Bruchsteinhaus ausfugen - Pietra Rasa - Probleme mit Kalkmörtel

10.06.2015 cfischer1981



Liebe Forumsmitglieder,
ich lese hier schon eine ganze Weile mit und konnte mir schon viele Anregungen für die Renovierung meines rd. 100 Jahre alten Hauses aus Feldbruchstein holen. An dieser Stelle ein großes Kompliment an alle, die hier sehr gute und hilfreiche Beiträge posten

Derzeit steht die Überarbeitung der Fassade an. Hier habe ich ein größeres Problem. Die Außenwände bestehen aus einem zweischaligen Bruchsteinmauerwerk (Kalkbruchstein und einige Sandsteine). Die Fassade ist außen nicht wirklich steinsichtig, d. h. die Fugen waren teilweise recht breit und größere Unebenheiten waren mit Putz überzogen. Der Putz ist inzwischen so bröckelig, dass sich dieser fast von alleine ablöst. In den Fugenbereichen ist der Kalkputz rd. 4-5 cm stark, darunter kommt ein eher lehmiger Mauermörtel. Die Körnung des Fugenmörtels ist sehr fein (max 1-2 mm) und scheint einlagig aufgebaut zu sein.
Nach Ausbau des alten Fugenmaterials treten teilweise tiefe Löcher und Fugen zu Tage. Diese habe ich mit grobem Luftkalkmörtel (0/8) Mischung 3:1 (Weißkalkhydrat) ausgestopft. Der Mörtel ist nach rd. 3 Wochen Trocknung relativ ausgehärtet. Die Wand wurde vorher gut vorgenässt und der Mörtel über 2-3 Tage feucht gehalten und abgedeckt.

Soweit so gut. Probleme macht nun die letzte Putzschicht. Hierfür habe ich Sand (0/2) und Weißkalkhydrat im Verhältnis 3:1 angemischt und im Fugenbereich nach Vornässen angeworfen und nach kurzem glattstreichen die überschüssige Menge abgenommen. Die Oberfläche ist recht rauh. Auch diesen Putz habe ich abgedeckt und feucht 2-3 Tage anziehen lassen. Nach wiederum 2-3 Wochen ist dieser oberflächlich abgebunden. Unter einer Schicht von 3-5 mm ist der Putz aber eigentlich nur sandig. Man kann ihn mit dem Finger abnehmen.

Wo liegt das Problem? Hat der Lehmmörtel in der Mauer vielleicht zu schnell das Wasser abgezogen? Oder liegt es an der Schichtdicke, wobnei die doch vorher eigentlich viel stärker war? Der alte Mörtel war duchaus in der gesamten Tiefe fest?

Hat jemand eine Idee?

Grüße aus Rheinhessen

Christian Fischer



Außenputz



Im Außenbereich sind reine Luftkalkmörtel keine gute Wahl.
Besser sind hydraulische Kalke als Bindemittel; hilfsweise geht auch etwas Zement im Luftkalkmörtel. Das sichert eine silikatische Anfangshärtung. Sie können sich das Selbermischen sparen wenn Sie beim Fachhändler fertigen Putzmörtel PII CS II als Sackware kaufen.



Trasskalkmörtel als Alternative?



Hallo Herr Böttcher,
ich freue mich, dass Sie auf meine Frage antworten. Ich habe mich auch auf ihrer Homepage schon weitergehend informiert.

Sehen Sie einen TrassKalkMörtel als geeignet an? Von der Festigkeit her müsste dieser doch passen.
Was halten Sie von einer Mischung 6 RT Sand (0/2) : 1 RT Kalkhydrat : 1 RT Trassmehl?
Oder lieber alternativ 10 RT Sand : 2 Kalkhydrat : 1 Trasszement?

Im Hinblick auf den sehr weichen Mauermörtel sehen Sie kein Problem, da die neue Fuge/Verputz dann doch wohl deutlich härter wäre?

Den im Untergrund sandigen Luftkalk werde ich dann besser wieder abnehmem oder denken Sie, dass dieser noch aushärten wird?

Grüße und vielen Dank
Christian Fischer



Fassadensanierung



Wenn das Mauerwerk keine steinsichtige Oberfläche zulässt dann muss es eben verputzt werden.
Als Kompromiss gehen Schweiß- Schlämm- oder Pinselputze, die ersparen die Fummelei des Ausfugens von polygonalen Fugenbildern.
Das Verfugmörtel fester sind als Mauermörtel bzw. Füllungen in alten mehrschaligen Bruchsteinwänden ist der Normalfall. Das müssen nun nicht gerade NM 15 oder Nm 20 sein.
Verfugmörtel sollte frostsicher sein und je nach Wetterexposition bei Bedarf über eine wasserhemmende oder wasserabweisende Einstellung verfügen.