Löcher durch Deckenbalken?

27.09.2013



Ein freundliches Hallo an die Profis,
Ich habe folgende Frage:
Wie stark wird die Tragfähigkeit von Fussbodenbalken gemindert, wenn ich zwei Durchbohrungen ø20mm pro Balken
für die Durchführung von Heizungsrohren einbringe?

in der Hoffnung auf Antwort
Jens



Balkenbohrungen ...



... sollten Sie möglichst nahe am Wandauflager durchführen. Je weiter Sie in Richtung Feldmitte gehen, desto größer wird die Schwächung des Balkens. Da die Leitungsführung bestimmt in Wandnähe erfolgt, wird das aber eher nicht der FAll sein.

Die Bohrungen sollten Sie in der sog. "Nulllinie" anbringen, in der Mitte der Balkenhöhe, keinesfalls unterhalb der Mittellinie.

Ob Sie bohren können/dürfen/sollten, hängt allerdings noch davon ab, welchen Achsabstand die Balken haben (Mitte-Mitte), welche Spannweite, welchen Querschnitt, wie die Auflast aus der Deckenkonstruktion darüber ist (Bodenaufbau), wie der ZUstand der Balken zu beurteilen ist (voller Querschnitt überall, Querschnittsschwächungen, Schädlingsbefall etc).



Löcher bohren in Fußbodenauflager



..kömmt auf an welche Dimensionen die Balken haben :-)
- bei 30/30 cm wird eher die Lange-Bohrer-Frage interessant ,
bei 30/30 mm solltet Ihr die Rohre anderswo legen ..

Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann ZiMMEREi
www.fensterecke.de www.zimmermeisterin.de



Vielen Dank



..für die schnellen Antworten.
Ich werde nächste Woche mal eine Diele anheben, um das Balkenmaß und den Abstand zu ermitteln und melde mich dann wieder.
Ein schönes Wochenende, Jens



wäre



ja auch die Frage: horizontal oder senkrechte Bohrung ?



Warum kommen



die Bohrungen nicht in die Felder zwischen den Balken?

Grüße



Weil es mit Sicherheit



... waagerechte Bohrungen sind.
Ich würde das möglichst vermeiden, es gibt geeignete Fußleisten zur Aufnahme von Leitungen, sogar in "hübsch" oder auch zum selber gestalten, z.B. von HZ.

MfG,
Sebastian Hausleithner



Noch mal Hallo,



Ich habe heute mal eine Diele entfernt.
Die Balken sind 20x20cm stark, 4,10m lang und liegen an der Stelle, wo ich horizontal durchbohren will, im Abstand von 60cm auseinander, da dort früher mal ein Kachelofen stand.
Im restlichen Raum liegen sie 90cm von einander entfernt.
Die Balken weisen keinerlei Beschädigungen auf.
Der Zwischenraum zwischen den Balken ist zur Beschwerung 8cm hoch mit rotem Granitkies befüllt, welcher zur Rohrverlegung teilweise entfernt werden muß.
Gedeckt ist der Boden mit 28mm Fichtendielen( Fußboden 1.Etage).
Unten ist der Aufbau mit Sparschalung, Schilf und Mörtel verschlossen( Raumdecke Erdgeschoss).
Vielen Dank für den Tip mit den Fußleisten, Herr Hausleithner. Da ich die Rohre in diesem Fall aber an der Außenwand langlegen müßte,da an den innen verlaufenden Wänden die Raumtür ist, müßten diese mit 100% Dämmung(Alukaschierte Mineralwolle 20mm, Leitwert 0.35) verpackt werden, welche mir eine Fußleiste mit den Innenmaßen von 58x116mm bescheren würde. Das ist dann nicht mehr wirklich hübsch!
Was sagen die Profis zu meinem Vorhaben?



Das ist nicht korrekt.



Das mit der Dämmung ist nicht korrekt. Lt. EnEv ist keine Dämmung bei Verlegung innerhalb beheizter Räume eines Nutzers notwendig.
Anlage 5/2, mit Bezug auf §14/5

MfG,
Sebastian Hausleithner



Vielen Dank



Herr Hausleithner für diesen Hinweis.
Irgendwie widerstrebt es mir dennoch, die Außenwände auf diese Art aufzuheizen.
Letztlich ist es vielleicht auch nicht das Problem. In diesem Raum sind 3 Fenster an der zu verlegenden Wand, welche alle mit einer 10 cm tiefen Nische unterhalb des Fensterbretts "verschönt" sind. Damit rückt zwar der Heizkörper aus dem Raum
aber ich suche nach einer Möglichkeit, die dadurch nötigen 24 Bögen im Heizungsrohr zu umgehen.



Heizleitungen



1. Suchen Sie sich andere Verteilungsmöglichkeiten (z.B. senkrecht statt waagerecht)
2. Heizkörpernischen unbedingt zumauern! Es gibt auch flache Heizkörper.
3. Eine Fußleistenheizung der Außenwand sichert dort Schimmelfreiheit und ist garantiert weniger energiefressend als die Fensternischen.
4. Keine Bohrungen! Sie stören damit die Druckzone der Balken in erheblichem Maße, denn bei den 20 mm wird es nicht bleiben. So genau kann man nicht bohren, außerdem brauchen Leitungen Spiel. Eine angerissene Verbindungsstelle in der Decke aus der pro Stunde 16 Tropfen Wasser dringen ist sehr unangenehme Sache.



Den



Hinweis auf den Vorteil einer Heizleiste mit Schimmelreduzierung solltest Du beachten.



auf den richtigen Weg gebracht



ich sehe auch keinen Grund die Heizleistung von Rohrleitungen ungenutzt in Bodenaufbauten verschwinden zu lassen und damit noch Balkenquerschnitte zu schwächen. Wenn deine Außenwände es zulassen, also Wandstärken von ca. 40cm aufwärts haben und aus speicherfähigen Materialien bestehen, kannst du die Leitungen einfach auf der Wand verlegen, im Sinne einer Bauteiltemperierung. Wandnischen zumauern und als Heizkörper Strahlplatten verwenden. Wenn du dann noch die Möglichkeit hast die Räume durchgehend zu Temperieren, hast du eine Top Strahlungsheizung, die dir die Wände warm und trocken hält, weniger Energie benötigt, als wenn du mit deinen Heizkörpern die Kalten Wände auf Temperatur halten musst und wenn man sich mit sichtbaren Leitungen (weiß gestrichen) anfreunden kann, kann man auf die teuren Wandsockelleisten verzichten. Zu dem Thema findest du im Netz unter Bauteiltemperierung oder Hüllflächentemperierungen jede Menge Anregungen. Bei dem Bild sieht man eine etwas aufwändigere Rohrführung, am Wandfuß ist ach in Ordnung, je nach dem was man mit der Temperierung erreichen will.



auf den richtigen Weg gebracht



ich sehe auch keinen Grund die Heizleistung von Rohrleitungen ungenutzt in Bodenaufbauten verschwinden zu lassen und damit noch Balkenquerschnitte zu schwächen. Wenn deine Außenwände es zulassen, also Wandstärken von ca. 40cm aufwärts haben und aus speicherfähigen Materialien bestehen, kannst du die Leitungen einfach auf der Wand verlegen, im Sinne einer Bauteiltemperierung. Wandnischen zumauern und als Heizkörper Strahlplatten verwenden. Wenn du dann noch die Möglichkeit hast die Räume durchgehend zu Temperieren, hast du eine Top Strahlungsheizung, die dir die Wände warm und trocken hält, weniger Energie benötigt, als wenn du mit deinen Heizkörpern die Kalten Wände auf Temperatur halten musst und wenn man sich mit sichtbaren Leitungen (weiß gestrichen) anfreunden kann, kann man auf die teuren Wandsockelleisten verzichten. Zu dem Thema findest du im Netz unter Bauteiltemperierung oder Hüllflächentemperierungen jede Menge Anregungen. Bei dem Bild sieht man eine etwas aufwändigere Rohrführung, am Wandfuß ist auch in Ordnung, je nach dem was man mit der Temperierung erreichen will.



Vielen Dank..



..für die vielen Tipps.
Die Aussenwände sind 40cm stark, außen an den Nischen, da fehlt eine Ziegelstärke. Diese möchte ich ungern zumauern, da sie dem Mauerwerk eine Art Gestaltung geben. Ich werde sie aber in jedem Fall isolieren( mit styroporbeschichtetem Gipskarton?) Die Heizkörper müssen sowieso ein Stück aus der Nische rausgucken, damit kein Wärmestau unterm Fensterbrett entsteht. Die alten Heizungsrohre liegen unten auf der Wand, was ich als furchtbar hässlich empfinde. Deshalb suche ich ja nach einem anderen Weg, zudem dieser Raum als Schlafzimmer genutzt werden soll und die Rohre ins Esszimmer weitergehen. Daher wären die Rohre ständig warm, da das Esszimmer ständig beheizt wird, was mich im Schlafzimmer schon stört, da steht das Fenster Tag und Nacht auf, ausser unter -10°C Aussentemp. Da ich nicht für Draussen heizen möchte, bedeutet es wieder isolieren, was den Anblick nicht verbessert. Ein Problem mit Schimmel in den Ecken hat sich bis jetzt nur im Bad gezeigt,da begannen der Tapetenleim und die Tapete zu schimmeln und die Rohre liegen (noch) unten auf der Wand- und es hat leider nichts genützt. Im "alten" Schlafzimmer gibts zwar eine kleine Heizung, diese hab ich noch nie benutzt, aber keinen Schimmel. Das Gebäude ist ziemlich genau 100 Jahre alt, komplett 40cm Aussenwände, keine Gipsputze, die Westseite ist unterm Aussenputz isoliert, die Fenster wurden vor 4 Jahren alle erneuert.
Zurück zum eigentlichen:
Da der Heizstrang ziemlich lang ist, ist auch der Pumpendruck hoch genug um Strömungsgeräusche zu erzeugen, da in dem alten Rohrsystem leider Winkel statt Bögen verwendet wurden. Das ist im Schlafzimmer auch nicht schön (Wir wohnen an einer kaum befahrenen Strasse mit großer Wiese gegenüber- hier ist es wirklich sehr ruhig:-).
Nun meine Idee:
Ich werde den Balken nicht durchbohren müssen, da die Dielung stark genug ist, um über dem Balken lang zu gehen.
Ich werde das Dielenbrett mit einer Oberfräse ca.250x20x20mm von unten ausarbeiten (aushöhlen), damit es über dem Rohr Platz hat. So ein schmaler Spalt sollte das Brett sicher nicht beeinträchtigen, da es ja ringsum auf dem Balken aufliegt. Es kommt ja noch Trittschalldämmung und Laminat drauf, was die Trittlast noch verteilt. Damit bleibt das Tragwerk verschont und die Rohre sind verschwunden. Damit das Rohr in Ruhe arbeiten kann, kommt es noch in Filzschlauch. In den Feldern mache ich 100% Dämmung drum.





Suboptimal
... Die angedachte Lösung halte ich nach wie vor für suboptimal und eine Leitungsführung in der Wandleiste für die beste Lösung.
Bei den "Verlusten" durch die ungedämmte Leitung kannst Du von <20W/m ausgehen. Bei einer MiniMiniMini-Dämmung von 4mm wird das über'n Daumen halbiert. Und das bekommst Du in den vorgefertigten Profilen des als Beispiel genannten Herstellers locker unter. Die Wärmeverluste des Esszimmers zum nicht beheizten dauerbelüfteten Schlafzimmer sind da wahrscheinlich deutlich höher. Bei angenommenen Werten von u=2,0W/m²K, A=20m², deltaT=8K wären das immerhin 80 Watt.
Du solltest Dir das Fensterschließen angewöhnen, zumindest tagsüber...

Wenn Du die Nischen partout belassen willst, dann kann man auch die Zuleitung in einem kleinen Podest unter der Nische quasi verstecken, dann entfällt das ganze Getöse mit Bögen und Winkeln...

Nunja... wenn "gefällt mir nicht" und "stört mich" kommt, ist meistens Argumentieren vergebene Liebesmüh'...

MfG,
Sebastian Hausleithner