Dach, biberschwänze, Ziegel, runter, gedeckt

08.06.2005


HAllo,
ich würde gern ein denkmalgeschütztes Haus erwerben,
das Haus hat ein Tondach (ca. 300qm Fläche), allerdings ist das Dach gedeckt, niocht abgedichtet und es wurde keienrlei Unterspannbahn gelegt. Nun bin ich ja keine große Kennerin, aber ich denke, das ist schon viel Arbeit. Auch wenn die alten Tonziegel genutzt werden können, ist natürlich das ganze recht teuer. Auf was muss ich noch achten? Was muss ich berücksichtigen, bevor ich den Dachdecker beauftrage? Was darf sowas kosten? Muss ich einen Antrag bei der unteren Denkmalbehörde stellen, damit ich die Bahnen drunter machen lassen kann udn kann man vielleicht die BAhnen oder ähnlcihes auch unterbringen ohne die Ziegel abzunehmen? Ausserdem ist der Kamin versottet. Der sieht schlimmm aus und die Decke in der Wohnung drunter ist gruselig. Wie weit muss der Kamin abgetragen und wieder aufgebaut werden? Und was kosten das dann wieder???



Bahnen braucht es normalerweise nicht,



und wenn das Dach ausgebaut werden soll, muß man eh was anderes machen. Wenn es nur um Rieselschutz gegen einwehenden Staub geht, genügt unkaschiertes Baupapier (Rieselschutzpapier), gibts im Baumarkt.
Nachteil: Die Kontrolle der Dachfläche von unten geht dann nicht mehr so ohne weiteres.

Plastefolien sind übrigens eh nicht dauerstabil, dafür kann man das Geld gleich wegwerfen

Grundsätzlich sind am Denkmal alle baulichen Veränderungen zustimmungspflichtig. Trotzdem gehen viele nach dem Motto "Wo kein Kläger ..." vor, wenn innen herumgewurstelt wird.



Die: "ich möcht was kaufen und wieviel kostet dann alles weitere" - Frage



gibt es hier im Forum schon tausendfach
z.B.
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/31758$.cfm

obern in der Leiste auf Forum gehen und runterscrollen
Thema ist ähnlich!
Würde einen "Fachmann" hinzuziehen, der sich die Hütte anschaut!
… auch wenn der 1.2.3. € kostet, kann es immer noch billiger sein, als sich unversehens zu verschulden, weil man es nicht übersehen konnte ...

Guter Rat ist "teuer"!
Billiger Rat ist meist unbezahlbahr!

mfG

Florian Kurz



by



the way, ich weiß nicht, ob das usus ist, ich hätte auch gern meine alten biberschwänze wiederverwendet - finde aber keine firma (außer so windigen buden), die das macht: begründung: geht nicht, von wegen Versicherung und brüchigkeit. sie würden mich gern anleiten, aber ich müsste halt selber tun...
meine biberschwänze sind allerdings auch mind. 80 jahre alt.



by the way - betti! :-)



die Biberschwänze kann man idR noch verwenden, wenn sie noch in Ordnung sind
meistens sind die "Nasen" marode und fallen bei der leichtesten Berührung ab und / oder die Ziegel haben Ausblühungen - und dann ist es halt Handarbeit:
Ziegel händisch runter vom Dach - aussortieren und lagern und dann wieder rauf aufs Dach
das geht mittlerweile schneller:
Schuttmulde unten hin - runter und rein das alte Glump - und neue drauf!

Nicht jeder alte Ziegel ist ein "guter" Ziegel!
Und nicht jede neue Methode die richtige!

aus Nürnberg

Florian Kurz



Ich schreibe ständig die Mitverwendung



auch von 300 Jahre alten Ziegeln aus. Wer den Auftrag will, bietet das an. Natürlich verlange ich dann keine 1000jährige Gewährleistung vom DD, nur für das sorgfältige Sortieren (muß ich oft erst anleiten) und Einbauen (kann er selbst) muß er normal haften.

Fahren Sie auf die Neuenburg und sehen Sie dort an, wieviel Flächen mit teils Barockziegeln wir dort eingedeckt haben. Mit örtlichen Firmen.

Link:

Die Neuenburg


Das Bild zeigt ein von mir saniertes FWH von 1700 mit wiederverwendeten Altziegeln. Hält schon jahrelang. Nur nicht ganz schneesicher - was dem Kaltdach aber nix macht. Es geht natürlich auch schneesicher, da muß man mehr tun. Eingedeckt bauherrnseits. Geht auch.



Biberschwänze wieder drauf



Wie Konrad Fischer habe ich da auch gute Erfahrungen gemacht. Aktueller Fall war eine alte Bauernkate, die Biberschwänze waren nur in Teilbereichen, eine komplette Traufseite irgendwann später mit Betonziegel gedeckt. Betonziegel haben wir zum kommunalen Wegebau zerkloppt und abgegeben. Die alten Biberschwänzen reichten nicht für die gesamte Fläche, also neue Unterdecker eingebaut und oben drauf die historischen.
Netter Nebeneffekt nach der Fertigstellung, Passanten kommen vorbei und meinen "das Dach müßt ihr aber auch noch machen..."
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri