Bruchsteinwand verfugen / Kalkmörtel

14.10.2014 BATFF



Hallo Zusammen,

beim Umbau einer Bruchsteinscheune zu Wohnraum wurde zunächst der alte Innen-Putz entfernt und nun sollen die Fugen vom losen Mörtel befreit und neu verfugt werden. Es handelt sich um eine '2-steinige' Bruchsteinwand von ca. 50cm Stärke

Eignet sich nach Meinung der Experten hier ein Kalkmörtel? Welche Fabrikate sind hier zu empfehlen. Immer wieder liest man von jeder Menge der eigentlichen Sache wenig zuträglichen Zuschlagstoffen in Fertigmischungen. Ist daher generell dem selbst angemischtem Mörtel der Vorzug zu geben?

Die Fugen sollen zunächst mechanisch 'aufgeräumt' werden. Eine weitere Idee war, die Fugen anschließend mit einem Wasserstrahl weiter zu reinigen und so gleichzeitig die Wand anzufeuchten - wie ist hier die Meinung der Experten?

Vielen Dank.

BATFF



Ein weiteres Foto der Wandflächen



Foto No.2



ein Experte bin ich zwar nicht...



....
Die Außenwände meines Hauses sind komplett mit Bruchsteinen (Buntsandstein) gemauert worden. Das sah bei mir so ähnlich aus. Der Mauerer meines Vertrauens hat mir die Fungen mit Trasszement (TM10) ausgefugt. Vorher habe ich alles Lose rausgekratz.
Tlw haben wir auch Bereich als Sichtmauer gelassen, weil es sich optisch angeboten hatte. Der Rest wurde dann mit Rotkalk verputzt.

Gruß



Bruchsteinwand verfugen



Diese Wand wurde nicht als steinsichtige Wand erstellt, sie braucht auf jeden Fall einen Verputz. Dazu eignet sich traditionell ein Schweiß- oder Pinselputz. Die Struktur der Steine und des Steinverbandes ist dann noch sichtbar.
Eine klassische Verfugung wie an einer Klinkerwand ist sehr zeit- und arbeitsaufwändig. So etwas geht höchstens innen, außen im bewitterten Bereich kann es zu Problemen führen. Man findet in solchem "Klamottenmauerwerk" häufig nicht frostsichere Steine die ohne schützenden Putz abwittern. Das Foto zeigt eine verfugte Natursteinwand in guter Qualität, die steht aber in der Vendee, im Marais Potevin. Das Klima dort ist mit mit unserem nicht vergleichbar.
Ausgeführt wurde die Verfugung indem die Fugen mit der Kelle ausgeworfen und der Überstand mit dem Kellenrücken abgenommen wurde. Die Fugen wurden dann mit dem Annetzer verschlichtet, die Steinflächen nach dem Antrocknen gebürstet.
Natursteine sind normalerweise nicht saugend, ein Vornässen ist dann nicht erforderlich und kontraproduktiv.
Bei komplettem Verputz sollte vorher ein Vorspritzmörtel PIII (Zementmörtel) als Haftgrund aufgetragen werden. Dann die Fugen auswerfen, dann Ausgleichs- und Oberputz auftragen.



Pinselputz



Hier ein weiterer Außenputz aus der Gegend, die Wand wurde mit einem Pinselputz versehen, die überstehenden Steinoberflächen dann gesäubert.
Zum Material: Es eignen sich alle werkgemischten Trockenmörtel der Klassen PI und PII, Festigkeitsgruppen CI und CII (Kalk- und Kalkzementmörtel).



Bruchsteinmauerwerk



Hier als Beispiel Außenmauerwerk aus Bruchstein mit klassischem Pinsel- bzw. Schweißputz.



Nachtrag



Es waren bei mir zwar die Außenwände, davon aber jedoch die Innenseite..... Also die bewohnte Seite, die dann entsprechend verputzt wurde (inkl Vorspritzer, Putzschienen, etc)

Die Außenseite ist unverputzt, wurde aber von Anfang an so konzipiert. DEmentsrprechend sieht die Außenseite der Wand auch anders aus.
GRuß
Andreas



Bruchsteinmauerwerk



Die drei Fotos von AUSSENPUTZ sind meine Vorschläge für Ihren INNENPUTZ.
Zum Außenputz: KOMPLETT VERPUTZEN.



Verputzen



Guten Abend Zusammen,

vielen Dank für die anschaulich dargestellten Antworten.

Hätte ich vielleicht erwähnen sollen: Im Innenbereich ist ganz klar ein Verputzen geplant / die unregelmäßige Bruchsteinoptik soll weitesgehend verschwinden. Der hierfür geeignete Putz steht ebenfalls noch nicht fest. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine ehemalige Stallung, wo zumindest in Teilbereichen mit 'versalzten' Wänden zu rechnen ist. Bei der Grösse der Fugen / Fehlstellen war jedoch schon die Idee, vor einem 'Einschlämmen' / Verputzen die Fugen einzeln manuel zu erneuern. Einen Zement-Mörtel wie in Antwort No.1 vorgeschlagen würde ich dabei eigentlich nicht unbedingt verwenden wollen.

Die Aussenseiten der Wände sind unverputzt und zeigen teils Verwitterungen. Hier ist die Idee, die Wände dünn 'einzuschlämmen' und nachher die eigentliche Steinstruktur noch erkennen zu können. Foto der Aussenseite im Anhang.

Freue mich über weitere Ideen zum Thema.


Dankeschön.

BATFF



Putz



In Ihrer Fragstellung liest sich das ganz anders, da wollten Sie innen nur verfugen.
Was haben Sie gegen den Vorspritzmörtel?



innen verfugen...



Hallo, das hatte ich auch so verstanden. Innen sollte verfugt werden.

Bei der Variante verfugen können Sie auch wie auf dem Foto verfahren und selbst den Mörtel anmischen. Sand, Kalk und Lehm für die Farbe. es könnte auch bei Ihnen sein, das Lehm zum vermauern der Wände benutzt wurde, kann man nicht genau auf Ihren Fotos erkennen.

Viel Grüße



Missverständlich ausgedrückt



Hallo,

da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt ...

Die gezeigten Innenseiten der Wände sollen nach dem Verfugen 'glatt' verputzt werde, d.h. die Steinstruktur soll nicht mehr sichtbar sein.

Bei dem 'Fugenbild' gehe ich davon aus, dass zumindest grobe Fehlstellen zunächst verfugt werden müssen.?.

Generell ist man für alle Vorschläge offen - bei Zement bestehen jedoch aufgrund der späteren 'Härte' der Fugen Zweifel.

Die gezeigte Fugmasse ist m.E. kein Lehm sondern basiert auf Kalk.

Beste Grüsse.



Putz



Ich hatte den Begriff "Vorspritzmörtel" verwendet. Der wird als Haftgrund netzförmig auf etwa 2/3 der Fläche aufgespritzt.
Danach zum egalisieren mit PII die Fugen auswerfen (die sollten nicht tiefer wie etwa 1,5 x Fugenbreite ausgeräumt sein)und grobe Unebenheiten auffüllen.
Dann den Oberputz als Pinselputz o.ä. auftragen. Glattputz ist bei der buckligen Wand möglich, aber ineffektiv da noch mindestens eine weitere Schicht Ausgleichsputz gebraucht wird.