Borsalz / Borsäure pro/Contra

23.08.2011 Michael F.



Hallo!
während der Sanierung unseres Hauses wurde ein nicht mehr aktiver Hausbock-Befall in Dachstuhl und angrenzenden Bauteilen (Deckenbalken, Rähm) festgestellt. Nun ist ein neuer Dachstuhl drauf. Die Kontaktbereiche mit den alten Hölzern wurden mit Boracol behandelt (vom ausführenden Zimmermann). Der hat mir nun auch eine vorbeugende Bahndlung des Rähm und der Deckenbalken, die nach außen über den Rähm überstehen ans Herz gelegt obgleich er kein ausgewiesener Schädlingsbekämpfer ist.

Kurzum habe ich mich mal versucht schlau zu machen, was es am Markt so an vermeintlich harmlosen Borsalz Imprägnierungen gibt und auch einige gefunden. Was sie alle gemein haben, ist eine kürzlich verlängerte Zulassung, die aber eine neue Kennzeichnung/Einstufung mit sich bringt.
Ich darf mal Wikipedia heranziehen:

"...Im Juni 2010 wurde Borsäure durch die ECHA als SVHC (substance of very high concern) eingestuft. Nach Inkrafttreten der GHS-Verordnung 1272/2008/EG und der REACH-Änderungs-VO 790/2009/EG wurde Borsäure in die Liste der besonders Besorgnis erregenden Stoffe aufgenommen (Anhang XIV der REACH-Verordnung 1907/2006/EC) und als reproduktionstoxisch gekennzeichnet. Auch Gemische, die Borsäure in einer Konzentration von 5,5% oder mehr enthalten, sind nach der GHS-Verordnung als reproduktionstoxisch zu kennzeichnen...." - Wiki

mir wäre wohl sehr geholfen, wenn diejenigen, die sich nun beruflich mit diesem Thema beschäftigen hier mal Ihre Meinung dazu kundtun könnten.

Ich sehen mich nun vor folgender Entscheidung:

--> Dennoch mit einer Imprägnierung auf Borsalzbasis behandlen. Nur im Außenbereich und mit entsprechender Vorsicht

--> Überhaupt nicht behandlen und die Balkenköpfe nur wie geplant Grundieren und Streichen (Leinoelfarbe). Selbst wenn es noch ein Würmchen/Käferlein gibt, sollte der ja nach der nächsten Generation ausziehen, da die Lebensbedingungen wohl nicht mehr gegeben sind (Dachüberstand groß, neues Dach).

--> Mit einem andere Produkt behandlen. Aber mit welchem? Wenn ich mir die techn. Merkblätter der alternativen bei den Herstellern anschaue, habe ich da die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Wiedermal verwirrte Grüße!

Michael



soll



denn dein Dachstuhl mit Dämmung, Folie und Sichbeplankung noch verkleidet werden ? Dann hättest Du keinen Kontakt. Außerdem ist es doch Salz und Ihr beißt doch nicht ins Holz.
Sicherlich giebt es immer bedenken gegen Gifte. Aber Bananen, Apfelsinen, Äpfel und Tomaten und und und im Nomalo-Laden sind auch behandelt. Seid Ihr da auch schon auf Eigenanbau umgestiegen ? Selbst die preiswerten Textilien haben Stoffe in sich, die keiner wirklich will.
Nur mal so als Anmerkung ....



Sicher..



beissen wir auch in Hessen nicht auf´s Holz, solange genug Schnitzel da sind.
Aber die Indikation, die nun seit der Neueinstufung vorgeschrieben ist, ist der Totenkopf oder der gespaltene Torso. Selbst wenn es also nachher abgedeckt wird und nicht ausdampft, verarbeite ich sowas nur sehr ungern.

Wurde Borsäure/Borsalz nun Jahrzehntelang vollkommen falsch eingeschätzt oder was ist da los? Die alte Indikation war, soweit ich weiss, ein "X" für reizend und das ist nun auf sehr sehr vielen Stoffen und Mitteln die auf dem Bau eingesetzt werden.

Borsalz wird wohl auch in einigen "Naturdämmstoffen" eingesetzt, dann bringe ich denn Stoff schon sehr grossflächig ein.

Mir geht es auch gar nicht darum, den ganzen Dachstuhl zu behandeln, sondern eben nur den Rähm und die überstehenden Deckenbalken von außen.
--> Geht es denn um einen temporären Einfluss während der Verarbeitung und Trocknung oder habe ich die Gefährdung (in meinem Anwendungsfall) dann ständig und dauerhaft?


Gruß
Michael



Es gibt ja funktionierende, ungiftige Alternativen



die auf Verkieselung der Oberflächen basieren.

Ich weiß, manche Forumsmitglieder sind hier sehr skeptisch.
Ich möchte hier auch keine Grundsatzdiskussion führen.
Wir setzen diese seit Jahren erfolgreich ein.
Es hat jedenfalls zahlreiche Prüfzeugnisse und ungiftig ist es auch. Was willste mehr?



Die Reproduktionstoxizität...



...ist doch ganz wunderbar - in Sachen Hausbock.

Borax dampft nicht aus, und einen (geringen) Staubabtrag kann man (obwohl ich's nicht für erforderlich halte) mit einem Hartöl binden. Borax ist Bestandteil vieler bauchemischer Produkte und m.E. nicht bedenklicher als Kochsalz. Die Menge macht's.

Unbestätigten Gerüchten zufolge ist aber die Befallswahrscheinlichkeit von technisch getrocknetem Nadelholz eh sehr gering.

Grüße

Thomas