Dach dämmen wenn Fußpfette auf Deckenbalken liegt




Ich versuche den Dachboden in meinem alten Haus zu sanieren. Dachdeckung wurde ausgetauscht und eine Unterspannbahn wurde auch angelegt.

Als nächstes möchte ich den alten Dachboden sanieren und dämmen. Dachboden ist bewohnbar und beheitzt (natürlich nicht im Moment...). Die Holzdielen der Balkendachkonstruktion möchte ich gegen dicke OSB-Platten austauschen (19mm oder 25mm), die Dachschrägen und die Decke dämmen. Der Fußboden ist mit Lehm auf Schalbrettern gefüllt und das wollen wir eigentlich so lassen -- angeblich gibt Lehm eine gute Schallisolierung und Dämmung brauchen wir ohnehin nicht.

Mein konkretes Problem ist die Isolierung (Dampfbremse) an der Fußpfetten. Diese liegen nicht direkt auf dem Mauerwerk, sondern versetzt auf den Deckenbalken (siehe Bild 1). Zwischen der Fußpfetten und dem Mauerwerk gibt es einen Abstand von ca. 1-2 cm.

Die Dachschrägen möchte ich mit 20+10cm Mineralwolle dämmen, d.h. 20cm Zwischensparrendämmung (unter der Unterspannbahn, ohne Dilatation) und 10cm Untersparrendämmung. Weiter Dampfbremsfolie und Rigips.

Allerdings, wenn ich die Dampfbremsfolie an den OSB-Platten oder auch der Fußpfette befestige, entweicht warme Luft aus der Fussbodenkonstruktion direkt in die Dämmung durch den Spalt zwischen der Pfette und dem Mauerwerk. Eine Abschirmung mit der Folie wäre wahrscheinlich möglich, aber ich glaube nicht das man es so genau hinkriegen könnte (Abb. 2).

Ich möchte daher Montageschaum in die Spalte und unter die Fußpfette einspritzen. Macht das Sinn? Gibt es dagegen was einzusetzen? Wenn ja, was soll ich sonst tun?



Dämmung Traufbereich



Für diesen Bereich gibt es Lösungen die sich in der Praxis bewährt haben.
Was bei Ihnen zu tun ist kann ich nicht beurteilen; ich traue Ihrer Zeichnung nicht, dafür meinen armen alten Augen.
Versuchen Sie es mit ein paar Fotos.



Fotos der Fußpfette



Vielen Dank für die Antwort! Hier sind einige Fotos. Auf dem ersten Bild sieht man die Fußpfette die auf einem Fußbodenbalken sitzt. Man sieht die Spalte unterhalb der Fußpfette. Oben rechts - ein Foto von oben; zeigt das Mauerwerk; rechts - eine Sparre; unten -- die Fußpfette. Unten links, seitlicher Anblick: links die Fußpfette, rechts das Mauerwerk, hinten die Sparre. Unten rechts, noch einmal die Fußpfette, rechts die Sparre, hinten das Mauerwerk. Ich hoffe, die Fotos sind klarer als meine Skizzen...



Fußpfette dämmen



Am besten wäre es wenn du in der Verlängerung der Außenwand
zwischen den Sparren Stellbretter befestigst,
ggf zusätzlich eine Winddichtung anbringst und dann alles mit Zellulose vollbläst-inkl den Sparrenzwischenräumen.

Die Deckenbalkenzwischenräume mindestens bis ca 50 cm von der Außenwand bis Unterkante Belag füllen, damit der Bereich besser abgedichtet ist..
Zur Schalldämmung- um einen Resonanzboden zu vermeiden- wäre es ohnehin besser alle Balkenfelder aufzufüllen.

Vor der Fußpfette eine Dampfbremse anbringen und die unten mit Lehm oä.zur Abdichtung abdecken.

Zellulose ist besser vom Hitzeschutz und viel feuchteunempfindlicher und kapillaraktiv.
Zudem paßt sie sich an alle Unebenheiten an und verfüllt die kompletten Hohlräume vor der Fußpfette.
Außerdem ist sie durchströmungssicherer.

Innenseitig können Holzfaserplatten auf die Sparren geschraubt werden-dann Verputzen

oder bei zwischengelegten Befestigungshölzern Gipsfaserplatten oä anbringen.

Andreas Teich



Re: Fußpfette dämmen



Vielen Dank, Andreas, für die konkrete Antwort. Allerdings eines verstehe ich noch nicht ganz: wie verhindert diese Konstruktion dass warme Luft in die Dämmung eindringt und dass der Wasserdampf kondensiert? Soll der Kondensationspunkt in der Zellulose liegen? Auch bei den besseren Eigenschaften der Zellulose, wird das nicht zur Folge haben, dass sich auf Dauer Feuchtigkeit in der Zellulose aufsammelt und z.B. zur Schimmelbildung führt?



Dämmung Traufbereich



Ich bin so misstrauisch weil diese Konstruktionsart völlig vom Normalfall abweicht, das Dach wurde also ganz schön verbastelt. Es sieht aus als ob der Zimmerer sich beim Abbund geirrt hat.
Bei einem Pfettendach liegt die Fußpfette bzw. Mauerlatte normalerweise auf der Mauer damit die Sparren über die Mauerkrone laufen können um einen Dachüberstand zu bilden. Beim Sparrendach laufen die Sparren in einen Versatz direkt auf den Deckenbalken (Gespärr). Weil die Balken noch etwas Länge nach außen brauchen damit das Holz hinter dem Versatz nicht abschert muß mit einem Aufschiebling der Dachüberstand gesichert werden.
Bei Ihrer Lösung wird die Last des Daches nicht direkt in die Traufwände sondern in die Decke eingetragen. Die Funktion der oberen Verankerung der Traufwände als Knicksicherung ist damit geschwächt.
Mein Vorschlag:
Vor die Schräge einen Kniestock stellen, die Dämmung und die Dampfbremse der Schrägen in den Kniestock weiter laufen lassen bis auf den Rohfußboden. Das Stück Decke was im kalten Bereich dahinterliegt von oben dämmen, also einfach zwei Lagen Dämmkeile oder Matten auflegen. Damit kann nur noch Raumluft aus dem unteren Raum nach oben dringen, das sollte aber bei einer verputzten Decke nicht möglich sein. Kondensatausfall an/in der Decke ist trotz fehlender Dampfbremse nicht zu befürchten da dieser Abschnitt von oben gedämmt wurde und nach außen belüftet ist.
Der Raum zwischen den Deckenbalken auf der Mauer sollte durchgemauert sein, wenn nicht dann mit Porenbeton oder Ziegel nachholen.



Dachkonstruktion



Herr Böttcher, danke für Ihre Antwort. Es scheint eine Gute Lösung zu sein, obwohl wir eigentlich keinen Kniestock wollten.

Was die Dachkonstruktion betrifft - ich konnte leider die genaue Bezeichnung der Dachkonstruktion nicht finden, aber in unserer Gegend (Berlin / Märkisch-Oderland) scheint es nicht unüblich zu sein.

Sparren bilden kein Überhang, da zusätzliche Sparren ein "Knick" im Dach bilden (siehe die Skizze) und auch einen Teil der Last tragen. Die Dachform ist konkav. Der untere Bereich des Daches hat eine geringere Neigung. Der Knick soll angeblich dazu dienen, das Regenwasser / den Schnee abzubremsen. Wie gesagt, hier wurde nichts "verbastelt" -- ich habe diese Konstruktion bei vielen Häusern in der Gegend so gesehen (eben Pfettendach, nicht Sparrendach mit Aufschieblingen).

Ich bin offensichtlich auch nicht die einzige Person, die dieses Problem hat. Hier z.B. ein ähnlicher Beitrag zum Thema: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/fusspfette-pfette-203478.html -- leider ohne einer endgültigen Antwort.



Fußpfette dämmen



Vorausgesetzt dass die Decke so verputzt ist, dass keine Konvektion- also direkter Luftdurchgang- möglich ist,
sind nach außen diffusionsoffenere Konstruktionen schadensfrei- auch ohne jede Dampfbremse.
Diffusion verursacht dabei keine Schäden.
Austrocknung ist ggf nach innen und außen möglich.

Schimmel ist bei Zellulose fast ausgeschlossen- das habe ich auch bei völlig durchnäßter,
dicht eingepackter Zellulose noch nicht festgestellt-
Ihr habt ja sicher einen Brutschrank in dem du das überprüfen kannst.

Bei Zweifel an der Luftdichtheit der Decke im Bereich der Pfette kann ein Streifen Dampfbremsfolie an die Pfettenaußenseite geklebt werden und an der Innenseite der Außenwand oder auf der Oberseite befestigt werden- je nach Zugänglichkeit.
Sind die überstehenden Sparren verkleidet oder sind sie außen sichtbar?
Sind die Wände unterhalb außen verputzt?
Du kannst ein Foto von außen machen, damit das beurteilt werden kann.

Der Bereich der Fußpfette sollte gut gedämmt werden, da hier am ehesten Wärmebrücken auftreten.
Beim Ausblasen mit Zellulose ist das am zuverlässigsten hohlraumfrei möglich.
Bei plattenförmigen Dämmstoffen ist's ziemlich aufwändig.

Andreas Teich



Kniestock



Selbst mit einem halben Meter Höhe reicht der Kniestock schon.
Welche Vorteile er sonst noch hat merken Sie spätestens dann wenn man Traglattung schraubt, GK anbringt, tapeziert, malert, den Fußbodenbelag verlegt. Nutzbar ist der Raum praktisch nicht.