Bruchsteinkeller schön machen, Ausbau zum Partykeller

21.02.2015


Hallo!
Wir möchten unseren ca. 40 qm großen Bruchsteinkeller schön machen und zum Partykeller ausbauen? Die Waende sind nicht verputzt, die Steine sind unregelmäßig gesetzt, zT sind Felssteine dazwischen, die Farben sind über 100 Jahre in allen Schattierungen vorhanden (es sieht tendenziell "dreckig" aus), der Mörtel quillt meistens grob hervor (also keine schönen Fugen). Jahrelang war Feuchtigkeit und Schimmel ein Thema - dies haben wir schon konventionell mit der Spritze bearbeitet. Frage ist jetzt: werden wir mit kärchern schon eine deutlich schönere / einheitlichere Farbe erzielen (nachhaltig)? Danach: alle alten Fugen raus? Und dann aufwendig einzeln verfugen (womit?) oder flächig "verputzen" und dann Steine wieder rausbürsten? Wir sind dankbar fuer Erfahrungen und auch Bilder.
Die Jogarayo's



Keller



Warum nicht das Wohnzimmer nehmen statt Ihre Gäste in den Keller zu sperren?



Bruchsteinkeller partytauglich machen statt Wohnzimmer



... was sich grausam anhört:
"Jahrelang war Feuchtigkeit und Schimmel ein Thema - dies haben wir schon konventionell mit der Spritze bearbeitet"

Wenn die Feuchtigkeit mit einer Spritze weggeht, war es Imprägnierung? Auf jeden Fall hört sich das eher nach Feuchtigkeit (gesammelt vom Schimmel?) wegen falscher Lüftung etc. an ...


Schimmel konventionell entfernen ist dann wohl chemisch statt traditionell durch Lüften (vorwiegend im Winter, kontrolliert oder extrem im Sommer, was mit Sandstein im Südwesten in Fönlage wohl besser geht als im Sauerland oder mit www.trubadu.de , d.h. Eigenbau-Solarluft-Kollektor zur Entfeuchtung), mechanisch und kälken jährlich

Statt nur Kärcher geht vielleicht auch Nassstrahlen mit Hochdruckreiniger und Sand fürs ganz Heftige (Es wird im Sauerland kein Sandstein sein, sondern dichterer und kälterer Stein, den man härter anpacken kann und der Unterschied zwischen Bruchstein und Felsstein ist die Größe?), doch bei den Erfahrungen mit Kalkputz sollte man egal wie nicht zu lange in die Fugen halten ...

Bei großen Flächen und unregelmäßigen Fugen (nicht wie bei Klinker) ist natürlich die Säuberung der Oberfläche nach Anziehen des Mörtels bequemer: http://rheinneckaritalien.blog.de/2010/05/29/toskana-rustico-trockenspritzverfahren-denkmalgerechten-mauerwerkssanierung-8694264/

Das Problem bleiben die Steine, die man als Ausbund der Rustikalität haben will.

Denn wenn man nun Party macht in der Höhle mit 10° - 12°, dann wird es doch leicht zur Tropfsteinhöhle ... aber auch viele Partykeller, die trockener sind werden immer mehr zum Abstellraum ...

Da erscheint die Option dies +++ als Vorrats- und Bierbrauer-Keller 365 Tage im Jahr zu nutzen +++ und die Parties nicht im kalten Verlies zu feiern attraktiv - oder den Raum zu nutzen und auf die Bruchsteinoptik zu verzichten:
Säubern der losen Fugen
Säubern der Steinoberflächen
Verfugen mit traditionellen Kalkmörtel
Kalkdämmmörtel (Volldeklaration, damit er authentisch ist)
www.hypothermal.de oder www.(haus)temperierung.net zur Trocknung und Kondensationsverhinderung
www.bayernluft.de gibt es auch mit Feuchtesensor
Sommerturbolüftung
Infrarotstrahler

... bei einer solchen Lösung kann man wohl noch ein Whirlpool hineinstellen und man hat den Grund, warum man nicht im Wohnzimmer oder im Garten feiert ... einen (viel) größeren Wellnesskeller hat auch Julius in Pfalz (Appartmenthotel) nicht: http://rheinneckaritalien.blog.de/2014/06/30/architektouren-2014-pfalz-julius-pfalz-appartmenthotel-hainfeld-edenkoben-landau-18753036/
Die haben das ganz schön gemacht, aber der Mode folgend in Betongrau/Giftgrün ...

Wenn man rund um den Whirlpool Grotten-/Bruchsteinfeeling braucht, gibt es ja unzählige Lösungen ...

Dies ist kein Renovierungsplan, sondern eine Rechercheanregung!



Sommerturbolüftung



Ja, so bekommt man turboschnell eine Tropfsteinhöhle.

Stichwort: Sommerkondensation



Sommerkondensation verhindern durch Sommerturbolüftung - reine Praxiserfahrung und eine exzessive Antwort



... Lesen hilft natürlich, aber Fragen hilft mehr.

Natürlich sind die normalen Lüftungsanforderungen bei Kellern bekannt, die aber natürlich nicht wirklich sinnvoll sind, wenn die vielfältige Realität in die Quere kommt.

Hier im Sandsteinkeller stehen Heizung, Waschmaschine, Trockner, Wäscheständer und durch eine Tür getrennt ist ein zweiter Kellerraum, der von Warmwasser und Heizungsleitungen durchzogen wird.

Im Winter dort zu lüften ist Unsinn, weil man dies kompensieren müßte durch Dämmung oder Heizung, doch die Lüftung funktioniert einfach durch den Verbrauch der Luft durch die Heizung und die nachströmende Luft, d.h. je mehr die Heizung arbeitet, umso besser, was strenge Winter attraktiv macht.

Dabei müssen die Türen geschlossen gehalten werden, damit die Heizungs-Wasch-Trockenluft nicht in den zweiten Keller strömt und vielleicht kondensiert und auf der anderen Seite nicht die Luft zwischen dem Keller und der Scheune zirkuliert.

Die Sandsteinaußenwand war vorher gammelig, aber seit der Perlit-Dämmputz dort ist, ist es haptisch einwandfrei.

Wenn es jetzt in der Fönregion Südliche Weinstrasse richtig schön warm wird und die Keller-Türen zwischen Garten und Strassenseite auf Durchzug 'geschaltet' werden, dann gibt es aufgrund der speziellen Situation eine Art von Khamsin, von Wüstenwind und der Energieeintrag und die Verdunstungsleistung des Durchzuges eine Bauteilerwärmung und - Austrocknung.

In solchen Zeiten (wenn es im Obergeschoss 30+ nachts ist) ist rein klimatisch dies der beste Schlafplatz im Haus, weil die Keller-Steine die Hitze gespeichert haben und statt der üblichen 13° im Winter dies 18° - 22° sind. (Wir reden vom Keller!) - wobei natürlich zu sagen ist, daß früher der Keller nicht selten auch im Winter der bessere Schlafplatz hätte sein können mit 10°, weil die Leute in Räumen geschlafen haben, wo selbst das Wasser auf der Waschschüssel gefror.

Da solche Konstellationen natürlich eher selten sind, wurde auf www.trubadu.de hingewiesen, die SolarLuftSelbstbauKollektoren ..., denn durch 'aufgeladene', d.h. durch extreme Erwärmung entfeuchtete Luft kann man Gartenhäuser, Ferienhäuser und Keller vor Schimmel schützen, wenn man nicht nur daran denkt, theoretisch höchste Energiegewinne, sondern optimalen Feuchtetransport zu erreichen.

Mit rund 20 qm Solarluft-Günstig-Kollektor, d.h. nicht (1)500,- Euro/qm, sondern eher 15,- Euro/qm (d.h. real 50,- mit Leitungen etc.) könnte man bei der Weinstrassen-Situation wohl den Keller innerhalb von 6 Monaten staubtrocken machen, dank Sommerturbolüftung+.

In vielen Bereichen gibt es Wirkungsumschläge, wo 'positive' Dinge negativ wirken, aber damit arbeitet ja auch die politische Manipulation, doch wichtig ist der Einzelfall ...

So gibt es Keller, die zuwenig Luft bekommen, die zuviel Luft bekommen, die zum falschen Zeitpunkt zu viel oder zu wenig Luft bekommen, die die falsche Luft bekommen.

Aber ich bin sicher, daß man aus 40 qm einen wunderschönen Braukeller machen kann oder mit einer 'sophisticated solution' einen Wellness-Party-Keller viel besserer Kosten-Nutzen-Effizienz als 'Playboy Manion' - selbst im Sauerland.

Die schlechtestes Lösung wäre auf jeden Fall aufgrund der Bruchstein-Ideologie einen Partyraum zu machen, der später nicht einmal zur Abstellkammer dienen kann.

Je nach der Lage und Nutzung ergeben sich völlig differente Lösungen, weil bei einem Bruchsteinhaus in Altena, der Stadt mit Bevölkerungsverlusten, die man sonst nur aus extrem abgelegenen Kommunen im Osten kennte ... an der ... im engen Tal sieht es ganz anders aus als bei einem Haus auf einem (nicht ganz oben) Bergrücken (und man muß sich vorstellen, welche Wassermassen beim Ausbaggern sprudeln können ...) auch hinsichtlich der Bewaldung, Besonnung.

Doch mit Haustemperierung kann man in Kombination mit (nicht im Sinne der irrsinnigen Haustechnik [Brennstoffkosten verschwinden - Systemkosten explodieren?] kontrollierten, sondern vernünftiger) Lüftung dies moderieren. Da reicht wohl schon ein Lötset von CFH aus BW.

Mit einer Art von www.bio-solar-haus.de oder Luft-Solar-Haus.de (oder so ähnlich) kann wohl selbst solch einen Keller nutzen ... aber da könnten die Weiß-/Dunkelbraun-/Schwarz-Dogmatiker oder Touristiker durchdrehen, weil man nicht akzeptieren will, daß das Sauerland mehr Möglichkeiten hat und die traditionellen Farben von (heute belgischem Rhein)Kalk, Holz, Rauch, Steinen kommen, was aber einfach nur Bodenständigkeit zeigt im Gegensatz zu den Steinen, die man heute benutzt und die aus Indien kommen ...

Bei heiß und feucht denkt ein Mann natürlich an Florida und Hurricans, aber bei kalt und feucht an Bruchsteine in humiden Gebieten wie Eifel, Bergisches Land und Sauerland, natürlich auch Schwarzwald, Harz, Hunsrück, Westerwald ... weil bei 1200 oder 1400 mm Niederschlag pro Jahr muß man das exponential verstehen zu 600+ mm an der Südlichen Weinstrasse.

Das Verständnis von Feuchtehaushalt, von Windchill oder Trocknung, von Regen wird die verwesten Normenverunweser wohl konsternieren, weil eine ihre Hauptaufgaben ja die Förderung der Industrie( und nicht der Kunden) ist und die übliche Antwort wird keine Lösung sein, sondern ein Produkt.

Aber um eine Antwort statt nur eine Phantasie zu geben muß man Landschaft, Bausituation, Wind, Temperatur, Sonne, Interessen etc. würdigen, statt nur den Katalog aufzuschlagen und unpassende Produkte und Lehren zusammenzuwürfeln.



Partykeller


Werkschau Jules Perahim, rumänischer Syrrealist

Was will uns der Künstler sprich Herr Berges damit sagen?

Unabhängig davon und der Frage nach der Nutzung meine Empfehlung für die Oberflächen:
Pinsel- bzw. Schweißputz PI oder PII aufbringen.
Dafür reicht ein einfacher Werktrockenmörtel vom Fachhändler.
Man braucht ein Gerüst, Kelle, Annetzer, Wassereimer, Fass, Rührgerät, Arbeitsschutzkleidung und rudimentäre Kenntnisse im Putzen.
Nach dem Antrocknen des Putzes ein- zweimal frescal mit Weißkalkschlämpe (Weißkalkhydrat CL 90 in Wasser aufgelöst) streichen. CL 90 gibt es im Baumarkt als Sackware.
Zur Nutzung:
Ein Keller ist ein Keller.
Ein Partykeller ist ein Wohnraum.
Überlegen Sie es sich gut ob Sie für zwei oder drei mal im Jahr feiern den Aufwand dafür betreiben wollen.
Ich meine damit nicht den Verputz und den Anstrich sondern den Rest.
Heizung, Lüftung, Elektro, Zugang, Fußboden, Möblierung, Weg zur Toilette...