Bruchstein verfugen?

23.05.2021 Bernhard

Bruchstein verfugen?

Hallo, ich bin seit kurzer Zeit Besitzer eines Bauernhauses von 1848 hier im Kreis Lippe. Das Gebäude ist in keinem guten Zustand. Das Untergeschoss ist mit Bruchsteinen gemauert, das Obergeschoss ist Fachwerk.

Einiges habe ich schon gemacht, nun geht es an eine Bruchsteinwand des Gebäudes. Die war verputzt und mindestens 10 mal übergestrichen. Auch die schönen Sandsteineinfassungen der Fenster hat man einfach übergepinselt.

Wenn man nun mit dem Hammer gegen den Putz schlägt, dann merkt man, dass alles hohl liegt. Der Putz ist weich und fällt dann teilweise in großen Stücken ab. Darunter kommt der schöne Bruchstein zum Vorschein.

Meine Frage nun an die Spezialisten: Ich wollte die Wand eigentlich nur neu verfugen. Dazu wollte ich Trasszement nehmen, in einer weichen Mischung 1 zu 5. Was haltet ihr davon.
Zur Verdeutlichung habe ich mal zwei Fotos angehängt.

Grüße aus dem Lipperland
Bernhard



Re: Bruchstein verfugen?



Hallo Bernhard,
diese pauschale Frage wurde hier im Forum schon so oft gestellt, dass keiner mehr wirklich Lust hat sie immer wieder zu beantworten. Bitte benutze erst mal die Suchfunktion (Lupe, rechts oben) und belese dich ein wenig. Wenn du dann noch detaillierte Fragen hast, wird dir gerne geholfen.
https://www.fachwerk.de/suche.html
Suchbegriff = deine Frage: Bruchstein verfugen
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Gruß,
KH



Bruchstein verfugen?



Hallo Karl Heinz,

danke für den Hinweis, dass ich mich doch im Forum nach Antworten suchen soll. Du bist genervt, wenn immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden.

Dazu kann ich nur sagen: Niemand zwingt dich hier, eine Antwort auf eine Frage zu geben.

Im Übrigen glaube ich, dass man solche Fragen sicher nicht pauschal beantworten kann, sondern das jeder Fall so seine Besonderheiten hat. Da nutzt es dann manchmal auch nichts, wenn man andere Beiträge liest, die aber leider dann auf den eigenen Fall nicht passen.

Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich nicht weiß, ob die Baumeister vor 200 Jahren wohl die Bruchsteinwand auch schon verputzt hatten, oder ob das erst durch eine Generation später passiert ist.
Und so ist doch nicht jeder Fall gleich, oder?


Grüße aus dem Lipperland
Bernhard



Re: Genervt?



Richtig, niemand hier im Forum wird gezwungen Tipps und Ratschläge zu geben. Alle machen das freiwillig und kostenlos in ihrer Freizeit. Aber zumindest die meisten die viele Fragen beantworten, versuchen es recht schnell und konkret zu tun.
Und es ist auch richtig, dass es mich schon ein bischen nervt, wenn ich merke, oder vorsichtiger ausgedrückt: das Gefühl habe, dass jemand eine Frage stellt ohne vorher schon mal selbst recherchiert zu haben, oder eine Frage zu allgemein stellt, oder einfach der Hintergrund zu einer Frage nicht dazu schreibt.
Beispiel: Du schreibst jetzt erst:
"...sondern das jeder Fall so seine Besonderheiten hat.......Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich nicht weiß, ob die Baumeister vor 200 Jahren wohl die Bruchsteinwand auch schon verputzt hatten, oder ob das erst durch eine Generation später passiert ist."
Hättest du das gleich dazu geschrieben, hätte ich gefragt, was daran die Besonderheit ist, bzw., warum du dir diese Frage stellst.
Was ich hiermit tue. ;-)

Nix für ungut.
Es war nicht bös gemeint.

Gruß,
KH



Bruchstein



wesentliches Kriterium, ob Bruchstein komplett verputzt oder sichtig verfugt wird, ist die Verarbeitungsweise und das verarbeitete Steinmaterial. Viele Bruchsteinwände sind nie als Sichtmauerwerk gedacht gewesen, weil kleine, große, " krumme" und quaderförmige Steine durcheinander vermauert wurden. Das von Dir beigefügte Foto läßt nach meiner Sichtung keine Einschätzung der Steinqualität zu, dazu müßte mehr freigelegt werden.



Bruchstein verfugen?


Bruchstein verfugen?

Hallo Karl Heinz, hallo Pope,

danke für eure Rückmeldung.

Ich wollte um Himmels willen niemanden "nerven". Wenn ich das gemacht habe: "Asche über mein Haupt".

Aber fast jedes "Projekt" hat eben so seine Besonderheiten. Neben der Tatsache, dass ich nicht weiß, ob der Bruchstein wohl verputzt war, oder nicht, ist da noch diese Sache mit den dicken Sandsteineinfassungen. Auch die sind vom vorherigen Besitzer, einem lippischen Bauern großzügig mit Farbe bedacht worden. Wenn man das sieht, es ist einfach schrecklich, und so was tut richtig weh. Aber einige alten Bauern sind wohl so. Die haben kein Gespür und wenig Respekt für das, was ihre Vorfahren da zustande gebracht haben.
Diese Sandsteineinfassungen sind an einigen Stellen richtig bröselig und verwittert, an anderen Stellen, wie neu. Zuerst wollte ich die Farbe mit dem HD Reiniger entfernen. Ich habe aber ganz schnell festgestellt, dass man damit mehr Schaden anrichtet, als dass es hilft. Nun werde ich alles mit einer Spachtel und einer Drahtbürste entfernen. Hier bei uns sagt man: "Eine Arbeit für jemanden, der Mutter und Vater erschlagen hat."
Die beiden Nachbarhäuser sind mit ähnlichem Bruchstein gemauert. Da habe ich die Wände schon vor vielen Jahren mit einer "weichen" Trassmischung Quick Mix Trass 1 zu 5 verfugt und nicht weiter verputzt. Das passte auch farblich ganz gut. Zu viel Trasszement lässt die Fugen sehr dunkel werden. So sieht das nach immerhin 15 Jahren noch ganz gut aus.

Lieber Pope, du wolltest noch ein anderes Foto sehen. Ich habe noch eins angehängt, auf dem man auch die Sandsteineinfassungen der Fenster am Rand des Fotos noch so etwas sehen kann.


Grüße erst mal, aus dem schönen Lipperland. Und schöne Pfingsten.

Bernhard



Bruchstein



vom Foto her scheint der Stein geeignet zu sein, als sichtiges Mauerwerk verfugt zu werden. Und scheinbar hast Du ja bereits an anderen Objekten gute Erfahrungen gemacht. Die Sandsteingewände kannst Du besser mit einem Scharriereisen bearbeiten, das ergibt dann die typischen waagerechten Rillen, die deutlich zu sehen sind. Große Fehlstellen kann man durch Paßstücke austauschen, das wäre allerdings wahrscheinlich eine Arbeit für einen Steinmetz.



Bruchstein verfugen?



Hallo Pope,

danke für den Tipp. Die letzten Sandsteineinfassungen habe ich vorsichtig mit der Flex und einem Schleifscheibenaufsatz sauber bekommen. Ich werde das aber mal versuchen, denn das war sehr mühsam und staubig.
Erst mal muss ich aber den alten Putz ganz abklopfen. Das mache ich mit der Hand, damit ich nicht zu viel von er Oberfläche beschädige..... dauert lange, aber das Ergebnis im Vergleich zur Arbeit mit der Maschine ist dann doch wohl besser.
Das Wetter wird ja jetzt besser.... also: Auf gehts!

Grüße Bernhard



Sandsteineinfassungen



Da du schon Sandsteingewände mit der Flex abgeschliffen hast, hast du gesehen, dass dabei die Scharrierung mit weg geschliffen wird. Wenn dich das nicht stört, ists ok.
Wenn du dieses Muster erhalten willst, kannst du die Gewände auch vorsichtig sandstrahlen.
Das geht aber auch nur wenn die zu entfernende Farbe spröde genug ist. Weiche/Elastische Fassadenfarben lassen sich per Sandstrahlen sehr schlecht entfernen, weil das Strahlmittel wie von einer Gummimatte einfach abprallt, ohne dass die Farbe ab platzt.
Eine dritte Option wäre Abbeizen.

Eine defekte oder weggeschliffene Scharrierung selbst wieder herzustellen, erfordert viiiiel Übung, wenns am Ende gut aussehen soll! Erst recht bei verwittertem und damit ungleichmäßig hartem Stein.



Putz abklopfen



"Erst mal muss ich aber den alten Putz ganz abklopfen. Das mache ich mit der Hand, damit ich nicht zu viel von er Oberfläche beschädige...."
Wenn du einen leistungsfähigen Kompressor hast, kaufe dir im Baumarkt einen kleinen Drucklufthammer.
Z.B. sowas: https://www.bauhaus.info/druckluftzubehoer/craftomat-kit-line-meisselhammer-set/p/20105912.
Die "Hämmerchen" sind relativ leicht, werden nicht heiß (wie Elektromaschinen) und mit etwas Übung kann man damit recht "gefühlvoll" arbeiten. Die Investition lohnt sich auf jeden Fall!



Einfassungen



Ich würde auch von einem Sichtmauerwerk ausgehen, da die Sandsteineinfassungen fast bündig mit der Wand sind. Bei verputzten Außenwänden stehen die Fenstereinfassungen in der Regel einige Zentimeter stärker vor.



Bruchstein verfugen?


Bruchstein verfugen?

Hallo unbekannterweise,

danke für die guten Tipps. Das mit dem "kleinen" Presslufthammer habe ich beherzt, und es war auch wirklich ein guter Tipp. Allerdings habe ich ein kleines elektrisches Gerät genommen, dass aber sehr leicht und handlich war.
Zum Schluss habe ich dann etwas gemacht, was ich eigentlich nicht wollte. Ich habe die Steine zuerst mit der Drahtbürste auf einer Flex gereinigt. Es blieben aber immer noch Reste vom Putz auf der Oberfläche der Steine. So habe ich vorsichtig nur die Oberfläche der Steine gereinigt. Das hat besser geklappt, als ich dachte. Man muss nur sehr vorsichtig sein und darf nicht zu resolut vorgehen.
Wenn ich es schaffe, dann stelle ich noch mal ein Foto ein.

Was mich gewundert hat: Unter dem Putz kam über den Sandsteinen der Fensternischen bei allen Fenstern noch ein rund gemauerter Sturz zum Vorschein. Ob die Stürze wohl nachträglich eingesetzt worden sind?

Ich frage mich auch, ob ich nicht zum Verfugen der Bruchsteine vielleicht doch eine "historische!" Fertigmischung nehmen sollte.

Ich halte euch auf dem Laufenden.... vielleicht sind meine Erfahrungen ja auch hilfreich für Andere.

Grüße Bernhard



Bruchstein verfugen?


Bruchstein verfugen?

Hier ein Bild der Fenstereinfassungen



Entlastungsbögen



Werkstein ist oft nicht bruchfest, die Bögen werden nach dem Setzen der Gewände, währenddessen diese noch abgestützt sind, darüber gemauert, um den Druck des weiter oben aufbauenden Mauerwerkes nicht direkt auf die Gewände zu übertragen und so ein Reißen dieser zu verhindern. Früher gab es ja noch keine bewährten Beton bzw. betongefüllten Ziegelstürze, die heute Anwendung finden.



Re: Gemauerter Entlastungsbogen


Re: Gemauerter Entlastungsbogen

Der gemauerte Entlastungsbogen (Sturz) gehört auf jeden Fall da hin, wenn er vielleicht auch nicht mehr original, weil aus Ziegelsteinen gemauert, ist. Die oben, waagrecht liegenden Sandsteine eines Gewands dienen nicht als lastabtragende Stürze, weil Sandstein zu weich ist und relativ schnell bricht! Deshalb sind Sandsteingewände nie richtig mit dem Mauerwerk verzahnt.
Wenn dich die roten Ziegelsteine in der Bruchsteinwand optisch stören, kannst du sie auch gegen Bruchsteine austauschen. Hauptsache du mauerst die wieder bogenförmig und kraftschlüssig ein. (siehe Foto)

Neue "historische" Fugenmörtel gibts als gelblich-beige Fertigmischungen von Tubag: https://www.tubag.de/produkte/trass-und-restaurierungssysteme-fugenmoertel.html



Bruchstein verfugen?



Hallo Karl Heinz,
das war für mich noch eine wichtige Information. Den Bogen aus Ziegeln werde ich sicher nicht ersetzen. Das gehört zur Geschichte des Hauses dazu. Optisch vielleicht nicht der Knaller, aber eben Historisch.

Ich habe nun die gesamte Wand des Bauernhauses freigelegt. So schlecht sehen die Fugen gar nicht aus. Ich hatte mir das schlimmer vorgestellt. Die Sandsteinfassungen habe ich etwa zur Hälfte von der Farbe befreit. Den Rest wollte ich mechanisch mit einer Flex und einem Rundschleifaufsatz entfernen. Dabei habe ich aber gemerkt, dass bei etwas unvorsichtiger Handhabung den weichen Sandstein beschädigen kann. Der Tipp mit dem Abbeizen ist daher gar nicht so schlecht. Ich werde das mach versuchen und Bericht erstatten.
Mit dem Fugenmörtel das ist so eine Sache. Eigentlich wollte ich Trasszement nehmen. Die Farbe passt aber so gut zu den Bruchsteinen. Sie ist sehr dunkel. Von daher werde ich wohl den historischen Fugenmörtel nehmen. Das passt farblich wesentlich besser. War noch ein guter Tipp.... danke dafür.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Grüße Bernhard



Bruchstein verfugen?



So,
nun bin ich wieder einen Schritt weiter. Karl Heinz hatte ja einen Link für den Fugenmörtel von Tubag gegeben. Das scheint mir das richtige Material zu sein. Heute wollte ich das Material bei unserem Baustoffhändler bestellen. Tubag wollte der nicht..... könnte er angeblich nicht bekommen.... (obwohl als Lieferant beim Hersteller angegeben). Er empfahl statt dessen den historischen Mörtel von Remmers. Als er mir aber den Preis pro Sack genannt hat, bin ich fast vom Hocker gefallen..... ein Sack sollte um die 200 Euro kosten. Das ist dann doch etwas viel.
Nun versuche ich den Mörtel von Tubag bei einem anderen Lieferanten zu bekommen. Wenn ich das Material verarbeitet habe, erstatte ich noch mal Bericht. Vielleicht ja eine Hilfe für andere "Leidensgenossen".
Auf jeden Fall bleibt es weiter spannend.

Grüße aus dem Lipperland

Bernhard



Bruchstein verfugen?



So, nun habe ich das Material bekommen. Ich hätte nicht gedacht, dass es sooo schwer ist, den Tubag Fugenmörtel zu bekommen. Drei Händler in der Umgebung habe ich angesprochen. Einer hat sich gar nicht gemeldet, einer hat mir eine Alternative angeboten (die außergewöhnlich teuer war) und einer war bereit das Material zu bestellen. Allerdings mit einem Aufschlag von 20 Euro Handlingspauschale. Bemerkenswert, welche Sachen sich die Baustoffhändler so ausdenken. Aber ich bin froh, dass ich das Material überhaupt geliefert bekomme.
Ich denke, dass ich mit dem Mörtel Historischer Fugenmörtel NHL-F ganz gut fahre. Passt farblich besser und ich muss nix mehr selber anmischen. Da wo es eine härtere Fuge erfordert, werden ich dann mit einem selbst angemischten Trass Mörtel arbeiten.
Danke noch mal an Hans Peter und Pope für ihre Tipps.
Ich werde mal berichten, wie sich das Material Verarbeiten lässt und auch einige Fotos machen. Vielleicht hilfreich für andere, die zunächst genauso ratlos vor dem Projekt "Bruchsteinmauer verfugen" stehen.

Grüße aus dem verregneten Lipperland
Bernhard



Bruchstein Sandstein Farbe entfernen



So, nun bin ich bei dem Sandsteineinfassungen auch wieder ein Stück weitergekommen. Ich habe es mit der Flex und der Fächerscheibe versucht.... eine unglaublich langwierige Sache, die Farbe abzubekommen... auch abbeizen geht nicht.
Meine neue Idee.... die Farbe mit einer Lötpistole erhitzen und dann mit dem HD Reiniger entfernen. Mal sehen, ob es klappt. Ich werde berichten.

Grüße Bernhard



Bruchstein verfugen?



So, ich bin nun um einiges weitergekommen und wollte berichten.

Zur Farbe auf den Sandsteineinfassungen: Leider hat es mit der Heißluftpistole nicht geklappt. Da der Bruchsteil sowieso schon arg mitgenommen ist und an einigen Teilen sehr verwittert ist, werde ich ihn abschleifen. Immer Stück für Stück.... das ist eine Sauarbeit.

Zum Verfugen: Der Tipp mit dem Tubak Historische Fuge war sehr gut. Ich habe mir das Material besorgt und es auch schon verarbeitet. Es ist wirklich viel Arbeit, die Bruchsteine zu verfugen, weil jede Fuge anders ist und z.T. ausgeräumt, ausgesaugt und dann gefüllt werden muss.
Mit hat ein Sahnebalg aus der Küche geholfen, mit dem habe ich die tiefen Fugen gefüllt.
Das Material lies sich gut verarbeiten, lediglich die Beschaffung war mehr als schwierig.

Inzwischen habe ich hier weiter Wände vom Putz befreit (offensichtlich 1920 als harter Betonputz angebracht). Hier hatte ich viel Glück dass die Handwerker 1920 ihr Handwerk wohl nicht so gut verstanden haben. Der Putz (etwa 1cm dick) hatte überhaupt keinerlei Verbindung zur Wand und lies sich so abstemmen.

Erst mal Grüße aus Lippe

Bernhard



Dann mal her mit den Fotos



:o)
Und Danke für den Fortschrittsbericht. Es ist immer interessant zu lesen, wie eine Renovierung vorangeht.



Harter Betonputz



Danke dass du so nett über deinen Baufortschritt berichtest!
Das kommt im Forum leider viel zu selten vor.

Zu deiner Anmerkung: " ....offensichtlich 1920 als harter Betonputz angebracht....Der Putz (etwa 1cm dick) hatte überhaupt keinerlei Verbindung zur Wand und lies sich so abstemmen....."
Damit hast du quasi "live und in Farbe" gesehen/erlebt was passiert wenn man einen zu harten Putz auf ein relativ weiches Mauerwerk aufträgt. Über die Jahre löst er sich vom Untergrund ab und stellt sich hohl.

Weiterhin gutes Gelingen!

Gruß,
KH



Fortschritt bei der Arbeit


Fortschritt bei der Arbeit

Vorab.... es war echt eine fiese Arbeit diesen Bruchstein zu verfugen. Ich wollte aber vom "Baufortschritt" berichten, und tue das nun auch.
Meine Vorgehensweise beim neu Verfugen der Bruchsteinwand:
- Abschlagen des alten Betonputzes (teilweise mit der Hand, teilweise auch mit einer kleinen Maschine)
- Auskratzen der Fugen, so weit, wie es möglich ist
- vorsichtige Reinigung mit dem Hd Reiniger(es gingen nicht alle Betonhinterlassenschaften meiner Vorgänger ab)
- anfeuchten der Fuge war nicht notwendig, Wand war noch leicht feucht von der Reinigung
- Verfugen mit Tubag Fugenmörtel historisch (am Besten mit Handschuhen, dann mit dem Finger in die Fugen drücken, dann mit einem dicken Pinsel glätten/ggf. auch mit einem feuchten Schwamm)
- trocknen lassen
- Überstände mit der Drahtbürste (am besten geht Akkuschrauber mit Rundbürste) wegbürsten und die Oberfläche des Steines Reinigen (diese Arbeit sollte man erst nach Trocknung einige Wochen später machen, dann lässt lassen sich die groben Unebenheiten in den Fugen besser mit der Drahtbürste bearbeiten und bröseln nicht so weg, weil alles ausgehärtet ist.)
- Nacharbeiten von Stellen, die vergessen worden sind.
- ggf. die Steine noch einmal vorsichtig abwaschen

Das Ergebnis könnt ihr auf den Fotos sehen. Es ist "befriedigend". Warum nicht gut? Die Oberfläche der Fuge ist recht rau geblieben. Überall da, wo der Maurermeister gut gearbeitet hat und auch gute, recht gleichmäßige Steine verwendet hat, ist das "Fugergebnis" gut geworden. Das war vornehmlich an den Ecken des Gebäudes so. In der Mitte der Wand hatte der Meister wohl nicht mehr so gute Steine und hat hier allerlei Mist und Kleinkram vermauert. Das ist so fast nicht sauber zu verfugen. Dementsprechend war das Ergebnis nicht so toll.

Insgesamt bin ich aber zufrieden mit dem Ergebnis, es ist aber eine sehr zeitaufwändige Arbeit. Das nächste Mal würde ich noch mehr mit dem feuchten Schwamm arbeiten, und weniger mit dem Borstenpinsel um die Oberflächen zu glätten.

Hier noch mal ein Dankeschön an alle, die mich bei meinem Projekt so nett beraten haben. Die nächste Wand kommt in der nächsten Woche dran, aber erst mal muss mein Zeigefinger wieder verheilen, der ist nämlich ganz vermackelt vom vielen Fugenpuhlen.

Grüße erst mal aus Lippe

.... ich halte euch auf dem Laufenden

Grüße Bernhard



Finish



Hallo Bernhard,

ich weiß gar nicht was du willst, das sieht doch gut aus!
Schau dir mal Bruchsteinwände an, deren Fugen mit dem Fugeisen geglättet sind. Ich finde, irgendwie passen die rauen Steine und geglättete Fugen nicht zusammen.
Wenn du ein schönes, sauberes Finish haben willst, lasse die Wand am Ende, wenn alles fertig ist, sandstrahlen. Dabei werden alle Flecken und die weißen Kalk"wischer" vom Schwamm/Pinsel auf den Steinen komplett und "porentief" entfernt und das Fugenbild gleichmäßig rau. Und das innerhalb von ein paar wenigen Stunden. Will sagen, das ist gar nicht so teuer, lohnt sich aber m. E. auf jeden Fall.

Gruß,
KH



Raues Fugenbild


Raues Fugenbild

Hallo Karl Heinz, dir erst noch einmal ein Dankeschön für die nette Beratung in meiner Sache.... ist ja nicht selbstverständlich. Deshalb war es mir auch so wichtig, von meinem "Baufortschritt zu berichten. Zudem hilft es vielleicht anderen, die vor einem ähnlichen Problem stehen.

Der Tubac Mörtel war genau der richtige Tipp. Übrigens sind die beim Hersteller sehr freundlich gewesen und haben mir einen Händler in der Nähe genannt, der das Material lagermäßig hat. Vorher musste ich es bestellen und musste 20 Euro zusätzlich bezahlen. Das kann ich nun sparen.

Je länger man sich damit beschäftigt, je kritischer wird man auch. Ich sehe das jetzt aber so: Die Wand hat schon 300 Jahre gelebt, das ist die Patina.... die sollte dann auch drauf bleiben. Einiges wird sicher auch der ein oder andere kräftige Regenschauer noch abspülen. Die Menschen waren damals eben sehr arm und haben das genommen, was leicht und kostenlos verfügbar war.
Der Fugenmörtel selber ist mit viel "grobem" Sand vermischt. Dadurch wird die Oberfläche selber recht rau.

Zum besseren Verständnis habe ich noch mal ein Foto vom Mittelteil der Wand angehängt, Da sind ganz viele kleinere, unebenere und unförmige Steine verwendet worden. So was zu verfugen ist schlimmer als ein Tag im Steinbruch zu arbeiten.

Meine Überlegung nun, und da hätte ich gerne noch einen Radschlag von euch: Die Fugenfarbe ist recht hell. Für die nächste Wand würde ich das Ganze gerne etwas "abtönen" damit die Wand nicht so aussieht, als ob jeder sofort merkt: "Oh, die ist ja neu verfugt".
Ich hatte mal gelesen, dass man dem Fugenmörtel etwas Lehmpulver beifügen kann. Dadurch ist das weiß dann nicht mehr so "strahlend".
Geht das, oder ist das Blödsinn?

Ich halte euch weiter auf dem Laufenden, was meine Projekte hier angeht.

Grüße aus Lippe

Bernhard



Noch ein Bild von der Bruchsteinwand


Noch ein Bild von der Bruchsteinwand

Hier noch ein Bild vom Mittelteil.



Fugenmörtel tönen



In wie weit man speziell den Tubag Fugenmörtel abtönen kann weiß ich nicht.
In der Regel heißt es dass man zu Kalkmörtel max. 5 % "Zuschläge" zu mischen kann/soll/darf, da sich sonst die Festigkeit, Haftfähigkeit, usw. zu sehr verändert.
Ich glaube nicht dass du mit 5 % Lehmzuschlag eine merklich dunklere Tönung hin bekommst. Verwende lieber gleich alkalibeständige Pigmente. Ich würde aber sicherheitshalber erst bei Tubag nachfragen, wenn aus den techn. Datenblätter nichts ersichtlich ist.



Raues Fugenbild



So, und nun bin ich noch einen Schritt weiter gekommen. Tubag bietet nämlich den Fugenmörtel in unterschiedlichen Körnungen an. Ich hatte bisher immer die Körnung 0.4 und werde jetzt mal die
Körnung 0.2 probieren.... das Material ist bestellt
Über meine Ergebnisse werde ich dann berichten.




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