Braucht Rat betreffend Kalkputz auf Holzverkleidung

02.06.2020 escor



Guten Abend

Ich brauch Euren Rat und Eure Einschätzung für mein Wohnzimmer.

Ich habe eine Wandverkleidung aus Holz, in der Schweiz sagt man Täfer. Es sind Tannenbretter mit Nut, die ineinander gesteckt sind und auf vertikalen Leisten an der Wand verschraub sind.

Die Wand hinter dem Holz ist Fachwerk. Es ist eine Aussenwand = Holzfächer, gefüllt mit Steinen, Ziegeln und Putz und gut intakt. Gegen Aussen ist das ganze verputzt und mit Kalkfarbe weiss gemalt. Zustand: gut.

Zwischen (Aussen-)Wand und dem Täfer hat es eine "dicke Folie". Ich würde sagen, das ist ne "Dampfsperre", quasi ein dickes Plastik.

Habe versucht das Holz aufzuhellen, das ist nur bedingt gelungen. Dann habe ich versucht, das Holz zu kalken, weiss zu streichen. Alle Resultate haben mir aber nicht gefallen. Ich will nun anstatt Täfer Kalkputz. Und zwar nur eine dünne Schicht.

Jetzt habe ich aber paar Fragen:

Variante 1, meine Lieblingslösung:

Ich nehme das Täfer und die blaue Folie weg und verputze das Gefächer der Aussenwand im Wohnzimmer. (Das habe ich schon gemacht, aber an den Innenwänden). Aber das Täfer und die Folie ist ja eine Isolation, v.a. kommt aktuell kein Luftzug durch die Wand dank Holz und Folie. Bei Variante 1 fürchte ich mich etwas davor, dass es "aus der Wand" zieht und ich meine Isolation verschlechtere. Letzten Winter hatte ich immer warm, konnte mit wenig Holz sehr gut zuheizen. Die Grundtemp. von 18 Grad kam von einer Luft-WP, die ich bewusst tief eingestellt habe. Den Ofen hab ich nur sporadisch gebraucht, an Wochenenden oder wenn Besuch kam. Es wäre schlecht, wenn ich mit dem Putz auf dem Fachwerk (also ohne Folie und Täfer-Wand-Verkleidung) nun kälter hätte, einen Luftzug spüren würde oder die Isolation verschlechtern würde.
Diese Konstellation von Folie, Täfer und Wand ist seit ca. 10 Jahren in Betrieb und hat bis heute gut funktioniert.

Ich denke nicht, dass ca. 1 CM Putz die Wärmewirkung und Luftzugverhinderung der Folie und der Bretterwand ausgleichen kann.

Variante 2, zweitliebste Lösung:

Ich habe Universalgrund für Mineralische Putze. Das kann ich auf's Holz streichen. Das gibt ne klebrige Masse als Putzgrund. Darauf lege ich ein Armierungsgewebe (rauhe Plastikfasern mit 4mm-Quadraten, 1 Meter-Bahn, vielleicht 1.5mm dick) und verputze das Ganze mit Kalkputz, damit der Putz etwas vom Holz entkoppelt ist. Hier ist meine Befürchtung, dass die dünne "Dekorations-schicht" nicht hält, trotz Gewebe und Universalgrund. Ich könnte Schilfmatten nehmen oder Hasengitter-Draht, aber das ganze wird mir dann zu "dick". Das Wohnzimmer ist klein und wenn ich dann noch 1 cm dickere Wände habe, wär das nicht perfekt.

Hält der Kalkputz dünn aufgetragen auf dem Armierungsgewebe? Gibt es Risse, wenn ich es sehr dünn auftrage? Wenn ich alle paar Jahre mal einen Riss habe, mit Wasser aufweiche und fein neu verputze wär das tragbar und OK.

Variante 3:
Ich kann natürlich den Täfer wegnehmen, die Folie sein lassen und Gipsplatten anstelle des Täfers montieren. Und dann die Gipsplatten mit Kalkputz verputzen. Dann hab ich quasi den Täfer durch Gipsplatten ersetzt. Folie lasse ich sein zwischen Gips und Wand. Das wäre die "Luxus-Lösung". Aber Gipsplatten montieren ist aufwendig. Es hat Fenster, Fensterbänke.... da muss ich zuschneiden etc. Das würde ich nur machen, wenn ich Variante 1 und oder Variante 2 nicht machen kann.

Variante 4:

Ich Schraube die Gipsplatten auf das Täfer und verputze dann dünn mit Kalk. Aber dann bin ich ebenfalls im Bereich "dicke Wände" und das Wohnzimmer wird optisch kleiner. Vorteil wäre, dass ich die Gipsplatten sehr dünn Verputzen könnte.

Was denkt Ihr? Zu was ratet ihr mir? Hat Jemand schon mal Holz mit gutem Grund für Mineralien und Gewebe verputzt?

Besten Dank für einen Ratschlag oder Hinweis.

Mit besten Grüssen aus der Schweiz

Edi



Innenputz auf Fachwerkaußenwand



Nur Holz und Folie entfernen ist sinnvoll und ohne Schäden erwarten zu müssen.

Innenseitig eine durchgehende Putzlage aus Kalkputz aufbringen als Luftdichtigkeitsebene und zur Aufnahme eventueller Feuchtigkeit von außen.

Darauf könntest du zB 4-6 cm Holzfaserdämmplatten vollflächig ansetzen und diese mit Kalk- oder Lehmputz versehen- ggf Installationen ergänzen.

.



Fast alles klar....



Gute Tag

Ich hab mir schon gedacht, dass es auf so eine Lösung hinausläuft.

Ja nun, dann nochmal etwas mehr Arbeit...

Wenn der Kalkputz an der Aussenwand innenseitig ausreicht, um Luftzirkulation zu minimieren ist auch sehr gut. Dann bin ich beruhigt. Darauf dann die Platten und die schön verputzen.

Ich denke, das kriege ich hin.

Die Holzfaserplatten muss ich dann auf die Putzschicht kleben, möglichst ohne Zwischen- und Lufträume?

Ich nehme an, dass ich die Holzfaserplatten zuerst an den "Schnittstellen" fein verspachteln, ein Gewebeband befestigen muss und erst dann verputzen?

Wird schon schiefgehen.

Besten Dank für den Rat. Immer gut, wenn man auf dem richtigen Weg ist.

Liebe Grüsse aus der Schweiz

Edi



HWF fachgerecht Verputzen



Moin ,es reicht keineswegs die Platten einfach zu Kleben und dann nur die Stöße mit Gewebe zu spachteln,
Die Platten mit 5 bis 7 dübeln je qm in den noch Plastischen Mörtel Dübeln,und dann,nach einer gewissen Trockenzeit, Vollflächig mit Unterputz >1,0 cm versehen und Vollflächig Gewebe einlegen .mit Überlappung ,nach allen regeln der Kunst..

aber die Info bekommt man auch bei jedem Hersteller von HWF Platten..

gutes gelingen und gruß in die Schweiz wünscht Flakes