Deckleistenschalung

13.05.2012



Hallo,
ich möchte eine Deckleistenschalung machen. Der Zimmermann empfielt mir die Deckleisten 70 mm breit zu machen, damit kein Schlagregenwasser eindringt. Mir gefällt das aber nicht, ist mir halt zu wuchtig, möcht es lieber schmaler. Hat jemand Tipps oder Bilder?



altes



Bestandsbild um 1910-20



Fassadenverbretterung:



Bretter: 26cm, Deckleisten: 5cm,sägerauhe Lärche,nicht abgelagert, unbehandelt. Das Foto wurde ca. 5 Jahre nach der Montage gemacht.
Gruß
Ralph



Noch



eins: Bretter und Deckleisten in Lärche, nicht abgelagert, sägerauh. Bretter: 22cm, Deckleisten: 5,5cm.



deckleistenschalung



Hi olaf aus Sachsen,
es ist nicht so, daß ich so gar keine Ahnung hab. Ich bin gelehrnte Bau- und Möbeltischlerin. Und mir ist sehrwohl bekannt daß die Deckleisten die Schalungsbretter mind. 2 cm überdecken müssen. Ich war nur etwas verunsichert, ob der aussAussage vom Zimmermann.Hätte ja sein können daß noch wer was Konstruktives auf Lager gehabt hätte. Jedenfalls Danke für die Fotos. Übrigens auf Bild 3, das mit dem Fenster, sind die Leisten auch nicht breiter als 5 cm, oder?
Yusra



Deckleistenschalung



Sorry, hab den Text nur zur Hälfte registriert,bezüglich der Mase. bergFinde die Schalung auf den Fotos recht schön. Passt zum Haus. So oder so ähnlich hatte ichs auch bei mir vor.
Yusra



Moin Yusra!



Die Breite der Deckleisten ist abhängig von der Breite der Bretter darunter. Früher wurde in der Zimmerei mit frischem Holz gearbeitet. Breite Bretter schwinden eben mehr als schmale. Dann wird die Lücke zwischen den Brettern breiter. Wenn die unteren Bretter bis max 26 cm breit sind halte ich 5-6 cm für vertretbar. Bei Brettbreiten darüber würde ich über Deckleisten bis zu 8 cm verwenden. Mein Sägewerk kann bis zu 30 cm sägen. Auf dem Darß habe ich bei alten Fischerhäusern bis zu 40 cm Bretter und 8 cm Deckleisten gemesssen. Obs klobig aussieht hängt vom Breitenerhältnis untereinander ab.
Wichtig ist dass die Bretter beim Schwinden nicht gehindert werden (einseitig, im Wechsel rechts und links unter der Überdeckung der Deckleiste ODER sichtbar nur in der Mitte des Bretts befestigen.)und die Deckleiste mittig(!) zwischen den Brettstößen befestigt wird. Ich habe früher verzinkte Nägel genommen, in den letzten Jahren Edelstahlschrauben.
Douglasie ist besser als Lärche, weil die nicht so harzt. Sägerauh hält länger als gehobelt, braucht aber mehr Farbe und es dauert länger beim Streichen.
Ob gestrichen wird, und die Breiten der Bretter würde ich vom vorhandenen ( oder gewünschten) Baustil und der regionalen Bautradition abhängig machen. Zu Gründerzeit passt gehobelt und gestrichen. Zu einem Bauernhaus sägerauh und nackig. Die erwähnten Fischer und Bauernhäuser sind sägerauh und gestrichen( was macht man nicht alles für den Tourismus). Weil die alle sehr niedrig sind, braucht man zum Streichen auch kein Gerüst.
Das ist auch Geschmacksache!
Gruß
Ralph



Deckleistenschalung



Hi Ralf,
die Bretter einseitig, im Wechsel rechts und links anschrauben, ist das so zu verstehen,daß man mal rechts, mal links ne Schraube setzt oder pro Brett?Bei breiten Bretter stelle ich mir zweites etwas heikel vor, weil das Brett dann nur einseitig angedrückt wird.Ansonsten hatte ich eh vor Edelstahlschrauben nach Bau Din-Norm zu verwenden. Bei der Brettbreite bin ich noch unschlüssig. Eine Idee war unterschiedliche Breiten zu mischen (so wie´s kommt). Oder halt wie auf dem Fensterfoto, 22cm. Ursprünglich war ich von 14cm ausgegangen.
Frau muß sich eigentlich nur mal entscheiden. Vielleicht sollte ich mal den goldenen Schnitt bemühen.
Danke für deine Ausführung.
Gruß Yusra



Deckleistenschalung



Hi Ralf,
ich hab noch was vergessen. Wenn ich bei Douglasie, die Bretter hobele, muß ich die dann einlassen oder gehts auch Natur. Weil N. ist mir am Liebsten!
Yusra



Moin Yusra,



das Andrücken müssen die Deckleisten übernehmen. Unbehandeltes Holz vergraut. Mit Einlassen meinst Du vermutlich Leinöl ohne Pigmente. Das vergraut auch. Vor dem vergrauen schützen nur Pigmente in der Lasur.
Durch die UV-Strahlung wird das Holz braun und durch den Regen danach Grau. Deshalb die braunen Streifen unter den Dachüberständen einer natürlich vergrauten Fassade. Das Graue ist aber kein Gammel. Du kannst es wie den Grünspan auf Kupferdächern sehen: Eine Patina.
Ohne Vergrauung siehts natürlich nobler aus. Inwieweit sich natürliche Vergrauung mit einlassen ohne Pigmente oder mit wenig Pigmenten verhindern lässt weiß ich nicht.
Ralph



Unterschiedliche Brettbreiten:



bei den Fischerkaten auf dem Darß habe ich das auch so gesehen.