Flachdach Dämmung

25.09.2009



Hallo,

ich habe ein Flachdachwohnhaus (Kaltdach in Holzsparrenbauweise), das ich dämmen möchte. Der Aufbau von unten nach oben ist

-Spanplatten 15mm
- alte 8cm Glaswolledämmbahn (die entfernt werden sollen)
- offener Bereich 28-40cm hoch (soll ausgeblasen werden)
- Beplankung oben und an den Seiten
- Dachabdichtung mit Bitumenbahnen

Der Energieberater schlägt hier ein Ausblasen mit Zellulose 0,040 vor. Hierbei will er seitlich im Bereich der Attika, zunächst die alten Isobahnen herausziehen lassen. Auf meine Frage nach der Erfordernis einer unterseitigen Dampfbremse, die nur sehr aufwändig einzubringen wäre, meinte er, dies wäre nicht notwendig.

Kann man dies so ohne weiteres sagen? Ich hatte bisher immer verstanden, dass eine Dampfbremse/-sperre bei Dachisolierungen unbedingt erforderlich ist.
Natürlich würde ich den Aufwand gerne vermeiden.

Gruss
Sebastian



Flachdach Dämmung



Hallo,

dieses "Wunder" von Dach versteht es offenbar meisterhaft, den Naturgesetzen zu trotzen. Sowas dürfte es gar nicht mehr geben.
Knackpunkt sind 15 mm-Spanplatten. Die gehören wegen der anisotropen Struktur nicht aufs Dach, es sei denn, es handelt sich um eine Unterdecke, die mit dem eigentlichen dach gar nichts zu tun hat. Ist das so ?

Was ist mit "Beplankung oben"? Ist das nur eine Wetterschutzschicht ?

Wenn beide Vermutungen zutreffen, würde es sich um ein sg. "Kaltdach" handeln, so genannt, weil die Dachhaut kalt ist und bleibt. Diffundierender Wasserdampf würde über einen ausreichend breiten und hohen Zwischenraum abgeführt.
Daraus folgt, daß an den Seiten ausreichend Ent- und Belüftungsöffnungen vorhanden sein müssen. D.h. der freie Querschnitt muß erhalten bleiben und darf keinesfalls ausgeblasen werden.
Ihr Energieberatr wird das Dach in spätestens 2 Jahren ruiniert haben.
Sinnvoll wäre es vielleicht, die Be- und Entlüftungsöffnungen freizulegen, damit nicht doch eines Tages Kondensat an der oberen Beplankung die Dämmung bewässert. Und statt der Spanplatten würde ich eine ausreichend feste wärmedämmende Putzträgerplatte montieren,
z.B. 40 mm Jackoboard ( 36,70 €/m²). Denn was unten drunter ist, sparen Sie hinterher bei der Einlage - by the way: fröhliches Basteln beim Einschieben der Dämmung, Sie brauchen noch 10 bis 14 cm ! Zweilagig wird es vielleicht zuverlässiger.
Eine Dampfsperre brauchen Sie dann nicht, weil
a) das jackoboard schon recht viel wegsperrt
b) verbleibender Wasserdampf durch die erwähnten Öffnungen abgeführt würde.

Grüße vom Niederrhein, und schicken Sie den "Berater" bitte in die Wüste



Kein Wunder



Hallo,

danke für die Antwort. Ihre Vermutungen hinsichtlich des Aufbaus sind richtig. Ich hatte in meinem Text ja erwähnt, das der Aufbau von unten nach oben beschrieben ist. Also Spanplatten sind meine Zimmerdecke, nehme ich diese weg, schaue ich direkt ins "innere Walten der Natur", sehe also die Holzträgerbalken (wenn ich die alten Bahnen entferne) und dann sehe ich die sogenennte Beplankung, die als Träger für die äußere Teer/Bitumen was auch immer Beschichtung dient.

Das Kaltdach hat einige Belüftungsrohre, die oben auf dem Flachdach enden.

Ich denke, das von Ihnen gesagte trifft weiterhin zu.

Ich interpretiere Ihren Kommentar dahingehend, dass Sie kein Ausblasen vorschlagen, sondern das "reinfriemeln" von Isolierbahnen. Oje.

Gruß
Sebastian



Flachdach, Dämmung



Halllo,

ja so ist das. Alternativ können Sie eine Dampfsperre (Baufolie zum Betonieren genügt vollkommen) unter die chose basteln, dann können Sie ausblasen, aber bitte nicht 40 cm dick, das hält das ganze Lattengerüst nicht aus.

Grüße



Mit den Energieberatern .....



.. ist es scheinbar wie mit der Schweinegrippe und seinem Impfstoff!
Das kommt mir vor wie eine künstlich erzeugte Seuche (ENEV), die jeder haben sollte und keiner braucht und Ihr Impfstoff ( Energie....), die scheint´s mehr Schaden als sie nutzen.

Tipp´s nur noch per Hörmuschel

Gruß aus´m Tal der Ahnungslosen



Energieberater und Flachdächer



Hier scheint eine illustere Zusammenkunft von Kopfgeburten neuerer deutscher Baugeschichte stattzufinden.

Der Energieberater sagt: "Dämmen Sie so dick wie möglich. Machen Sie das Licht im Klo aus, bevor Sie zu Bett gehen. Essen die viel Obst und Gemüse und hören Sie mit dem Rauchen auf, dann ist Ihnen nicht so kalt..."

Das Flachdach sagt: "Mach meine Bitumendachhaut absolut dicht und sorge bitte dafür, daß das innenliegende Fallrohr entweder schleunigst nach außen geführt wird oder Wärme/Feuchte/Schallentkoppelt wird..."

Der normale Schadensfall eines Flachdaches: undicht.

Folge: Wasserfleck an der Decke.

Maßnahme: Dach zubituminieren, dichtschmonzen, o.k.

nun muß aber die durchgenässte Isolierung wieder trocken werden und das ist nur durch die offene freie Lüftungsebene zwischen Gebäude und Dachhaut gegeben. Der Feuchtefleck an der Decke wird trocken und ist dann wieder übertünchbar. Ich schätze mal, die offenliegende Isolierung war damals für die baurechtliche Zulassung ein "Muß".

Oder anders gesagt: Wenn der Zwischenraum komplett zugepustet wird, könnte der Feuchte Fleck bleiben...schimmeln...alle tot...

Gruß...J.



Da frage ich mich



was war der Berater bevor Er Berater wurde.
Maler,Putzer oder ein schlechter Architekt?
Sicher nicht Zimmerer oder DD.
Die sollten nur in Ihrem Bereich beraten und rechnen dürfen um solche teuren Fehler zu vermeiden.
Diese 1500€ für die Ausbildung gebe ich lieber für Werkzeug aus.

Sonniges WE



Interessanter Rundumschlag!



Auch wenn bezüglicher der ENEV Umsetzung viel Schindluder getrieben wird, sollte man doch keine pauschale Verurteilung vornehmen.
Wie so oft auf dieser Welt, es schwarze Schafe.

Ich habe wirklich kompetente Büros im Bereich Energieberatung kennen gelernt. Dort wurde mit Sensibilität und Feingefühl auf die Bausubstanz eingegangen.Das kostet natürlich Geld und ist nicht mit einem Energiepass für 20€ aus dem Internet zu vergleichen.

Einfache Fragen erzeugen oft Grundsatzdiskussionen, welche dann in privaten Befindlichkeiten ihr Ende finden.

Ein schönes Wochenende

Guido