Brunnen unter Stallmauer?

10.04.2013 chris77



Hallo,
während der Tieferlegung eines alten Gewölbestalles habe ich einen kreisrunden Schacht halb unter einer Zwischenmauer gefunden. Der Schacht hat einen Durchmesser von 1,2m und liegt so unter der Mauer dass etwa die Hälfte von oben zugänglich ist. Siehe Bild. Der Brunnen war mit loser Erde und Ziegelschutt gefüllt.

Ist das ein Brunnen? Warum ist der halb unter der Mauer? War das mal üblich?

Zum Gebäude: Auf einer alten Karte von 1808 ist ein Gebäude an dieser Stelle schon eigezeichnet. Das Gewölbe, so wurde mir von einem Historiker erzählt, ist wohl 50 Jahre älter, da diese erst später bei uns in Mode gekommen ist. Ein weiterer Hinweis auf verschiedene Bauetappen ist das Fundament. Bis auf eine Höhe knapp unter dem heutigen Boden verlaufen die Ziegelreihen sehr "wellig". Und schon die nächste Schicht ist sauber horizontal. Ausserdem habe ich noch weitere Sockelfundamente gleich neben den "neuen" Säulenfundamenten gefunden.

Wenn man den Schacht nicht mehr braucht, dann würde man ihn doch gleich zuschütten und nicht erst einen Bogen darüber mauern, oder? Also braucht man ihn noch. Aber warum dann die Mauer nicht um 50 cm versetzt bauen? Oder ist es praktisch einen Brunnen so im Stall zu haben?

Vlt. kann mir jemand von euch da weiterhelfen. Momentan ist der Brunnen auf 1,5m ausgehoben. Geplant ist eine begehbare Scheibe darüber zu montieren. Ausserdem sollte er noch tiefer ausgehoben werden. Sobald ich einen kompakteren Hilfswilligen finde.;-)



Ein Brunnen



ist es vielleicht gar nicht. Bei uns hatten wir ein ähnliches Bauwerk, welches sich als Güllegrube entpuppte, zur Hälfte von außen "begehbar" zum Ausschöpfen. Innen lagen dann Bohlen drauf zwischen denen die Schweinesch...
in die Grube ablief.
Viel spaß noch beim Erkunden.



Wenn ich



mir das Bild so anschaue würde ich ersten Moment sagen das es ein Kellereingang war, der etwas unglücklich zugemauert wurde.
Aber ein Brunnen unter einer Trennwand die eventl. ein Gebäude mit zwei verschiedenen Nutzungsarten ( einmal Stall und Wohnraum) versorgte ist auch denkbar und habe ich schonmal gesehen.

Wie Tief haben Sie denn schon frei gegraben???

Mit archäologischen Grüßen

Danilo





Ein ähnliches Bauwerk gibt's bei uns auch, nur rechteckig.

Da stand früher das Plumpsklo drauf. Von außen konnte Kalk 'reingeschmissen und später ausgeschaufelt werden.

Für Schweinemist ist das Ganze wohl zu klein, der kam auf den Misthaufen.

Frischwasser wird man dort eher nicht gewonnen haben.





Also die Aussicht mich kriechend durch ein Klo zu graben, weckt nicht gerade meine Lust auf tiefer gehende Forschung... Aber momentan finde ich nur Erde mit groben Ziegelbruch. Das sollte Schüttgut sein.

Momentan bin ich immer noch auf 1,5m. Bis ich weiter machen kann werden wohl noch einige Wochen ins Land ziehen.

Die Idee mit dem Keller war auch die Erste die mir gekommen war. Aber dann stellte es sich doch als kreisrunder Schacht heraus.

Von der anderen Seite sieht man zwar den Bogen und man kann mit der Hand nach schräg unten in den Schacht fassen. Aber praktikabel ist das sicher nicht.

Einen Keller haben wir übrigens auch gefunden. Auf der anderen Seite etwa 6 m entfernt und hat ca. 20m^2. Mit dem gleichen Material aufeschüttet. Das Bodenniveau war 1m unter dem heutigen. Stufen hinunter zum Keller waren auch erkennbar. Anbei mal ein Bild, für die Interessierten.



So rein



vom Verstand her würde ich sagen das sich Brunnen und Stall gegenseitig ausschliessen...Gülle ,Kacke ,Trinkwasser?

Grüße Martin



Hallo,



in etwa das gleiche hab ich auch gerade freigelegt, bei mir handelt es sich um ne sickergrube, drüber stand nen plumsklo.

gruss