Lehmbau - Brandschutz




Hallo !
Ich habe vor in einem Fertighaus (25 Jahre alt) die Gipskartonplatten
und die Mineralwolle zu beseitigen und durch Lehmsteine (12 cm
stark) mit Lehmputz (ca. 2 cm) zu ersetzen. Es handelt sich um eine
tragende Innenwand (Pfosten 6 x 12 cm , Abstand 62,5 cm). Diese soll
eine Feuerwiderstandsklasse F30 haben. Mit Gipskarton geht es: leider
habe ich nirgendwo etwas über Brandschutz von Lehmputz gefunden. Was
sagt das Bauamt dazu ?
Für Hinweise bin ich sehr dankbar !



Herer Ansatz...



...keine Ahnung, wie der Brandschutz bei der genannten Ausführung aussieht (wird schon nicht viel schlecher sein), aber soll auf eine Dämmung gänzlich verzichtet werden?

Gruß Patrick.



Himmel..



...wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Eine Innenwand. Sorry. Wenn du dann eine richtige Antwort hast, beschreib doch bitte noch, warum du diese eine Wand durch Lehm ersetzt.

Gruß Patrick.



bei www.iglehm.ch



Service=> Download "Regeln zum Bauen mit Lehm" als pdf runterladen. Das steht etwas zu nötigen Putzstärken mit Lehm drin.

Gruß Marko



Lehmbau-Brandschutz



Hallo !

Das Haus haben wir "gebraucht" gekauft. Die Innenwand ist 12 cm stark,beidseitig Gipskarton, drinnen eine Matte ca. 5 cm aus Mineralwolle. Sie soll nicht durch Lehm ersetzt werden. Ich möchte zwischen die Holzständer Lehmsteine statt Mineralwolle (Speichermasse) und Lehmputz statt Gipskarton.
In 2 - 3 Jahren ist ein kleiner Umbau vorgesehen, bei dem ich gerne die restlichen Wände mit Lehm ausmauern möchte.
Draußen kommt dann selbstverständlich die Dämmung. Leider konnte mir bisher keiner was zum Thema Brandschutz sagen, auch der Architekt nicht außer dass es F30 sein muß.
Langsam kriege ich kalte Füsse: werden denn hierzulande all diese so hochgelobten Lehmmaterialien mehr oder weniger illegal eingesetzt ? Das kann ich mir nicht vorstellen !



Brandschutz Lehm



Nach DIN 4102 Teil 4 gehört Lehm zur Brandstoffklasse A1
Das heisst NICHT BRENNBARE Baustoffe.
In DIN 18951 von 1951 ist Lehm als nicht brennbar eingestuft auch wenn pflanzliche Faserstoffe beigemengt sind, jedoch nur ab Raumgewicht 1700kg/m³ alles was darunter ist ! Leichtlehmsteine sind also über 1700kg/m³ nicht brennbar.
Unsere Lehmhäuser werden von den Hausversicheren wie Steinhäuser bewertet.

Nun ich hoffe dass die Frage geklärt ist.



Ich muss da mal nachfragen



wie es sich mit Lehmverputzten Trockebauwänden verhält:

- Metallständerwerk 75mm breit mit Hanfwolle gestopft
- beidseitig 25mm Heraklithplatte
- beidseitig ca. 1,5cm Lehmputz

Wie berechnet man eigentlich das Brandverhalten.
Geht dass sinngemäss analog der U-Wert-Berechnung?
Also Materialeigenschaften, Dicken, sonstige Faktoren?
Wäre generell mal interessant zu wissen.
Die reinen DINs sind ja für den Normaluser nicht zu verstehen bzw. nicht einfach anwendbar.



Ich denke, 2 Dinge sind zu beachten:



Ich nehme dabei an, dass es sich um ein Einfamilienhaus handelt.
Bei uns in NRW sind an die Zwischenwände bei einem Einfamilienhaus keine Anforderungen bez des Brandschutzes gestellt. Also erste Frage stimmt das mit den geforderten F30. Müsste in der Bauordnung nachzulesen sein. Der Brandschutz wird nicht gerechnet sondern geprüft. Man müsste bei dem geplanten Aufbau also jemanden finden, der diese oder eine vergleichbare Konstruktion bereits hat prüfen lassen. Dies dürfte aber schwierig sein. Der andere Weg ist, sich über diverse Anbieter Konstruktionsbeispiele sucht, die einem evtl. passen würden.
Nun kommt das größere Problem. Handelt es sich wirklich um eine tragende Wand in der beschriebenen Form, kann man davon ausgehen, dass diese ohne die Beplankung nicht standfest ist. Oder gibt es noch eine Ebene aus Spanplatten oder eingebaute Streben?



Die F30



sind wohl für die tragenden Ständer in der Fachwerkwand erforderlich. Lehmputz bietet bei 30mm Stärke F90, dann müsste eine normale Putzstärke von 15-20mm die F30 bringen.
Ansonsten mal direkt beim Putzhersteller nachfragen.
MfG
dasMaurer



Lehm beim Ofenbau?



Wird das Material "Lehm" nicht etwa beim Ofen- bzw. Feurungsbau mit eingesetzt?
Ist jetzt zwar wie eine Milchmädchenbetrachtung, doch über diese Ebene sollte es eigentlich sich erübrigen, die Anforderungen zu F30, 60, oder 90 zu fällen.
Der wahre Schwachpunkt bei den ganzen Systemen ist immer die Ständerkonstruktion.
Massiver Holzrahmenbau bzw. Fachwerkkonstruktionen und diese mit Lehmbaustoffen ausgefacht, ist nach den gängigen Bauregeln immer F30 standhaltend.

Nachdenkliche Grüß

Udo



Hallo Udo,



das ist nicht richtig. Ein Ständer von 6/12 cm kann nur F30 sein, wenn er von allen Seiten beplankt ist. Die Frage ist, ob eine entsprechende Lehmputzschicht diese funktion erfüllen kann.



Brandschutz bei Fachwerkgebäuden



Hallo zusammen,

an den bisherigen Antworten ist zu ersehen, dass in diesem Bereich sehr viel Nebel herrscht. Inzwischen liegt das WTA-Merkblatt 8-12 "Brandschutz bei Fachwerkgebäuden" vor, dass einige Dinge regelt.

Ferner wird in Kürze auch die Neuauflage der Lehmbau-Regeln erscheinen, die auch einige Aussage zum Brandschutz enthält.

Es ist falsch, dass eine 30 mm Putzschicht automatisch F 90 ist. Dazu gehören weitere Randbedingungen, die in alter Literatur (Nebel; Sanieren und Modernisieren von Fachwerkgebäuden) gegeben sind. Darüber hinaus sollte man nicht blind eine Empfehlung eines Baustoffherstellers folgen. Denn nicht jede angepriesene Konstruktion ist auch F 30, F 60 oder F 90. Meist stehen in dem Kleingedruckten die problematischen Einschränkungen, wenn es zum Schadensfall kommt.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Ing. Veit Mach
Architekt, ö.b.v. Sachverständiger, Brandinspektor