Brucksteinsockel verfugen oder Schlämmputz?

20.08.2017 MiKe



Hallo liebe Leute,
Dach ist Fertig, Fassade in Kürze auch und im Übergang zum Sockel haben wir uns entschlossen die alte Kehle nur zu erneuern.
Die gesamte Fassade war seit den 80ern mit einer Vorsatzschale versteckt (siehe meine Bilder).
Der Putz von 1925 mit Rissen und Schäden blieb unverändert darunter.
Mein Problem ist jetzt der Bruchsteinsockel.
Diese Häuser waren Siedlerprojekte wegen der Inflation.
Am Fallrohr an der Ecke (Wetterseite) sind die Fugen komplett ausgewaschen und fehlen.
Fugen wurden teilweise sehr diletantisch mit harten Mörteln großflächig repariert.
Viele Steine sind mit Mörtel "zugekleistert".
Gemauert wurde der Sockel mit Lehm (hier ist metertief nur Lehm im Boden).
Es gibt eine Sperrlage (Teerpappe) unter der 2.Steinreihe von oben.(auf dem Bild zu erkennen).
Der Keller ist akzeptabel trocken, nur Bodenfeuchte zieht von unten ins Mauerwerk.
Zukünftig soll wieder Pflaster ums Haus und eine Kiesschicht um den Sockel.

Ich hoffe das waren die wichtigsten Informationen...

Mein Problem, bzw die Frage ist nun, wie ich mit dem Sockel weiter verfahren sollte.

Am liebsten hätte ich nur mit ausreichend weichem Fugenmörtel neu verfugt, da aber die Steine mit Zement versaut sind und der Aufwand diese zu reinigen so groß ist, könnte ich mich auch mit einem Schlemmputz anfreunden.

Allerdings ist der Winter nah und die ehemals vor Wasser schützende Verkleidung ist runter.
Kalkmörtel wird vielleicht vor dem Frost nicht mehr Hart in dieser Stärke.
Wie bekomme ich die tiefen Fugen übergangsweise geschützt um im Fühjahr dann den Sockel in angriff zu nehmen?

Selbst mischen wollte ich Außen eigentlich nicht und würde mich für einen NHL Mörtel oder Trasskalk entscheiden.
Solubel sp50 wird hier ja immer wieder genannt, doch gibt es da auch viele Berichte über Probleme im Sockelbereich mit der Haltbarkeit.

Wir liegen hier im PLZ bereich 45xxx , vielleicht ist ein Profi vor Ort auch die beste Variante.
Trotzdem würde ich mich über ein Paar Anregungen sehr freuen.

schöne Grüße
micha



weitere Bilder



hier noch Details



noch eins



links der Nachbar(sockel für Parkplätze freigelegt) , rechts wir.



alte Verkleidung



so sah es vorher aus :(



ich



kann ja verstehen, dass Ihr ungerne zum X-ten Mal die gleichen Fragen beantwortet, doch hatte ich gehofft, dass jemand zu meinem speziellen Fall vielleicht ne grobe Richtung geben könnte.

Nun ja, ich habe in der weiteren Umgebung nun einen Händler gefunden der SP50 auf Lager hatte und habe mir nun doch davon ein paar Säcke in 0-4mm mitgenommen.

In der Apotheke etwas Tonerdelösung bestellt und werde versuchen in mehreren Schritten die Riesigen Fugen zu reinigen , auszuzwicken und mit dem SP50 aufzubauen.

Die alte Pappe als Horizontalsperre macht mir noch sorgen.
Soll ich das brüchige Material etwas dicker überputzen , nur knapp drüber oder lieber nur ranputzen?

Wie bekomme ich die Steinflächen vom Zement befreit?
Drahtbürste auf Flex oder alles mit Hand und Meissel?(fiese Arbeit) oder lasse ich die Reste erstmal dran und versuche mich später daran? Also Augenmerk vorerst auf schlagregendichte Fugen?

Ich würde mich freuen, wenn jemand ein paar einfache Tipps hätte, die mir vielleicht unnötige Arbeit ersparen.

gerne liefere ich fehlende Infos oder Detailaufnahmen nach.

gruß
micha



Sockelputz



Warum wollen Sie den Sockel "vom Zement befreien"?
Meinen Sie damit den alten Fugenmörtel?
Wieso wollen Sie unbedingt SP 50 einsetzen?

Mein Vorschlag:
Fehlstellen mit Steinsplittern und steifem (stinknormalem) Kalkzementmörtel M 5 aus dem Baumarkt auszwicken,
Schlämm- oder Pinselputz auftragen.
Alternativ:
Fugen mit M5 auswerfen, Überstände abnehmen, nach dem Anziehen abpinseln, Zementschleier am nächsten Tag abbürsten oder abwaschen.
Voraussetzung ist warmes, trockenes Wetter.

Denken Sie daran: Der Sockelbereich hört nicht auf der Erdoberfläche auf sondern reicht noch ca. 30 - 40 cm darunter.
Spritzwasserbrechenden Bereich nicht vergessen anzulegen!



vom Zement befreien bedeutet hier



tatsächlich die sehr unsauber gearbeiteten Fugen freizulegen , die teilweise nicht mehr vorhanden , rissig und sehr unschön, teilweise über die Steine gezogen wurde.
Die Steine zeigen teilweise auch einige Frostschäden, da die Fugen scheinbar deutlich zu hart sind.

Den SP50 hatte ich im ersten Beitrag ja nur in Frage gestellt , nun jedoch zufällig im Sortiment eines entfernten Baustoffhändlers gefunden und dann doch ein paar Sack direkt mitgenommen habe.
Er ist jetzt also vorhanden.

Spritzwasserbrechende Schicht ist geplant , kann aber erst später eingebaut werden.
Sockelbereich bis unter Geländekante zu verfugen ist auch geplant.

Am liebsten wäre mir die Steinoberflächen sichtbar zu lassen, Pinselputz wäre ein optischer und gefühlsmäßiger Kompromiss.
Der Sockel wurde 1925 auch ohne Putz erstellt.(war hier gängige Praxis / ob Sparmaßnahmen der Grund war ? )

In den Brunnen gefallen ist das Kind noch nicht, doch der Sp50 liegt nun hier.
Spricht da was dagegen Diesen zu verwenden?
Zum auszwicken hätte ich tatsächlich noch KalkZementmörtel und Bruchsteinsplitter vom gleichen Gestein hier.

Ich werde mich später mal an der Reinigung der Steine Versuchen.Ist dies nicht möglich oder zu aufwendig, ist eine Flächige Schlämme bzw Pinselputz sicher eine gute Variante.
Ich vermute, dass darüber noch eine (Kalk?)Farbe nötig wäre?

vielen Dank für Ihre Einschätzung



Sockelmauerwerk



Alte Fugen ausspitzen wenn Sie unsauber ausgeführt sind oder hochgefroren ist o.k., aber Vorsicht das dabei nicht das Steinmaterial leidet. Keine elektrischen Werkzeuge dafür nehmen!
Den Sockelbereich unter Gelände braucht man nicht Ausfugen aber ein zweilagiger Pinselputz ist erforderlich.
Ob Sie mit dem SP 50 klarkommen müssen Sie selber sehen. Wenn dann muß in ein oder zwei Jahren nochmal nachgearbeitet werden.
Bei Pinselputz kann man die Fläche nach dem Anziehen mit einer Weißkalkschlämpe frescal streichen, das war früher bei Glattputz üblich. Die Oberfläche war weniger rauh, Sandkörnchen wurden gebunden. Der nachfolgende Anstrich verbrauchte dadurch weniger Farbe.
Bei Pinselputz darauf achten das der Anstrich nicht verdurstet.



vorläufig habe ich die Ecke neu verfugt



Um die offenen bereiche den Winter über zu schließen, habe ich die losen bereiche mit kleinem Meißel und Hammer entfernt, löcher ausgezwickt und mehrlagig mit dem Sp50 0-4 verfugt.
Da ich dabei war, habe ich auch die poröse Fensterbank neu aufgebaut.
Um etwas Gefälle vom Haus weg zu bekommen, habe ich wieder etwas mit Lehmboden lagenweise aufgefüllt und leicht verdichtet.
Vorher die tiefer liegenden Fugen mit Kalkzement aufgefüllt.
Im Frühjahr werde ich entscheiden, ob ein Pinselputz (dann auch zweilagig unter neuer Geländehöhe) drauf muss.
Die letzten 90 Jahre waren ja nur die Fugen oberhalb geschlossen.

Soviel als Rückmeldung.


Die Frage nach dem Spritzschutz beschäftigt mich noch.
Ein einfacher Kiesstreifen würde das Wasser ja quasi sammeln und direkt an der Wand versickern lassen.
Deshalb dachte ich an eine Folie etwa 1m breit , darauf Splitt.
Darauf dann ein schmaler Kiesstreifen an der Wand und zwei reihen Gehwegplatten davor.
Das Wasser könnte dann unter dem Kies in Richtung bepflanzter Böschung ablaufen und versickert weiter von der Wand entfernt.
Ob das überhaupt funktionieren kann ?

viele Grüße
micha