2. Wasserführende Schicht mit Brettern?

01.07.2005



Durch viel im Forum stöbern habe ich gelernt,
dass Unterspannbahn-Folien für mein Haus. (Bj 1700, nicht ausgebauter Dachstuhl)
nicht das optimale sind.
Alternativ möchte ich Kiefernhölzer oder OSB-Platten (wegen Nut+Feder) einsetzen.
Jetzt meine Fragen:
1) Wie stark sollten die Kiefernhölzer sein?

2) Reichen 3cm Hinterlüftung hin zu den Biberschwänzen aus?

3) Ist das Leimzeug der OSB-Platten nicht giftig, wenn es direkt hinter den Biberschwänzen so warm wird.

Danke
MARC



Diffusionsoffen



Ein Dach soll nach aussen hin möglichst diffusionsoffen sein.
Wenn es nicht ausgebauter Boden ist, lass das Dach einfach ohne zweite wasserführende Schicht. Das ist immer noch das beste. Wenn ein paar Tropfen Sprühregen oder Flugschnee reinkommen macht das nichts, die sind schnell wieder verdunstet.

ein Unterdach aus Massivholz ist ziemlich dampfdicht und daher nicht zu empfehlen.
am bsten sind da noch (latex)impregnierte Weichfaserplatten oder diffusionsoffene Unterspannbahn. Aber nur, wenn das Dach von innen verschalt und ausgebaut werden soll.

Mein Rat:
Lass lieber die Feuchtigkeit in Deinem Dachstuhl verdunsten als Dein Geld.

mit besten Grüssen,



Da der Wassertransport in Baustoffen 1000:1 kapillar gegenüber dampfförmig



erfolgt, ist die Dampfdiffusion eine äußerst nachrangige Baustoffqualität. Entscheidend ist die Fähigkeit, Wasser kapillar abzutransportieren, da ist Massivholz Spitze und Weichfaser nicht, OSB geradezu abzulehnen.

Die Unterlüftung von Dachflächen ist ein wesentlicher Faktor für die Abtrocknung der beregneten Fläche. Je weniger, umsomehr Frosteinwirkung, Veralgung, Verschmutzung. 3 cm wären mir zu wenig, ich mußte am eigenen Dach schon nach 20 Jahren alle zu gering unterlüfteten Ziegel komplett wegen Auffrostung abräumen. Das belehrt ganz praktisch.

Betr. Verleimung OSB würde ich das Sicherheitsdatenblatt abfordern. Da müssen die Giftstoffe deklariert sein. Ich könnte mir denken, daß Sie da ganz schön was finden. Und dann müssen Sie sich was zur Alterungsstabilität des Baustoffs erklären lassen. Am besten schriftlich. Dann wissen Sie, was da wann entweicht. Vielleicht sind ja dann die Kinder schon aus dem Haus und um uns Alte ists dann ja nicht mehr so schad. Bei den Rentenprognosen sowieso ...

Bei meinen Projekten haben wir ein Spezialprofil für die Massivholzschalung entwickelt, das Wasserstau verhindert. Ihr Ansatz ist ja grundsätzlich ok, eingedrungenes Wasser sollte sich ja nicht stauen bzw. durch geschwundene Schalbretter durchtropfen!



Doch USB-Folie????



@ Hallo Herr Hülsemann, Hallo Herr Fischer
ja richtig, das Dach soll von innen verschalt werden.
OK. OSB werde ich wohl nicht verbauen, obwohl mir nut+Feder lieb sind.
Wegen der Dampfdichtigkeit, ist das wirklich so schlimm? Neben den Massivholzplatten sind ja immer, zuschnittbedingt, 2-3 cm Spiel.
So genau kriegt man das bei den schiefen Sparren nicht hin, meine ich.
Muss ich dann die Stösse der Platten zuspachteln? Das Wasser sollte ja nicht zwischen den Stössen reinlaufen.

Es ist sehr viel arbeit, die Bretter zurecht zu schneiden. Ich gerate immer noch in Versuchung, die "einfache" Variante mit den Diffusionsoffenen Folien (USB) zu nehmen. So ganz wohl ist mir beim "Eintüten" des alten Hauses nicht, gerade nachdem ich die Internet-Seiten von Herrn Fischer gelesen habe.

Auf der anderen Seite denke ich, man muss realistisch bleiben: haben wirklich alle alten Häuser mit einer nachträglich angebrachten USB Bauschäden?