INSCHRIFT IN DER FACHWERKSCHWELLE




Bei der Freilegung unseres Hauses vom "Putzmantel" sind wir auf ein sehr schönes (Zier-)fachwerk gestossen. Leider nur noch auf einer Hausseite. Auf der Fachwerkschwelle sind die folgenden Zeichen eingeritzt aus denen wir nicht schlau werden und um Mithilfe bei der Entzifferung bitten :

D H B H D H V A D D G H E V A V S

Wer weiss was das heisst???
über jede Entschlüsselungshilfe dankbar und mit schönen Grüssen
Katharina



Haussegen



Hallo Katharina,

mir fallen da eigentlich nur zwei Ansätze ein: Entweder es handelt sich um einen Hinweis auf den/die Erbauer (auch Bauzeit, Umstände, etc.) oder aber um die Abkürzung eines Segensspruches / Gebetes.

Beispiele:

D S D H M R O A M => Der Segen des Herrn macht reich ohne alle Mühe

oder

I G F V W K W V S => Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein.

Wahrscheinlicher wird aber der Erbauerhinweis sein, oft zu finden ist wie bei Dir

D H B => Dieses Haus baute ...

Vielleicht ist es Dir ja möglich im Museum, Archiv o. Ä. etwas über Haus und Erbauer in Erfahrung zu bringen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



die richtigen worte finden



Lieber Christoph Kornmeyer,
herzlichen Dank für die schnelle und ein bisschen hilfreiche Antwort! Es klingt für mich nun logisch, dass die Buchstaben die Anfangsbuchstaben von zusammenhängenden Worten sind. Ein Segensspruch scheint mir warscheinlich, durch die Länge und das häufige H (für Herr...) Der Bauherr trägt unserer Ansicht nach einen Namen mit dem Buchstaben K (dieser erscheint gar nicht), da der Hof seit Generationen einer Familie gehörte. Aber das Wohnhaus ist beträchtlich älter als die Bauakte...

nun suche ich die passenden Worte für die Buchstaben !!! wer kann helfen???
schöne Grüsse
Katharina



Es ist nicht einfach



... die immer die richtigen Worte zu finden. :-))

Möglicherweise handelt es sich tatsächlich um einen religiösen Hausspruch der von Gottvertrauen zeugt und um Segen und Schutz für das Haus bittet.

Platzmangel, der Wunsch nach Lateinisierung oder auch Verrätselung führte zu den interessantesten Ver- und Abkürzungen (z.B. BDIEL), selbst Chronogramme sind in den Inschriften und auch Verkürzungen zu finden.
Die am Häufigsten (neben St. Florian-Sprüchen) zu findenden Sprüche waren:

Wer auf Gott vertraut hat gut (auch wohl) gebaut
Wer über diese Schwelle tritt, der bringe Glück und Frieden mit. (In div. Variationen)
An Gottes Segen ist alles gelegen
Der Herr behüte dieses Haus und alle die da gehen ein und aus

An letzteren würde ich dann auch bei Deiner Inschrift denken, jedoch ohne Gewähr:


Der Herr BeHüte Dieses Haus Und Alle Die Da GeHen Ein Und AUS

Die beiden Hs in den beiden Verben könnten zur Unterscheidung dienen, aber wer weiß?

Kennst Du vielleicht das Baujahr?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



eine schöne Entdeckung...



... das klingt ja schon ziemlich überzeugend !!! Bin beeindruckt. Sind solche Verschlüsselungen in bestimmten Gegenden zu bestimmten Zeiten üblich gewesen???
Die Bauakte des Hauses beginnt in den 1850gern mit dem Antrag für einen Umbau. Das Haus ist mindestens 100 Jahre älter, nach der alten Holzdecke in der ehemaligen Wohnstube zu urteilen...
1000 Dank ersteinmal und schöne Grüsse
Katharina



liebe katharina



aus neueren zeiten kenne ich nur dbddhkp, was aber hier am haus und vor allem bei den guten entschlüsselungskünsten des geschätzen C.K. mit sicherheit nicht zutrifft. hut ab vor diesem wissen!





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