Dach dämmen mit nachwachsenden Rohstoffen mittels Bundesförderungsprogramm

23.08.2007



Hallo liebe Community,

wir haben uns vor kurzem ein Haus (Bj. ~ 1950) in der schönen Vulkaneifel gekauft.
Dringend notwendig wäre eine vernünftige Dämmung vom Dach und Keller.

Hier zunächst die Fragen zum Dach.

Das Dach hat etwa folgenden Aufbau:
1. Schieferbiberschwänze
2. Kiefer- oder Fichtenbretter (ca. 1,5cm stark, durchgehende Verkleidung, (fast) ohne Lücken)
3. Dachbalken (Sparrenbreite schwankt zwischen 50-57 cm, Sparrentiefe ca. 12 cm)

==> Dachboden hat ca. 80 m² (es gibt dort schon zwei Zimmer, die wir momentan noch nicht extra dämmen wollen).
==> Dachfläche ca. 180 m²

Auf der Ostseite ist zwischen den Dachbalken noch eine Art Dachpappe mit Dachlatten auf die Fichtenbretter genagelt. Dieses ist wohl nach dem Dachstuhlbau geschehen, da die Dachpappe nicht zwischen Balken und Brett sondern nur zwischen den Sparren liegt. Aufgrund des maroden Zustandes werden wir diese aber wohl komplett entfernen müssen. Eine Erhaltung scheint nicht sinnvoll.

Momentan angedacht wäre in etwa folgende Lösung.

(Ausbau zum Wohnraum / Schlafzimmer):
a. Sparren ca. 10 - 12 cm hoch senkrecht mit Steinwolle ausfüllen, je nach Luftspaltnotwendigkeit.
b. Querlattung ca. 10 cm hoch auf Balken aufbringen.
c. Querlatten wiederum mit Steinwolle jetzt aber waagerecht ausfüllen.
d. Dampfsperre auf Querlattung anbringen
e. Mit Rigipsplatten oder OSB-Platte verkleiden.

Die Fragen:

1. Braucht es einen Luftspalt zwischen Steinwolle und Dachbrettern? Diese stehen ja dicht an dicht (ohne Nut & Feder) und lassen eigentlich kaum Luft hindurch.

2. Besser die 'grüne' Feuchtraumplatte von Rigips oder die normale?

3. Ist die Dampfsperrfolie überhaupt nötig? Ich habe gehört. dass es OSB Platten mit 'eingebauter' Dampfsperre geben soll. Taugt das was?

4. Als Alternative zur Steinwolle kann man wohl auch Hanf-oder Flachsdämmstoffe nehmen. Für die gäbe es evtl. auch ncoh Fördergelder (www.naturdaemmstoffe.info). Bleibt der Aufbau Lattung, Dämmung, Dampfsperre dabei gleich? Welche Dicken braucht man dabei, eher gleich dick wie Steinwolle oder mehr/weniger? Lohnt sich das überhaupt finanziell?

Viele Grüße,

Michael



Dachdämmung



Hallo Michael,

wie wasserdicht hälst du die Brettverschalung? Mal egal, mit was du dämmen willst, wenn ein Sturm dir mal eine Schwachstelle ins Dach verpaßt, läuft dir Wasser in die Dämmung. Ich gehöre zu denen, die mit Mineralwolle kein Problem haben, aber in diesem Fall hätte ich Mores. Vielleich gibt es andere (eventuell natürlichere wie Mineralwolle) Dämmstoffe, die da unempfindlicher wären, aber eventuell eindringendes Wasser kann sicher immer ein Problem sein, das Dach ist sicher so alt wie die Hütte, oder? Momentan könnte es weitestgehen wegtrocknen, damit ist es nach der Dämmerei vorbei. Vielleicht antwortet ja noch ein anderes Mitglied. Ich würde zuerst diesen Punkt klären, über den Aufbau der Dämmung selber gibt es hier genug Anregungen, von Mineralwolle bis zu Dämmungen aus nätürlichen Rohstoffen.

Gruß Patrick.





Hallo Patrick,

vielen Dank für den Hinweis mit dem eindringenden Wasser. In der Tat sieht man auf dem Dachboden vereinzelt die abgetrockneten Überreste einiger weniger 'Pfützen' (Kalkränder). Das Dach ist zu 99,9% dicht, aber es gibt so zwei, drei Stellen an denen der Biberschwanz fehlt. Allerdings schien es so, das es hier trotz des vielen Regen in letzter Zeit nicht weiter reintropfte.

Aber das mit dem Sturm sollte ich wohl nicht unterschätzen.

Wenn ich deine Anmerkungen richtig interpretiere, bedeutet das wohl, dass ich entweder das komplette Dach (inkl. Schindeln und neuer Unterspannbahn) sanieren muss oder einfach nur den Dachboden selber dämmen darf.

Oder gibt es eine Dämmung, die zu einem gewissen Grad eintropfendes Wasser aufnehmen kann und bei Trockenheit wieder abgibt, z.B. über den Luftspalt zwischen Dämmung und Brettern?

Wenn nicht, wäre das wohl 'ne echte Marktlücke...



Das Biberschwanzproblem...



...kommt noch erschwerend hinzu, nur dicht bei entsprechender Überdeckung, und wehe, es hat Hängematten zwischen den Sparren. Auf meinem Bauernhaus waren auch Biberschwänze. Überall nasse Stellen. Im Prinzip wäre es sicher das Beste, zumal die Verwahrungen sicher auch 50 Jahre alt sind und immer Schwachstellen sind. Ich möchte dir jetzt nicht sagen, daß du dein Dach runterschmeißen sollst, besser wäre es aber sicher. Aber such doch nochmal im Forum nach "Unterspannbahn" oder so. Ein Dachausbau bei fehlender Unterspannbahn hat bestimmt schonmal jemand interessiert, ich kann mich zumindest dunkel dran erinnern.

Gruß Patrick.



Vielen Dank



Hi Patrick,

Guter Tip. Werde mich mal auf die Suche nach 'fehlender Unterspannbahn' machen.

Vielen Dank nochmal,

Michael



Einige Klärungen



Was versteht Ihr unter "Schieferbiberschwänzen"?
Dann kam in einer Antwort "Schindeln" zur Sprache!
Was ist denn nun erst einmal genau auf dem Dach?
Bieberschwanz, Schieferbelag, Schindeln oder doch etwa was ganz anderes?
Nach Ihren Ausführungen zu urteilen, scheint es sich weiterhin um eine komplette Schalung unter der eigentlichen Dacheindeckung zu handeln und diese wiederum ist mit einer bituminösen Pappe belegt.
Somit handelt es sich um ein dampfdichtes dach, bei dem man nunmehr nicht einfach eine Dämmun g so ohne weiteres einbringen kann!!
Genaue Analyse der Gesamtkonstruktion ist notwendig, denn es erscheint hier die Situation, daß eine sogenannte "Firstentlüftung" eingebaut werden müßte.
Ihr vorgeschlagener Innenkonstruktionsaufbau ist außerdem auch nicht der empfehlenswerteste, da eben die außenseitige Dampfdichtheit besteht.
Für eine Förderung ist die Steinwolle natürlich nicht möglich.
Wenn, dann eben der angesprochene Hanf, da er gegenüber weiteren Produkten sehr gute Eigenschaften hat und für die Förderung sehr interessant ist.
Zu weiteren Fachfragen wäre hier z.B.:

Peter Gust Dachdeckerm.GmbH&CoKG
Wolfssteinweg 5
02689 Sohland/Spree
Tel.: 035936-42490
Fax : 035936-42499
eMail: Peter-Gust@t-online.de
WWW: Homepage
noch zu benennen.

Grüße Udo



Teerpappe



Hallo Udo,

wenn ich Michael richtige verstanden habe, ist die Teerpappe, die nur auf einer Seite ist, von innen auf die Brettschalung genagelt und er will sie ohnehin entfernen. Damit ist es nach außen diffusionsoffen. Bleibt das Problem mit der fehlenden Unterspannbahn... Was genau Schieferbiberschwänze sind, weiß ich nicht, vielleicht macht Michael mal ein Bild von außen. Nachdem er von außen nach innen den Aufbau geschildert hat und keine Lattung erwähnt hat, wird es vermutlich eine normale Schieferdeckung sein, die auf die Bretter genagelt ist.

Gruß Patrick.



Biberschwanz oder was?



Hab' mich mal bei Wikipedia umgesehen, da ich selber nicht weiß was eigentlich ein Biberschwanz ist.

Ergebnis:

Ich habe Schieferschindeln, klaro, Haus steht ja auch in der Eifel.
Diese sind mit speziellen Nägeln auf einer Vollschalung angeschlagen. Die Vollschalung besteht aus einer (fast) dichten Lage aneinandergelegter Bretter. Dieses sind die Bretter die man von innen auf dem Foto erkennt. Das Loch hat wohl mal jemand reingesägt. Dort kann man die schwarzen Schindeln von innen betrachten.

Die Teerpappe ist leider total marode und hängt meist lose an der Vollschalung runter.

Es scheint, dass wir um einen Fachmann vor Ort wohl nicht herumkommen.

Danke für Eure Hilfe einstweilen.



Info bereits überstellt



Mit einem Dachdeckerfachmann darüber sprechen ist eine weise Entscheidung.
Denn wenn man bereits bei den einzelnen Begriffen Google'n muß, erscheint mir die Hingabe zum Do it yourself sehr fragwürdig.
Hochachtung für diese Entscheidung für's Selbermachen, doch geht hier sicherlich dann einiges in die komplett falsche Richtung.
Dies sollte dann ja nicht Sinn und Zweck dieser Plattform sein!
Habe nochmals einen Ansprechpartner aus dieser Plattform angehängt, wo Du sicherlich sehr gute Fachunterstützung erhalten wirst. Einfach mal durchtelefonieren und dann weiterentscheiden.

Peter Gust Dachdeckerm.GmbH&CoKG
Wolfssteinweg 5
02689 Sohland/Spree
Tel.: 035936-42490
Fax : 035936-42499
eMail: Peter-Gust@t-online.de
WWW: Homepage

Hier noch 'ne mobile Variante dazu:
0162-9070606.

Gutes Gelingen,

Udo



Bezüglich einen Fachmann hinzuziehen...



kann ich Udo nur zustimmen. Das Problem mit der fehlenden Unterspannbahn ist das eine, aber unter den Bildern ist auch eine Aufnahme dabei, auf der noch eine Mittelpfette und eine Mauer zu sehen ist. Spätestens dann, wenn die Unterpannbahnproblematik geklärt ist, wird hier ein genaues Hinsehen bezüglich Dicht-/Dämmebene erforderlich sein. Und das will überlegt sein.

Gruß Patrick.