Dachdämmung

06.11.2012 kleine82



Wir haben einen Altbau erworben von 1934, dessen Dachboden wir derzeit ausbauen (neben all den anderen Sanierungsmaßnahmen).
Wir haben uns umfassend informiert und haben uns folgenden Dachaufbau überlegt:
25mm Gipskartonplatten
Lattung
Dampfbremsfolie mit variablem sd-Wert
Mineralwolle 16cm
Hinterlüftung 4cm
Unterspannbahn diffusionsdicht (alt, aber das Dach ist sonst völlig in Ordnung und wir werden es daher zurzeit nicht neu eindecken)
Ziegel

Der Statiker hatte es auch genauso berechnet, nur eben eine einfache PE-Folie als Dampfbremse angegeben. Jetzt ist nach dem Aufdoppeln vergangene Woche seit Samstag die Dämmung eingebracht. Seit Sonntag verkleben wir die Dampfbremse.

Nun hatte uns unser einer Handwerker davor gewarnt, dass es mit der dichten Unterspannbahn immer Probleme geben wird und uns heute auch gleich gezeigt, dass die Unterspannbahn nass ist. Wir denken dagegen, dass die Dampfbremse ja auch noch gar nicht vollständig angebracht ist. Und Feuchtigkeit hatten wir wegen Estrich, Putz etc. eh vermehrt im Haus, Lüften aber sehr gründlich und regelmäßig.

Weitermachen? Was ändern? Über Tipps wären wir sehr dankbar!



Die dichte...



... Folie außen gehört da definitiv nicht hin, der Handwerker hat gut aufgepasst. Das Problem ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und muss gelöst werden.
Nach den Darstellungen hat anscheinend der Berechner (Statiker) einen Fehler gemacht und sollte sich zunächst mal dazu äußern.

sh



wenn



die Hinterlüftung nicht hinreichend Zu- und Abluft haben, könnte es eng werden. Also Bodenfenster, Lüfterfirst oder Lüfterziegel einbauen und im Dachkasten 200-300 cm2 je lfdm Traufe an Frischluftzufuhr einbauen (5cm mit Lüftungsgitter).
Und im Haus jede Maus fangen - die wissen nicht, daß die Dampfbremse dicht bleiben muß.
Außerdem: 1- 2 latten auf die Dämmung legen, damit die sich nicht aufbläht und die 4 cm Lüftung verschlossen werden.
Unter möglichen Dachfenster eine Querbelüftung zu den Nachbarfeldern einbauen...... !
Alle Ränder und Anschlüsse nochmal kontrollieren - auf Holzuntergrund den Klebestreifen ev. antackern.



Die dichte Bahn gab es schon..



Sie war ja schon da, da Altbau.. Mit ihr müssen wir also eh leben! Wie baut man also.den Rest sinnig auf? Selbst der Marktführer hat uns telefonisch so mit dem Aufbau beraten und jetzt zweifeln wir doch.



Zweifel...



... bestehen zu Recht.
Eine Dampf-SPERRE außen ist KATEGORISCH FALSCH, wenn von innen immer Feuchte nachgetragen wird, wie z.B. im bewohnten DG.

@Olaf
Hinterlüftung findet natürlich nicht automatisch durch eine Luftschicht statt... üblicherweise wird die Hinterlüftung AUßERHALB des diffusionoffenen Unterdachs planmäßig eingebaut. M.E. hat der Planer einen mächtigen Bock geschossen...

Entweder gelingt es, die Schicht über der Dämmung WIRKLICH zu hinterlüften, oder die diffdichte Folie muss weg, ansonsten säuft die Dämmung in eher kurzer Zeit ab...

sh





Ich verstehe leider noch immer nicht ganz, was anders hätte gemacht werden sollen. An der dichten Unterspannbahn konnten wir ja nix ändern. Beziehungsweise hatte ein Handwerker vorgeschlagen, sie an den von innen zugänglichen Teilen durch eine moderne zu ersetzen, aber alle 3 befragten Dachdecker rieten uns von einem solchen Pfusch (wie sie es nannten) ab.
Bei der BeratungsHotline des Herstellers wurde uns gar zu Rigipsplatten, Lattung, variabler Dampfbremse und voller Zwischensparrendämmung geraten trotz der dichten Unterspannbahn. Das sei wohl echt ein super Zeug. Wir fanden die Hinterlüftung aber schon wichtig..
Wie sollten wir es also ändern?

Und eine Frage zum Anbringen der Dampfbremse unten hab ich auch noch. Durch unser Walmdach haben wir keinen Drempel. Befestigt man die Dampfbremse dann am Boden (OSB-Platten) oder ganz unten am Dachbalken?



@SH



Natürlich findet eine hinreichende Entspannung statt - wenn Luftzu- und Abfuhr unter der äußeren Folie unter den angebenenen Werten in etwas ermöglicht wird. Da braucht man die äußere Folie auch nicht zurückbauen.
Wäre ja sonst ein Problem, Bitumendächer überhaupt zu dämmen. Allerdings muß die Feuchtezufuhr von innen minmiert werden - deshalb innen die Bremse/Sperre.
Wenn es eine stehende Luftschicht wäre, dann wär die Schäden programmiert - ausgeschlossen sind sie aber trotzdem nicht aus bekannten Gründen.



unterspannbahn



je dufusionsdichter die unterspann bahn desto dichter die Dampfsperre . wenn die unterspanbahn difusion zuläst kann man eine dampbremse einsetzen aber eben nur dann !!! wer hat sie beraten und wuster er von der art der unterspanbahn?? grüße u.d.



komplette geschichte..



zum einen hat der Bauingenieur und statiker den korrekten aufbau ermittelt. er war zuvor vor ort, wusste also um die Gegebenheiten.

dann die hotline von isover. auch ihnen habe ich ganz deutlich gemacht, wie unser dach ungedämmt ausgesehen hat, Ziegel und dichte alte unterspannbahn.

mir haben beide zu dem aufbau geraten, den ich beschrieb, wobei der Ingenieur die lüftung haben wollte, isover davon dringend abriet. auch die drei dachdecker rieten uns vom pfusch mit halbherzigem inneren Austausch der unterspannbahn ab. also letztlich waren alle empfehlungen identisch. bis auf eben die des eingangs genannten zimmermanns. der uns gestern verunsicherte und uns bei eingebrachter dämmung und noch nicht fertiggestellter vario dampfbremse die nasse unterspannbahn zeigte und meinte, das habe er befürchtet. habe dann auch nochmal bei isover angerufen und dort sagte man mir, die feuchtigkeit kommt von der nicht fertigen dampfbremse, wir sollten die schnell abdichten. jetzt sind wir eben völlig unsicher, hatten uns ja lang beraten lassen..



Die...



...DampfBREMSE reduziert doch nur den Feuchteeintrag in die Dämmebene.
D.h. es wird auch bei perfekt fertig verklebter Dampfbremse (und das ist nicht einfach) weiter Feuchtigkeit in die Dämmung eindringen und an der DICHTEN Unterspannbahn kondensieren, nur eben weniger.
Wenn diese Feuchtigkeit nicht durch die Hinterlüftung zuverlässig abgeführt wird, habt Ihr ein Problem.
Es wird Euch wohl keiner verbindlich sagen können ob das dauerhaft Funktioniert.

Die Tatsache mit der Bremse ist m.E. auch der Grund, warum Euer Planer innen eine PE-Folie (=DampfSPERRE) vorgesehen hat.
Aber da Ihr seine Planungsleistung bezahlt habt, könnt Ihr da auch einfach nochmal nachfragen! Er muss seine Entscheidung ja i.-wie begründen können.

Grüße
Michael



begriffsproblem



ich glaube, das is jetzt ein begriffsproblem mit sperre und bremse. da gibt es ja viele anmerkungen in der Literatur. wir sollen auf jeden Fall eine folie mit variablem sd wert anbringen, da dann wohl ein austrocknen trotz der dichten unterspannbahn gewährleistet ist. konkret wurde uns ein Produkt auch empfohlen und der Hersteller bestätigte uns die tolle Funktionsweise auch bei dichter unterspannbahn. das sei wohl mit einem Flachdach zu vergleichen, wo die Eindeckung auch mit diffusionsdichter Beschichtung gemacht wird.
wir haben uns halt so viel erkundigt und so viel gelesen, überall hört man was anderes. und dachten jetzt nach so viel bestätigung, der aufbau sei perfekt.



Zweifel...



Ich bezweifle nach wie vor, dass die Luftschicht unter der außen liegenden Sperrbahn/Dampfsperre außreichend hinterlüftet ist... wo soll die Luft herkommen, wo soll sie hin?
Somit kann keine Feuchtigkeit abtransportiert werden, sie kondensiert also an der kalten Dachbahn, zurück durch die Dämmung wird sie auch nicht können... das tropft und rieselt dann so richtig... außerdem stehen jetzt die Sparren im Nassen...

Ich bin eher skeptisch ob der Dauerhaftigkeit der Konstruktion...

sh