Dämmung unter Flachdach

09.12.2005



Hallo,

ich habe eine Frage wegen der Dämmung eines Flachdaches. Es geht um einen Anbau 25m², mit einem Ethanit Flachdach ( ca. 15 Jahre alt, ca 1,5cm dick, gewellt ). Unter dem Dach ist ca 5cm Luft, dann kommt eine ca. 12cm dicke Dämmung aus Mineralwolle und dann eine Holzdecke. Die Holzdecke habe ich nun abgemacht und musste feststellen das Zwischen der Isolierung Wasser runtertropft, da die Isolierung schon ganz schwarz und feucht auf der Oberseite ist will ich neu Isolieren und wieder eine Holzdecke einbauen. Das Dach ist dicht, aber nach kalten Nächten gefriert das Feuchte Ethanitdach und gegen Mittag wenn es wärmer wird taut es auf und das Wasser tropft auf die Isolierung. Ich denke mal das sich da Schwitzwasser bildet und deshalb das Dach von Unten feucht wird. Es ist auch keine Dampfbremse vorhanden.

Meine Frage ist jetzt wie ich das am besten neu isoliere.

Momentan sind Dämmkeile 12cm unterm Dach, wenn es geht würde ich auch wieder Dämmkeile benutzen. Und natürlich will ich auch eine Dampfbremse anbringen, aber muss jetzt vielleicht zwischen Dach und Isolierung auch noch ne Folie?


Für eine Antwort wäre ich Euch sehr Dankbar.



R.J.



Hallo,
ist die Luftschicht zwischen Dachplatten und Dämmebene belüftet, d.h. zur Außenluft zugänglich und Luftdurchströmt? Wenn ja, dann sollte schon allein deswegen eine Diffusionsoffene Winddichtungsbahn über der Dämmung eingebracht werden um deren Durchströmung zu verhindern.
Welche Art Folie Sie unterhalb der Dämmebene anbringen, da scheiden sich die Geister bzw. ist der Sachverhalt zu ungenau. Zur Auswahl stehen Feuchtevariable (adaptive) Dampfbremse, Dampfbremse und Dampfsperre. Bei belüfteter Ebene oberhalb der Dämmschicht reicht womöglich eine Dampfbremse bzw. adaptive Dampfbremse aus.
Grundsätzlich gilt, je dichter sie bauen, desto exakter muss die Ausführung sein um Bauschäden vorzubeugen.
Anzuraten wäre auch die Deckenbalken etwas zu erhöhen um mehr Dämmung unterzubringen.



Isolierung unter Flachdach



Hallo R.J.,

danke für die Antwort.
ich werde bei der neuen Dämmung mind. 16cm oder 18cm dicke Dämmkeile verwenden, 12cm ist wohl n´bissl wenig. Hab nachgemessen, genug Platz wäre da.

Mit der Luftströmung ist das so ne Sache: Das Ethanit-Welldach sitz ca 3cm über der Wand auf und ragt ca 50cm nach aussen und ist zum größten Teil offen, somit wäre die Luftzyrkulation wohl kein Problem aber diese Freiräume zwischen Oberkante Wand und Dach habe ich mit Teilen der alten Isolierung ca 30cm zugestopft ( dachte das wäre besser so ? ). Wenn es geht wollte ich eine zweite Folie zwischen Dämmung und Dach verhindern, da ich nicht weiß wie ich diese Folie am Ethanitdach angringen kann.

Wäre es jetzt also möglich, wenn keine Luft reinströmen kann, und eine dickere Isolierung angebracht wird, mit einer Folie bzw. Dampfbremse oder Sperre auszukommen?

PS: Vorher war der Spalt zwischen Oberkante Wand und Dach nur Teilweise zugestopft, hab sogar zwei Vogelnester auf der Isolierung gefunden.

Für eine Antwort wäre ich sehr Dankbar
Gruß Bernius



Also ich würde



auch mal über die Eternitplatten nachdenken. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt diesen Sondermüll zu entsorgen und dann das Dach komplett, aber richtig wieder neu aufzubauen.
- Wie alt sind die Platten?
- Welche Neigung hat das Dach?



Danke für die rasche Antwort



Leider kommt ein neues Dach finanziel nicht in Frage, noch nicht. Das Dach ist ca 15 Jahre alt und sollte vorerst erhalten bleiben.

Das Dach ist ca 6m x 6m groß, ca 1,5cm - 2 cm dick und hat eigentlich die Form eines Satteldaches, eben mit einer ganz geringen Neigung ( vielleicht 15° )?

Schöne Grüße
Bernius





Wieso Sondermüll? Wenn Sie auf Asbestfasern als mögliche Bestandteile der Platten hinweisen wollen, seit 1982 ist die Verarbeitung von Asbest verboten und 1989 wurde die erste Asbest-Richtlinie veröffentlicht. Wenn das mit Platten der Marke Eternit gedeckte Dach wirklich erst 15 Jahre alt ist, ist diesbezüglich nichts zu befürchten.



Winddichte Ebene



So wie Sie das beschreiben, möchte ich dringend empfehlen eine Winddichte Ebene oberhalb der Dämmung einzubauen.
Der Grund: Sie werden die Fugen (Mauer - Wellplatte) niemals richtig dicht bekommen, schon gar nicht mit Miwa. Ist aber auch nicht nötig, da so evtl. anfallendes Kondenswasse abgelüftet werden kann.
Ohne Winddichte Ebene allerdings wird ihre Dämmung Winddurchströmt, ich zitiere mal:
"Offenliegende Mineralwolle wird, wie aus Untersuchungen bekannt ist, bis zu 30%, je nach Strömungsintensität und Struktur, mit Kaltluft durchströmt. Dieser Bereich ist für die Dämmwirkung dann nahezu unwirksam, der Wärmedurchgang des Gesamtbauteils wird erheblich verschlechtert."

Es ist also wirklich wichtig ein winddichte aber auf jeden Fall hochdiffusionsoffene Ebene einzubauen.
Denkbar und für ihre Situation möglicherweise besser wäre dies auch mit einer Holzweichfaserplatte (Gutex, Pavatex o.ä.) machbar.
Z.B. seitlich oben an die Deckenbalken Latten und die Holzweichfaserplatte von unten dagegen befestigen.
Eine geeignete Platte dämmt auch noch ein bisschen mit, ist diffusionsoffen, winddicht und bedingt Wetterfest.
Mehr kann ich dazu nicht sagen, da ich den genauen Aufbau usw. nicht kenne.

R.J.



Herzlichen Dank...



für die schnellen Antworten.

Jetzt weiß ich schon mal mehr,

Gruß Bernius



Meine Informationen



lauten bzgl. der Asbest-Chronik etwas anders:
1970 als Krebserregend eingestuft
1979 als Spritzasbest in der BRD verboten
1991 Selbstverpflichtung der Industrie Asbest nicht mehr in Hochbauprodukten einzusetzen
1994 Asbest wird in Deutschland endgültig verboten (bis auf wenige Produkte)
Wenn R.J. schreibt, dass man die Fugen an der Traufe nie richtig dicht bekommt, so sage ich dazu, diese Fugen dürfen auf keinen Fall abgedichtet werden. Wenn das Dach die Form eines Satteldaches hat, vermute ich, dass es am First auch keine Entlüftung gibt. So sind die genannten Probleme natürlich vorprogrammiert. Ansonsten stimme ich R.J. zu:
Die genannten Materialen sind gut, werden aber ohne Entlüftung am First vielleicht doch nicht richtig funktionieren. Zumindest besteht ein Restrisiko. Darüber hinaus würde natürlich eine fehlende Dacheindeckung die Dämmarbeiten wesendlich vereinfachen und damit auch preiswerter machen. Ausserdem denke ich, dass auf Grund des 15-jährigen Bestands des Daches ein Asbestrisiko besteht. Wie gravierend man dieses einstuft, sei jedem selbst überlassen. Die Informationen für eine Entscheidung sind jedenfalls vorhanden.





Hallo,
die Angaben zu Asbest und Asbestprodukten sind in der Tat verwirrend. Eben habe ich noch mal ein wenig nachgeforscht und in einer Broschüre des Bundesamts für Gesundheit folgenden Absatzt gefunden:
"Das Asbestverbot vom 1. März 1990 schob dem Asbesteinsatz dann nahezu ganz den Riegel,obschon bis Ende 1994 noch einige spezielle asbesthaltige Produkte vom Verbot ausgenommen waren."

Ein Verbot für schwachgebundene Asbestfaserprodukte kam aber schon früher. So sagt das Bayrische Landesamt für Umweltschutz (LFU):
"Spritzasbest wurde 1969(DDR) und 1979(BRD) verboten. 1982 folgte ein Verbot für sonstige schwachgebundene Asbestprodukte im Baubereich. Dem Ende der Herstellung von Asbestzementprodukten für den Hochbau 1991 folgte 1992 das Verwendungsverbot in Deustchland."

Eternit selbst gibt an:
"Ab 1992 galt ein generelles Verbot, Asbestzement in Verkehr oder wieder in Verkehr zu bringen."

Da muss ich also zurückrudern und das Gegenteil behaupten. Das Gefahrenpotential, dass von den Platten momentan ausgeht muss, so gebe ich Herrn Heim recht, jeder selbst einschätzen.

Kleiner erschreckender Absatz noch:
"Die gesundheitlichen Schädigungen durch Asbestfasern sind spätestens seit den in den 20er Jahren erkannten Zusammenhängen zwischen narbigen Umwandlungen des Lungengewebes und Asbestfasern, bekannt."