Bruchsteinwand, Belüftung als Alternative zur Trockenlegung?

12.05.2015



Hallo Zusammen,

folgende Situation:
Wir haben vor einem Jahr ein altes Bauernhaus gekauft. Direkt neben dem Wohnbereich gibt es über die Längsseite des Hauses (10m) einen alten Stall den ich irgendwann gerne in eine Werkstatt umbauen würde (wenn alle anderen Projekte abgeschlossen sind).
Problem ist allerdings, dass Boden (Beton direkt auf Lehm gegossen) und Wände (Sandstein und Grauwacke) sehr nass sind. Salzausblühungen sind reichlich vorhanden.

Die Feuchtigkeit des Bodens werde ich problemlos beheben können, da eh ein neuer Betonboden verbaut werden soll.
Bleiben die Wände. Nach meinen Recherchen scheint hiefür wenn überhaupt nur das recht aufwändige Maueraustauschverfahren in Frage zu kommen.

Da ich diesen Aufwand nur ungerne treiben würde, frage ich mich, ob es nicht auch ausreichen würde, für einen guten Feuchtigkeitsentzug zu sorgen. Ich könnte mir z.B. vorstellen, einen zur Wand hin offenen aber zum Raum geschlossenen Kanal anzubringen, der permanent mit Gebläse belüftet bzw. entlüftet wird. Dann hätte ich zumindest meine Werkstatt mit relativ wenig Aufwand trocken. Wenn ich vorher die Wand noch mit einem Kalkputz verputze, quasi als Opferputz für die Salze, sollte ich auch das Salzproblem etwa besser in den Griff bekommen.

Wäre das eine Möglichkeit, oder spricht generell etwas gegen ein solches Vorhaben?

Viele Grüße aus dem Hürtgenwald

Bastian



Salzbelastung



Eine bekannte Problematik, die Sie beschreiben und die sich imme rbei der Umnutzung von landwirtschaftlichen Gebauden/Stallgebäuden ergibt. Mauerwerksautausch scheidet komplett aus; dann könnten Sie das Objekt auch gleich neu bauen, zumal neuer Bruchstein z.B. Quarzit kaum zu bekommen ist und Bruchsteinmauerwerk neu zu erstellen zwar sehr reizvoll, aber äußerst Kostspielig ist.

Bleibt ein Sanierputzsystem nach WTA-Richtlinien (Wissenschaftlich-Technische AG e.V.) nach vorhergehenden Voruntersuchungen, die die Art der Salzbelastung (nur Nitrate ?) und die begleitenden baukonstruktive Situation klärt. Die Möglichkeiten der nachträglichen Bauwerksabdichtung müssen untersucht werden, auch im Anschluß an benachbarte BAuteile (Bodenplatte) und die beabsichtigte Nutzung/Ausbausituation.

Wichtig ist. z.B. in dieser Voruntersuchung und dem Nutzungskonzept auch die Punkte Gebäudedämmung/Heizung/Lüftung etc. zu bedenken, da die Salzbelastung eine starke hygroskopische Eigenschaft des Mauerwerks bedeutet, die nicht zusätzlich durch Kondensatbildung an kalten Wänden verstärkt werden sollte.

Von selbstgebauten Belüftungen, auch Vorsatzschalen mit Hinterlüftung etc. rate ich ab. Sie sind aufwendig und in Ihrer Wirkung nicht kontrollierbar, manchmal auch kontraproduktiv.

Wenn Sie weitergehende FRagen zur Sanierung haben sollten, können Sie mich gerne kontaktieren. Infos zu meiner Bauberatung etc. sende ich Ihnen gerne bei Interesse zu.

Wenn Sie sich bei Fachwerk.de anmelden, können Sie mein Profil unter "pickartz.architektur" einsehen

Will Pickartz | Architekt | Gebäudeenergieberater bafa/dena
Bad Münstereifel | 02253- 544310 | pickartz.architektur@t-online.de



Nun Sanierputz wird auch nicht lange halten, denn..



..je offenporiger dieser ist je mehr an der Oberfläche verdunsten kann um so mehr Salze wandern an die Oberfläche.
Lesen Sie sich bitte auf meiner Homepage zum Thema I-Bausystem ein.
So lange ich noch eine FA. hatte habe ich sehr viele solcher feuchter landwirtschaftliche Gebäude damit instandgesetzt.
Salze bleiben hinter dem System in Lösung und damit unproblematisch.





Hallo, danke für die Antworten. Ist der Salzgehalt in einer solchen Wand irgendwann eigentlich erschöpft? (wenn z.B. nach Bodenaustausch kein Salz mehr nachkommen kann).

Viel Grüße

Bastian



Nein, der Salzgehalt bleibt, aber...



es kommt drauf an a: welches Salz und b: wieviel vorhanden ist aber auch c: wo das Salz ist und welcher Wechsel - feucht - trocken wie oft stattfindet usw..
Wie ich schon geschrieben habe - wenn Salze in Lösung bleiben passiert auch nichts.



Salz



Hallo Edmund,

das mit dem Salz interessiert mich:

Wie finde ich raus, um welche Salze es sich handelt?
Welche Salze haben welch Auswirkungen?
Wenn die Salze in Lösung bleiben sollen, muss ich die Wand feucht lassen, sprich die Oberfläche versiegeln. Nun weiß ich aus dem Forum hier, dass es da schon heiße Diskussionen gab, ob zu machen nun zu einer stärkeren Belastung an anderer Stelle führt oder etwa nicht. Da möchte ich gar keine neue Diskussion entfachen. Kannst du mir Tipps geben, wo ich mich gut in die Thematik einlesen kann? Besonders die Abschätzung ob mein Mauerwerk stark mit Salzen belastet ist, oder eben nicht interessiert mich.

Ciao, bastian



Nun es gibt viele Möglichkeiten dies zu untersuchen, aber macht es auch Sinn?



Klar ist es sind Nitrate vorhanden.
Ob nun 1 oder 3% ist für mich nicht wirklich entscheident.
Ich habe im Buch "Gesund wohnen in Altbauten" viel dazu geschrieben.
Auch hier im Forum des öfteren dazu diskutiert.
Weitere Info siehe: http://www.baustoffchemie.de/bauschaedliche_salze/
Und auch noch dazu: lassen Sie sich nicht verrückt machen.
Da wird sehr viel Angst gemacht ohne eigentlich zu wissen was da einen Schaden anrichtet. Unter dem Fußboden aber auch im Fundament sind immer Salze vorhanden - ohne dass diese geschädigt werden.
Die Salze bleiben in Lösung und somit ergibt sich keine weitere Schädigung.
Nur bei einem ständigen Wechsel "trocken - feucht" geht die Oberfläche kaputt.
Dies kann man bekanntlich vermeiden.
Das Bild zeigt eine Wand Schlossmauer Schleißheim. Ein Teil des Verputzes liegt am Boden. Klar zu erkennen ist auch, dass es im unteren Bereich zwar dunkler ist (wahrscheinlich auch feuchter) aber keine Salzschäden erkennbar sind.