Warmdach oder Kaltdach?

05.09.2011


Im Zuge der Renovierungsarbeiten unseres alten Einfamilienhauses wurde der Dachbodens unseres Pultdaches in den Raum dazu genommen, um Raumhöhe zu gewinnen und den Einbau von Dachfenstern zu ermöglichen. Daraus ergibt sich folgende Problemlage im Kontext der Wärmedämmung: Die bestehende Dacheindeckung besteht aus gefalztem Kupferblech, zwischen Holzschalung und Blech wurde (wie vor 20 Jahren üblich) Dachpappe verlegt. Im Zuge der laufenden Renovierung wurden auf Anraten unserer Holzbaufirma die Dachsparren aufgedoppelt und mit Rockwool verfüllt (ca. 30 cm Dämmlage). Nun soll mit einer Dampfsperre (Sperrwert 1500 m) abgeschlossen werden (darunter Lattung/Gipskarton). Meine Frage: Gibt es Erfahrungen mit solchen „Warmdächern“? Wie hoch ist das Risiko, dass Holz und Dämmung durchfeuchten/faulen, vor allem, wenn sich ein Bad unter Dach befindet? Wäre der Einbau einer Hinterlüftung anzuraten? (wenngleich unter erschwerten Bedingungen, zumal die Belüftung der Westseite aufgrund eines Nachbardaches nur mit „Lüftungshauben“ möglich ist; zudem müssten die Lüftungsebenen zwischen den Dachsparren verlaufen).
Für fachkundige Stellungnahmen wäre ich sehr dankbar. Grüsse W. Agreiter





Da die Dachhaut (Blechfalzdach) diffusionsdicht ist, muss eine absolut dichte Dampfsperre auf die warme Seite, das ist schon richtig. Der Bauherr sollte genau auf sorgfältige Ausführung achten (luftdichte Anschlüsse in Ecken, um Balken und an Orten, wo man nicht gut hinkommt). Auch der nachträgliche Einbau der Dachfenster ist eine Quelle zukünftigen Ärgers, wenn er nicht fachgerecht ausgeführt wird.
Die Nasszelle sollte über eine dicht schliessende Türe und eine eigene Entlüftung über Ventilator nach aussen verfügen.



hinterlüften ist besser



vielen Dank an Herrn Paulsen! wir haben nach Rücksprache mit einem Bauphysiker beschlossen, doch eine Hinterlüftungsebene zwischen den Sparren einzubauen. Die Risiken eines nicht hinterlüfteten Daches scheinen zu groß, vor allem, wenn sich darunter Nassräume befinden. Zudem bin ich im Netz auf Stellungnahmen zu warmdächern gestoßen, die davon berichten, dass die Holzkonstruktion unter Dach regelrecht verfaulte. grüsse, w. agreiter