Bruchsteinmauer einseitig mit Beton vergießen?

30.01.2019 Ralf



Sehr geehrte Bauprofis

Ich muss bei einem alten Bauernhaus ein U aus Natursteinwand (11 x 12 x 11 Meter, ca. 3 Meter hoch) stehen lassen und in ein komplett neues Gebäude (23 x 12 Meter) als Aussenwand integrieren (gesetzliche Vorschriften Oberösterreich).
Es besteht kein Keller, das Mauerwerk ist nicht sonderlich feucht und nur ein Sockel mit ca. 40 cm ist in der Erde. BJ 1875.
Ich werden hangseitig sauber entwässern,(5 Meter breiter Weg ans Haus anschließend, mit Kies, Gefälle vom Haus weg und 100 cm Frostschutz) einen ausreichend großen Dachvorsprung nachen und würde die Aussenwand nur sauber machen, ausbessern und neu verfugen um die Optik zu erhalten.
Im U einen komplett neuen Bodenaufbau, alles Fußbodenheizung. Nun habe ich mir überlegt, dass ich die Bruchsteinwand innen (auf der neuen Betonsohle) verschale und in einem Abstand von im Mittel 20 cm von oben mit Beton ausgieße(U ist nach oben offen), mit Stahl bewährt für die Anbindung der Decke. Ziel ist es, eine brauchbare Innenwand (wird eine Hobby Schreinerwerkstatt) zu erhalten, und eine brauchbare Statik für die Betondecke und das Obergeschoß.
Sollte diese Idee kein kompletter Blödsinn sein, wäre ich Ihnen dankbar für professionelle Tipps, was ich beachten muss und wie das am Besten ausgeführt werden soll.

Vielen Dank schon mal und freundliche Grüße,
Ralf



Vorbeton an Bruchsteinwand



Im Prinzip würde die Bruchsteinwand eine einseitig voerlorene Schalung darstellen.
Möglich ist das sicher, wobei es fraglich ist, ob es nicht wirtschaftlicher Methoden gibt.
Einseitige Abstützung ist aufwendig und Anker durch die Wand sind auch nicht ganz einfach anzubringen.

Warum nicht die Wand konventionell hochmauern?
Der Zwischenraum zur Bruchsteinwand kann während des Hochmauerns mit Beton/Mörtel verfüllt werden oder mit einer Kerndämmung versehen werden.

Wobei doch auch eine Konstruktion auf Holzstützen mit Holzbalkendecke möglich und schöner ist.
Brandschutzanforderungen können dabei ggf auch erfüllt werden.



Bruchsteinmauer einseitig mit Beton vergießen?



Hallo und danke für die ausführliche Antwort.
Vormauern ist eine gute Alternative :-)
Wie ist es mit einem möglichen Feuchteübergang von den Bruchsteinen (aufsteigende Feuchte von unten, wenn auch wenig vermutlich)? Wie würde man hier die Ziegelmauer(evtl. Bitumenbeschichtung zur Bruchsteinmauer hin während des Aufmauerns mit hoch ziehen) am besten anbinden oder wenn man gar nicht anbindet (oder nur punktuell), könnten man dann evtl. mit einer speziellen Schüttung (wie bei manchen Holzhäuser, ich glaube eine Art Kork) eine gewisse Wärmedämmung und Feuchteregulierung erreichen?
Sollte dieser "gefüllte Hohlraum" irgendwie belüftet werden?
Holzbalken wären sicher cool, machen wir dann komplett im Obergeschoss wo wir wohnen werden. Unten würde ich wegen der angedachten Betondecke (die dann ja auf der Holzkonstruktion liegen würde) doch lieber massiv bauen.

Danke schon mal und freundliche Grüße,
Ralf



Vorwand innen



Wenn innen eine separate Vorwand gemauert wird soll der Hohlraum zur Außenwand nicht belüftet werden-
ausfüllen mit für Kerndämmung zugelassenen Dämmmaterialien wie zB Perlite.
Eine Feuchtigkeitssperre unter und eine über der ersten Steinlage.

Warum Betondecke?
Insgesamt wäre doch eine Holzkonstruktion schöner, techn einfacher,
ohne Feuchtigkeitseinträge und Trockenzeiten, viel genauer, schneller und dämmtechnisch besser- gute Planung bei allem vorausgesetzt.
Eine Holzdecke kann schallschutztechn. dieselben Anforderungen wie eine Betondecke erfüllen- man könnte auch Estrich aufbringen.
Ggf Mail schreiben.
Wo steht das Gebäude?



Bruchstein/Zement



Hallo zusammen,

würde der dauerhaft Kontakt von Zement und Bruchstein/Sandstein nicht zur
Schädigung des Bruchsteins führen. Oder gilt das nur, wenn man fälschlicherweise
eine Bruchsteinmauser mit Zement verfugt?

Gruß
Sebastian



Bruchstein-Vorwand



Es gibt immer Probleme, wenn Frost und Wasser ausgesetzte Natursteine mit im Vergleich zum Stein härterem Mörtel verfugt werden.
Bei Granit und nicht kapillaren Natursteinen könnte zement verwendet werden,
wobei eine gewisse Flexibilität immer wünschenswert ist.

Bei einer Kerndämmung gibts aber keine Berührung mit dem Naturstein.
Sofern diese instabil ist würde ich Verbindungsanker einsetzen.