Kaltdach dämmen

19.05.2008


Hallo,

ich weiß, meine Frage ist sicher nicht neu... Aber ich habe ein Bild beigefügt, um die Herausforderung zu verdeutlichen:

Ich habe einen Balkon, der in den 60er Jahren mit Fenster zugebaut wurde. Das Schrägdach wie im Bild zu erkennen, besteht nur aus Dachpfannen, die auf die Lattung gelegt sind.

der Balkon wurde mit einer Zwischendecke versehen. Diese bestand aus Holzfaserplatten mit Putz und ein wenig Isolierwolle darüber. Das ganze war hin und wieder feucht und hat sich an einigen Stellen aufgelöst, so dass die Decke durchhing.

Ich habe den ganzen Kram nun entfernt. Auf dem Bild sind noch die Latten zu sehen, wo die Zwischendecke angebracht war.

Der Raum war grad mal 2,10 hoch, was ziemlich erdrückend war, da alle anderen Räume 3,20 hoch sind. Zusätzlich wurde die Decke schön auf den Sandstein der Fenster- und Türeinfassung angebracht. Es wurden z.B. Aussparungen für Balken in den Sandstein gehauen, aber das ist ein anderes Thema.

Ich will nun die Decke schräg (analog zur Dachschräge) einbauen. Wie kann ich das ganze nun dämmen, ohne das Dach abzudecken? wie bringe ich am besten die Unterspannbahn an? Die kann ich ja nur zwischen die Dachbalken anbringen?

Ich kann die Decke auch nicht an die vorhanden Dachbalken anbringen, sondern muss neue Balken unterhalb der Balken einsetzen. Grund: wie im Bild oben links (dunkler Balken) zu erkennen ist, sind die Dachbalken an Giebelbalken angebracht worden, was keine gerade Fläche bis zur Hauswand ergibt.

Ich hoffe, ich hab die Situation einigermaßen verständlich beschrieben.

Danke für Eure Hilfe!

Jens



Kaltdach dämmen



Hallo Jens,
Schauen Sie sich nach einem altbauerfahrenen Architekten um.

Ein Kaltdach muss oberhalb der Dämmebene be-und entlüftet werden können.
Bei einem Walmdach ist das nicht so einfach.

Halten die Sparren (insbesondere der Gratsparren),die Mehrbelastung aus Dämmung und Beplankung aus ?

Viele Grüße



Kaltdach?



So wie Sie das vorhaben, wirds ein Warmdach. Ich hab aber keine Vorstellung, wie Sie das anstellen wollen, ohne das Dach abzunehmen.
Und dann die Lastannahmen ! Bei dem gezeigten Sparrenabstand werden Sie kaum noch etwas an den Sparren befestigen dürfen.
Mir scheint , so schlecht war die leichte Zwischendecke nicht.

Wie ist Plan B ?

Grüße vom Niederrhein





Warum sollen die Dachbalken das nicht aushalten? Sind ca. 14 cm x 10 cm stark.

Eine hundertprozentige Ideallösung bekommt man im Altbau eh nie hin. Ich will auch kein Niedrigenergiehaus daraus machen.

Als Tipps bekommt man immer gleich: Architekten oder Fachfirma beauftragen. Sorry, aber wenn ich das gewollt hätte, würde ich nicht hier posten. Für was gibts denn dieses Forum hier? Bisher habe ich leider keine brauchbare Hinweise erhalten. Nur Angebote von Firmen, die die Arbeiten durchführen wollen...



Wenn es eine Standardsituation wäre...



...bei der man nix falsch machen kann, würden die Tips vielleicht etwas anders ausfallen (mach es so und es tut). Jetzt hängt da ein schief aufgenommenes Bild mit dran, man kennt die Dachkonstruktion im Ganzen nicht, etc. Und dann bekommen meine Forumskollegen vorgehalten, nur weil sie etwas zurückhalten mit Tips sind, daß nix Brauchbares dabei war.
Tja, dann würde ich mal vorschlagen, sich etwas mit der Suchfunktion im Forum zu beschäftigen. Da gibt es genug zum Thema Dachdämmung, keine Unterspannbahn und so weiter. Ich habe genug Beiträge in Erinnerung, die in Kombination die Lösung sein könnten. Und selbst wenn da nix dabei wäre, finde ich es nicht in Ordnung, sich zu beschweren, wenn nicht gleich ein Antwort kommt, die einem in den Kram paßt.
Auf jeden Fall gibt es dieses Forum hier nicht, um sich als Antwortender anmosern zu lassen.

Patrick Neika.



Dachstatik



Maoin,

ich will trotzdem direkt antworten: weil 14/10 bei etwa 1 m Sparrenabstand (die Ziegel lassen darauf schließen) einfach zuwenig ist, um noch 0,2 kN oder mehr Ausbaulasten dranzuhängen.
Wie hat sich eigentlich die Annahme für Windlast für Ihren Standort in den letzten 20 Jahren verändert ? Bauregeln folgen dem Klimawandel nämlich sehr schnell.
Man darf weiter annehmen, daß kostenbewußte Ingenieure , ich schätze mal in den Jahren 1965 bis 1975 (Pfannen und Holz lassen das ungefähr erahnen) nicht mehr Material spendiert haben als eben nötig, um den Nachweis zu führen. Da war schon damals eine Ausbaureserve nicht vorgesehen.
Also: bitte rechnen lassen, vielleicht ergeben sich dan ganz andere Lösungen.

Grüße





Es geht gar nicht darum nur rumzumeckern. Aber es geht in vielen Beiträgen hier halt nur darum, es Architekten oder Fachleuten zu überlassen. Dazu wird vieles von vorn herein schwarz gemalt. Ich meine man muss doch mal locker bleiben. Ich kann nicht verstehen, dass sich hier gleich wieder alle angegriffen fühlen und mächtig verkrampft sind. Das merkt man schon an der Tatsache, dass sich hier alle mit "Sie" ansprechen. Das ganze soll doch auch Spaß machen. Und wie ich schon sagte, die Ideallösung für Altbau gibts eh nicht, auch wenn das wohl einige gern hätten. Egal!

Also der Abstand der Sparren beträgt 77 cm. Das Dach ist an dieser Stelle Ca. 4 m breit und 2,50 m hoch. Die Balken liegen oben auf der Hauswand auf. Das Bild ist in der Tat schief, is aber schwer zu fotografieren. Ich werd heut noch einmal bessere Bilder machen. Ich meine in 99 % der Fragen hier gibts überhaupt keine Bilder...

Danke und Gruß
Jens



Das mit mehr Bilder hört sich doch gut an...



...aber nochmal zurück. Man darf nicht vergessen, daß wir hier von Dingen reden, die zum Teil etwas über einen Forumsplausch hinaus gehen. Ich bin noch Mitglied in einem Heimkinoforum. Wenn ich da einen falschen Tip abgebe, hat maximal einer ein schlechtes Bild auf der Leinwand. Hier geht die Sache schon etwas weiter. Da wurde ein Balkon in den 60ern zu einem Wohnraum gemacht und wir sollen mal kurz sagen, wie es wohnlich werden soll. Wenn Kollegen, die im Gegensatz zu mir ihren Ingenieur im Bauwesen gemacht haben, etwas zurückhaltend mit Haudrauf-Tips sind, ohne die nähere Sachlage zu kennen, dann muß man diesen Profis schon etwas Zurückhaltung bei einer solchen Sachlage zugestehen.
Auch ich bin zuweilen etwas pragmatisch, aber beschränke das auf mich und meine Baustelle und wäge genau ab, wann ich meinen Pragmatismus als Tip hier weitergebe.
Natürlich sollte das alles Spaß machen und alles gilt hier als frei Meinungsäußerung, aber bei Statik und Bauphysik hat der Spaß schnell ein Ende.
Bitte berücksichtige das bei unseren Antworten, dann macht es auch wieder Spaß.

Gruß Patrick.