Zugluft bei Dielenfußboden/Schwedenhaus

23.01.2010



Hallo,wir bewohnen ein ca. 200 Jahre altes Timmerhus in Schweden, also ein aus Massivholz erbautes Haus.der Dielenboden im erdgeschoß ist ebenfalls noch der erste boden und weil eigentlich noch ganz in ordnung,noch nicht ausgetauscht worden.es handelt sich um auf kehl geschnittene fichtenbretter mit nut und feder.nun ziehen sich diese im Winter natürlich zusammen, die Fuge wird größer und teilweise wohl so groß, daß nut und feder nicht mehr ineinanderpassen,. es tritt saukalte Zugluft von unten ein an diesen stellen( der erdboden ist ca. 15cm direkt unter den dielen,ohne jegliche weitere Isolierung oder Dämmung o.ä.) gibt es ein material,möglichst baubiologisch unbedenklich,mit welchem man die fugen Abdichten kann und welches die temperaturbewegungen(sommer/winter) mitmacht ohne zu reißen? ist dies überhaupt empfehlenswert?bin euch für jeden tip zu stetem dank verpflichtet!!



Hallo,



folgende Fragen:

Wie breit sind die Bretter
Eisen- oder Holznägel?
Sind die Fugen im Sommer geschlossen (oder wie groß), und wie groß sind sie im Winter?

Grüße

Thomas



Fehlende Winddichtigkeit



ist das Problem. Die minimalste Lösung wäre eine diffusionsfähige Unterspannbahn unter den Dielen. Ohne Demontage der Dielen wird sich da nichts sinnvolles erreichen lassen. Vom einblasen diverser Dämmstoffe in den Hohlraum kann ich nur abraten, denn durch Feuchtigkeit aus dem Erdreich und Kondenswasseranfall werden Fäulnis und Schimmel den Holzfussboden schon bald zerstören.
MfG
dasMaurer





hallo thomas,
die bretter sind zwischen 28 und 16 cm breit,die fugen bis zu 1cm breit im winter und im sommer vielleicht bis 5mm. die bretter sind mit geschmiedeten eisennägeln befestigt.
ulrich,ich gebe dir mit deiner antwort völlig recht,nach deutschen gründlichen maßstäben müßte wohl der boden raus und ein fachgerecher Unterbau mit isolierung gemacht werden.dafür haben wir aber weder die zeit noch die mittel.es geht darum eine vielleicht provisorische lösung zu finden die schnell geht und nichts kostet. was passiert wenn man nun Acryl oder Silikon farblos einspritzt?



Acryl- und Silikondichtstoffe



werden hier nur sehr kurzzeitig ein wenig Abhilfe schaffen. Durch Reinigungsmittel und die normal übliche Verschmutzung wird es keine Flankenhaftung geben.
Die einzige Möglichkeit sehe ich darin, den Boden mit Teppichen abzudecken. Aber bitte keinen industriell gefertigten mit Schaumrücken, sondern Fleckerlteppiche oder ähnliches.
MfG
dasMaurer





Hallo Sven,

das einzig effektive wird sein, die Nägel der Dielen im Sommer raus zu ziehen, die Bretter zusammen schieben und neu befestigen.

Grüße aus Schönebeck



@Sven



Was schnell geht und nichts kostet, taugt allermeist auch nichts, leider.

Silikon verbietet sich in Zusammenhang mit einem Holzboden ohnehin. Die gängigen Acryldichtmassen sind für solch großes Arbeiten nicht ausgelegt. Selbst die elastische PaFuDiMa (Parkettfugendichtmasse) von Berger-Seidle, sonst mitunter Problemlöser, wird hier wohl versagen, Ferner besteht halt das schon beschriebene Problem der Flankenhaftung. Auch das Ausfugen der Spalten mit passend gesägten Leisten macht nur Sinn, wenn das Klima halbwegs konstant ist, was bei Euch nicht zutrifft.

Das jahreszeitenabhängige Arbeiten des Holzes wird durch den Aufbau der Unterkonstruktion noch verstärkt. Die offenbar einzige gangbare Lösung (außer dem dampfdurchlässigen Teppich) ist tatsächlich das Aufnehmen des Bodens, verbunden mit einem Unterbau.

Vorschlag: Vorsichtiges Aufnehmen des Holzbodens. So die Balken ok sind und halbwegs kantig, unten seitlich Leisten annageln, darauf Bretter als Einschub. Auf den Einschub ein Geotextil bzw. Geovlies als diffusionsoffener Rieselschutz. Balkenzwischenraum mit versintertem Blähton (Liapor o.ä.) auffüllen, Dielen wieder verlegen. Auf die Idee, den Boden zu lackieren, werden Sie ja sicherlich gar nicht erst kommen.

Da ist teuerer als "Nichts", bringt aber auch mehr Wohnwert. Das jaheszeitlich bedingte Quellen und Schwinden des Holzes wird geringer werden, da der Unterbau etwas ausgleichend wirkt.

Grüße

Thomas



Nur noch mal zur Bestätigung,



den Boden vorsichtig demontieren, wenn die Nägel noch gut halten, einfach mit einem Senkstift durchschlagen (nummerieren nicht vergessen).
Balken säubern und evtl. alte Nägel entfernen.
Nut und Feder der Bretter mit Pressluft (die Pistole sollte ein etwas längeres dünner Rohr haben) ausblasen.
auf die Balken eine diffussonsoffene Bahn oder Rieselschutzbahn legen.
alter Boden wieder verlegen.

Grüsse



zugluft



vielen dank an alle, da waren einige nützliche tips für mich dabei! tolles forum hier!