Dachdämmung

22.10.2006



Gute Tag,

ich wende mich mit einigen Fragen an Sie und freue mich wenn Sie mir helfen können.

An unserem Haus aus Baujahr 1975 soll das Dach gedämmt und ein Fußboden im DG verlegt werden. Es ist keine Konterlattung und keine Unterspannbahn vorhanden.

Folgende arbeiten sind beabsichtigt:

Hinterlüftung 20 mm Abstand zur Dachlattung
Zwischensparrendämmung 180 mm Rockwool Dämmkeil 035
Aufsparrung 60 x 60 auf 140 x 60 Sparren
Dampfsperre oder Dampfbremse
Untersparrenlattung 50 x 50
Untersparrendämmung 50 mm Rockwool Formrock
Raumseitige Verkleidung (Holz oder Rigips)

Eine Installation der Unterspannbahn mit Konterlattung soll zu einem Späteren Zeitpunkt erfolgen.

Frage: Welche Dampfsperre und Dampfbremse
Welche wird empfohlen

* Was ist besser für uns, Dampfsperre (z. B. Delta
Reflex ) oder Dampfbremse (z.B. Rockfol PE oder
Isover Klimamembran Vario KM)?

* Wird die Dampfbremse bzw. Dampfsperrfolie direkt
unter der Zwischensparrendämmung angebracht oder
unter der Untersparrendämmung?

* Die Außenwände sollen von innen mit Rockwool
gedämmt werden?
Stoße ich mit die Wanddämmung gegen die
Untersparrendämmung oder ziehe ich die Wanddämmung
bis zu den Sparren durch? Dann würde die
Dachdämmung gegen die Wanddämmung stoßen.

* Das gleich gilt für den Fußboden. Ziehe ich die
Wanddämmung bis auf die Betondecke oder Stoße ich
auf den zu verlegenden Fußboden?



Dach neu



Guten tag,

bitte zäumen Sie Ihr Pferd nicht von hinten auf !
Eine fehlende Konterlattung ist meistens deshalb tödlich für das Dach, weil unvermeidlich durch die Ziegel eindringendes Wasser nicht ablaufen kann und an den Auflagern die Latten faulen läßt. Vermutlich hat das Fehlen einer Unterspannbahn das Dach noch einmal gerettet.
Sie sollten Ihren Dachdecker deshalb fragen, ob Sie
a) eine neue Dacheindeckung brauchen
b) ob alternativ das alte Dach neu auf K-latten und Latten gedeckt werden kann.
Das ist der Schlüssel.
je nach Höhenlage - ab etwa 300 Meter mit Sicherheit -
kann man auch an ein festes Unterdach aus Rauhspund denken.

Fragen der Art "was ist besser" kann Ihnen hier wahrscheinlich niemand beantworten. Solange Sie Diffusion haben, sind 20 mm Luft wegen des unvermeidlichen Quellens von Rockwool immer zuwenig.

Grüße vom Niederrhein



Immer der Reihe nach



Hallo Herr Eich,

ich kann mich in weitern Teilen nur meinem Vorredner anschließen. Als erstes sollten Sie sich ein schlüssiges und funktionierendes Gesamtkonzept für Ihr Dach überlegen. Andernfalls laufen Sie gefahr, sich heute gravierende Fehler einzubauen. Dazu einige Anmerkungen / Anregungen:

Das dämmen mit Mineralwolle ohne eine vorhandene Unterspannbahn macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Die Miwo kann durch Flugschnee oder eingetriebenen Regen leicht nass werden und verliert so rapide an Dämmkraft. Also entweder erst das winddichte Unterdach erstellen oder anderen - feuchteunempfindlichen - Dämmstoff wählen.
Die Art der innenliegenden Dampfbremse hängt auch von der Unterspannbahn bzw. dem Unterdach ab. Da die Diffusionsfähigkeit der einzelnen Schichten eines Daches nach außen hin immer größer werden sollte, hängt also auch die Wahl der Dampfbremse von der (später) geplanten USB ab.
Die Lage der Dampfbremse wird auch von Dämmwerten bestimmt: Max. 25% der Gesamtdämmung dürfen raumseitig der Dampfbremse liegen.
Statt der Dämmung mit Mineralwolle sollten Sie auch mal als Alternative Dämmplatten aus Zellulose in Betracht ziehen. Die Verarbeitung ist wesentlich angenehmer und Sie haben einen besseren Schallschutz und eine bessere sommerliche Hitzeschutz. Das hat leider auch seinen Preis...

Von einer Innendämmung mit Mineralwolle kann ich Ihnen nur abraten. Sie werden ein solches System nie DAUERHAFT dicht bekommen. Jeder Nagel, jede Schraube, jede Steckdose etc. verletzen die Dampfsperre und schon kommt unkontrolliert Wasserdampf in die Dämmung. Schimmel ist vorprogrammiert. Wenn schon Innendämmung, dann vielleicht mit in Lehm verlegten Holzweichfaserplatten. Dieses System ist tolerant gegenüber Feuchtigkeit.

Mein abschließender Rat: Erstellen Sie einen Gesamtplan für die Dachdämmung und die Innendämmung und lassen Sie diese von einem Ingenieurbüro durchrechnen. Dann das Dach von außen nach innen sanieren und dämmen.

Gutes Gelingen!