Buchentreppe neu lackieren




Liebe Fachwerk Gemeinde,
trotz intensiver Recherche sind was die Renovierung meiner eigenen Treppe angeht noch 1,2 Fragen offen geblieben, über deren Beantwortung ich mich freuen würde.
Ich habe eine ca. 70 Jahre alte Buchentreppe abgeschliffen. Sie war vorher mit mehrere Lackschichten, Kleber, Teppich, usw. verschandelt und ist nun wieder bis aufs blanke Buchenholz runter (die Stufen). 40er, 80er und dann 120er Körnung. Die vertikalen Zwischenbretter (Trittbretter?) sowie das Geländer sind ebenfalls mit mehreren Schichten farbig lackiert - mehr schlecht als recht. Dieses habe ich mit 120er rundum angeschliffen.

Da es sich um einen Hausflur handelt der von 3 Wohnparteien begangen wird, habe ich mich dazu entschieden die Stufen neu zu lackieren (transparent, matt). Ich fände Ölen zwar schöner, glaube aber dass das auf Grund der Beanspruchung der Treppe nicht die richtige Wahl wäre (nasse, dreckige Straßenschuhe, Hundepfoten, etc..).
Nach intensiver Recherche habe ich mich nun für 2k Lack entschieden (Hersteller scheint keine große Rolle zu spielen, wenn ich hier so lese, so lange es einer von den namenhaften ist, Junckers und co). Es bleiben folgende Fragen:

1.) Grundieren? Da habe ich unterschiedliche Aussagen bekommen. Im Fachhandel wurde mir empfehlen einmal mit Grundlack vorzulackieren. Da es die ein oder andere Fehlstelle im Holz gibt die sich nicht 100%ig beseitigen ließ würde ich gerne vermeiden, dass das Holz zu sehr angefeuert wird.

2.) Pinsel oder Rolle? Der Maler sagt Pinsel, der Fachhandel Rolle. Im Fachhandel meinte man auch, dass es bei so altem Holz sein könne, dass das Holz unterschiedlich stark "saugt" und daher die Gefahr besteht, dass es Ränder gibt. Es sei daher für einen Leihen eher nicht zu empfehlen. Also lackieren generell... Seht Ihr das auch so?

3.) Wie oft lackieren? Ich ging nun von Grundieren ? Lackieren ? 240er Zwischenschliff ? 2. Lackierung aus. Gelesen habe ich hier nun auch schon von 3 bis 4 mal lackieren?

4.) Wie viel Lack brauche ich wohl. Es geht um insgesamt 28 Stufen (2 Etagen a 14 Stufen). Stufenbreite ca. 1m

5.) 2 Stufen haben ca. 2-3mm dicke Risse. Kann ich diese mit Holzspachtel verschließen bevor ich grundiere/lackiere, oder muss ich etwas besonderes beachten?

Was das Geländer angeht - dieses habe ich angeschliffen mit 120er. Hier muss auf jeden Fall grundiert werden (Schnellhaftgrund oder was würdet Ihr da nehmen?). Danach soll neu lackiert werden. Geländer weiß, Handlauf Grau oder Schwarz.

1. )Muss ich hier was besonderes beachten? Ich würde die Stufen zu erst lackieren...

2.) Zwischen den Trittbrettern und den Stufen haben sich kleine Spalten gebildet. Da würde ich einfach eine dünne Acrylfuge setzen, nachdem die Stufe versiegelt wurde und die Fuge dann wenn das Trittbrett weiß lackiert wird, gleich mit lackieren. Spricht da etwas gegen?

Bereits jetzt vielen Dank für Eure Antworten.



Sie wissen...



...am Besten, wie lange Sie geschliffen haben. Wollen Sie das in 3-5 Jahren wieder machen, nachdem Sie missmutig beobachtet haben, wie sich dreckige Halbmonde von der Vorderkante der Stufen immer weiter nach hinten gefressen haben, weil der Lack abgetreten wurde und das rohe Holz darunter den Dreck annimmt?

Lack auf Buche halte ich in der geschilderten Situation für vom Grunde her ungeeignet.

Das können Sie nur verhindern:
-mit einem geignetem Öl statt Lack und (nicht oder!)
-der richtigen Pflege

Grüße

Thomas

P.S. Und nehmen Sie die Empfehlungen des Fachhandels nicht so ernst. Buchenholz saugt IMMER unterschiedlich stark und insgesamt weitaus intensiver als viele andere Hölzer. Aussagekräftiger sind Nachfragen beim Hersteller.



So sehr ich mich über Ihre Antwort freue



..., so sehr verunsichert sie mich auch ;-) Weil mir bisher immer nur zum 2k Lack geraten wurde auf Grund des Nutzungsprofils, da es sich wie gesagt um eine Treppe im Hausflur handelt die von allen Bewohnern des Mehrfamilienhauses begangen wird.
Der Lack war für sein Alter in noch verhältnismäßig gutem Zustand, wobei man mich hier auch schon (im "Fach"-handel) darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Standzeiten von alten Lacken heute nicht mehr erreicht werden, weil man "das fiese Zeug" nicht mehr verwenden darf.. Whatever..
Aber Sie haben natürlich völlig Recht - ich möchte das Ganze nicht in 5 Jahren wiederholen. Könnten Sie ggf. darlegen, wieso Sie Lack für die Buchentreppe nicht für geeignet halten? Und welches 'Öl' ein geeignetes wäre? Ich habe noch "Erst- und Renovierungspflege Öl" von Woca. Für den Boden im Innenraum der Wohnung - das ist aber absehbar nicht, was Ihnen vorschwebt, oder?

MfG und vielen Dank



Leider...



...kann ich nicht über den "Schatten" der Fakten springen. Unter dem Lack ist immer rohes Holz. Das (und ganz besonders Buche) saugt freudig durch Schäden in der Lackoberfläche Wasser und Schmutz. Diese Schäden wird es aber auf einer mit einem dünnen Kunststoffhäutchen belegten betretenen Fläche, und zuallererst an der Vorderkante, schon sehr bald geben.

Öl hingegen imprägniert, je nach Auftrag und Material, recht gut. Somit wird die Wasseraufnahmefähigkeit sehr stark verringert, nicht nur an der Oberfläche, sondern auch je nach Imprägnierungstiefe im Holz. Das Holz wird in Verbindung mit dem Öl etwas gilben und etwas dunkler werden. In Verbindung mit der richtigen Pflege wird es aber nicht das Schadensbild: Hier abgetretene Kante, da Lacköberfläche geben.

Lösemittelfreie oder -arme, möglichst heiß eingearbeitete Leinölverarbeitungen ( ich arbeite mit dem Heißöl von "Natural") und die richtige Pflege (hier habe ich zum Spezialreiniger von "Natural" noch keine Alternative gefunden) wären denn also mein Vorschlag.

Grüße

Thomas