Calsitherm vs Holzfaserdämmplatte

05.03.2010



Heute hat mich ein Mitarbeiter der Firma Calsitherm besucht und mir ein Muster der Calciumsilikatplatte hier gelassen.

Bisher wollte ich gern eine Holzfaserdämmplatte verbauen, doch nun habe ich etwas Wasser auf die Musterplatte getan und sie saugt wie der Teufel.

Mein außen Sichtfachwerk bekomme ich leider nicht 100% für Schlagregen abgedichtet. Auch der Herr von Calsitherm konnte mir keine Ratschläge zur Abdichtung geben. Lt. Frauenhofer gibt es auch keine Abdichtung über dauerelastische Dichtstoffe wie Sika Flex und Co.. Zum Stopfhanf den ich schon hier habe und eigenlich zum auskalfatern nehmen wollte wurde mir nun gesagt, dass das Fachwerk durch die
Feuchtespeicherung des Hanfes viel länger einer feuchten Umgebung ausgesetzt ist und dies eher schädlich sei.

Als Innenputz hatte ich Lehmunterputz vorgesehen - heute wurde mir gesagt ich sollte einen Kalk-Zement-Putz nehmen. Da meine Ausfachungen (Feldbranntziegel) auch schon mit Kalk-Zement ausgemauert sind, würde er es so empfehlen. Als Alternative zum Lehmputz hätte ich lediglich nur einen nicht hydrophobierten Kalkputz gewählt.

Letztendlich ist mein Problem die nicht 100%ige Sicherstellung der Schlagregendichtheit. An Spritzkork habe ich auch schon gedacht, sowie ans innenseitige schräge anbohren der Zapfenlöcher in der Schwelle zum auslaufen von Schlagregenwasser.

Es muß also die Innenseite so viel wie möglich Wasser aufnehmen können, als seie die eigentliche Außenwand nicht verkleidet.

Ich dachte auch schon darüber nach die offene Wand, sprich Fugen zwischen Fachwerk und Gefache nicht auszustopfen, mit einem Ständerwerk zu hinterlüften und darauf erst die Holzfaserdämmplatte mit Wandheizung, um dem Fachwerk die bisherige Regulierung zu ermöglichen. Der Vorbesitzer hatte Ständerwerk mit Mineralwolle verbaut, ohne Folien, und innen eine Gipskartonplatte. Bei Wasser durch Schlagregen war es super hinterlüftet durch offene Fugen. Die Mineralwolle ist zwar etwas verstockt aber das Holz des Fachwerks super intakt, nach 10 Jahren. Über die ars..kalte Gipskartonplatte auf der Innenseite brauche ich gar nicht erst schreiben, da ich quasi ungedämmt gewohnt habe. Keine stehende Luft in der Mineralwolledämmung war der Isolationswert aufgehoben.

Langsam wird man auch weich im Kopf wenn einen dieses Thema über Monate belastet.



Noch ein Bild



nach dem letzten Sturm der mir wieder Schlagregen durch die Fachwerkwand gedruckt hat. Nach 36 Stunde war vom Wasser nichts mehr zu sehen.



Calsitherm



ist jedenfalls nicht das schlechteste Material. Es muß aber immer die Möglichkeit gegeben sein, daß die aufgenommene Feuchtigkeit auch wieder abgegeben werden kann. Ansonsten ist auch dieses Material trotz seiner hohen Saugfähigkeit irgendwann gesättigt und funktioniert dann nicht mehr wie gewollt. Sie sollten aber auf alle Fälle vermeiden, daß Wasser von außen eindringt.





---“Heute hat mich ein Mitarbeiter der Firma Calsitherm besucht und mir ein Muster der Calciumsilikatplatte hier gelassen.”---


---“Langsam wird man auch weich im Kopf wenn einen dieses Thema über Monate belastet.”---


Ich werde schon vom lesen weich im Kopf und der Magen schmerzt auch leicht.


Grüße aus Schönebeck



Von den Produkten



der Firmen Haacke, Gutex und Calsitherm bin ich sehr angetan. In Stärken von 50 bis 80mm je nach Empfehlung des Herstellers.
Auch wird jeweils empfohlen ohne Hohlräume zu arbeiten um meine Anmerkung bzgl. Ständerwerk mit Hinterlüftung als theoretischen Gedanke nur einmal als Diskussionsgrundlage anzusprechen.

Wenn ich die Kritiken über diese Baustoffe im Forum lese schneiden alle gut bis sehr gut ab.

Mein Problem bleibt einfach die ab und an auftretende Feuchtigkeit durch Schlagregen. Wie sind die Meinungen zum ausstopfen mit Kalfaterhanf? Es muss doch etwas geben um die Fugen besser bzw. überhaupt etwas abzudichten.



Logisch gedacht...



dürfte es mit Hanf ja doch funktionieren. Problematisch könnten nur die Vöglein sein. welche mir gelegentlich den Hanf aus den Fugen rausgepickt haben. Aber nur wenig, kein Grund zur Beunruhigung.

Wichtig ist, dass die Baustoffe wieder austrocknen können. Allerdings ist manches Fachwerk einfach nicht als Sichtfachwerk geeignet. Daher wurde ja auch in früherer Zeiten Fachwerk verkleidet. Allerdings doch vollendeter und geschmackvoller, als in der Gegenwart oft zu sehen.

Beste Grüße

Paul



Calsitherm vs Holzfaserdämmplatte



Mich würde mal interessieren, wie der Detailpunkt von außen aussieht.





Gerhard,

Dann sieh fünf Einträge höher.

Grüße



Holzfaserdämplatte



Hallo,

wenn es Probleme mit Schlagregen gibt, ist diese Wand an diesem konkreten Ort nicht für die Ausführung in Sichtfachwerk geeignet. Sie müssen dann - möglichst eine ortsübliche - Bekleidung oder einen Putz aufbringen.
Diese Auffassung ist auch in voller Übereinstimmung mit den Regeln der WTA.
Halbsteinige Mauerwerksschalen sind nicht schlagregendicht !

Grüße vom Niederrhein





Wand Innenseite nach Schlagregen


Das Schwell ist klitsch nass und schon am gammeln.


Grüße aus Schönebeck



Hier die Schwelle



rechts oben: der selbe Bereich wie auf dem Bild oben - 36h später

rechts unten: die gegenüber liegende Seite

links: zeigt, dass die Schwelle innenliegend ist

Nun überlege ich nur den Bereich im rechten Raum zu dämmen, dem auch ein Außenbereich gegenüberliegt.

So meine ich eintretendes Schlagregenwasser sofort zu erkennen und sofort draußen nachbessern zu können.

Bleibt die Frage womit.

Ich werde noch ein weiteres Bild reinstellen, dies zeigt eine Stelle von außen und innen.

Danke!
Sven



Schwund - 2mm Spalt



hier nun noch ein Bild von ein und dem selben Bereich

links: Wand außen
mitte: Wand innen
rechts: Licht aus und man kann durchschauen

Eine Dreiecksleiste ist drin.



Bitte mich nicht zerreißen



aber,schon mal nachgedacht, dass es sich vielleicht um einen Fehler an der Blechkehle (Wandanschlußblech) handelt?
Nach den Fotos und der Beschreibung spricht Vieles dafür.
Einen so umfangreichen Wassereintritt nach einem Regen kann ich mir nicht vorstellen.



Wandanschluß defekt



Der starke Wassereintritt war nur auf der Wetterseite, daher lag es nahe dies auch dem treibenden Regen in die Fugen zuzuorden. Das Wandanschlußblech ist dicht, nun hat sich herausgestellt, dass unter dem Blech und den Bibern die Pappe nicht ordentlich verlegt ist. Somit hat der Wind den Regen unter die Biber getrieben und dieser sollte eigentlich auf der Pappe abgeführt werden.

Nun bin ich heil froh dem gravierenden Wassereintritt entgegenwirken zu können.

Danke für den vorherigen Beitrag der mich dazu veranlaßt hat dem Wandanschluß mehr Aufmerksamheit zu witmen.

Vielen Dank!
Sven