Consolan Wetterschutzfarbe für Fachwerk?




Hallo,

hat jemand Erfahrung mit der Consolan Farbe auf Fachwerk?



Im Endeffekt



auch nur ne Kunstharzpampe!



Farbe für Fachwerk



Nimm besser etwas auf Ölbasis- es gibt so etwas als Holzlasur für außen von zahlreichen Naturfarbenherstellern.
Das versprödet nicht und ist viel leichter nachzustreichen.

Oder auch Farbe von Ottoson oder die Holzfarbe von KEIM.

Konventionelle Kunstharzfarben sind sehr aufwendig zu sanieren, können leichter abblättern und evt zu Feuchteanreicherung im Holz führen.

Andreas Teich



Consolan Wetterschutzfarbe für Fachwerk



danke erstmal für die Antworten.
Leider ist meine Frage nicht Beantwortet.Ich wllte wissen,ob jemand Erfahrung mit dieser Farbe hat,Da ich seit 30 Jahren
in meinem Fachwerkhaus wohne,habe ich mich natürlich schon
massig mit der Problematik beschäftigt.
Das Haus ist eine Mühle von 1854 und wurde mit Hinzunahme von
Balken der ursprünglichen Mühle von 1715 gebaut.
In den 1970er Jahren wurde das Haus renoviert mit den damals
üblichen "modernen"Methoden.D.H.wenn man die jetzt abblätternde Farbe erhitzt stinkts nach Plastik!

Schäden am Fachwerk? Null!!!

Ich mag deswegen auch den Empfehlungen und Warnungen nicht mehr so recht glauben!
Die wirklich brutalen Schäden am Fachwerk habe ich bisher
nur im Hessenpark,wo an den Häusern mal mit Kunststoffschäumen gearbeitet wurde,gesehen.

Also nix für ungut,aber ERFAHRUNGEN mit CONSOLAN interessieren mich immer noch.

schöne Grüße aus dem Nassauer Land



Keine Fachwerkerfahrungen aber



an meinem Scheunentor begann Consolanfarbe nach 4 Jahren abzublättern. Allerdings treffen dort auch alle Witterungseinflüsse direkt ans Tor.
Consolanfarbe an meinem Dachkasten sieht nach jetzt 6 Jahren immernoch aus wie gerade erst gestrichen.
(Am Fachwerk wollte ich es nicht haben.)

Mit Grüssen Danilo



Consolan


Fachwerk

Lieber O. Guntersdorf,

der Anstrich der Fachwerkhölzer ist im Forum eine beliebte Plattform für Glaubenskriege. Nachdem ich mit dem Glauben auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen aber sehr vorsichtig bin, habe ich das Thema Fachwerk in den letzten 35 Jahren sehr intensiv betrachtet.

Die wesentlichen Eigenschaften der Beschichtungsmittel auf Fachwerkhölzern, sind abgesehen vom fachgerechten Auftrag, ein geringer Wasserdampfdiffusionswiderstand (< 0,5 sd) und eine sehr hohe Elastizität. Grundsätzlich erhöht natürlich jegliche Beschichtung den Wasserdampfdiffusionswiderstand, daher sollte die Notwendigkeit einer Beschichtung immer geprüft werden.

Meine persönlichen Erfahrung und dies ganz besonders an meinem eigenen Haus sind folgende:
Anstrich der Hölzer vor 22 Jahren, dünner Erneuerungsanstrich vor 9 Jahren. In der ganzen Zeit zeigten sich keine Abplatzungen, Blasenbildungen, Ausschwemmungen etc. . Überprüfungen mit einem Bohrwiderstandsmessgeräte zeigte keine Schädigungen. Der optische Eindruck ist hervorragend (siehe Bild rechts)


Ich kann mir allerdings einen Seitenhieb auf die vielen Glaubenskrieger nicht ganz verkneifen. Die µ Werte der pigmentierten Leinölfarben liegen nach den technischen Unterlagen höher als bei Kunststoffdispersionen und auf gleicher Höhe wie wasserverdünnbare Reinacrylate. Ich kenne persönliche einige Bauherren die Ihren Leinölanstrich sehr bereut haben und von Verseifungen sowie von sich ständig wiederholenden Anstrichen berichteten.
Grundsätzlich sollten natürlich die Fachregeln und Normen beachtet werden. (z.B. DIN EN 927 Teil 5, Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz Merkblatt Nr. 18, WTA Merkblatt 8-7-10 "Beschichtungen auf Fachwerkwänden - Holz" etc.)
Meiner Erfahrung nach sind Mängel am Sichtfachwerk meist auf eine Vielzahl "kleiner" Fehler zurückzuführen, die auch bei Verwendung "baubiologisch korrekter Anstriche" aufgetaucht wären.

Zusammenfassend:
Ich bin seit 22 Jahren äußerst zufrieden mit meiner Consolan Wetterschutzfarbe.


Gruß aus Franken
L. Parisek



Consolan Wetterschutzfarbe für Fachwerk



Das ist mal eine Antwort,mit der ich was anfangen kann!
(Es geht doch nichts über einen Franken!!!)

Ja,die Ideologiesierung in wirklich allem und jedem ist für mein Gefühl auch hier im Forum vertreten. -Schade!-

Also vielen Dank für den Bericht mit echter Erfahrung!

Grüße aus dem Nassauer Land



@ L. Parisek



die vorstehenden Ausfachungen haben bislang keine Schäden hervorgerufen? Das wird ja auch kontrovers diskutiert.





Hallo,

wir haben anfang der 90iger unser Fachwerk mit Wetterschutzfarbe (Kunstharz) gestrichen. Hersteller weiß ich nicht mehr. Es ist allerdings kein Wohnhaus. Die Farbe ist mittlerweile total verwitter (sind aber auch 25 Jahre). Es gibt aber keinen Schaden am Holz. Außer der durch die Verwitterung.
Ich hätte in diesem Zusammenhang auch eine Verständnisfrage, da ich gerade überlege, wie wir unser Fachwerk streichen:
Der Grund keine Farbe auf Kunstharzbasis zu verwenden, besteht doch angeblich darin, dass es Wasser nicht mehr raus läßt. Hingegen ist bei Leinölfarbe und Lasuren diese diffusionsoffenheit gegeben. Nun streicht man sein Fachwerk mit Farbe auf Kunstharzbasis und riegelt es damit gegene Feuchtigkeit ab. Der erste Blick sagt nun: Es kommt keine Feuchtigkeit rein, also muss auch keine raus. Gut, nun kommt es zu Rissen, an den Stellen an denen die Hölzer aufeinander treffen, wird Feuchtigkeit eindringen, von Innen kommt Feuchtigkeit, usw.. Aber müsste nicht das Wasser wieder auf diesen Weg das Holz wieder verlassen können?

Vielleicht kann mir jemand das beantworten. Vielen Dank.



Diskussionen



Lieber Pope
Ich kenne die kontroversen Diskusionen (wobei ich zwar gelegentlich daran beteiligt, aber weder mit der einen noch anderen Seite verheiratet bin)
Allerdings haben die interessanten, aber z.T. auch endlosen Diskussionen meine Ausfachungen auch nach intensiver Überprüfung glücklicherweise nicht geschädigt.

mit den besten Grüßen aus Walsdorf
L. Parisek



Consolan Wetterschutzfarbe für Fachwerk



Hallo M

Consolan wurde laut Hersteller extra für Fachwerk entwickelt,
d.h.es ist atmungsaktive Farbe!
Es soll sogar ein Preis dafür verliehen sein.-Webseide checken!-

Gruß aus dem Nassauer Land





Liebe(r) "M"

Ich möchte hier versuchen mit einfachen Beispielen, Erläuterungen und Grundsätzen ihre Fragen zu beantworten.

Grundsätzlich muss bei äußeren Sichtfachwerk immer mit eindringender Feuchte gerechnet werden. Daher gelten die vier folgenden Grundsätze des baulichen Holzschutzes:

• Niederschlagswasser ist soweit als möglich abzuhalten (Dachüberstände, Gurtüberstände, Abdeckungen etc.)
• Trotzdem auftreffendes Wasser sollte vom Material so schnell wie möglich abgeleitet werden.
• In das Bauelement bereits eingedrungenes Wasser sollte auf dem Weg der Verdunstung so schnell als möglich wieder entweichen können. Alles was diese Wasserdampfdiffusion behindert, sollte so weit als möglich vermieden oder zumindest reduziert werden (z.B. geringe sd Werte, gute Luftumspülung etc.)
• Die verwendeten Baustoffe sollten den besonderen Anforderungen eindringender und temporär verweilender Feuchte, sowie wechselnden Temperaturen standhalten. ( Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2, Bewegungsreserven etc.)

Der Begriff der "Diffusionsoffenheit" ist ein wenig verwirrend, denn kein Material ist eigentlich vollkommen "diffusionsoffen". Der Begriff "diffusionsoffen" wird nach DIN 4108-3:2014-11 daher durch einen sd Wert <0,5 m definiert.
Nun haben die verschiedenen Beschichtungsstoffe, in Anhängigkeit ihrer Beschichtungsstärke auch verschiedene "sd Werte". Daher ist es nur entscheidend, dass die endgültige Beschichtung einen möglichst geringen sd Wert unterhalb von 0,5 m hat.

In einen Baukörper als Flüssigkeit eindringendes Wasser verteilt sich je nach Adsorptionsfähigkeit im Baustoffe und "rinnt" daher (jedenfalls zum größten Teil) nicht einfach wieder raus. Diese Wasser bezeichnet man dann als "Bauteilfeuchte". Dieses Wasser kann infolge nur im Aggregatszustand "gasförmig" also über die sogenannte "Wasserdampfdiffusion" das Material wieder verlassen.

Um noch einmal auf die Beitragsfrage von O. Guntersdorf zurückzukommen, so besitzt die dort angefragte Consolan Wetterschutzfarbe z.B. einen sd Wert von 0,2 m und zeigt zusätzliche auch eine äußert hohe Flexibilität. Bevor also immer wieder der Begriff "diffusionsoffen" strapaziert oder gar missbraucht wird, sollten hier immer die bauphysikalischen Werte und nicht verkaufsfördernde Begrifflichkeiten wie "diffusionsoffen, atrmungsaktiv, natürlich, baubiologisch etc." betrachtet werden.

Mit den besten Grüßen aus dem Frankenland

L. Parisek





Super, Danke



17 Jahre Wetterschutzfarbe



Hallo,

wir haben hier ein Anschauungsobjekt ganz in der Nähe. Das Haus aus dem 18.Jhd. wurde 1997 totalsaniert. Fachwerk und Gefache wurden instandgesetzt und von alter Farbe befreit, Gefache neu verputzt. Beschichtung der Gefache unbekannt.

Das "saubere" Fachwerk wurde 1997 komplett mit Consolan Wetterschutzfarbe getrichen und seitdem mehrfach ausgebessert. Es sind in den Jahren immer wieder Risse aufgetreten und die letzte Jahre haben sich Blasen gebildet.
2014 erfolgte ein Neuanstrich mit einfachem Anschleifen des Untergrundes.
Nach dem Anschleifen wurde festgestellt, das die unteren Fußpunkte von 50% der Stiele und einiger Streben Fäulnisschäden aufwiesen. D.h. das Holz war zwischen 0 und ca. 20cm Höhe ab der "Aufstandsfläche" des Stiels auf die jeweilige Stockschwelle, weich. An der Verbindungsstelle ging die Fäulnis unterschiedlich tief hinein meist um die 1-3cm . Die Oberkante der jeweiligen Schwelle war im Bereich Zapfenloch ebenfalls angefault. Ein Teil der Stockschwelle zum 2. OG wurde über 3 lfm aufgebohlt, da hier ein flächiger Holzschaden vorlag. Das Holz wurde dort flächig entfernt und durch eine Bohle ersetzt. Die Fußpunkte der Stiele wurden mit angearbeiteten Holzkeilen instandgesetzt. Riegel waren nur wenige betroffen.
Im Bereich der Risse der alten Oberflächenbeschichtung fanden sich ebenfalls zahlreiche "weiche" Stellen die durch Einsatzstücke instandgesetzt wurden.
Leider wurden kleinere Risse vom Maler mit Acryl zugeschmiert. Der Neuanstrich 2014 auf den Consolan Wetterschutzgrund erfolgt wieder mit Consolan Wetterschutzfarbe. Die Arbeiten wurden im Sommer 2014 ausgeführt. Seitdem sind mit blossem Auge vom Gehweg aus nur sehr wenige Risse sichtbar. Eine Blase ist mir aufgefallen . An den oberen Geschossen war nichts erkennbar. Die o.g. Schäden traten ausnahmslos auf der Wetterseite auf. Die Südseite des Gebäudes wies zwar auch zahlreiche Risse auf, aber keine Farbablösungen , Blasen oder Fäulnisschäden.

Ich vermute mal dass hier mehrere Schädigungsfaktoren vorliegen: Viel zu große Schichtdicken, falsche Fugenfüllstoffe, Verputz, fehlender Kellenschnitt und m.E. auch eine Farbe mit fraglicher Eignung.

Aktuell sieht des Fachwerk aus, wie mit einer dicken Plastefolie überzogen, Holzstrukturen sind absolut nicht mehr erkennbar.

Gruß
Selle



Consolan Wetterschutzfarbe für Fachwerk



Bisher habe ich nur meinen Lattenzaun(sägerauhes Holz)und mein
großes Holztor (gehobeltes Holz) mit Consolan gestrichen.

Es gibt jetzt nach sieben Jahren keine Risse oder gar Blasen
in der Farbe! Und nach Plastiküberzug schauts schon garnicht aus.
Es sieht einfach nach Holz aus,das gestrichen wurde.

Die von Selle beschriebenen Schäden scheinen andere Ursachen zu haben wie z.B. unsachgerecht aufgetragen.

Aber da kann ich nur vermuten!

Aber gut,nur weiter so mit Erfahrungsberichten.

Gruß aus dem Nassauer Land



@Selle



Lieber Selle,

Der Grundsatz bei allen Anstrichtechniken ist:

Untergrund prüfen, Untergrund prüfen, Untergrund prüfen …..

Wenn beim Auto der Lack abblättert oder Blasen wirft, sucht man die Schuld ja auch nicht in erster Linie beim Lack sondern im Untergrund.

Beim Fachwerk ist die Überprüfung des Untergrundes noch viel komplexer. Wenn ich als Sachverständiger Schäden am Fachwerk begutachten soll, liegt der Auslöser meines Kommens meist erst einmal in reklamierten Schäden am Anstrich. Bei der weiteren Untersuchung zeigt sich dann aber meist, dass die Ursachen für die Schäden sprichwörtlich viel, viel tiefer liegen.

Natürlich habe ich auch Anstriche erlebt, bei denen bei der Vorbereitung des direkten Anstrichuntergrundes einfach geschlampt wurde. Bevor man im Handwerk jedoch vorschnell z. B. dem Anstrichmittel oder irgendwelchen verwendeten Materialien bzw. Produkten die Schuld für auftretende Mängel gibt, sollte erst einmal lieber die Qualität der eigenen oder der von anderen Handwerkern ausgeführten Arbeiten und verwendeten Materialien geprüft werden.

Beste Grüße zum Wochenende

L. Parisek



Farbe für Fachwerk



Es ist sicher klar, dass die Untergrundvorbehandlung entscheidend ist für den langfristigen Erfolg der Arbeit.
Wenn es aber mindestens gleichwertige Materialien gibt sind doch immer solche aus weitestgehend natürlichen, nachwachsenden Rohstoffe zu bevorzugen.
Dass Acrylate bzw jegliche Farbe aus organischen (künstlichen) Bindemitteln irgendwann, besonders bei dunklen Farben, verspröden, wohingegen Öle nur abwittern, wird doch auch allgemein so angenommen.

Dass Fachwerk schon seit Jahrhunderten mit Farben auf Ölbasis farbig behandelt wurde und entsprechend lange schadensfrei überlebt hatte- lange vor der Entwicklung von Kunstharzfarben, legt doch die Vermutung nahe, dass solche Farben dauerhaften Schutz bieten und mit solchen Materialien viel längere Erfahrungen vorliegen.

Eine im Freilichtmuseum Kommern tätige Malerfirma meinte jedenfalls, dass die dort verwendeten Anstriche auf Ölbasis keineswegs eine geringere Haltbarkeit aufweisen als die außerhalb vom Museum angewendeten Farben auf Kunstharzbasis.

Das heißt natürlich nicht, einfach etwas Leinöl auftragen und gut ists.

Dazu gibt es tief eindringende Grundieröle, halbfette und fette Standöle mit entsprechenden lichtechten Pigmenten, die aufgrund höherer Preise nicht immer in üblichen Farben enthalten sind, bzw gar nicht erst darauf hingewiesen wird und kaum Auswahlmöglichkeiten bestehen.

Mir ist jedenfalls lieber, wenn ein abgewittertem Öl und Erdpigmente nach und nach im darunterliegenden Boden verschwinden als ein Kunstharz ( hat leider nicht mit Kunst zu tun) und unbekannte Pigmente in Farben ohne Volldeklarationen aller Inhaltsstoffe.

Kunststoffe gibt's doch schon überreichlich- die Ozeane sind voll davon und irgendwann auch das Trinkwasser.

Andreas Teich



Die ökologische Verantwortung



Lieber Andreas,
ich freue mich, dass du an dieser Stelle eine Lanze für die ökologischen Aspekte des Handwerks und der Baustoffe brichst.

Meine vorherigen Erläuterungen beziehen sich natürlich nur auf die durchaus respektablen technischen Eigenschaften industrieller Anstrichstoffe, meine persönlichen Erfahrungen und meine Allergie gegenüber schnellen Reflexen in handwerklichen, aber auch weltanschaulichen „Glaubensfragen“. Auch der ökologisch orientierte Handwerker zweifelt nur selten an seinen sonstigen tagtäglich verwendeten, industriell hergestellten Baustoffen, Maschinen, Gerätschaften, Transportmitteln etc. Wir wandeln in unseren Bemühungen einfach auf einem schmalen Grad zwischen unseren meist berechtigten Zielen oder Idealen und dem tosenden Meer zeitlicher Realitäten.

Die Verwendung natürlicher, nachwachsender Rohstoffe und die Pflege ökologischen Gedankenguts allein, garantiert uns leider nicht zwangsläufig die Werthaltigkeit handwerklicher Ergebnisse.

Es dauert mich manchmal sehr, von äußerst sympathischen Menschen mit viel Liebe und Hingabe unter strengen ökologischen Aspekten hergerichtete Anwesen zu erleben und gleichzeitig festzustellen, dass diese durch einen Mangel an handwerklicher Kompetenz und falscher Beratung leider eine nur sehr kurze Lebenszeit haben.

Ich bemerke auch des Öfteren, das vereinzelt Betreiber ökologischer Baustoffhandlungen viele „Glaubensätze“ propagieren und die Beratungsrate in Ihrer Qualität, die von den klassischen Baumärkten dabei nicht wesentlich übertrifft. Hier würde ich mir, schon aus deren propagierten hehren Ansprüchen heraus, mehr gelebte Verantwortung wünschen.

Lieber Andreas, noch einmal vielen Dank für deinen wertvollen und durchaus richtigen Einwurf.

Beste Grüße

L. Parisek



Grundierung, Grundierung, Grundierung



Hallo,

ich habe mit Interesse diese Diskussion verfolgt. Ich möchte an dieser Stelle noch mal auf die Vorbereitung und die Grundierung eingehen. Ich sehe es immer wieder, dass Farbe oder Lasur einfach so aufgetragen wird. Oder auf die sog. 2in1 Produkte zurückgegriffen wird. So ist es auch bei Consolan. Holz hat aber nun den Nachteil, dass es Wasser aufnimmt. Und bei einer "diffunsionsoffenen" Farbe oder Lasur, muss man immer berücksichtigen, dass die Wasserdampfdurchlässigkeit in beide Richtungen erfolgt. Wasser, das auf irgendeinem Weg in das Holz eintritt, tritt nicht spontan wieder aus. Es tritt erst dann in Form von Wasserdampf wieder aus, wenn sich die Wetterlage geändert hat, es wärmer und trockener geworden ist (Kurzer, nicht immer ganz richtiger Merksatz: Wasser geht immer zur Wärme). Zwischen Ein- und Austritt können aber einige Zeit liegen. In dieser Zeit ist das Holz "nass" und das ist schlecht.
Man muss also verhindern, dass Holz feucht wird. Das geht, wie oben schon beschrieben, auf verschiedene Weisen, konstruktiv, entsprechende Baustoffe, ... . Aber man muss auch das Holz daran hindern, Feuchte aufzunehmen. Hierzu sollte man es mit Öl grundieren. Das Öl dringt zunächst in den Bereich ein, in den das Wasser eindringen würde. Dort härtet es aus und verhindert das Wasser eindringen kann. Nur dann darf man ein diffunsionsoffene Farbe oder Lasur verwenden.
Consolan empfiehlt überrings einen Isoliergrund zu verwenden, so dass keine Inhaltsstoffe des Holzes "durchschlagen". Grund für dieses Durchschlagen ist, dass Wasser in das Holz eintritt und beim Austreten Inhaltsstoffe mit nimmt. Hätte man vorher grundiert, hätte man dies Problem nicht.

Und noch was zur "Diffunsionsoffenheit": Es gab so um 2000 herum eine Untersuchung des Frauenhofer-Instituts bzgl. des sd-Werts und der Anzahl der diffunsionsoffenen Anstrich. Vielleicht finde ich die Veröffentlichung noch, auf jeden Fall war die Erkenntnis, dass die "Diffunsionsoffenheit" deutlich abnimmt, je mehr diffunsionsoffene Antsriche getätigt wurden.
Bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich meine bei den untersuchten Produkten war schon nach 3 Anstrichen der sd-Wert > 0,5 (wie gesagt nicht ganz sicher, aber die Größenordnung stimmt)

Und da man altes Wissen nicht unterschätzen soll, verlinke ich gerne diesen Thread von 2007 :-)

http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/holz-farbe-58384.html


Viele Grüße, M. Berens



Einmal Acrylat, immer Acrylat



Hallo,

bei Consolan Wetterschutzfarbe handelt es sich um ein Acrylat, also eine Kunststoffdispersion. Wird deswegen auch gerne Plastikfarbe genannt.

Die ist zwar diffusionsoffen, man muss aber beachten, dass es fast keine Möglichkeit geben wird, diese später mit einer anderen Farbe zu überstreichen: Einmal Acrylat, immer Acrylat
Wenn Sie später dochmal eine Lasur wollen, haben Sie keine Chance mehr. Sie werden die Farbe nicht mehr aus den Ritzen bekommen und drüber Streichen funktioniert nicht.

Ansonsten schließe ich mich meinem Vorredner an: Im Grundieren. Das war früher Gang und gebe, dass man mit Leinölfirnis o.ä. grundiert hat. Das ist irgendwie in den letzten Jahr 10 durch aufkommen der 2in1 Farben und Lasuren in Vergessenheit geraten.


Schönen sonnigen Sonntag