Bunnen mitten im Zimmer

23.05.2006



Hallo, ich habe vor 2 Jahren ein fast 200 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft, das aber öfters umgebaut und Saniert worden ist.
Wir wollen jetzt einen Anbau renovieren ca. 1900 bis 1940. Nachdem wir den Boden (Holz) rausgeholt haben, habe ich eine Betondecke gefunden. Hier ist eine Loch drinnen. Nachdem ich dies geöffnet habe, habe ich einen alten Brunnen entdeckt, der einen Durchmesser von ca. 1,2 meter hat. nach 2,5 m Oberkannte Decke steht Wasser ca. 2,5 m. Somit ist er ca. 5 m tief. Rechts und links von dem Raum sind Gewölbekeller (nur hier eben nicht).

Da ich noch einen Brunnen habe, und ungern einen im Haus haben möchte, frage ich mich, was ich jetzt tun soll. zuschütten? Oder ist dann die gefahr, dass sich trotzdem Wasser sammelt, was noch schlimmer ist. Oder so lassen und oben auf dem Deckel einfach Beton gießen?

Vielen Dank für eure Hilfe
Ralf



Hey freuen Sie sich doch!



Wer hat schon solches Glück, einen Brunnen im Wohnzimmer zu haben ;o).

Ich würde erstmal Ruhe bewahren und dann überlegen, ob man ihn nicht irgendwie ins Wohnzimmer "integrieren" kann. Und sei es wieder aufgemauert, mit Beleuchtung drinnen und mit Glasplatte drauf als Esstisch :o)

Die meisten Hausbrunnen sind leider zugeschüttet. Es gibt sie deshalb nur noch ganz ganz selten. Wir haben auch nen Brunnen, aber im Flur. Sollte zwar mal Waschmaschinenraum werden, das wurde dann aber kurzerhand umdipsoniert. Wir mauern unsren Brunnen wieder auf.

Früher hatten nur die gaaanz reichen Leute einen Brunnen im Haus, damit sie im Winter nicht in die Kälte mussten.

Ich würds schade finden, wenn sie ihn zuschütten. Er sollte schließlich gefunden werden, machen Sie doch was draus :o)

Grüße Annette



Ich denke auch ..



....das Sie den Brunnen gefunden haben, hat seine Bedeutung. Versuchen Sie ihn im Haus zu integrieren, oder zu "benutzen" (Wärmetauscher zu Heizzwecken??? nur so mal am Rande vom hörensagen, soll gehen).
Zuschütten und oder überbetonieren kann doch jeder, oder?
viele Grüße von Sylvia



Danke für den Rat, aber....



in diesem Raum brauche ich keinen Brunnen, er passt überhaupt nicht dorthin und kann auch nicht integriert werden.

Wie schon erwähnt habe ich ja noch einen, der reicht völlig aus und ist nur 9 m von dem gefundenen entfernt.

Ich weis, dass zukippen zu schade ist, ist wirklich sehr schön. Aber ich kann ihn dort nicht gebrauchen.

Für Tipps, wäre ich dankbar....



Wenn es unbedingt sein muß...



Hallo,

Ich habe gerade das Gegenteil hinter mir und 20 cbm Bauschutt und Hausmüll aus bis zu 16m Tiefe geborgen...
Wenn sie ihren Brunnen unbedingt zuschütten wollen, dann versuchen sie es so zu machen, daß spätere Generationen ihn evtl. wieder herstellen können (d.h. auf keinen Fall zubetonieren). Mein Tipp wäre trockenlegen, Kies (nicht zu grob, damit man ihn schaufeln oder absaugen kann) ohne Feinanteil bis kurz unter Oberkannte lagenweise verdichtet einbringen (kapillarbrechend), darauf Geotextil und den Rest bis Unterkante Bodenkonstruktion mit Sand oder Trockenschüttung auffüllen. Wenn Sie einen Estrich gießen, sorgen sie dafür, daß er sich nicht mit dem Brunnenmauerwerk verbindet. Falls sie das Wasser im Schacht stört bleibt nur Lehm einstampfen... aber ob das funktioniert??? Ich würde mich auch mal an www.isarbautenschutz.de wenden, die scheinen ganz pfiffig zu sein.

Gruß Frank



Hallo Frank



Hallo Frank,

danke für den Tipp. Zubetonieren wollte ich Ihn nicht. Wenn würde ich Ihn mit Füllmaterial auffüllen wie Füllkies (Sand mit Kieselsteinen, lehmhaltig). Oben ist eh ein Eisendeckel drauf und auf diesem würde ich eine 10 cm Betonschicht auffüllen, dann Estrich. In Zeichnungen habe ich Ihn schon eingezeichnet, dass ich weis wo er ist!!

Nach langem betrachten, gefällt er mir doch relativ gut, obwohl er nicht passt, dass ich mir überlege ihn von oben zu schließen und von der Seite (Aussenmauer) einen kleinen Eingang zu graben, ca. 80 cm. von der Aussenwand, dann habe ich ihn erreicht.

Nochmal vielen Dank,
viele Grüße
Ralf



Vielleicht so einen teuren Spaß ...



Guten Tag, ich denke mit Verfüllen haben Sie am Grundwasserstand nichts getan, so feucht wie vorher bleibt es. Es freut mich, dass Sie den Brunnen nicht irreversibel verschließen wollen. Mir ist beim Lesen eine teure Idee gekommen, die ich wenn es mein Haus wäre weiter durchdenken würde: Mit trittfestem Verbundsicherheitsglas abdecken und den Schacht im Boden sichtbar lassen. So stört es eigentlich nicht, ist aber noch erfahrbar. Es könnten aber hgienische Probleme und Algenwuchs im Brunnenschacht auftreten, da müsste man sich genaue Gedanken zu machen.
PS Falls Ihr Haus unter Denkmalschutz steht, hat die Denkmalbehörde auch ein Wort mit zu reden.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



Danke...



Hallo Herr Arnold,

vielen Dank für Ihre Idee, die uns auch gestern Nacht gekommen ist. Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz und den Brunnen werden wir weder verschütten noch irreparabel machen. Die Freuchtigkeit ist kein Problem, da das Haus trocken ist. Im Gewölbekeller mit Lehmboden ist nur die natürliche Luftfeuchtigkeit, bzw. bei Wetterumschwung ein etwas feuchterer Boden. Aber keine Schimmel und Schwam Bildung.

Den Brunnen werden wir von oben wieder verschließen und da ich von der Aussenmauer ca. 80 cm bis zum Brunnen habe, werde ich ihn von dort öffnen. Somit ist dort ein schmaler flacher Kriechgang.

Die Frage die sich mir allerdings noch stellt, gibt es Probleme wenn der Brunnen Luftdicht verschlossen ist. Das Wasser hat weder Algenbildung noch sonst etwas gehabt. Es war ganz klar, obwohl er bestimmt weit über 50 Jahre verschlossen war.

Vielen Dank
Ralf Conrad



Teilantwort



Guten Tag, ich kann nur eine Teilantwort geben weil ich sonst sehr intensiv in die Sache einsteigen müsste. Algen können nur auftreten, wenn Licht in den Brunnen fällt, da sie Photosythese betreiben. Deshalb habe ich das Risiko gesehen, wenn man eine Glasplatte darüber anordnet. Welche weiteren Auswirkungen im Schacht entstehen können möchte ich auf die Schnelle nicht spekulieren. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold