Altes Pfarrhaus Renovierungsansatz / Isolierung (Bilder)

18.06.2007



Hallo zusammen,

Inzwischen ist es ein paar Monate her, daß ich mich hier angemeldet und die ersten Fragen gestellt habe. In der Zeit sind noch mehrere mehr oder weniger interessante Objekte gekommen und gegangen, nun habe ich mich dann aber endlich zu einem Kauf entschieden. Es handelt sich um ein altes Pfarrhaus (genaues Baujahr kenne ich leider noch nicht, vermutlich um 1900), das vom Material her noch in gutem Zustand zu sein scheint.

Bilder gibt es hier: http://www.flickr.com/gp/8678367@N05/99TT1R

Das Erdgeschoss mit kleinem Gewölbekeller ist massiv ausgeführt, mit teilweise bis zu 80cm starken Wänden. Das OG scheint Fachwerk zu sein, leider noch mit Zementputz innen und außen. Ich bin mir noch nicht darüber im Klaren, ob es im EG ein Feuchtigkeitsproblem gibt, da ich im Haus selbst noch nicht viel machen konnte, der Kauf wird gerade erst abgeschlossen.
Ich nehme aber an, daß die Wände dort eine gewisse Grundfeuchte aufgrund der Konstruktion und des Alters des Hauses haben werden, deshalb wollte ich erst einmal das OG bewohnbar machen. Bis jetzt scheint mir eine Außendämmung mit Holzverschalung am erstrebenswertesten, von Innen könnte ich dann eventuell sogar ein Sichtfachwerk erhalten, alles natürlich nur bezogen auf das OG. Im gleichen Zug müßte vermutlich aufgrund der dann zunehmenden Stärke der Außenwand das Dach herausgezogen werden, neue Fenster kommen in dem Moment eh rein. Ich würde gern so weit wie möglich mit natürlichen Dämmmaterialien arbeiten, das ganze aber möglichst simpel gestalten und mich nicht verkünsteln. Ich werde außerdem außen nicht allzuviel selbst machen können nehme ich an, da das ganze ja möglichst in einem Sommer durchgezogen werden sollte (vermutlich würde ich auch gleich das Dach neu eindecken und Dachfolie einziehen lassen, sowie die beiden hässlichen angebauten Giebel mit den Kreuzen entfernen und gegen eine Flachdachkonstruktion an der Stelle austauschen).
Finanzen sind natürlich knapp, ich bin mir noch nicht einmal sicher, wie hoch ich für die bis jetzt genannten Außen- und Dacharbeiten planen müßte.
Ich würde außerdem gern ohne eine Zentralheizung auskommen (auch wenn schon eine vorhanden ist), und jedes Stockwerk zentral von der Mitte aus zB. über Hypokausten heizen - aber ich befürchte , das wird so nichts. Da im Zentrum des Hauses das Treppenhaus liegt, und das alles Baumaßnahmen bedeuten würde, die meinen finanziellen Rahmen sprengen würden.
Ich finde die Möglichkeit, zentral mit nachwachsbaren Rohstoffen heizen zu können (Holz) einfach sehr viel attraktiver und sympathischer als zB. Öl.

Lange Rede, kurzer Sinn: Eigentlich habe ich keine direkte Frage, sondern würde einfach gern wissen, ob es besondere Dinge gibt auf die ich achten sollte oder die ich so auf keinen Fall machen kann/sollte. Für gestalterische Ideen wäre ich auch sehr dankbar, ich habe mit Hausrenovierungen bis jetzt einfach noch keine eigenen Erfahrungen.

Danke schonmal!

MfG, Hendrik Jahnke



Wie soll denn



die künftige Nutzung aussehen?
Den Bildern nach zu urteilen, das das Gebäude recht gross.
Und wenn die Finanzen knapp sind ... hmm.

- Dachentwässerung prüfen!
- Wenn Das Dach noch gut und dicht ist würde ich es lassen und nur die oberste Geschossdecke dämmen.
- Damit entfällt auch eine Aussendämmung und eine Innendämmung mittels Vorsatzschale kommt ins Spiel. Diese führt man raumweise aus und muss keine grossen Summen aufs Mal einsetzen.
- Solange das Fachwerk i.O. ist (prüfen!) kann die Fassade warten, bis genug Geld da ist.
- die vorhandene Gasheizung lässt sich ja mit einer Holzheizung kombinieren. (Holz)- Lagerfläche ist wohl genug vorhanden ...

Mit knappen Budget und wenig Zeit wird es schwierig. Wann soll den Baubegin sein? Wichtig ist es, möglichst jedes Detail im Vorfeld zu planen, auch wenn es zunächst unwichtig zu sein scheint.
Ohne ausreichende Zeit und Erfahrungen sollte man sich unbedingt einen sanierungs-erfahrenen Architekten zur Seite holen. Sonst wird das in der Grössenordung schwer, im Rahmen zu bleiben.

Viel Erfolg!





Hallo

zunächst einmal die Frage hast du dir die Kiste zusammen mit einem entsprechenden Gutachter/Sachverständigen angeguckt? Das es ein Feuchtigkeitsproblem gibt zeigst du ja schon auf deinen Bildern. (wie weit das greift wird sich herausstellen, ich würde mal mit eher mehr rechnen). Das Grundstück ist ja wunderschön und das Haus sieht schon lustig aus.
Bevor du dich in so ein Abenteuer stürzt ( du sagst die Finanzen sind knapp) investier lieber ein paar Euros mehr in einen Gutachter (wirkt sich dann vielleicht auch auf den Kaufpreis aus) und einen guten Planer der dir sagen kann was unbedingt gemacht werden muss, was das ungefähr kostet und wie und was du selber machen kannst
Auf der anderen Seite frage ich mich warum du ein altes Haus kaufen willst, Beim ersten durchlesen deiner Fragen hatte ich den Eindruck das im Prinzip nichts mehr von dem Haus übrig bleibt, da alles total anders werden soll. Bist du dir sicher das du (dieses) ein altes Haus willst?

Ich würde die beiden Giebel an ihrer Stelle lassen. Das macht doch eigentlich das ganz eigene dieses hauses aus (die Kreuze könnten ja weg). Sie sind vielleicht nicht unbedingt schön aber doch ein ganz prägendes Kennzeichen diese Hauses. Ich würde mir z.B. eher überlegen ob man in den Zimmern darunter nicht die Decke entfernt (achtung statik)und so schöne Hohe Räume schafft (hintern den Giebeln scheint ja ein flaches Satteldach zu sein).
Frag doch mal im Ort oder den Verkäufer ob es alte Fotos von dem Haus gibt.
Ich will dir das ganze nicht ausreden und habe selber kaum Ahnung vom Häuslekauf, wollte aber ein paar Denkanstösse geben. Viel Spaß noch mit dem Haus, ich finds charmant.
Gruß
Dorothée



wohnhaus...



Das ganze soll mal ein Wohnhaus für mich (oder eventuell zum Vermieten) werden. Da die Grundfläche recht groß (grob 16mx10m) ist, müßte man nicht gleich alles auf einmal um/ausbauen.
Das Dach an sich ist noch gut, es ist dicht und auch die Balkenstruktur scheint gut erhalten. Es hat sich in der Vergangenheit mal bewegt und ist schief, aber so weit ich das beurteilen kann ist diese Phase abgeschlossen.
Ich wollte das Dach auch jetzt noch nicht dämmen, das kann man sich ja für später aufheben, so man es denn überhaupt machen möchte, Platz ist ja auch so da.
"Genug Geld da" ist da Definitionssache - ich wollte damit eher ausdrücken, daß ich nicht mal eben hunderttausende Euro aus dem Ärmel schütteln kann. :)
Mein Hauptgrund die beiden angebauten Giebelspitzen gegen ein Flachdach zu tauschen wäre neben der Optik die Anfälligkeit für Undichtigkeit - oder ist das kein Problem? Grad wo Dachteile aneinanderstoßen ist das doch oftmals problematisch, und ein Flachdach würde das relativ elegant umgehen...
Prinzipiell würde ich die Eindeckung auch lassen, dafür ist sie noch gut genug. Aber bei der von mir bevorzugten Verschalung von außen werden ja die Wände außen dicker, und man muß das Dach rausziehen und benötigt auch entsprechend Dachsteine. Ich denke nicht, daß ich die gleichen Steine noch irgendwo finden werde - oder ist das erfahrungsgemäß kein Problem? Ich glaube es sind DDR-Beton Biberschwänze, war damals wohl was recht gutes. Ach ja, von innen sind die Dachsteine irgendwie verkittet, und die Lattung ist sehr eng.

Baubeginn wäre eher nächstes Jahr, dieses Jahr wäre viel zu kurzfristig, und ich will nichts vom Zaun brechen, sondern mir erstmal ausreichend Gedanken machen.

Ich hoffe dann beim Innenausbau mehr in Eigentleistung machen zu können, da bin ich ja dann vom Wetter unabhängig und kann mir Zeit lassen.

Einen Architekten werde ich vermutlich sowieso hinzuziehen müssen, ich hatte da hier im Forum auch jemanden in der Nähe gefunden (Frau Christine Biedermann, werde ich wohl bei Zeiten mal anrufen).