Holz-Flachdach dämmen Aufdach - Detailfragen

09.10.2012 Guy



Hallo :)

Nach reichlicher Überlegung haben wir uns für eine hinterlüftete Aufdachdämmung entschieden (auch wegen des Wärmeschutzes im Sommer) und nehmen den Mehraufwand und die Mehrkosten dafür in Kauf.

Trotzdem ist es unheimlich schwierig, die richtigen Materialien zu finden. Es geht insbesondere um die Dampfbremsen, vielleicht hat hier jemand eine Idee?

Holz-Flachdach, 8 Grad Gefälle von West nach Ost, 1-2 Grad von Nord nach Süd. Circa 80 Quadratmeter Grundfläche.

Aufbau:
-innen-
Rauspund 19mm
Dampfbremse SD > 10 m
Zellulose 200 mm, dazwischen KVH 60 x 200 mm alle 2 Meter
Dampfbremse SD < 0,25 m
Konterlattung 60 x 150 mm (150 mm Durchlüftungsspalt, sich sehende Enden)
OSB-Platten 16 mm
EPDM Bahn brandhemmend, streifenweise verklebt und an den Rändern mechanisch fixiert.
-außen-

Probleme habe ich mit der Dampfbremse SD > 10m zum Innenraum:
PVC scheidet wegen Weichmacherwanderung wohl aus, geht ja sogar vom rumliegen kaputt das Zeug...
EPDM ginge, ist aber sehr teuer und entweder nicht brandhemmend oder noch teurer.
PE-Folie gibt's Weichmacherfrei, aber in 200 my vertraue ich dieser irgendwie nicht so recht (Risse durch Temperaturdehnung). 0,5 mm dünne PE-Teichfolie wäre auch im Angebot, aber ohne Brandhemmer und Bauzulassung.
Da keine UV-Beanspruchung gegeben ist, hatte ich in Richtung Unterspannbahnen 3 lagig geschaut, aber die sind alle Dampfoffen.

Kennt da jemand was geeignetes? Reicht eine einfache 200 my PE-Folie (sollte 30-40 Jahre nicht verspröden und aufreißen)? Gibt es da einen qualitativen Anbieter für gute PE-Folien?

Dann das zweite Problem: Die diffusionsoffene Dampfbremse zur Außenluft. Sie muss dauerhaft UV-Strahlung abkönnen und Regenwasser als 2. Dach ableiten (Witterungseintrag durch die Durchlüftungsöffnungen). Von Isocell gibt's was, ich finde aber keinen Händler für Deutschland. Ich habe auch die Creaton Quattro im Auge und kläre die Eignung noch ab, generell auch da ist es unheimlich schwer, was passendes für Flachdächer zu finden.

Hat jemand geeignete Produkte für die beiden Problemfälle?



Noch



ein zweites Bild



Holz-Flachdach:



Hallo,

Als Dampfbremse zum Innenraum würde ich eine OSB 15 mm einbauen, Stösse verklebt.

Außen:
Pappe runter, Diffusionsoffene Schalungsbahn auf Bretterschalung, Konterlattung, Lattung und Trapezblech Profil 35/207.
OSB-Platten als Untergrund für EPDM-Bahn sind nicht geeignet, bzw. zugelassen, da diese nicht imprägniert werden können.

Viele Grüße



Flachdach vom Fachmann (komplette Konstruktion)



Wenn Du Dir nicht sicher bist würde ich einen Fachmann damit beauftragen. Eine abgestimmtes System wo auch eine Gewährleistung besteht. Eine hinterlüftetes Flachdach ist immer nicht schlecht. Wobei ich die Obere OSB Platte auch nicht verwenden würde.

Eine günstige Variante wärevon oben nach unten.

-Flachdachbahn egal welchen Hersteller UV beständig oder begrünt.
- gespntete Bretter N+F 28 mm
- Zellulose oder Jasmin Naturdämmstoff eingeblasen
-Pro clima Luftdichtung zb. DB+ aus papier
-UK Bretter im Abstand 25cm
-Gipskarton oder Fermacell

Auch wenn der Aufbau von oben dicht ist. So kann eine Austrocknung zum Raum stattfinden.



...



Tja nur wo soll man einen "Fachmann" für Holzflachdachsanierungen finden?

Die Ausführung bereitet mir auch gar keine Probleme, die anderen Dächer haben wir schon neu gemacht (waren aber auch keine Flachdächer und sind alle hinterlüftet).

OSB-Platten als Dampfbremse klingt interessant, genauso wie Trapezbleche (vor allem preislich), ich würde statt dessen aber eine 1 mm EPDM-Bahn als unterste Lage legen um das Dach vorerst mal wasser/(winter)dicht zu bekommen. Also:

Aufbau:
-innen-
Rauspund 19mm
EPDM-Bahn 1 mm, SD-Wert lt. Tabellen irgendwo um die 50 m
Zellulose 200 mm, dazwischen KVH 60 x 200 mm alle 2 Meter
Dampfbremse SD < 0,25 m
Konterlattung 60 x 150 mm (150 mm Durchlüftungsspalt, sich sehende Enden)
Noch 'ne Lattung 40 x 60 mm
Trapezbleche 0,5mm
-außen-

Eine Austrocknung zum Raum hin fällt flach, da würde ich einfacher gleich zwischen den Sparren dämmen mit feuchtevariabler Folie drunter. Ich möchte aber eine fehlertolerante Bauweise und auch einen besseren sommerlichen Wärmeschutz erreichen. Da scheint mir die Aufdachdämmung einfach sinnvoller.

Allerdings bin ich bezüglich der Dampfbremse zur Abdeckung der Zellulose noch nicht weiter - finde da nicht wirklich passendes (meist zu hoher SD-Wert oder nicht für flache Neigungen). Kennt keiner eine passende Bahn die ich unter die Trapezbleche ziehen kann?



Hallo,



die Dampfbremse muss, von innen gesehen, immer vor der Dämmung liegen.

Viele Grüße



...



Die Dampfbremse liegt doch auf der warmen Seite: Es ist die EPDM-Bahn, welche zweckentfremdet als Dampfbremse dient. Soweit ich weiß, sollte der SD-Wert für EPDM 1mm bei ca. 50 Meter liegen - also mehr als notwendig. Das Dach soll über den Winter erstmal dicht sein, im Sommer dann wird gedämmt (jaja, ich weiß... aber hier gibt's genug andere Baustellen am Haus!).

Die obere dampfoffene Winddichtung / zweite wasserführende Ebene suche ich nun noch... keine(r) Tipps? Sonst häng ich da einfach eine diffususionsoffene Fassenbahn drüber...



geneigtes Flachdach



Wie sieht denn der Dachaufbau genau aus?

Eine KVH-Lage 6/20 alle zwei Meter trägt das Dach bestimmt nicht. Es sind doch bestimmt größer dimensionierte Träger unter dem KVH eingebaut?
Oder ist das Foto mit der Pappe vielleicht der beschriebene Rauhspund?

Wenn dem so ist, dann Folie drauf (über dem Winter),
KVH 6/20 in Sparrenrichtung Abstand wie Sparren,
vollflächige Bretterschalung 18 mm mit Fugen,
Schalungsbahn diffusionsoffen, dazwischen Dämmung,
Konterlatten 40/60,
Latten 40/60,
Trapezblech.
Trauf- und Pultfirstseite mit Lochblech versehen.

Viele Grüße