Bruchsteinhaus küchenherd mit wassertasche

07.02.2015



hallo.
ich hoffe ich bin jetzt hier richtig. wir haben ein bruchsteinhaus, das mit gasbrennwerttherme und Kaminofen beheizt wird. jetzt haben wir vor, das Erdgeschoss ein bisschen auf vordermann zu bringen und die Kellerdecke mittels schüttdämmung aus Zellulose zu Isolieren und einen wasserführenden küchenherd der firma pertinger aufzustellen, der mittels "Durchheizklappe" eine Kachelwand erwärmt, dass Wärme auch noch gespeichert werden kann. da dieses teil nicht eben wirklich günstig ist, wollte ich mich erkundigen, ob dies eine sinnvolle investition ist.





Was wollt ihr denn erreichen? Ihr habt einen Kaminofen? Dafür gibt es Wassertaschen im Schornstein, allerdings ohne Pufferspecher geht das alles garnicht. Wenn ihr zur Gastherme jedoch ein Pufferspeicher einbaut (was den hohen Preis eurer Investitionsabsicht erklären würde) dann könnt ihr auch Solarthermie mit Vakuumröhren auf das Dach legen und hättet mehr davon. Das ist alles berechenbar, auch der Breakeven für die jeweilige Investition. Bei Solar müsst ihr aber keinen Brennstoff zuführen.
Grüße Matthias



gute frage



ja das ist alles so eine frage. geplant ist, das haus nächstes jahr aufzustocken und um eine etage zu erweitern, da es sehr klein ist mit 75qm wohnfläche. die brennwerttherme hat im letzten jahr 1000 liter gas verbraucht. dazu haben wir aber noch 6 festmeter Holz verbrannt und das ist für so ein kleines haus schon viel. Bruchstein und Dämmung ist aber ja so eine sache. und jetzt haben wir gedacht, wenn der Ofen sowieso immer an ist, könnte man dies mit der Heizung verbinden und würde den gasverbrauch senken. zumal der ofen ja über die kachelwand auch wärme speichern kann.
noch ist aber nichts entschieden...
vielen dank schon mal für die antwort



Heizenergie



Das mit dem Gasverbrauch kann auch daran liegen das Sie mangels Dichtigkeit und Dämmung den Vorgarten mitheizen.
Zellulose als Fußbodenaufbau über einem Kellergewölbe ist eine ziemlich schräge Idee. Wie kommen Sie darauf?
Ich glaube es ist besser Sie kontaktieren einen seriösen Energieberater.



das hilft mir jetzt auch nicht weiter



guten morgen,
dass dieses haus quasi "den vorgarten mitheizt", dazu muss ich kein energieberater sein, dass weiß ich auch so. allerdings macht es auch keinen sinn, das haus einzupacken um in zwei jahren festzustellen, ups, das war jetzt auch irgendwie nicht gut, jetzt regiert der schimmel. die frage ist ja, was ist sinnvoll, was nicht



Sanierungsüberlegungen



Wenn Sie planen, im kommenden Jahr das Haus aufzustocken/umzubauen, würde ich jetzt keine Teilsanierung des EG beginnen und auch die Frage der Heizungserweiterung oder -modifizierung nicht unabhängig von diesem Vorhaben stellen.

Es ist sinnvoll, das Haus als Ganzes zu betrachten. Die Entscheidung für eine bestimmte Heizungsform wird ganz entschieden abhängen vom zukünftigen Dämmstandard des HAuses. Wenn Sie erweitern/aufstocken, wird der neue Gebäudeteil sich nach den Vorgaben der EnEv richten müssen.

Auch der Bestand sollte -in Abhängigkeit von der Bausubstanz und der Baukonstruktion- soweit angemessen energetisch optimiert werden, das der Gebrauchswert der Räume gesteigert wird: höhere Behaglichkeit, größere Aufenthaltsqualität, keine Zugerscheinungen, keine Wärmebrücken, keine Schimmelproblematik, Erhalt der Bausubstanz. Die Heizkostenersparnis steht hierbei nicht unbedingt an erster Stelle, auch nicht der "Dämmwahn" der EnEv, sondern die Nutzbarkeit des Hauses.

Ob nach dem Umbau und der Sanierung die Frage nach einem wasserführenden Kaminofen noch gestellt werden muß oder die vorhandene Brennwerttherme nicht bereits ausreichend ist, sollte dann auch durch die Heizlastberechnung und einen Anlagendimensionierung eines Fachbetriebes nachgewiesen werden. Solche Entscheidungen sind zu komplex und zu kostspielig, um sie nach Gefühl zu treffen.

Bei einem Umbau in Köln im letzten Jahr ist die gleiche Frage (Aufsatz-Heizregister für einen geplanten Kaminofen) nach den Wirtschaftlichkeitsberechnungen wieder verworfen worden. Hier wird das Haus -nach der Sanierung ein KfW-100-Haus- mit einer Wärmepumpe und einer FuBoHzg komplett beheizt. Das Heizregister + Pufferspeicher hätte ggf. so viel Wärme als Heizungsunterstützung geliefert, das die Wärmepumpe nicht mehr optimal = dauerhaft gelaufen wäre.

Bei Ihnen kann der wasserführende Kaminofen vielleicht letztendlich sinnvoll sein, aber eher nicht als normaler Kaminofen mit Aufsatz, sondern an Stelle der Zentralheizung als Scheitholzheizung. Dann aber im Heizraum und eher nicht im Wohnzimmer.

Wenn es Sie interessiert, kann ich mir Ihr Haus gerne einmal im Sinne einer Bauberatung anschauen, bei der auch die geplante Aufstockung von der Seite der Statik und des Baurechts geprüft werden kann. Auch können wir sinnvolle Möglichkeiten der energetischen Sanierung Ihres Hauses bei der Gelegenheit besprechen. Weitere Informationen sende ich Ihnen gerne per Email zu.

Von der Zelluloseschüttung als Kellerdeckendämmung rate ich übrigens ebenfalls ab wegen der ev. Feuchteproblematik. Da kommen ggf. andere Dämmlösungen zum Ensatz, wenn die Bestandskonstruktion geklärt ist.

Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur", wenn Sie sich auf Fachwerk.de angemeldet haben,
bzw:

Will Pickartz | Architekt + Gebäudeenergieberater BAFA | Bad Münstereifel
02253. 544310 | pickartz.architektur@t-online.de
www.schmidtpickartz.de