Schimmel am Unterdach?

07.03.2008



Hallo, mein Haus ist 1962 gebaut worden. Das Dach ist folgendermaßen aufgebaut: Ziegel, Lattung, Unterdach auf das eine schwarze Bahn aufgebracht ist, fertig. Nun bildet sich hauptsächlich in den Herbst & Wintermonaten auf dem Dachboden teilweise so grüner Schimmel (glaube ich zumindest)am Unterdach. Der Dachboden ist nicht isoliert, außer der Boden zu dem Untergeschoss.
Was kann ich dagegen tun? Hilft nur Lüften? Und wie kann man den Dachboden günstig und effektiv isolieren? Das muss doch auch schon früher so gewesen sein. Glaube nicht das die Fenster am Giebel ständig offen waren im Winter. Leider sind die Vorbesitzer verstorben sonst hätte man ja fragen können. Wir besitzen das Haus erst 1 1/2 Jahre. Danke für die Hilfe.

Gruß Frank



es grünt so grün



Hallo Frank,

bei Häusern der 60er Jahre gab es häufig Öffnungen/Zwangslüftungen in den Giebelwänden. Sind diese evt. verschlossen worden?

Die auf dem Boden liegende Dämmung ist mit ziemlicher Sicherheit nicht aus den 60er Jahren, sondern erst später dort hin gekommen.
Welches Material ist das? Glaswolle? Steinwolle?

Bei weichem Dämm-Material und einem relativ diffusionsoffenen Boden diffundiert die erwärmte Luft allmählich nach oben in/durch die Dämmung. Eine Belüftung trägt nun die Feuchtigkeit nach außen. Wenn keine Belüftung dann halt kein ausreichender Abtransport der Feuchte.

Im Herbst und im Winter ist es in unseren Breiten üblich, dass die Temperaturen sinken. Die in der wärmeren Luft gebundene Feuchte schlägt sich nun am Holz des Unterdaches nieder und gibt den Sporen Nahrung.

Kurz gesagt, da muss Luft rein oder das Dach neu konzipiert werden.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Vermute...



...auch ohne Feuchtezufuhr aus der unteren Wohnung wird sich Kondensfeuchte an der Unterseite der Schalung bilden, da sich die Dachfläche insbesondere in kalten, klaren Nächten bis unter den Taupunkt der Luft abkühlt.
Wenn keine Dämmung vorhanden ist, wird ein ausreichender Luftaustausch vorhanden sein, eine weitere Belüftung wird das Problem auch nicht lösen und evtl. sogar verschlimmern. Die über die Decke eindiffundierten Mengen sind zu gering um die Ursache des Problems zu sein (es sei denn, die Decke ist nicht Luftdicht und es strömen größere Mengen warme Luft z.B. über eine Bodenklappe in das DG). Sie würden auch schon größtenteils in der Dämmung auskondensieren. Ist die Dämmung trocken, liegt die Ursache für die Befeuchtung einfach an der Unterkühlung der Dachfläche und es kommt zu den gleichen Folgen wie außerhalb von Gebäuden: Bildung von Tauwasser. Ist die Dämmung feucht, so besteht Handlungsbedarf, entweder Dach ebenfalls dämmen oder Dampfbremse von unten unter die Decke...

Diese Tauwasserbildung findet übrigens auch unbemerkt in geringem Umfang bei gedämmten Dächern auf der Unterseite von Unterspannbahnen bzw. Dachpfannen statt. Die Feuchtigkeit tropft auf die Dämmung bzw. wird von den Ziegeln aufgesaugt.

Mein nicht DIN tauglicher, günstiger Vorschlag nach Abklärung obiger Punkte: Oberflächentemperatur der innenseitigen Dachfläche erhöhen, dazu von innen dünne (max. 20mm!!!) Weichfaserplatte direkt auf die Schalung schrauben, dadurch streicht weniger Luft an der extrem kalten Schalung vorbei und es kondensiert weniger Wasser aus. Dieses wenige kann, wenn es wärmer ist, wieder fast ungehindert durch die Weichfaserplatte abtrocknen.
Ich würde aber vorher ein Probefeld anlegen und einige Wochen beobachten, ob es unter den Platten trockener ist!!! Die Platten dienen nicht der Isolation des DGs sondern nur der Erhöhung der unmittelbar mit der Luft in Berührung stehenden Flächen ! Vor dem großflächigen Anbringen der Platten sollte die Schalung abgetrocknet sein, sonst kann sich während es noch feucht ist, vermehrt Schimmel bilden.

Jetzt kommt bestimmt erboster Widerspruch... trotzdem, ich würde es versuchen.

Gruß Frank



Einfach mal regelmäßig



die relative Feuchtigkeit dort oben messen. Schon wird man mehr dazu sagen können warum es kondensiert oder eben warum nicht. Ein Messung der Oberflächentemperatur an den feuchten Stellen wäre auch sinnvoll.

Gruß Marko



Schimmel am Unterdach?



Hallo und schon mal Danke für die Antworten. An den Giebelwänden befinden sich keine Öffnungen außer ein kleines Fenster auf jeder Seite vom Giebel und ein kleines Dachfenster nähe Schornstein. Die Giebelfenster habe ich erstmal geöffnet. Welche Dämmwolle sich im Boden befindet kann ich noch nicht sagen da der komplette Dachboden mit Schalbrettern zu ist. Ich werde mal welche hochnehmen um zu gucken was es ist und um zu sehen ob die Dämmung feucht ist. Die Bodentreppe ist auch ein betagteres Modell, wahrscheinlich so alt wie das Haus. Somit auch nicht so Dicht wie die heutigen. Unser Badezimmer befindet sich auch in der 1 Etage. Das war aber vorher auch schon so. Wir haben es nur von Grund auf neu gemacht. Komisch nur das es seit 45 Jahren anscheinend keine Probleme gab. Werde erstmal gucken welche Isolierung unter den Brettern ist und in was für einem Zustand sie ist. Wie sieht es aus wenn ich den Dachboden komplett isoliere? Die Feuchtigkeit auf den Schalbrettern bildet sich doch dann trotzdem durch die Unterkühlung des Daches. Wie müsste denn eine Isolierung aufgebaut sein wenn es doch helfen sollte? Bin absoluter Laie.

Gruß Frank



belüftetes Steildach



Durch die Schalung und die außen aufgebrachte Dachpappe bleibt nur die Version "belüftetes Steildach", das heißt eine min. 2cm starke Belüftungsebene zwischen Dämmung und Schalung, die an Traufe und First belüftet ist. Da die Dachpappe wahrscheinlich über den First gezogen wurde, wirst du hier nicht um Dacharbeiten herumkommen (First abdecken, Schalung teilweise entfernen, First mit Belüftung einbauen etc.).

Da sich das Luftvolumen nach Einbau der Dämmung reduziert und ausschließlich Außenluft durch die Konstruktion ströhmt, reduziert sich auch der Tauwasserausfall.

Eine weitere Möglichkeit wären feuchte Giebelwände (z.B. durch Undichtigkeiten im Dach), diese geben das Wasser durch Verdunstung an den Dachboden ab und es Kondensiert am Dach... Feuchtigkeitsmessungen sind immer gut, siehe Marko...

Die Abdeckung der Decke/Dämmung mit Brettern macht Diffusion durch die Decke als Ursache noch unwahrscheinlicher, wenn, dann hättet ihr hier ein noch größeres Feuchtigkeitsproblem, auf jeden Fall nachsehen !

Schönes Wochenende
Gruß Frank





Habe mal ein paar Bretter hochgenommen. Darunter befindet sich Glaswolle die auf einer schwarzen "Pappe" aufgebracht ist. Dann kommen noch "verpresste Strohmatten". Feuchtigkeit oder gar Schimmel war aber an keiner der Stellen vorhanden. Feuchtigkeitsmessungen werden ich mal machen. Muss mir aber erst ein Messgerät besorgen. Hohe Luftfeuchtig ist auf jedenfall vorhanden da die beiden Fenster komplett nass sind.
Der First scheint aber belüftet zu sein so wie es von unten aussieht. Habe mal ein Zimmermann kontaktiert der will sich das mal angucken.

Gruß Frank



Mache doch einfach die Fenster auf.



Lasse da oben einfach die Luft durchblasen. Die Geschoßdecke ist doch gedämmt. Wenn die Fenster innen beschlagen sind hat sich die Frage der relativen Feuchtigkeit und Taupunkt schon erledigt. Hier ist eindeutig Lüften angesagt.

Wo die Feuchtigkeit herkommt kann man eignetlich nur vor Ort feststellen.

Gruß Marko



Schimmel am Unterdach?



Fenster sind seit 2 Tagen offen. Aber über eine Isolierung des Dachgeschosses denke ich trozdem noch nach. Wie müsste die denn dann aussehen? Danke für eure Unterstützung.

Gruß Frank



Ich denke die Geschoßdecke ist schon gedämmt?



Dann brauchst du das Dach nicht auch noch zu dämmen! Welche Wärme soll den diese Dämmung drinnenhalten? Es kommt doch kaum was von unten. Sie verhindert höchstens dass im Winter der Dachboden durch die Sonne mal ein bisschen aufgeheizt wird und besser trocken kann. Ich würde es lassen.

Gruß Marko





Stimmt auch wieder. Sinnvoll wäre es nur wenn ich den Dachboden mal ausbauen werde. Danke für Eure Antworten...

Gruß Frank