Bruchsteinwände Ecke feucht, heute kommt Isotech

28.02.2018 Boris Kern



Hallo Zusammen,


meine Frau und ich sind bald die stolzen Eigentümer eines Hauses, dass ca. 1890 erbaut wurde. Das Erdgeschoss (ohne Keller, bzw. kleiner Gewölbekeller) besteht aus Bruchsteinwänden.
Nachdem wir nun begonnen haben alles bis auf die Mauern zu entkernen, entdeckten wir, dass die Bruchsteinmauer in 2 Ecken feucht ist.
Da vor ein paar Jahren, außen die Straße (Gartenseite) angehoben wurde, bin ich der Meinung diese wurde so abgedichtet, dass die Feuchtigkeit nicht in die Richtung kann und sprich ich suche mir den Weg, dann nehme ich die Wand. Allerdings verläuft auf der Hausseite auch die Dachrinne,diese ist aber noch intakt.
Nach dem Besuch einer Baumesse (Frauen darf man niocht alleine an einem Stand stehen lassen) kommt heute ein Experte von ISOTECH. Parrafin hin und her. Horizontal und Vertikal und dann ist alles gut.
Ja, aber auch als ICH HABE KEINE AHNUNG, weiß ich, dass Feuchtigkeit sich seinen Weg sucht. Spricht wo geht die tolle aufsteigende Feuchte hin?
Wahrscheinlich auf die innere Seite des Hauses, und dann fault mir irgendwann der Fußboden weg. Weil wo die Feuchtigkeit herkommt, kann mir solch jemand ja auch nicht sagen. Aber sie ist trotzdem da. Und über 100 Jahre hat man damit auch gelebt und niemand starb an Schimmel oder sonst was.

Da ebenfalls vor zig Jahren schlaue Menschen dachten, wir machen die Fassade neu und legen den Bruchstein bis zu einer Höhe von ca. 2m frei und verfugen diesen mit Zement. Keine Frage sieht gut aus. Gut gemacht. Allerdings sucht sich in dieser einen feuchten Ecke das Wasser bestimmt auch den einfachsten Weg, und der ist in Richtung Innen.

Ich werde versuchen meiner Frau die Ängste zu nehmen die heute Mittag bei dem Experten geschürt werden. Nun zu meiner eigentlichen Frage.

Ich würde die Fugen von dem Zement befreien damit das Haus eigentlich auch mal komplett atmen kann. Aktuell wird es von Innen mit einem Holzofen komplett durchgeheizt. Und anschließend kommt ein Kamin und Fußbodenheizung überall rein.

Wie wird,oder was ist die beste Lösung, wenn der Zement mal weg ist, die Fugen im außenbereich vermörtelt? Soll dann außen auch ein spezieller Putz drauf? Oder kann man den Bruchstein vermörtelt lassen? Theoretisch ist dies aktuell ja auch der Fall, nur mit Zement.

Innen schwanke ich es mit Lehm oder Kalk Verputzen zu lassen. Die Fugen sind zwar schon frei, aber ich kann mich nicht entscheiden was jetzt daran besser ist.
Der Eine Raum ( 2x Bruchsteinwände) soll (muss) das Wohnzimmer geben. Hier kommt großartig außer ein paar Bilder ja nichts an die Wand.
In den zweiten Raum mit Bruchstein muss die Küche rein. Wie verhält es sich mit den Hängeschränken und dem Bruchstein? Welcher Putz wäre hier am erfolgreichsten?

Bisher die Handwerker welche vor Ort waren, sagen ohhh das wird teuer, aber da pumpen wir was in die Wand und gut ist. Danke und auf Wiedersehen.

Ich bin einfach mal auf heute Mittag gespannt und am Samstag wird begonnen den Zement rauszuholen.

Vielen Dank schon einmal für evtl. Tipps. Ich benötige diese wirklich.

Gruß BK





Ich hätte auch ernste Zweifel ob solch eine "Expertentümelei" Nutzen bringt.

Wichtig nur nichts unterschreiben. Im Notfall gibt es ein auch Widerrufsrecht ("Haustürgeschäft"), wissen viele leider nicht.

Die Bruchsteine werden mit der Feuchte wohl die wenigsten Probleme haben.

Mach doch mal bei Muße ein paar Bilder. Man kann beispielsweise auch den Wänden eine Heizung spendieren, dann gibt sich das mit dem Kondenswasser meistens auch.



Trockenlegung



Ich hatte auch aus Interesse drei Trockenlegungsbetriebe kommen lassen wegen eines kleinen feuchten Kellerraumes.
Die vermuteten Befürchtungen haben sich bewahrheitet:
Gemeinsam war allen, dass sie sehr teuer waren, eine nachgewiesene Ausgleichsfeuchtigkeit erst nach Jahren erreicht wird, keiner eine sorgfältige Ursachenanalyse durchgeführt hat und keiner fachlich versiert war. Ein kapazitives Feuchtemeßgerät war die Standard- und auch die einzige Ausrüstung.
Ein Feuchteprofil, welches den Durchfeuchtungsgrad und die Feuchteverteilung in der Tiefe ermittelt wurde nicht erstellt.
Dies wäre notwendig, um überhaupt Kondensat- von anderen Feuchtequellen unterscheiden zu können.

Schreib doch was die dir empfehlen und welche Trockenlegungsmaßnahmen zu welchen Kosten angeboten werden und was als Ursache angegeben wird.
Bloß keine Aufträge unterschreiben, üblich sind gerade jetzt gültige Rabattaktionen, wenn sie sich sofort entscheiden.

Allerdings auch noch keine Zementfugen entfernen-
erst die Ursache herausfinden, dann aktiv werden.

Zementhaltige Verfugungen bei Bruchsteinen sind kaum der Grund für Feuchtigkeit.

Erst den genauen Bestand und Aufbau aller Bauteile ermitteln,
Schäden und deren Ursache herausfinden,
Sanierungs- und ggf Umbaukonzept erstellen,
inkl Heizung,Installationen etc

Fotos sind zur besseren Beurteilungsmöglichkeit notwendig,
wobei feuchte Stellen bei Bruchsteinwänden eher auf Kondensat hindeuten, sofern keine Entwässerungsprobleme vorliegen.

Fragen gerne per email oder anrufen

Andreas Teich



das ging flott



Hallo Nochmal,

vielen Dank. Das ging flott mit Ihren Antworten. Natürlich wird da nichts unterschrieben. Zum Glück ist mein Vater heute bei dem Termin dabei.
Ich werde schnellstmöglich mal ein paar Bilder erstellen und diese hier hoch Hochladen.
Weil von diesem Neumodischen Zeug halte ich persönlcih jetzt nicht soviel, dies wird zwar vielleicht funktionieren, aber bei normal gemauerten Häusern und nicht bei solch einem alten Steinblock.
Ich erstelle mal ein paar Bilder.



Hier mit Bildern



Hallo Nochmal Zusammen,

heute war wie angekündigt ISOTECH da. Bohrlöcher ums komplette Erdgeschoss, 110Grad die Mauer aufheizen, danach Parrafin rein und fertig. Horizontalsperre und Vertikalsperre rein. Alles danach komplett mit Sanierputz und gut ist es. Ja genau, Achtung...ca. 30Tsd€ - 35Tsd€ Danke fürs Gespräch.
Die aufsteigende Feuchte hat die Wand überall ca bis einer Höhe von 150-180cm erfasst. Wohne ich also bald im Schwimmbad? Selbstverständlich hört sich alles äußerst plausibel an. Für den Preis sollte es das auch. Aber dann kam ich ...
Mein kleines billiges Feuchtemessgerät zeigt an der Bruchsteinmauer ca. 3% an. Im Anhang mal die Bilder. Die Fugen sind allerdings schon komplett frei gelegt (INNEN). Ich habe die Pfeile mal farbig erstellt, dass man weiß welches Innenbild zum Außenbild gehört. An den Pfeilen ist quasi solch ein Feuchtefleck, nicht ein richtiger Fleck, sondern man sieht es farblich leicht, dass die Stelle dunkler ist und man fühlt es natürlich. Allgemein fühlt man, dass die Fugen bis ca eine Höhe von 50cm leicht (sehr leicht)feucht ist.



Außenbild



Außenansicht. Diese Straße wurde vor Jahren mal angehoben und ist ca. 40cm höher als das Haus.



Küchenraum



In dieser Ecke ebenfalls.



Küchenraum außen



Hier die Wand von außen



Innen alles etwas vergrößert



warum kann man nicht gleiche mehrere Bilder hochladen?



Innen Küchenraum



Das letzte. Ich muss einfach mal neue Bilder machen.





Gut, dass wird man sich alles nochmals ganz genau angucken müssen. Aber das sieht doch alles recht entspannt aus. Also das Geld solltest du nur für Sachen ausgeben die wirklich Annehmlichkeiten bereiten.

Auf dem beim "schwarzen Pfeil" sieht man außen das die Dachentwässerung repariert wurde. An dem Putz sind auch Schäden sichtbar.

Schaue doch auch mal wo das Fallrohr endet. Manchmal ist das verstopft, dass alte Gussrohr zerdeppert, oder es endet gar nicht im Kanal. Ich denke der Schaden hängt damit zusammen.





Wieso ist den die Straße vor dem Haus so stark vermoost?



Zum Moos



Gute Frage. Hinter der Mauer war eigentlich immer nur Garten und jetzt wurde dort mal Holz gelagert. Keine Ahnung wo das herkommt. Ist mir ehrlich gesagt noch nie aufgefallen. Die Mauer wird eh weg kommen