Bruchsteinsockel Giebelwand "verputzen"




Guten Tag!

Unser Fachwerkhaus ist ca. 300 Jahre alt. Es steht sehr leicht abschüssig, sprich die Giebelwand (strassenseitig zur Hasuptrasse) ist der tiefste Punkt. Der Vorbesitzer hat so einiges an zusätzlichem Gewicht (z.B. eine Ziegelwandheizung) ins Obere Geschoss eingearbeitet und die Strasse und der Bürgersteig wurde vor ein paar Jahgren erneuert. Alles zusammen (Abschüssigkeit, zusätzliches Gewicht, die Rüttler vom Strassenbau) haben dazu geführt, das die Giebelwand sich nach vorne ausgebeult hat. Wir haben zusammen mit einem Top Zimmermann aus dem Freilichtmuseum entschieden, ein komplett neues tragendes Eichenständerwerk innen hinter der ursprünglichen Giebelwand aufzubauen und im zweiten Schritt die Giebelwand aussen neu aufzubauen, inklusive einer neuen Schwelle. (siehe Fotos) Jetzt geht es um den Sockel, der ist aus Bruchstein und hat von uns in der Eile ein paar Kalksandstein NF Zigel on Top erhalten, da die Gibelwandsanierung dringend war und wir es nicht besser wussten. (siehe Fotos) Ich hoffe also die NF Steine können drinbleiben, wenn wir jetzt den Sockel angehen. Dazu hab ich erstmal den Putz abgeschlagen, keine Ahnung worraus der Bestand. Aber wie gehe ich jetzt weiter vor? Verputzen? Mit Bruchsteinen verblenden? Wir würden uns sehr über einen guten Tip freuen. Herzlichst, die EifelVoherKölner :-)



Sockelsanierung



Ich empfehle, zunächst einmal eine Bauaufnahme durchzuführen, die Situation in Ihrer Gesamtheit zu bewerten und eine passende konstruktive Lösung zu finden, die sowohl die Gründung des Sockels, als auch den Aufbau des neuen Fachwerkgiebels betrifft.

Sie haben sehr wahrscheinlich einen nicht ausreichend und nicht ausreichend frostfrei gegründeten Sockel: Ihnen fehlt das Fundament. Deshalb ist es auch zur Verformung des Giebels gekommen. Wenn Sie ein separat gegründetes Fachwerk innen vor den Giebel setzen, ist das eine Möglichkeit, den Giebel zu entlasten. Diese muss vom Statkier nachgewiesen werden inkl. der neuen Fundamentierung.

Wenn der alte Sockel weiterhin eine Last bekommt aus dem alten Fachwerkgiebel, muss er ggf. auch statisch ertüchtigt. werden. Das lässt sich allerdings nur vor Ort entscheiden. Zuerst sollte ein Probeschurf angelegt werden, um festzustellen, ob und wie der alte Sockel gegründet ist.

Weitere Maßnahmen würde ich an Ihrer Stelle erst einmal zurückstellen, bis dieses Sanierungskonzept gefunden worden ist. Die ganze Maßnahme ist zudem bauantragspflichtig, da es sich um einen statisch nicht geringfügigen Eingriff handelt.

Sie können mich dazu gerne ab Montag einmal anrufen. Die Situation vor Ort würde ich im Zusammenhang mit einer Bauberatung begutachten. Fachwerkerfahrene Statiker aus Bonn/Köln können ggf. die notwendigen statischen Nachweise liefern. Besteht Denkmalschutz ?



Ursachenermittlung und dann eins nach dem anderen



ich möchte dem Herr Pickratz zustimmen. Ich denke, das die Verformung vielleicht sogar andere Ursachen hat, z.B.lösen von Holzverbindungen und die Erschütterungen durch den verstärkten Straßenverkehr, vielleicht auch während der Straßenbauarbeiten, wo bei da das Abschachten das größere Problem gewesen sein könnte, wenn die Gründung nicht ausreichend tief ist. Lassen Sie sich bitte in alle Richtungen beraten und nicht nur noch ein Fachwerk dahinter, das ist sicherlich die letzte und sicherlich nicht die beste Lösung. Dazu befragen Sie einfach die Fachleute vor Ort.



Sockelsanierung Danke!



Lieber Herr Pickartz, lieber Hausdoktor,

vielen dank für Ihr Feedback, ich hab bereits mit Herr Pickertz telefoniert, vielen dank dafür.

Die Baumaßnahme war mit Statiker und Denkmalamt zusammen besprochen, hatte ich nur nicht geschrieben.

Was den Sockel angeht, da habe ich mich jetzt für Luftkalk von Solubel endschieden, damit werde ich auch die 8qm Kriechkeller von innen putzen.

Vielen Dank für die Solubel Empfehlung, die ich hier im Forum in verschiedenen Beiträgen gesehen habe.

Herzlichst, BG*