LUFTSCHUTZBUNKER isolation der innenwände

09.02.2006

LUFTSCHUTZBUNKER isolation der innenwände

hallo

ich habe mir einen hochbunker Baujahr 1941 gekauft....
in den bunker wurden nach dem krieg schon Fenster gesprengt
lüftung ist also kein problem
nachdem ich bereits den gesammten Keller entkernt habe und eine garageneinfahrt in die Aussenwand gestemmt habe geht es nun an den innenausbau
meine wichtigste frage ist wie dämme ich die betonwände von innen um möglichst efektiv heizen zu können und gleichzeitig das feuchtigkeitsproblem in den Griff zu bekommen.... ein anderes problem besteht in der ausbesserung des betons an stellen an denen die moniereisen gerostet sind und Beton abgeplatzt ist....
bin für alte und neue baustoffe gleichermassen aufgeschlossen hauptsache das ergebniss wird gut !



warum überhaupt eine Wärmedämmung?



Dein toller Bunker ist gut ins wärmende Erdreich eingegraben,weshalb sich für mich die Frage nach einer Wärmedämmung erübrigt. Wichtig für ein gutes Innenraumklima ist die Wahl der Baustoffe und der Einbau eines guten Heizsystems. Da Beton sehr homogen ist, empfehle ich Lehmputze in Dicken von 2-3cm ,alternativ Lehmbauplatten d=3cm. Fußboden: Massivholzdielen oder Terracotta-Bodenplatten (schöne Tondachziegel im Traßkalkmörtelbett verlegt sind auch hochwertige Terracotta-Platten).
Als Heizsystem kann ich nach zahlreichen Projekterfahrungen mit schweren Gebäuden aus Massivmauerwerk guten Gewissens eine Fußleistenheizung empfehlen. Falls die vhd.Grundrisse dazu geeignet sind, könnte alternativ ein massiver Grundofen eingebaut werden.
Was die rostigen Moniereisen betrifft, würde ich mal bei Bauprofis, die täglich solche Betonsanierungsarbeiten machen um Rat fragen.





Bei diesen dicken Betonwänden kann man davon ausgehen, dass kaum Wärme nach außen verschwinden kann. Eine Innendämmung würde ich als unnötig ansehen. Zu dieser Konstruktion passen Heizsysteme, wie Sockelheizleisten (höhere Vorlauftemperatur) oder aber Wand- bzw. Deckenheizsysteme mit fast ausschließlich Starhlungsanteil (möglichst niedrige Vorlauftemperatur). Der Wandaufbau mit dickeren Putzen Kalk- bzw. Lehm führen zu einem besseren Feuchtigkeitsspeicherung.
Bei den Fenster- oder Türanschlüssen sollten Sie inne an der Laibung Dämmung anbringen um den möglichen Tauwasseranfall in der Laibung zu verhindern.

Grüße

Jochen Engelhardt



Wärmeleitung und Wanddicke...



...haben GAR NICHTS miteinander zu tun. "Jedes Baumaterial hat eine bestimmte Wärmeleitfähigkeit lambda. Beton hat eine relativ hohe Wärmeleitfähigkeit (2 W/m*K) und Dämmstoffe eine niedrige (0,02 bis 0,04 W/m*K). Je niedriger die Wärmeleitfähigkeit eines Baumaterials, um so besser ist seine Dämmwirkung." (Zitat aus: http://www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBbauenwohnen/kWert.php) Ich weiß nicht, wo der Irrglaube her kommt, dass dicke Wände ein Charakteristikum für gute Wärmedämmung sind. Errechnet man mit den oben aufgeführten Werten den Wärmeleitwiderstand, dann sieht man, dass eine 1 m dicke Wand aus Beton den gleichen Wert hat wie eine 1 cm dicke Wand aus Dämmstoff! Als weiteres Gegenbeispiel kann ich unser eigenes Bruchsteinhaus mit Wandstärken von 50-70 cm und einem Wärmebedarf von 146 W/m² anführen. Das ist nun wahrlich kein Energiesparhaus - trotz dicker Wände. Dicke Wände speichern die Wärme meistens recht gut, weil bei dicken Wänden in aller Regel entsprechend Masse vorhanden ist. Man erreicht also, dass Temperaturschwankungen zeitverzögert und abgeschwächt auf der anderen Seite der Wand ankommen. Wenn Sie den Verlust von Wärme begrenzen wollen, dann sollten sie auf einen entsprechend guten Dämmstoff zurückgreifen und nach Möglichkeit von Außen dämmen. So vermeiden Sie auch Kältebrücken. Eine Innendämmung - egal auf welchem Werkstoff basierend - würde ich im Hinblick auf Oberflächenfeuchte von einem Ingenieurbüro durchrechnen lassen. Ab dauerhaft 80 % Luftfeuchte an der Oberfläche droht Schimmelbildung! Daher sollten Sie sich auch einmal Gedanken über eine Be- und Entlüftung des Bunkers machen. Ansonsten ist Lehm als Feuchtepuffer sicher ein guter Putz.

Viel Erfolg!
Philip Mertens





Hallo

das stimmt so nicht ganz. Der Wärmedurchgang ist kein linearer Prozess. Rechnerisch haben Sie natürlich recht, aber die Norm, auf der diese Rechenmethode beruht ist nur eine Vereinfachung der Realität. Sie müssen nicht so viel Wärme investieren um das Gebäude warm zu bekommen wie Sie berechnen. Und soviel wie ich auf dem Bild erkennen kann, beträgt die Wandstärke mindestens 1m.
Grüße

jochen Engelhardt



Wie



Herr Mertens schreibt ist Wärmedämmung und Wärmespreicherung nicht zu verwechseln.
Messen Sie doch mal die Oberflächentemperatur auch der Innenfläche in der kalten Jahreszeit!!
Eine maßvollen Innendämmung erhöt die Behaglichkeit enorm.
Auch Strahlungswärme ist hier zu empfehlen.

Gerd Meurer



Hallo Hans,



ich habe Bedenken, dass in dem Bunker ohne weiter Maßnahmen an den Wänden, ein angenehmes Wohnklima enstehen kann. Die Dämmung der Betonwand ist mit 30 cm dickem Vollziegelmauerwerk vergleichbar. Das ist doch schon gar nicht so schlecht. Die Speicherfähigkeit bei soviel Masse ist zudem enorm.
Aber Beton nimmt so gut wie keine Feuchtigkeit aus der Luft auf. Beton ist kein kapillaraktiver Baustoff. Deswegen baut man auch dichte Bauwerke daraus. Meiner Meinung nach ist es unerlässlich, eine kapillaraktive Innenschicht aufzubringen. Lehm mit Blähtonzuschlag, o.ä. ist dafür optimal geeignet. 10 cm Dicke sollten es schon sein. Darauf ein Kalk- oder Lehmputz, zusätzlich eine ordentliche Strahlungsheizung und hölzerne Fußböden werden das Klima deutlich verbessern.

Wenn es Undichtigkeiten im Beton gibt, sollten die jetzt verpresst (PU) werden. Eine Innenabdichtung würde ich nur auf dem Boden (Schweiß- oder Kunstoffbahn) aufbringen.

Die verrostete Bewehrung an einigen Stellen stelt bei einer 10 cm dicken Lehmschicht keine Probleme dar. Hier braucht keine Betonsanierung durchgeführt werden. Der Baukörper sollte aber dicht sein!

Gutes Gelingen - A. Engbarth



LUFTSCHUTZ tut not.....



hallo

danke für die rege anteilnahme !
die schätzung mit 1m für die aussenmauer war schon echt gut ! die wandstärke beträgt 1,10 ab dem erdreich 1,60
auch die abschlussdecke hat 1,60
der bunker ist allerdings ein HOCHBUNKER so das er nicht von erde überdeckt ist
mir wurde gesagt das der beton mir die wärme beim heizen entziehen würde deshalb habe ich an eine dämmung gedacht !
ich glaube nicht das es überhaupt möglich ist die aussenwände zu erhitzen da sie einfach zu viel masse haben !
weder im Winter noch im sommer verändert sich die temperatur gravierend....
nur ein luftaustausch verändert die temperatur !
zur zeit ist der bunker komplett ohne Heizung und im keller habe ich die "fenster" offen trotzdem ist mir die Wasserleitung nicht eingefroren....
daher scheint mir eine aussendämmung nicht nötig
im übrigen wäre diese auch recht teuer da der bunker eine grundfläche von 530 qm hat und über 4 geschosse verfügt...
damit ihr euch ein besseres bild von meinem bunker machen könnt habe ich mal ein frontalansicht angehängt

Gruß HANS



noch ein bild



die rückseite



der durchbruch....





durchbruch fertig nach ca. einem monat



ich allerdings auch und 3 presslufthämmer und zig meissel mit mir....



durchbruch von innen gesehen





zustand putz an aussenwand





LeichtlehmWärmedämmputz + Fußleistenheizung



bei 1,10 bis 1,60mtr dicken Betonwänden würde ich auch keine Fassadendämmung anbringen. Um ein angenehmes, behagliches Raumklima zu schaffen würde ich auf die Innenseite der Betonwände einlagig 4-5cm dick unseren LeichtlehmWärmedämmputz auftragen und mit LehmFarben/LehmStreichputzen gestalten. Der Lehm wirkt hierbei als Feuchteausgleichpuffer. Mit einer gut geplanten Fußleistenheizung ist der große Bau problemlos zu beheizen,da bei diesem Heizsytem die Wärme nicht in die Betonwand abgeleitet wird. Laienhaft erklärt stellt sich ca 10-15 Minuten nach Heizbeginn ein Wärmeschleier vor die Außenwand. (vergleichbar im Kaufhaus,das man im Winter durch eine Wärmeschleuse betritt). Dieser Wärmeschleier stellt eine "unsichtbare Wärmedämmung aus 5cm Styropor"dar und bewirkt,daß keine Wärme in die Außenwand abfließen kann.
Der Raum wird von der Außenwand aus mit hohem Strahlungswärmeanteil sanft beheizt.Interessant hierbei ist,daß selbst bei großen Raumhöhen, über 3oder 4m nus der Bereich erwärmt wird,den Mensch mit 2 mtr Größe benötigt.
Bei professioneller Heizungsauslegung erreicht eine Fußleistenheizung einen Strahlungswärmeanteil von bis zu 70%. Ich kann auf jahrzehntelange praktische Erahrungen mit Fußleistenheizung in einem ungedämmten Massivbau mit im EG 60cm, im KG 1,80mtr dicken Sandsteinen bei Raumhöhen von 3,70 mtr zurückblicken.



...diese Mitteilungen...



.... alle finde ich sehr,sehr spannend.

Freue mich auch schon auf weitere Beiträge.

Einen Betonbunker zu bewohnen scheint eine Herausforderung zu sein.

Was bei mir die Gedanken sind:

Wie steht es mit dem hygienischem Luftaustausch? Ist eine Lüftungsanlage geplant?

Nach meiner Meinung kann das Raumklima nur durch eine sorptionsfähige Lehmputzschicht erzielt werden. ( 2-5cm)

Da ich selbst in einer Restburganlage mit bis zu
2 m (!) dicken Wänden aus Kalkbruchsteinen wohne, kann ich nur eine Wandheizung empfehlen.

Herr Meurer hat nach meiner Ansicht recht:
Nur eine gute , direkte Strahlungswärme erzeugt ein Wohlbefinden. Bestimmt auch in einem Bunker.

Ich wünsche Herrn Hans Kemmer viel Erfolg und gutes Gelingen.

MFG

Horst Paulik




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