Bruchstein Innenwände auf 2 Etagen mit Gipskartonvorsatzschale verkleiden

01.10.2020 Muckel4488


Schönen guten Tag zusammen.

Wir haben ein Haus aus Bruchstein gekauft und sanieren dieses gerade vollumfänglich!

Dazu habe ich eine mir auf der Seele und meinem Herz-Kreislaufsystem liegende dringende Frage.

Folgender Ausgangspunkt.
Die Grundmaße des Hauses sind 13x 6 Meter.
Bruchsteinwand 60cm dick. Aussen mit 1cm starkem Zementputz dicht geputzt.
Deckenhöhe in EG und 1. Etage sind 2.80 Meter
Deckenhöhe Keller 2.20 Meter

Grundaufbau des Hauses vor der Sanierung wie folgt:

Voll unterkellert, Haus steht auf Flusskies in abfallender Geländelage, Keller liegt im Längsschnitt halben Meter in der Luft und nicht im Erdreich und wandert dann nach hinten zum Garten wieder ins Erdreich.

Kellerdecke aus eingelassenem alten Porenbeton zwischen 6.50 Meter langen Stahlträgern im Abstand von 60 cm und mittig vom Haus auf 3 Meter mit den Innenmauern aufliegend.

EG Boden im Holzbalkenaufbau
1. und 2. Etage massive Holzbalkendecken mit Stroh Lehm Koks Schüttung zwischen den Balken.
Decken im EG und 1.OG mit Pliesterlätzchen und Kalksandputz, Stroh als Bindemittel.
Bruchsteinwände waren komplett mit Kalk Sand und Stroh als Bindemittel verputzt.
Das Dach war ohne Plane offen unterm Dachziegel.

Nach meinem Verständnis ist alles was sich in 85 Jahren in diesem Haus an Feuchtigkeit gesammelt hat über den Kalk Sand Putz und die offenporige Bauweise über das Dach nach draussen abtransportiert worden.
Das Haus ist knatsche trocken!

Nun zu den Veränderungen. Einige aus Wünschen heraus, andere aus der Notwendigkeit heraus.

Der an den Wänden befindliche Kalk Sand Putz wurde komplett entfernt.
Nach 85 Jahren kam uns dieser qm weiße entgegen. Leider war uns da der spätere weitere Wandaufbau nicht klar, weshalb wir den Putz komplett entfernt haben.

Die Pliesterdecken wurden ebenfalls entfernt.
Der Trockenbauboden im EG wurde entfernt.

Im EG haben wir einen Verbundestrich gezogen.
Auf diesen kommen Dämmplatten und eine Fussbodenheizung im Dünnschichtsystem
In den Decken lassen wir die Schüttung drin. Oben auf die Balken kommen 25mm OSB Platten als neuer Boden im 1. und 2. OG und von unten Dämmplatten zwischen Balken und neuer Rigipsdecke.

Das Dach wurde neu gemacht, Sparren aufgedoppelt und das Dachgeschoss wird mit Zwischensparrendämmung zu Wohnraum umgebaut.

Nun zu meinem Hauptproblem.
Der Putz und die Wand.

Ich möchte, auch weil der Bruchstein nicht schön ist und das Haus neu erstrahlen soll, mich nicht am Bruchstein richten wollen. Eine Trockenbau Vorsatzschale soll einmal rund durchs Haus vor die Bruchsteininnenwand kommen und nach oben jeweils mit den Rigipsdecken abschließen.
Die KS Innenwände werden verputzt.

Nun die Frage zu den gegenteiligen Meinungen.
FEUCHTIGKEIT

Wir werden von einigen Leuten bezüglich der Feuchtigkeit hinter der Vorsatzschale verrückt gemacht.
Allerdings sind sich mein Vater(selber 40 Jahre selbständiger Fliesenleger) und diverse andere Gewerke in dieser Thematik absolut Spinne und Feind geworden :D

Ein paar behaupten steif und felsenfest es wird hinter der Wand schimmeln.

Die anderen behaupten felsenfest, dass wenn man auf die Akustikdämmplatte hinter der Rigipswand verzichtet, dann wird sich der Luftzwischenraum hinter der Rigipswand und damit auch die Bruchsteinwand im gleichen Maße erwärmen wie die Innenräume und daher wird der Taupunkt sich nicht nach innen verschieben sondern aussen bleiben.
Würde ich die Akustikdämmplatte zwischen Bruchstein und Rigips setzen, dann würde die Dämmplatte die Wärme von der Bruchsteinwand abhalten und dann fällt der Traupunkt nach innen und die Bruchsteinwand schwitzt mir die Dämmung und den Rigips schimmelig.

Wie gesagt. Zwei Meinungen.
Nach meinen Recherchen hierzu im Internet und der Logik nach, kann ich das ohne Dämmplatte ruhig so machen ohne mir ins Hemd zu pissen meine Wand würde weg schimmeln.

Auch mein Architekt sagte mir die Bruchsteinwand wird sich zwar nicht mehr so schnell aufheizen wie früher, aber wenn Du die Akustikdämmplatte hinter dem Rigips weg lässt, dann passiert da nix mit Feuchtigkeit, weil die Luft im Zwischenraum hinterm Rigips genauso temperiert wie vorm Rigips.

Korrekt?

Danke und bitte ruhig verbessern oder nachfragen.

Liebe Grüße

Andreas



GK-Vorsatzschale



Welches Heizkonzept habt Ihr ? Wenn Ihr so umfänglich baut, sollte das auch eine Überlegung sein. Seid Ihr noch von der GK-Vorsatzschale abzubringen? Der Aufbau ist tatsächlich kritisch. Die Gefahr von Kondensatbildung an der kalten Bruchsteinmauer ist gegeben. Und es trifft nur bedingt zu, dass sich die Mauer durch die GK-Schale in so einem Maß miterwärmt, dass der Taupunkt überschritten wird.
Was spricht gegen eine Außendämmung ? Ich halte eine verputzte Wand für besser, auch wegen der Klimaregulierung.



Wieso dämmen?



Gegen eine Dämmung aussen spricht die Sinnlosigkeit eine 60cm dicke regulierende Bruchsteinwand zu dämmen.
Es gibt Bauten da sind WVS einfach nicht sinnig.

Die Wand kühlt im Sommer und hält die Wärme im Winter.
Im Februar, als wir kauften lief die Ölheizung auf Notlauf, die einfach verglasten Holzfenster waren noch drinne und Du musstest bei 2 Grad Aussentemperatur innen im Shirt rum laufen um nicht zu schwitzen.

Das selbe im Sommer. Draussen 30 Grad, innen kühl!
Wieso soll ich dämmen? Wird sich nie rechnen!

Putz, vor allem regulierender, wäre mir generell auch lieber.
Aber die Vorsatzwand ist im Rahmen der Sanierung ein Traum um sämtliche Dosen zu bohren und Kabel wie Leitungen zu verschachteln.

Heizkonzept sieht FuBo im EG und Radiatoren im 1. EG und DG vor.

Rein theoretisch könnte ich die FuBo bis vor der Wand herstellen und eine Aufheizung des Zwischenraumes garantieren indem ich die FuBo Schlangen an den Bruchsteinwänden auslaufen lasse.



Vorsatzschale



es ist Deine Entscheidung, Du kannst natürlich die FBH bis an die Bruchsteinwand ranziehen. Die Außendämmung würde an der Speicherfähigkeite der Bruchsteinwand nicht viel ändern, Deine Vorsatzschale schon, in den Zimmern, wo ich GK verbaut habe, hält sich mittlerweile keiner mehr gern auf, Luft zu trocken und Barackenklima. Ich war der Annahme, weil Du den Zementputz außen explizit erwähnt hast, dass Du auch die Außenfassade umbauen willst.



Vorsatzschale


Vorsatzschale

Nene, den Putz erwähnte ich, weil er die Aussenhülle abschließt.
Wir haben nicht vor Aussen zu dämmen und werden es auch nicht.
Aussen wird nur noch gestrichen.

Das mit den trockenen Räumen und dem Barrackenklima, kann ich einigermaßen nachvollziehen und auch nachempfinden.

Speziell bei unserem Haus sehe ich das allerdings zumindest im EG nicht so.
Ich habe Dir mal die Stromskizze als gif hochgeladen, dann siehst Du wie offen das EG ist!
Da sehe ich eher kein Risiko bei 280 cm Deckenhöhe, zumal die Innenwände ja auch allesamt wieder mit Kalk-Sand verputzt werden. Am Ende könnte es durch in Gänze offenen Räumen passen.

Gibt es denn noch weitere Meinungen zum Zwischenhohlraum und der Aufheizung der Wände?
Du siehst in der Zeichnung, dass da 60qm Fussbodenheizung schon ordentlich Wärme verteilen wird.
Bis auf den Flur wird die FuBo im ganzen EG liegen



Flur heizen!



Mache nicht den Fehler den Flur und vielleicht das Schlafzimmermit keiner Fußbobenheizung zu machen. Die Wärme die Du für den Flur brauchst hollt sich der Flur von den anderen angrenzenden Räumen. Die Heizung der anderen Räume muß höher geschaltet werden. Dadurch ist es kein sparsames Heizen. Verzichte darauf.



Flur heizen



Hallo, dass wird nicht passieren.
In den Flur kommt ein gut dimensionierter Heizkörper. Auch weil derTreppenaufgang sehr offen und groß gestaltet ist.

Leider liegt im Flur schon Estrich, den wir nicht raus reissen. Vllt. Fräsen wir den noch für die FuBo aber im Moment sind wir im Flur bei einem Heizkörper von dem aus dann das System für die Radiatoren weiter hoch geht.

Aber danke :)



Flur heizen



Hallo, dass wird nicht passieren.
In den Flur kommt ein gut dimensionierter Heizkörper. Auch weil derTreppenaufgang sehr offen und groß gestaltet ist.

Leider liegt im Flur schon Estrich, den wir nicht raus reissen. Vllt. Fräsen wir den noch für die FuBo ein aber im Moment sind wir im Flur bei einem Heizkörper von dem aus dann das System für die Radiatoren weiter hoch geht.

Aber danke :)



Bruchstein



Meine Empfehlung wäre ebenfalls, die Vorsatzwand nicht auszuführen. Ich habe noch keine Ausführung gesehen, die dauerhaft perfekt Luftdicht ausgeführt war. Der Raum hinter der Vorsatzschale ist definitiv immer kalt...jegliche Raumluft wird da in großen Teilen des Jahres auskondensieren, wenn sie einen Weg findet...und den findet sie!

Auch ist Bruchstein dafür berühmt, im Sommer ewig kalt zu sein...das mag eine Zeit lang schön sein, aber auch im Sommer kommt schöne Feuchte warme Luft von draußen ins Haus, die dann dort kondensieren kann.

Eine Außendämmung macht wenig Sinn, da man dann ja auch erst mal die Unmengen an Material mit auf Temperatur bringen muss...

Meine Empfehlung wäre eine Innendämmung mit Wandheizung...auch, um im Winter Behaglichkeit zu haben...oft haben die Bewohner 25°C in ihren Hütten und man fühlt sich trotzdem nicht wohl, weil die dicke Wand kalt abstrahlt...



Natursteinwand experimente



Moin
Ich würde auch eine Homogenen Wandaufbau mit Moderater Innendämmung und Wandflächenheizung empfehlen.
Ich habe selbst mal in einer solchen Bude (Naturstein/Trockenbau) gewohnt und Habe niemals in meinem Leben mehr Energie einbringen müssen (Fossile brennstoffe)als in der Hütte...
gutes gelingen wünscht Flakes