Warum tropft es auf einmal ?

17.05.2013 Bexer



Hallo,
ich habe mir im Laufe der letzten Jahre ein kleines Fachwerkhaus gebaut.So das "sich alles in Ruhe setzen kann ". Also im ersten jahr das Fundament, im zweiten das Fachwerk , im 3. das Dach und ausgefacht.Nun kam im 4.Jahr die dicke Porotonsteinwand (innen) zur Wärmedämmung hinzu.
Die Decke wurde (aus Kostengründen :( ) direkt mit Steinwolle gedämmt und mit einer Dampfsperre übertackert.
Die Aussenhaut des Daches besteht aus schwarzer Dachpappe, die so Gott will irgendwann begrünt wird....
Seit Herbst wohne ich drinnen und jetzt im Frühsommer scheint sich Schwitzwasser zu sammeln und tropfte nun bereits aus 2 verschieden Stellen. Allerdings erst nachmittags wenn das Dach von der Sonne richtig warm geworden ist.

Jetzt die Frage:

Nun stellt sich für mich die Frage ob das Wasser(-dampf) (A) nun von unten durch die bsw. "Folie-Wandanschlußbereiche",direkt auf Lehm .. , von unten nach oben dringt und dann wieder runterläuft ?


Oder habe ich es hier (B) mit dem Phänomen zu tun wie man auch in der Wüste Wasser machen kann. Also eine schwarze Folie gespannt bindet bei Wärme das Wasser der Umgebungsluft.

Was halten Sie von der Zwischenlösung ersteinmal eine große weiße Folie übers Dach zu legen, bis dann iwann mal das kühlende Gründach folgt, damit es sich nicht so erhitzt ?

Wäre für sinnvolle Anregungen sehr dankbar.

MfG Bexen



Das ganze ist...



... aufgrund der vagen Beschreibung aus der Ferne schwer zu beurteilen oder einzuschätzen.

Irgendwo muss das Wasser ja herkommen und da gibt es drei prinzipielle Möglichkeiten...

1. Kondensation aus dem Innenbereich an der dichten Hüllfläche
2. Eintrag von außen
3. Defekt einer Leitung

Viel mehr lässt sich m.E. momentan dazu nicht sagen.

MfG,
sh



Möglichkeit des Wasserflusses



Hallo ,
ersteinmal danke für die schnelle Antwort.

Also eine Leitung gibt es nicht und bei Starkregen tropft nichts.

Also tippe ich mal auf Kondensation zwischen Dachinnenseite und Folie.

...
aber sowas bekomme ich doch nicht weg ;(

Muss ich denn im schlimmsten Falle aus dem Warmdach ein Kaltdach machen und stattdessen die Zwischendecke dämmen ?

MfG B



Gibt es denn erhöhten Feuchteeintrag...



... von innen?

- Pflanzen
- Terrarien
- Saunalandschaft
...

"Normale" Wohnfeuchte sollte sich weglüften lassen...
Bitte beschreibe mal den Decken- und den Dachaufbau möglichst genau, incl. Nutzung, Skizzen, Zeichnungen, Fotos... wären hilfreich...

MfG,
sh



Deckenaufbau



Na das komische ist das ich ja noch nicht mal einen Wasseranschluss habe, der kommt in 6 Tagen . ;)
Habe fast alles mit Regenwasser gebaut.

Blumen gibt es auch nicht.Und so erledige ich das Tagesgeschäft mit einem 10 l Kanister. Wasserverbrauch pro Tag ca. 5 l.

Und hier noch zwei Fotos.

Dachaufbau von innen nach aussen. :

-Dampfsperre, undurchlässig.
-Sparren 160 mit dazwischengestopfter 140`er gelber Dämmwolle . ( Das Zeug was etwas juckt.)
- 26`er Schalung
- 1x Dachpappe genagelt
- 1x Schweissbahn

Mhh..



2. Foto



..und hier von innen :



fehlende Hinterlüftung?



Mir scheint, dass sich kondensat unter der Schalung bildet und abtropft. Vielleicht im unteren Teil des Daches mal die Dämung öffnen und nachsehen.
Läßt man einen Luftspalt so muß eine Hinterlüftung eingebaut werden. Ohne Luftspalt wäre die Konstruktion zumindest gewagt.

Gruß



Guten Abend,



eine Hinterlüftung wird vorhanden sein bei 160mm Sparren und 140mm Dämmung.
Allerdings glaube ich das es sich im Moment noch um eine stehende Luftschicht handelt, da keine Lüftungsöffung, die für Luftzirkulation sorgen eingebaut sind.
Leider erkennt man auf dem Foto nicht allzuviel. Aber das Dach scheint noch nicht fertig zu sein. Zumal die zwei Abdichtungslagen für eine Grünbedachung nicht ausreichen.

Wieviel Dachüberstand ist vorhanden?
Sind die auf dem Foto zu sehenden Anpresslatten nur im Traufbereich aufgebracht, oder gibt es da noch mehr auf der Dachfläche? Ist das Dach wirklich dicht?
Welche Dampfsperre wurde verbaut(Fabrikat/Name/Hersteller)?
Wie wurde die Dampfsperre am Schornstein (letztes Bild) angeschlossen?

Reicht erstmal mit der Fragerei...

Mit freundlichen Grüßen
Danilo



Es lässt sich erkennen...



... dass die Dampfsperre mangelhaft eingebaut worden ist. Das dampfsperrt nicht wirklich...
Es scheint nicht unmöglich, dass auf diesem Weg massiv Baufeuchte in die Dämmung gelangt ist, dort auch nicht ablüften kann und bei Sonneneinstrahlung flächig in Richtung innen rückwandert.

MfG,
sh



Also..



Hier mal ein paar Fakten :
(Habe mir noch mal alles betrachtet)
Feuchtigkeit im Traufbereich ist nicht zu fühlen. Dafür kurz vor dem Firstbereich.

Die Sparrentiefe ist doch 200 mm
Die Marke derDampfsperre ist nicht zu erkennen, drauf steht nur "CE-Klasse E".

Die Dampfsperre ist nicht richtig an den Schornstein angeschlossen und es ist auch noch möglich das ich Dampfsperre mit Baufolie verwechselt habe. :(
Also die Folie die dran ist atmet in keine Richtung.

Könnte das der Fehler sein ???
Das wäre mir das liebste aller Übel.

Und wenn ja , wenn ich nun eine Dampfsperrfolie stattdessen anbringe , wird denn alles wieder trocken bis zum Winter ? Und bleibt es denn auch trocken im Winter?

Die Sache mit dem Luftspalt oder Lüftungsöffnung habe ich nicht so richtig verstanden, den Sinn schon aber nicht das wo und wie !?

Die Haltelatten sind ein bisschen Kreuz und quer angebracht - auch nur so viele das die Dämmung oben bleibt ( Dachfläche innen sollte langfristig mit Nut-u. Federbrettern zu gemacht werden
Und für die Grünanlage kommen nat. noch 2 Schichten mehr rauf , die letzte UV-beständig, bevor die dicke Folie kommt.
Der Dachüberstand ist übrigens 50 cm.

MfG B



Tropfwasser



Nach allem was ich hier gelesen habe, drängt sich der Verdacht auf, dass es sich um Kondenswasser handelt.
Wenn dem so ist, sollte die Dampfsperre (ist es wirklich eine Dampfsperrbahn, die verbaut wurde?) überprüft und ggfs. nachgearbeitet werden.
Exkurs: Der Dämmaufbau mit z.B. MiWo und der dann erforderlichen Dampfsperre (und auf der Außenseite eine diffusionsoffen Bahn) ist nicht fehlertolerant und daher problembehaftet.
Abhilfe kann u.U. eine Hinterlüftung bringen; bei der vorhandenen Dachneigung sollten das 10 cm sein. Wahrscheinlich gibt das die Konstruktion nicht her. Aber die ˜6 cm (200 mm Sparren - 140 mm MiWo) sind besser als nichts. Also Öffnungen im Trauf- und Firstbereich schaffen. Darauf achten, dass die Lüftungsöffnungen im Firstbereich regen- und flugschneedicht sind.
Und die weiße Abdeckung bis zur Begrünung könnte das Problem reduzieren.
Versuch macht klug.
Viel Erfolg.



Wie wärs



mal das Konzept mit dem Grasdach umzuschmeißen? Dann bräuchte das Dach nicht so dicht gemacht werden, es könnte auch mit dampfdiffussionsoffenen Materialien gebaut werden.
Da sie mit Lehm bauen, nehme ich an, dass Ökologisches Bauen für Sie nicht unwichtig ist. Nach meinem Kenntnisstand müssen bei Gründächern so feste & dichte Folien als Wurzelschutz verbaut werden, dass ich das Ökologische an Grasdächern sehr in Zweifel ziehe.
Ralph Schneidewind



Hallo Bexer,



würde auch dazu raten erstmal die Dampfsperre nachzuarbeiten bzw. durch eine echte zu ersetzten. Einschließlich Fertigstellung aller Anschlüsse und Hinterlüftung wie bereits beschrieben.

Mit Anpresslatten meinte ich die auf der Dachaußenseite.

Zum Gründach: Dächer müssen immer dicht gemacht werden, zumindest gegen Regenwasser.
Die letzte Dachabichtungsbahn muß nicht UV-beständig sein( sind sie sowieso), die wird ja von der Dachbegrünung abgedeckt. Sie muß aber auf jedenfall durchwurzelungsfest sein.

Mit Grüßen
Danilo



Grasdach



Ist das Dach für eine extensive Begrünung bemessen und nachgewiesen worden?
Normalerweise gehört für so etwas eine Werkplanung mit detailliertem Aufbau.
Sonst sollte man die Planung und Ausführung einer Fachfirma überlassen.
Für einen Laien (in diesem Fall zähle ich mich auch dazu) ist das zu riskant.

Viele Grüße
p.s. Warum haben sie das Fundament ein Jahr liegen lassen?
Das "damit sich alles in Ruhe setzen kann" verstehe ich nicht.



Antwort



Hallo und danke für ihre Tips.

Bin just auf dem Weg eine echte Dampfbremsbahn zu besorgen , viel "durchlässt".
Allerdings fällt es mir schwer zu akzeptieren nach aussen hin die oberste Fugenschicht der Ausfachung durchzubohren und somit für eine Aussenhinterlüftung zu sorgen.Es handelt sich immerhin um eine gesammte Wandstärke von 44 cm. Ich werde es wohl machen müssen. ( Lüftersteine ) ;(

Ach so:-Gründach

Auf der Dachaussenseite sind Begrenzungsbohlen angebracht in der Dicke des Gründachaufbaus.

MfG Bexer



Hallo



Dampfbremse die viel durchlässt.??
Die soll den Wasserdampf aber sperren und bremsen, nicht durchlassen.

Zur Hinterlüftung siehe Bild: Bewegte Luftschicht (9) zwischen Schalung und Dämmung.
Glaube nicht das es reichen wird, die oberste Fugenschicht der Ausfachung durchzubohren um eine ausreichde Be- und Entlüftung zu bekommen und ob die Löcher überhaupt dort ankommen/angeordnet werden wo sie hinsollten.
( Auch an die Abluftöffnungen denken, so wie sie Herr Esztermann bereits beschrieben hat. )

Mit freundlichen Grüßen
Danilo



Gründach



Und Sie glauben wenn Sie eine Bohle am Rand anschrauben wars das mit der Werkplanung für ein Gründach?
Das Kondenswasser das abtropft müsste Ihnen doch langsam klargemacht haben das man ohne Kenntnis und Erfahrung solche diffizilen Bauteile wie ein Warmdach nicht anfassen sollte.

Viele Grüße



Hallo,



@Danilo,
na ich habe jetzt die "Knauf Insulation LDS Silk " mit einem Sd-Wert von 2m bestellt.Also gut diffusionsoffen in eine Richtung.Das meinte ich mit "durchlässig".
Zwischen den Sparren werde ich im Deckenbalkenbereich / Traufbereich ganze Klinkersteine herausnehmen auf der Außenseite um für Belüftung zu sorgen.
Was ich nun noch nicht verstehe ist wo genau ich im Firstbereich Abluftöffnungen schaffen kann. ??

Ich kann ja nun schlecht das Dach aufsägen,dann wäre es wasserdurchlässig.

Hier mal eine Ansicht...



..und hier noch mal 2 andere Ansichten.



Wo genau sollten nun die Abluftöffnungen entstehen ?

MfG Bexer



Warmdach



Ein konsequentes Warmdach sieht anders aus!

Konsequent bedeutet in diesem Falle Abkehr von den althergebrachten Vorschlägen, die meist aus der Kaltdachecke kommen.

Also kein Gehampel mit durchlässiger Dampfbremsfolie, Belüftungsebene oder Zwischensparrendämmung, sondern konsequente Abdichtung und Trennung der Dämmebene von konstruktiven Bauelementen.

Natürlich kann es dann Kondenswasser unter der Decke geben, dagegen hilft nur Lüften. Im Falle dieses Mini-Fachwerkhauses evtl. durch ein Fensterchen oben an der Giebelseite.

Der Kauf dieser Knauf-Folie dürfte nichts bringen, stattdessen sollte der gesamte Dachaufbau neu überdacht werden. Entweder klassisches Kaltdach, diffusionsoffen mit Lüftungsebene oder Warmdach, s.o.



Nachtrag



Habe Rücksprache mit dem Baucenter gehalten , die Dampfsperre die ich innen habe ist die richtige. (Sd-Wert 100 m )

Habe einige Stöße hws nicht richtig abgeklebt,was nun verbessert wird. Auch werde ich schleunigst eine Zwischendecke mit Nut und Federbrettern einziehen.

MfG Bexer



Entlüftung



im Firstbereich eventl. mit diesen Dingern von Klöber.

http://www.kloeber.de/products.php?productsID=90

Wenn das Gründach drauf ist fallen die auch nicht mehr so auf.

Für erwähnte konsequente Warm/ Kaltdachdachlösungen wird der vorhandene Platz wohl nicht ausreichen.

Mit Grüßen
Danilo



Gründach



Jetzt nach den Entwurfszeichnungen bin ich sehr verwundert.
Warum haben Sie nicht einfach ein Kaltdach gebaut?
Dampfbremse und Dämmung in die Decke, bei der Dachneigung bleibt ein genügend großer Kaltraum als Dachboden übrig. Der ist zwar nicht nutzbar, aber reicht zur Belüftung völlig aus.

Viele Grüße



Hallo,



Nochmals vielen Dank für Ihr Bemühen. Werde die "Entlüftungsdinger" :) mal in Betracht ziehen. Müsste sie aber 16 Stück davon einbauen. Mal sehen.
Ja, warum kein Kaltdach.Als ich damals anfing mit Zettel und Stift mir mein Großprojekt für die kommenden Jahre zu suchen, wusste ich nicht einmal das es Kalt -u.Warmdächer gibt.Damals haben meine "Bauten" wie Bett und Regal noch gewackelt.

Schmunzel...
Und in letzter Konsequenz werde ich das alles im Herbst noch überprüfen und event.ziehe ich die Dämmung dann einfach in die Zwischendecke.

MfG Bexer



Dämmung von Dach oder Decke



…wenn ich mir die Bilder und Zeichnungen so ansehe, dann ist die Idee, die Decke zu dämmen und nicht das Dach, die bessere.
Ist einfacher und effizienter und weniger fehlerbehaftet.
Viel Erfolg.