Bruchsteinmauer Verfugen

28.02.2018 Sebastian



Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum um möchte zunächst einmal Hallo sagen!

Meine erste Frage im Forum bezieht sich auf die im Bild dargestellte Mauer. Es ist eine dicke Bruchsteinmauer, bis zum zweiten Stein von oben liegt Erdreich an.
Nun möchte ich im Frühjahr die Fugen erneuern, welchen Mörtel würdet ihr hierzu verwenden?

Ich habe bereits bei einer alten Ziegelsteinmauer gute Erfahrungen mit dem Fugenmörtel von Otterbein gemacht.
Da die Bruchsteinmauer von außen Feuchtigkeitsbelastet ist
bin ich mir nicht sicher was am besten zu verwenden ist.

Gruß
Sebastian



Verfugung



Ich habe gerade eine Antwort zu einer ähnlichen Frage geschrieben.
Was mich hier beunruhigt:
Die Fugen sind tief.
Viel zu tief.
Nicht das Material ist das Problem, da geht jeder Verfugmörtel, sondern diese Fugen wieder ordentlich aufzufüllen.



Ziemlich tief



Ja, das ist das Problem. Dünnes Fugeneisen und mühevolle Kleinarbeit denke ich. Hat jemand noch einen guten Praxistip?

Und zum Mörtel? Gibt es da einen Favoriten? Mit Trass, ohne Zement?



Verfugmörtel



Ob mit oder ohne Zement, ob mit oder ohne Trass, das ist egal. Bloß keinen reinen Zement- und keinen reinen Luftkalkmörtel.
Was bleibt sind hydraulische Kalkmörtel mit NHL oder Zement.



Mörtelspritze



Hallo,

ich habe bei tiefen Fugen gute Erfahrungen mit dieser Mörtelspritze gemacht.

https://www.amazon.de/Viscose-Profi-Manuelle-M%C3%B6rtelspritze-Aufnahme/dp/B00BCFT634

beste Grüße der tobser

ps: ich habe die für den halben preis bei wego gekauft



Ich hab die Fugenpistole



Die funktioniert leider nur halbwegs, wenn der Mörtel weiche bis flüssige Konsistenz hat. Dadurch saut man natürlich spätestens bei überkopf Arbeit alles ein. Für Sichtmauerwerksfugen daher ungeeignet. Hat zum Glück nur 25 EUR gekostet.



Fuddelchen - das beste Werkzeug



Hallo! :-)

Für das Verfugen würde ich in diesem Fall nicht zum klassischen Fugeneisen greifen, dafür ist das alles zu unregelmäßig. Fugeneisen eignen sich eher bei einem gleichmäßigen Ziegelmauerwerk.
In so einem Fall ist das beste Werkzeug ein "Fuddelchen", auch Stuckateureisen genannt (im englischsprachigen Raum heißt es nur "small tool"). Damit hat man wesentlich mehr Gefühl als mit einem Fugeneisen.
Vor dem Verfugen (die Fugen sauberkratzen) und danach (die Fugen nochmal nachbearbeiten, in Form bringen) ist das Fuddelchen natürlich auch ein guter Helfer.

Übrigens: nach dem Zollstock ist das Fuddelchen, glaube ich, mein zweitliebstes Universalwerkzeug. Ich kann jedem nur raten, immer ein Fuddelchen einstecken zu haben ;-)

Zum Verfugen nehme ich ganz klassisch eine Glättkelle, und eben das Fuddelchen. Keine Spritze irgendeiner Art.
Wenn man etwas geübt ist (d.h. nach ca. paar Quadratmetern) geht das auch relativ flott und nicht wesentlich langsamer als mit einer Spritze, zumindest bei gleicher Qualität! Und da kommt wieder mein Vorurteil auf, dass man mit einer Spritze nicht so sorgfältig arbeiten kann wie mit einem Fuddelchen (höchstens in Kombination miteinander).
Die Konsistenz des Mörtels ist natürlich auch so ein Faktor. Die sollte sich ja schon nach dem Anwendungsgebiet richten und nicht nach dem Werkzeug, mit dem der Mörtel verarbeitet wird.

Ordentliches Verfugen dauert auf jeden Fall eine gute Weile. Und anstatt mich darüber zu ärgern, dass es so lange dauert und so viel Gefuddel ist bin ich inzwischen dazu übergegangen, dabei den Moment zu genießen und mal den Kopf abzuschalten :-)

Viele Grüße

Lehmbauer Marc