,
ist das Dach ausgebaut zu Wohnraum ?

Grüße Micha



Hausschwamm



Hallo,
der Schwamm frisst keine Dachziegel. Er lebt vom Holz, kann sich aber mit seinen Myzelsträngen durch Mauerwerk durcharbeiten und der Luft die zum Überleben notwendige Feuchtigkeit entnehmen. Das Myzel wird sehr lang, weswegen über Befallsstellen hinaus bis reichlich 1,50 m alle Holzteile entfernt werden müssen. Alles Material ist vorbeugend gegen Pilzbefall zu imprägnieren.
Wie weit der Befall wirklich entwickelt ist, kann Ihnen nur der Sachverständige für Holzschäden vor Ort sagen. Einen Rat bezüglich der Verwendbarkeit der Dacheindeckung, auch unter Berücksichtigung eventuell schon vorhandener Dämmung muss Ihnen ein örtlicher Dachdecker oder Architekt, der im Altbau Erfahrung hat, sagen.
Wegen der erheblichen Kosten würde ich immer gleichzeitig energiesparende Maßnahmen ergreifen und KfW-Mittel empfehlen wollen. Hausnummer: 30.000v-60.000 €, genaueres erst nach Bestandsaufnahme.
Weil der Schwamm bei feuchtwarmer Witterung bestens gedeiht, sollten sie den SV sofort holen ! Als erste Hilfe können Sie schon einmal alles befallene Material in Plastiksäcke packen und verbrennen, und bitte keine Sporen mit den Schuhen oder der Kleidung verschleppen. Also Überziehschlappen und Mikropor-Anzug nicht vergessen.

Viel Glück und Erfolg



Danke für die Antworten... mehr Infos



Es hat sich schon jemand die Sache angeschaut. Fachwerk ist nur am Dach und die Decken sind aus Holz. Der Rest des Hauses ist aus Stein. Der Schaden scheint alt zu sein, also nicht mehr aktiv.
Ich hätte gedacht, dass man die schadhaften Balken austaucht oder repariert und die Ziegeln behält da diese noch ok sind. Trotzdem hat ist mir ein Angebot über 83.000 Euro gemacht worden...? Mir erschien das als hoch, aber wie gesagt ich bin Laie.



"Jemand"…



… hat sich das dach angesehen, soso…

Angesichts dieses "Angebotes" ist die Hinzuziehung eines seriösen Sachverständigen ohne weitergehende wirtschaftliche Interessen höchstwahrscheinlich eine lohnenswerte Investition. Evtl. kann z.B. der DHBV* jemanden in der Nähe des Objektes benennen.

*http://www.dhbv.de/



Ich würde



auf alle Fälle einen Holzschutzgutachter hinzuziehen. Auch für den Fall dass es blinder Alarm ist. Bei echtem Hausschwamm muss, wie schon erwähnt ziemlich viel Holz (hier fiel 1,50m, mein Kenntnisstand sind 1,00m) in jeder Richtung vom sichtbaren Befall entfernt werden.
Bei Wänden muss der Putz in 1,50m (2,00m?) entfernt, die Fugen ausgekratzt und aufwändig behandelt werden. Ich denke, die Ziegel in diesem Umkreis um den sichtbaren Befall würde ich in den Container schmeißen.
Aber: Es gibt auch noch den unechten Hausschwamm. Da sind die Maßnahmen nicht ganz so dramatisch. Die Unterscheidung würde ich schon einem Holzschutzgutachter überlassen.
Übrigens: Dachstühle in Eiche sind nix Dolles. Bei Hölzern, die Distanzen zu überspannen haben, braucht es langfaserige elastische Hölzer. Z.B bei Sparren, Rähmen, Deckenbalken. Eiche ist zwar auch langfaserig, verliert aber ihre Elastizität während des Alterungsprozesses. Deswegen "machen Eichenbalken" in alten Dachstühlen gerne die "Hängematte".
Ich habe gerade so eine Bude in der Mache. Wenn in Ihrem Dachstuhl Hölzer zu ersetzen sind: Keine Gewissensbisse wenns mit KVH gemacht wird!!
Gruß
(Zur Zeit) ausm Südwesten
Ralph Schneidewind



Moin Polarwind,



Ziegel recyclen bedeutet sie einzeln heil vom Dach runter und wieder rauf zu bringen, statt in den drunterstehenden Container zu feuern und nur die neuen wieder rauf.

Ein Teil wird kaputt sein/gehen und die Mischung aus alt und neu möchte auch "schön" gemacht sein.

Finanziell rechnet sich das nur mit vielen schwindelfreien Helfern, die für ein Essen, Taschengeld und nen Kasten Bier mitmachen....wenns gut läuft, machts Spass.

Gruss, Boris



Ziegel wiederverwenden,



halte ich auch für viel zu problematisch. Zum einem können Schwammsporen auf der Unterseite haften und zum anderen gehen da zu viele kaputt, gerade bei dem Mörtel- Grat/First, wer will da mit Puzzeln anfangen? Ist ja auch ein ganz schön steiles Dach mit Freileitungen, da muss man schon sehr gute Helfer haben.

Mit Grüßen
Danilo