Reetdach Wärmedämmung

29.01.2006


Hallo,

wir möchten das Reetdach unserer "alten Schule" aus dem Jahre 1832 dämmen. Wir haben von einer Methode gehört, bei der das Dach mit einer Holzfaserplatte verschalt und mit Isoflock ausgeblasen wurde. Somit würde das Reet auch nicht hinterlüftet werden. Wäre natürlich genial, würde eine Menge Arbeit und sicherlich auch Kosten sparen. Ich möchte gerne noch andere Meinungen zu diesem Thema hören. Könnte man auch auf diese Weise eine Hanfdämmung einbringen?

Schönen Gruß
Labbow





Hallo nochmal,

habe gerade mit einem Architekten über mein Problem gesprochen. Da er den Reetdachdecker, der sein eigenes Haus auf diese oben beschriebe Weise gedämmt hat, für einen sehr kompetenten Handwerker hält, haben wir gemeinsam über die Sache nachgedacht:
Eine Hinterlüftung eines Reetdaches macht eigentlich nur Sinn, wenn die Luft dort zirkulieren kann. Das wäre dann der "Kamineffekt", der bei einem Hartdach durch die Lüftungssteine und einer Belüftung am First gewärleistet wird. Das ist ja bei einem Reetdach nicht der Fall. Würde nun die Dämmung feucht werden, sei es durch Schadstellen am Reet oder durch das Bewohnen von Innen, dann könnte es wiederum durch Schatten und Sonneneinwirkung durch das Reet defundieren (habe ich mir das richtig gemerkt?). Wie Sie sehen, sind wir auf diesem Gebiet noch absolute Laien. Wir gehen an die Renovierung mit unserem hoffentlich gesunden Menschenverstand heran und wollen unser schönes Haus vor allen Dingen erhalten. Dabei möchten wir gerne so viel wie möglich auf natürliche Baustoffe zurückgreifen und das Haus nicht Luftdicht verpacken. Lieber öfter mal Lüften. Im Innenausbau wollen wir mit Lehmputzen arbeiten.
Ist das nun alles Quatsch oder sind wir auf dem richtigen Weg?

Schönen Gruß
Labbow



guter Ansatz



Eigentlich spricht nicht viel dagegen, die Variante mit der Zelluloseeinblasdämmung so auszuführen.
Trotzdem sollte eine Vor-Ort-Besichtigung unbedingt erfolgen.
Die weiteren Varianten Ihrer Ausführungen, lehmputze zu integrieren, kommen dann dieser Situation ebenfalls sehr entgegen.
Sollte es für Sie ein dringendes Interesse bleiben, könnten wir Sie bestimmt allumfassend weiter beraten.

Grüße Udo



Und was ist mit Hanf?



Hallo Udo,

kann man denn auch Hanf direkt ans Reet stopfen? Wir haben nämlich schon eine Wagenladung auf dem Dachboden liegen. Den könnten wir aber auch zum Dämmen der Zwischendecke und der Ausbauwände verwenden. Müssen also sowieso nachbestellen. Das mit der Vor-Ort-Begehung ist so `ne Sache. Haben schon Tausende für einen Architekten ausgegeben, der übrigens der Meinung ist, unbedingt eine Hinter- bzw. Unterlüftung einzuplanen. Das wäre wesentlich kostspieliger, wir müssten dann noch Auflatten. Außerdem wäre der Raumverlust nicht unerheblich.
Wir haben bereits den Anbau der alten Schule aus dem Jahre 1906 mit Hanf gedämmt (es handelt sich hierbei allerdings um ein Dachpappen-Dach) und sind von diesem Material total begeistert. Zum Einen können wir das wirklich selber machen (bringt sogar richtig Spaß!!) und es vermittelt ein sehr angenehmes Wohnklima. Hanf ist also unsere erste Wahl.
Nun nochmals meine Frage: Kann ich Hanf direkt ans Reet, ohne Luftschicht, stopfen?

Gruß
Stefanie Labbow



Reetdach-wie alt willst du werden!



Hallo
Auch wenn mich jetzt di eAnderen wie immer steinigen wollen: Lassen Sie das mit der Dämmerei!
Ein Dach ist ein Dach - und ein Reetdach ist ein Reetdach! Und keine Dämmung!
Fragen Sie sich mal: Warum haben die früher keine "Dämmung" gemacht?
Weil die blöd waren? Oder weil die keine Ahnung hatten? Oder wiel die Energei in Hülle und Fülle hatten?
Ich denke, dass die "damals" die besseren Energie sparer udn vor allem die effektiveren Energiesparer waren - die mussten die gesamte Energie im Wald schlagen, Spalten, transportieren, trocknen, stapeln, in s Haus bringen ud einschüren!
Und wir bilden uns ein dass das denen so argen Spass gemacht hat, dass sie das gerne gemacht haben!

Ich glaube das nicht!

Die Energieeffizienz dieser Gebäude ist wesentlich höher als wir denken - nur weil uns die Industrie mit dem DSIN-Institut weis machen will, dass wir dämmen müssen, machen wir das! Tausende Wissen schaftler udn nachplappernde Berechner blasen in das gleich Horn - aber da durch wird das Ergebniss nicht besser!

Was Ihr Dach braucht - wenn Sie unbedingt und wirklich "dämmen" wollen - ist eine Be und Entlüftung. Das Reet nist im Prinzip nichts anderes als ein Regenschutz - wie ein Dachziegel! Und alles was darunter ist, ist eine Konstruktion die Luft rein und raus lassen kann und vor allem die Feuchtigkeiten "verarbeiten" kann, die da entstehen!

Wenn Sie das Zeitungsgeblase oder die Holzwollegespinterei oder andere PseudoPulloverTechniken da anwenden - dann lesen wir un sin 10 Jahren wieder mit Ihrer Frage: "Mein Dachstuhl ist verrottet - wer kann helfen!?"

Und: wollen Sie das?

Glauben ist Glauben - Fakt ist Fakt!

FK



Reetdach dämmen



Hallo Stefanie,
wir haben hier auf dem Fischland eine Menge Rohrdachhäuser, so nennt man sie hier, ist aber dasselbe.
Viele meiner Freunde wohnen unter Rohrdächern, nicht einer hat dort eine Dämmung nötig, dafür ist es aber im Sommer schön kühl und im Winter warm unterm Dach - es ist ja praktisch mit Dämmung gedeckt!
Bekanntermassen sind die Dächer aber empfindlich gegen Feuchtigkeit von innen, sie müssen immer schön abtrocknen können. So wurde bei Dachausbauten nie etwas zwischen die Sparren getan, dort kann es immer sauber diffundieren.
Dass bei Neubauten sich Leute Diffusionsfolie unter das Rohr machen, hab ich schon gesehen, aber keinen gefunden, der es mir erklärt hat, der Rohrdachdecker tat es auf Kundenwunsch...
Und die Firmen hier sind gut, fliegen sogar nach USA, um zu decken.
Alles Gute
Jan



Ich will aber dämmen!



Hallo Florian,

ich möchte Sie keineswegs steinigen – ich kenne Sie doch gar nicht.

Tatsache ist, dass das Dachgeschoss unserer Schule so nicht bewohnbar ist. Früher hat man so ein Reetdachgeschoss ausgebaut, indem man die Zimmer nicht direkt an die Schrägen ans Reet, sondern in Kästen (gibts bestimmt einen Fachbegriff dafür) gesetzt hat. Zwei solcher Zimmer sind bei uns auch vorhanden. Die Wände bestehen aus einer Holzkonstruktion, Reetmatten und einem Lehmputz. An der Seite hat man dadurch viel Abstellfläche, die so, ungedämmt, garantiert auch nicht bewohnt wurde. Damals war der Platzbedarf auch nicht so groß wie heute. Ich kann meinen Kindern doch nicht zumuten, ihr Zimmer mit uns Eltern zu teilen. Auch ich hätte da so meine Probleme, nachts über das Spielzeug meiner Kinder zu steigen, um ins Bett zu kommen. Der Lebensstandard hat sich nunmal gewandelt. Wir benötigen einfach mehr Platz.
Der Schulbetrieb unseres Gemäuer wurde schon 1964 eingestellt. Der Denkmalschutz besteht wiederum erst seit 1986, nachdem die Gemeinde das Haus für Wohnzwecke umgebaut hat. Wir machen da also nichts kaputt. Ich denke mit den geplanten Naturmaterialen gehen wir so behutsam wie möglich an den Umbau heran.
Nachdem ich nun Stunden im Forum gewühlt habe, würde ich gerne wie folgt vorgehen: an das vorhandene Reet mit Hanf stopfen, dann einige Latten an die Sparren bringen, daran eine etwas dickere Schilfmatte befestigen und anschließend mit Lehm verputzen. Wir sind uns allerdings noch nicht ganz einig. Mein Mann würde gerne zwischen Reet und Hanf eine Verschalung setzen (Material noch unklar), zum Einen, um eine Luftschicht zu erhalten, zum Anderen, um eventuell eintretene Nässe abzuhalten.
Find ich nicht gut. Erstens möchte ich gleich sehen, wenn das Dach schadhaft ist. Zweitens kann es so viel einfacher wegtrocknen. Oder irre ich mich da?

Für konstruktive Vorschläge und Anregungen, wären wir sehr dankbar.

Schöne Grüße
Holger und Stefanie



Oh, da haben wir wohl zeitgleich geschrieben



Hallo Jan,

ich kann mir das einfach nicht vorstellen, gar nicht zu dämmen??!!?

Danke, für deine Meinung

Grüße
Stefanie



Zieht das nicht wie Hechtsuppe?



Halli-Hallo,

zieht das nicht wie Hechtsuppe? Wie machen die das denn winddicht?

Leicht verwirrt!
Stefanie



Warum wollen sie denn?



Hallo
und wenn Sie wollen - sollten Sie es richtig machen!
Also eine gut be- und entlüftete Ebene schaffen!
Bauphysikalisch ist das eben eine heikle Sache, die m.E. mehr Risiken als Vorteile mit sich bringt!

Bei den Dämmungen streiten sich die Fachleute und die Produzenten freuen sich über "unsinnige" Gesetze oder Vorschriften! Dicker ist besser!
Mittlerweile hat sich der Kopf daran gewöhnt - und "glaubt" halt alles was da so von statten geht! Und ob das langfristig funktioniert - i don't believe it!

DassSie folgendes sagen: Damals war der Platzbedarf auch nicht so groß wie heute verstehe ich nicht, da "früher die Leute im Durchschnitt mit ? 15 m2/Person zurecht kamen
in der BRD ist das mittlerweile bei ? 35 m2/Person

Wir verbrauchen mehr als früher! Platz, Energie ...!
Das seh ich ja auch ein - aber deshalb das Bauwerk gefährden?

Konstruktive Vorschläge kann man nur pauschal machen - detailliert hat es nur Sinn, wenn man die Hütte kennt.
Das ist beimbesten Willen nicht "online" machbar!
"gig"

Bleiben Sie vorsichtig!

FK



Reetdach dämmen



Hallo Stefanie,
(sorry aber mir fliegt immer der Satellit raus, wenn das Schiff dreht...) normalerweise ist es unter den Rohrdächern nicht zugig, unten liegen sie auf und oben sind die Eulenlöcher offen, klar. Das ist der Originalzustand.
Du hast anschaulich die Kästen beschrieben, und Dein Mann auch in der Richtung, eventuell geht es so:
von innen an die Sparren starke Konterlattung/ Lattenkonstruktion anbringen, dann eine diffusionsoffene Winddichtschicht, Dämmschicht, Dampfbremse und innen Verkleidung Eurer Wahl.
So bleibt das Dach hinterlüftet (ist wirklich wichtig) und wenn Ihr den Spitzboden freilasst, könnt Ihr immer die Abseiten kontrollieren. Allerdings sollte so ein Dach absolut keine Feuchtigkeit durchlassen, sonst ist etwas wrong.
Da ich nicht weiss, wie die Dachkonstruktion aussieht (vielleicht mal'n Foto?), müsst Ihr auf jeden Fall die Statik beachten, ev. Ständer in die Wände setzen oder ähnlich, je nach Deckenbalken.
So habt Ihr gedämmten Wohnraum unter dem originalen Dach, müsstet ev. darauf achten, dass unten Lüftungseintritte zwischen die Sparren führen, oben dann die Eulenlöcher offen bleiben.
Das war nur meine Idee, aber ich werd noch mal rumhören, melde mich wieder.
Jan



Morgen wieder!



Hallo Jan,

am Samstag ist mein Männe wieder da und dann hole ich ihn auch mal an den Rechner. Ich freue mich über deine Anregungen und das du dich umhören willst. Bis dann!

Gute Nacht
Stefanie



Bilder eingestellt!



Hallo,

habe einige Bilder in mein Profil geladen. Guckst du!

Grüße Stefanie



Reetdachausbau



Hallo Stefanie,
das sieht doch super aus auf den Bildern, gar kein Grund für Sorgen.
Also hab ich meinem Kumpel Siggi gemailt, dessen Familie seit ewig das Haus hat und der selber das Rohrdach ausgebaut hat, scheint ziemlich genau das zu haben, was ich Dir gestern vorschlagen wollte.
Hier seine Mail:

Moin moin Jan!
Was Hast du für ein Bauvorhaben?
Also bei mir habe ich eine Hilfskonstruktion eingebaut.
Die alten Balken sind bei mir 250-300mm dick dagegen habe ich Dampfsperrfolie gespannt dann eine Unterkonstruktion von 150 mm stärke eingebaut und in dieser die Dämmung von 140 mm eingelegt und dann wieder eine Dampfsperrfolie und dann je nach Räumlichkeit Holz oder Gipskarton verbaut. Beim Rohrdach ist immer auf eine gute Belüftung zu achten. Bei Neubauten habe ich schon gesehen, dass auf den neuen Sparren nichtbrennbare Platten angeschraubt wird, die aber sehr teuer sind. Der Hohlraum muss auch für den Dachdecker bleiben, damit der das Rohr an das Dach befestigen kann um mit seinen Nadeln im Hohlraum zu arbeiten.
Wenn es sich etwas kompliziert anhört musst du das nächste Mal bei mir mit auf den Boden kommen und dir die ganze Sache anschauen.
Tschüß Siggi

Sieht also ganz gut aus, und Siggi ist immerhin DER Spezi schlechthin bei alten und neuen Sachen, echt.
Dass er seine Dämmung praktisch in Dampfsperre verpackt hat, muss er eben auslüften.
Dafür wird die Dämmung eben auch nicht feucht.
Falls Du noch Fragen hast, kann ich Dir seine Mailadresse schicken, wenn Du willst.
Alles Gute
Jan



da würde ich



... gerne mal die Balkenddurchdringungen sehen und die Traufseite ganz unten ...
das hätte mich interessiert wie die ausschauen!

mfG

FK



Zweifel



"gerne mal die Balkenddurchdringungen sehen und die Traufseite ganz unten ...
das hätte mich interessiert wie die ausschauen!"

Hallo Florian,
das kann ich Ihnen sagen, alles trocken und das schon seit 10 Jahren, immerhin ist da ein 30cm Rohrdach drauf, das dämmt anders als Tonziegel und atmungsaktiv ist es auch.
Keine Angst, das löpt schon.
Jan



Muss es denn unbedingt Folie sein?



Hallo Jan,

ich weiß nicht recht.
Erstmal vielen vielen Dank für deine Bemühungen! Die mail Adresse von deinem Freund Siggi hätte ich sehr gerne.
Wir wollten ja gerade nicht mit Folie arbeiten. Ich persönlich habe irgendwie ein Problem damit, auf der einen Seite mit natürlichen Materialien zu arbeiten und mir dann aber Plastik unters Dach zu haun. Das mit der Be- und Entlüftung sehe ich jetzt auch ein. Aber ist es nicht besser, wenn das Ganze diffusionsoffen ist? Hanf hat doch die Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, ohne zu vergammeln. Und dann wäre da ja noch der Lehmputz mit den gleichen Eigenschaften.
Oder? Hm!
Wer kann helfen?

Schöne Grüße
Stefanie



Jan



Dem hast dus aber gegeben!
Hi,hi



Plastik ist out



Hallo Stefanie,
zuerst: natürlich weisst Du ja, was Du willst, das ist schon die halbe Miete. Hanf finde ich gut, Lehm noch viel besser. Gewicht beachten!
Sollte alles kein Problem sein, solange zwischen dem Rohrdach und der Innendämmung genug Lüftung ist (die runden Uhlenlöcher im Giebel offen lassen und unten sparrenweise Lufteintritte mit Gittern), da würde ich kein Risiko eingehen. Irgend einen Abschluss müsste aber der Hanf aussen haben, selbst unsere alten Seegrasmatten im Nachkriegsbau waren in Papiersäcke eingenäht, tadellos nach 40 Jahren. Da gibt es ja alles mögliche, hier im Forum hab ich schon die verschiedensten Sachen gesehen: Holzweichfaser z.B. ...
Die Mailadresse schicke ich an Deine E-mail.
Alles Gute
Jan

p.s. Ich habs ihm nicht gegeben, er hat ja recht, wenn ich es mir leisten könnte, würde ich meinen Dachboden auch nicht ausbauen, aber wer hat schon ein Schloss?



Reetdach Wärmedämmung



Hallo Labbow,
es ist möglich das Reetdach von innen mit Lehm zu verputzen, dann brauche ich weder Dampfbremse ,Luftschicht und sonstigen quatsch.Einzige voraussetzung ist ein stabiler Dachstuhl. Ich bin Reetdachdecker habe dieses verfahren schon mehrfach angewendet und bin davon überzeugt das dies eine sehr gute möglichkeit Ausbau und Dämmung mit natürlichem Material.
mfg
Michael Ingwersen-Andersen



Reetdach-wie alt willst du werden!



Das klingt interessant!
Wenn man so einen Fachmann schon mal dranh hat: Wie alt werden so Reetdachdeckungen?
Das würde mich mal prinzipiell interessieren!
Danke

FK



Reetdach Wärmedämmung



Hallo,
haltbarkeit des Reetdaches ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Reetqualität, Verarbeitung, Standort etc. sind entscheidende Faktoren. In der Regel geht man aber von ca 30 Jahren auf der Südseite und ca 40 bis 50 Jahre auf der Nordseite aus. Es sei denn das Dach hat eine Neigung von unter 48 Grad.
MfG
Michael Ingwersen Andersen



Reetdach - danach?



Hallo

Werden dann bei einer Reparatur die gesamten Reetpakete abegnommen, oder wird nur schadhaftes ergänzt oder nur was neues draufgelegt?
Dann wäre ja dnn der Lehmputz auch wieder unten - nach den 30 - 50 Jahren - wenn man aber eine 2 Ebene einbaut hat man dann seine Ruhe - wenigstens damit!??

oder wie kann ich das verstehen?

mfG

FK



Wir machen das jetzt so:



Hallo,

also, wir machen das jetzt so: nach langem Hin und Her lassen wir jetzt doch eine etwa 6-7cm Luftschicht, dann Weichfaserplatte (Gutex), Hanfdämmung ca. 15cm, dann entweder Fermacell-Platte oder bessere Variante: Schilfmatte und Lehmputz drüber (muss ich meinen Mann noch überzeugen)
Ist das gut so?

Gruß
Stefanie Labbow



wärmedämmung Reetdach



hallo,
bei einer reparatur wird nichts weggenommen sondern hinzugefügt je nach Schaden meistens nur kleine Löcher. Haben aber auch schon ganze Fächer aufgenommen und der Lehm blieb wo er hingehört. Kann natürlich sein das das lehm einzelne Halme festhält srört aber nicht bei neueindecken. Einziger Nachteil den ich sehe, das dach kann nicht mehr genäht werden sondern muß geschraubt werden. Wird aber von fast allen Dachdeckern praktiziert.
MfG
Ingwersen-Andersen



Dachschrägen verputzen



Wie in einem der letzten Beiträge beratend erläutert wurde, daß man sofort auf die Innenseite der Reeteindeckung mit einem Lehmputz verputzen könnte, sehen wir aus unserer berufspraxis etwas anders.
Durch das Bestreben, stets herunterrutschen zu wollen (Lehmputz hat hohes Eigengewicht im Naßzustand!) und dies nun an den verhältnismäßig glatten Schilfstängeln, wird zu Abschalungen führen und zu enormen Hohlstellen mit späteren herabfallen.
Aus unserer Sicht könnte man eine in Lehm gebettete Heraklithplatte einbringen und diese randseitig mechanisch befestigen.
Darauf dann einen zweilagigen Lehmputz mit Glasfasergewebeeinlage.
Für die Hanfdämmung würden wir Ihnen eine vernadelte Bahnenware empfehlen, da lose Materialien nicht diesen gewünschten Erfolg sicherstellen (unhomogener Flächeneinbau!!).
Dazu könnten wir Ihnen noch mit auf den Weg geben, daß es derzeitig wiederum Förderung auf den Einbau von Hanfdämmung vom Staat gibt und wir könnten Ihnen dazu die Förderanträge besorgen und einleiten.
Näheres wäre dann telefonisch zu besprechen.

MfG aus der Oberlausitz
nach Quarnbek
Udo





Hallo Udo,

woher bekomme ich diese in Lehm gebettete Heraklithplatten, hört sich gut an.
Zum Hanf muss ich ihnen sagen, dass wir es als Ballen-Ware schon auf dem Dachboden liegen haben und der Förderantrag bereits gestellt wurde – vielen Dank für den Hinweis. Was genau meinen sie mit unhomogenen Flächeneinbau und wie können wir das verhindern?

Schönen Gruß
Stefanie





Hallo,

Mit unhomogenen Einbau, ist ungleichmässiger Einbau gemeint.
Da Ihre Ballenware vermutlich lose im Ballen gebunden ist, müssen Sie den Hanf in das Gefache stopfen und das kann zu ungleichmässigem Einbau führen.
Vernadelte Bahnen lassen sich einfacher und besser verarbeiten.

Grüsse Thomas K



@genau



Mit unhomogen meinte ich ungleichmäßiges Einbauen des Dämmstoffes.
Hängt doch immer von Lust und Laune ab, ob Frau oder Mann es tut, guter tag oder schlechter Tag usw. usw.
Eine Bahnenware bzw. eingeblasener Dämmstoff ist da stets effektiver und sinnvoller.

Grüße in's winterliche Kieler Land

Udo



Ich habe nun genug ungedämmte Reetdächer gesehen,



die auf wurmstichigen Balken lagen. Und eine brutale Feuchte aufwiesen (habe ich selbst gemessen), ebenso Beschimmelung unter dem Dach. Früher waren Reetdächer Rauchdächer, das hat getrocknet und den Schädlingen den Garaus gemacht. Heute tropft es von oben naß ein, von unten feuchte Kondensatluft - das ist dann PrimaKlima für Viecher und Pilze. Entscheidend ist deshalb immer die Trocknungsfähigkeit der Gesamtkonstruktion von oben her und der nutzungsbedingte Feuchteeintrag von unten. Wenn ich ein teures - freilich schönes - Reetdach hätte, würde ich es mit Simpltechnik temperieren (Stichwort Hüllflächentemperierung) - dann nur das hält trocken und verringert automatisch den Instandhaltungsaufwand auf Dauer - mit vergleichsweise geringfügigem Aufwand.



Hallo Herr Fischer,



schön, mal wieder was von Ihnen zu lesen.
Kann Ihnen nur beipflichten, favorisiere ebenfalls simpletech, das verkauft sich aber eben nicht so gut...

Viele Grüsse



Hallo Herr Fischer,



Zunächst Danke für Ihren Beitrag.
Den Begriff "Hüllflächentemperierung" kannte ich noch nicht. Nach Überfliegen der Beiträge zu diesem Thema, freut es mich, von noch einem Fachmann in unserer Planng bestätigt zu werden.
Wir werden in unserem gesamten Haus eine Wandheizung installieren.
Im Dachgeschoss an den Schrägen im Sockelbereich auf ca. 1m höhe und das ganze mit Lehm verputzen. So wird, wie auf Ihrer Homepage jemand so schön beschrieb, unser ganzes Haus ein einziger Grundofen. Ich freue mich schon auf das Ergebnis!

Schönen Gru



Aber Vorsicht



vor falschen Energiesparerwartungen. Unterputz- und Unterflurheizsysteme bringen oft einen geradezu extremen Verbrauch von 25 Liter/m² aufwärts (weiß ich von Schadensfallberatung sehr genau). Sie sind träge und verbrauchen dolle Energie, um die angrenzenden Stoffmoleküle "auf Trab zu bringen" - was heiztechnisch nix bringt, da es nur um die abgestrahlte Wärme der Oberfläche geht. Und bis die Wärme dort ist, ist halt schon viel Heizenergie "vernichtet". Mein Tip: Offene Verlegung. Das kostet - richtig bemessen - viel weniger und spart dann tatsächlich Betriebskosten.

Analogon zu Strahlungsheizung: Neonlampen offen, hinter Blende und unter Putz, bis die Wand schimmert. Was kostet mehr Aufwand, mehr Betriebskosten und leuchtet besser aus?

Vielleicht wird's jetzt klarer.



@ Herr Fischer



"Neonlampen offen, hinter Blende und unter Putz, bis die Wand schimmert"
Was meinen Sie denn damit?
Neonlampen betrieben mit ner Gasheizung?
Neonlampen unter Putz?
Wie soll das denn gehn???

Gru



Ist das zu schwer gewesen? Dann Pardon.



Licht und Wärmestrahlung liegen wellenlängenmäßig sehr nah zusammen. Beide durchdringen Luft ohne Anzustreifen und entwickeln ihre beliebte Wirkung - Hell/Beleuchtung + Temperaturerhöhung/Erwärmung erst beim "Aufprall" an Körpern (Wand/Decke/Boden/Möbel/Personen).

Was die Lichtleistung eines Neonrohres - natürlich elektrisch versorgt - liefert, kann also mit der Wärmestrahlung z. B. von Heizröhrlis ohne weiteres analogisiert werden.

Wo nächtens Licht hinfällt, wenn ich eine Neon am Sockel montiere, würde dann auch die Wärmestrahlung vom Heizröhrli hinscheinen. Ebenfalls in Lichtgeschwindigkeit (el.magn. Welle!), ebenfalls reflexiv auf Flächen gestreut, von wo das Lichtlämperl net gesehn wird.

Und hinter der Blende (Heizleiste) dann eben etwas blöde verschattet (deswegen höhere Vorlauftemperatur erf., ebenso am Außenwändli aufströmende Staubluft als indirekt erwärmendes Umwegesystem), und hinter Putz oder Bodenbelag erst recht. Capito? Klaro?? Noch Fragen???

Mir ist es folglich unverständlich, wie leichtfertig die nachgewiesenermaßen ineffizientesten Heizsysteme - trotz Strahlungsheizungstechnik - in die Wände von interessierten Bauherrn so fleißig verbuddelt werden. FBH, Wandheizung, Hypokausten - Umwege, Umwege, Umwege. Dabei könnte doch alles so herz- und geldbeutelerfrischend einfach sein. Mehr Details dazu

hier.



was ist denn nun



daraus geworden?
Hi Stefanie, ist ja nun schon etwas her, mittlerweile habt Ihr so oder so eine Lösung gefunden, bin vorgestern mal bei Euch vorbei gefahren, weil wir uns ganz in der Nähe ein Haus mit Reetdach angesehen haben, und das Problem somit auf uns zukommen könnte (wir wären dann ziemlich nahe Nachbarn ;-) ).
Ich habe mich auch durch die zahlreichen Publikationen und Beiträge von Konrad Fischer gequält, das half mir aber nicht wirklich weiter.
Als Quintessence der amüsant geschrieben Texte habe ich mitgenommen, dass die Handwerker Ihr Handwerk nicht mehr verstehen und die satt-feuchten Reetdächer nur in Rauchhäusern funktionieren, und wir daher nicht dem Dämmwahn erliegen sollten.
Es gibt ja dieses wohl bekannte Rauchhaus Experiment, das bestimmt auch dem "experimentierfreudigen" Herrn Fischer bekannt ist:
http://www.bnu.de/hesa/downloads/Downloadbereich/rauchhaus1-3.pdf
SO stelle ich mir das eigentlich nicht vor, in unserer Räucherkate.
Mir stellen sich drei weitere Fragen:
1. waren die Untersuchungen des Herrn Fischer so zahlreich und unter verschieden Voraussetzungen, dass man von "empirisch" bewiesen sprechen kann?
2. waren alle Reethäuser Rauchhäuser, und falls nicht, wie konnten jene überdauern, die es nicht waren?
3. wie sind die widersprüchlichen Erfahrungen der hier beteiligten Reetdachdecker zu bewerten?

Vielleicht könntest Du, Stefanie, mal berichten wofür Ihr Euch entschieden habt, denn ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es für das Problem keine Lösung geben soll. Das ist aber nicht auch nicht "empirisch" bewiesen, sondern nur so ein Gefühl...
nachhakt
Matthias