Dach reparieren (Latten verstärken) oder Neueindeckung?

24.02.2007



Hallo,
wir haben ein saftiges Dachproblem. Das Dach des 150 Jahre alten Vierständerfachwerkhauses, das wir kaufen wollen (ehemals Reetdach, jetzt mit Tonpfannen eingedeckt - genaues Alter unbekannt, maschinell hergestellt, Pfannen mit Mörtel befestigt), sieht übel aus. Insgesamt stark wellig, von außen löchrig und stark bemoost, von innen Siebcharakter.
Nach Meinung dreier Fachleute sind die Latten hinüber, der Dachstuhl insgesamt aber ziemlich in Ordnung. Was die Deckung betrifft, scheiden sich die Geister.
Ein Dachdecker erklärte, dass nicht nur Lattung, sondern auch die Pfannen zwingend neu gemacht werden müssen.(Die Balken stehen nah genug beieinander, um dies problemlos durchzuführen.)Ein Architekt hat uns dagegen vorgeschlagen, einfach die Latten so zu verstärken, dass sich die Tondeckung wieder aufrichtet, indem die Wellen herausgedrückt werden. Das Dach wäre dann zwar nicht schneedicht, würde aber noch einige Jahre halten.Diese Lösung fanden wir hervorragend. Einmal aus finanzieller Sicht, eine Neueindeckung liegt bei 30 TE,
zum anderen, weil wir uns um Bestandserhaltung bemühen und ein altes Dach schöner finden.
Nun erklärte uns aber ein befreundeter Zimmermann mit viel Erfahrung, dass dieses Vorgehen immens risikoreich ist. Die Deckung hat sozusagen ihre eigene, verquere Ordnung entwickelt. Einige Pfannen fehlen, andere liegen schief, dazu sind sie wie gesagt mit Mörtel befestigt, weswegen man sie nur schwerlich gerade rücken kann. Er vermutet, wenn man die Wellen herausdrückt, wird die ganze Dachdeckung nicht nur zu sehr in Bewegung, sondern vor allem auch unter Spannung geraten und höchstwahrscheinlich abstürzen. Dazu fand er die Tonpfannen zu bröselig (vom sauern Regen), als dass sie noch lange halten können.
Obwohl uns die Lösung des Architekten mit der Dachlattenverstärkung die Liebste ist, sind wir jetzt stark am Zweifeln. Daher die Frage: Hat hier jemand ein altes, welliges Tondach durch Herausdrücken repariert? Wie groß sind die Chancen, dass so etwas funktioniert? Und wenn es funktioniert - wie lange kann das halten?



ganz einfach:



Der Archi schlägt ein Ausführungsdetail vor
und dann wird unter seiner Leitung ein für den Zustand repräsentatives Probefeld "hochgedrückt".
Wären eigentlich genügend Reserveziegel für die Löcher da?
;-)
Grüße





Der Architekt sagt, Ziegel sind kein Problem. Aber die Gegenmeinung sagt, durch die Vermörtelung hängt das ganze Dach so zusammen unter Spannung, dass es fünf Felder lang gut gehen kann und beim sechsten rutscht die ganze Lage weg.



was sagt denn der Architekt,



wie lange diese Ziegel noch halten? Gibt er Ihnen das auch schriftlich? Wie war das mit den Reserveziegeln?
Wie lange sollten die Ziegel nach Ihrer Vorstellung noch halten müssen, damit sich auch die durch das Hochdrücken entstehenden Kosten rechnen?
Wissen Sie überhaupt welche Kosten durch das Hochdrücken entstehen können? Wie werden die Räume darunter genutzt und welche Auswirkungen können undichte Stellen im Dach auf darunter liegende Räume haben?
Ich glaube doch eher, die erfahrenen Handwerker haben in diesem Fall recht.
Die vermörtelten Ziegel könnten, selbst wenn das Hochdrücken gelänge, unregelmäßig nach oben aus der Fläche rausragen, bzw. sich aufrichten weil ja die Gesamtlänge der Reihen wieder größer wird.
-
Ich bin ja auch dafür, Altes zu erhalten, aber nicht um jeden Preis.
Aber entscheiden dürfen (müssen) Sie als Bauherr selbst ;-)
Haben Sie keine Bilder?
Grüße